DE59265C - Verfahren zum Giefsen von Blöcken - Google Patents
Verfahren zum Giefsen von BlöckenInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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- B22D7/00—Casting ingots, e.g. from ferrous metals
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Description
KAISERLICHES
ΡΑΤΈΝΤΑΜ
Bei der Erzeugung von Gufsstahlbarren ist es eine gewöhnliche Erscheinung, dafs sich,
besonders wenn der Stahl viel Kohlenstoff enthält, durch das Schwinden des Metalles, wenn
es in Barrenform . gegossen wird, eine oder mehrere Höhlungen in dem oberen Ende des
Barrens bilden, und dafs, wenn diese Höhlungen der Einwirkung der Atmosphäre ausgesetzt
sind, deren Seiten schnell oxydiren und infolge dessen die Schweifsung verhindern. Die Oxydation tritt hauptsächlich dann am stärksten
auf, wenn die gegossenen Barren längere Zeit vor der weiteren Verarbeitung aufbewahrt
bleiben. Zweck gegenwärtiger Neuerung ist, diesen Uebelstand zu beseitigen durch Verhinderung
des Zutrittes der Luft in diese Höhlungen wahrend der Abkühlungs- und Schwindungsperiode. Wenn Stahlbarren in
offene Formen gegossen werden, so bildet sich an der Mündung der Form eine Kruste von
schnell erkaltetem und deswegen hartem Metall, ehe eine wesentliche Schwindungsyertiefung
entsteht. Wenn aber dann die Bildung dieser Höhlung unterhalb der oberen Oeffnung stattgefunden
hat, so wird durch das sich darin befindliche Vacuum die dünne, dieselbe bedeckende
Kruste zerbrochen, und die atmosphärische Luft tritt in die Höhlung ein.
Durch gegenwärtige Neuerung soll die Bildung einer Vertiefung unterhalb einer ähnlichen
dünnen Kruste vermieden werden, und ist Sorge getragen, dafs sich dieselbe in einem Theil des
Barrens bildet, der vorher schon bis zu einem solchen Grade abgekühlt ist, dafs die Kruste
während der inneren Zusammenziehung oder durch atmosphärischen Druck nicht zerbrochen
werden kann.
Die Neuerung besteht im wesentlichen:
1. In der Abkühlung des oberen Theiles des Gufsstückes mit Ausschlufs der Atmosphäre
und darauf folgender Umdrehung des Gufsstückes, ehe das Innere desselben erhärtet ist,
in einer solchen Lage, dafs eine Schwindhöhle sich bildet in Verbindung mit dem abgekühlten
Theil der Oberfläche, und dafs diese Kruste genügende Stärke besitzt, um der inneren Zusammenziehung
bezw. dem äufseren Luftdruck zu widerstehen. Die Abkühlung des Metalles an der oberen Seite der Form und die darauf
folgende Wendung der Form, ehe eine Zusammenziehung stattfindet, die stark genug
wäre, die abgekühlte Oberfläche zu zerreifsen, bedingt die Bildung eine,r Vertiefung an der
dem Eingufs entgegengesetzten Seite der Form, so dafs die untere Seite nunmehr die obere
geworden ist und diese vor dem Einflufs der atmosphärischen Luft geschützt ist durch die
vorhergehende Abkühlung der Metalloberfläche, so dafs keinerlei Oxydation stattfinden kann.
2. Bezieht sich die Neuerung auf eine Methode, um die Bildung der Schwindungshöhle
innerhalb eines Zapfens oder Vorsprunges an einem Ende des Barrens zu bedingen, die
von solcher Form ist, dafs die Schwindungshöhle an dem Barren mit wenig Metallverlust
abgeschlagen werden kann. Zu- diesem Zweck wird eine erhitzte Einsatzschale,. vorzugsweise
von feuerfestem Material, wie Chamotte, am Boden der Form eingesetzt, ehe das Metall in
dieselbe gegossen wird, wodurch verhindert
wird, dafs das zuerst eingegossene Metall zu schnell erhärten kann, und der darauf folgenden
Drehung. der Form mit dem theilweise flüssigen Metall. Die Bildung einer Schwindhöhle
am äufseren Ende des Barrens, am Boden der Form, wird wesentlich dadurch erleichtert
, dafs das Metall im Innern der Form beim Umkehren nach unten fliefst und das
mit der Chamottekappe in Verbindung stehende Metall bereits theilweise abgekühlt ist, und die
sich entwickelnden Gase in die Kappe steigen bezw. in die Höhlung, die durch die Zusammenziehung
entstanden ist.
In den beiliegenden Zeichnungen ist in Fig. ι eine Form im Verticalschnitt nach
Linie x-x von Fig. 2 dargestellt,
Fig. 2 ist ein Querschnitt in Linie y -y der Fig. i,
Fig. 3 eine Oberansicht einer Bessemer Form mit aufgesetztem Deckel,
Fig. 4 eine Seitenansicht der umgekehrten Bessemer Form;
Fig. 5 und 6 sind Seiten- bezw. Oberansichten der Einsatzschale in der Bessemer
Form;
Fig. 7 ist ein Längsschnitt einer Form, wie sie bei Tiegelgufs gebraucht wird, Schnitt in Linie
\ - \ der Fig. 8,
Fig. 8 die Oberansicht dieser Form, zusammengestellt
für den Gufs,
Fig. 9 die Oberansicht eines Bodeneinsatzes für die Tiegelform,
Fig. 10 ein Schnitt derselben in der Linie x-x der Fig. 5 und
Fig. 11 ein verticaler Schnitt einer umgekehrten Tiegelform, wie in Fig. 3.
α ist eine Bessemer Form aus einem Stück mit konischer Bohrung mit einem Untersatz b,
der mit der Form mittelst der Nasen c und Splinte d, welche in Schliefsen d1 eingeschoben
sind, verbunden ist. Am oberen Theile der Form ist ein Deckel f mittelst einer Stange,
die in die Oesen h eingeschoben ist, aufgesetzt, während an den Seiten der Form Zapfen e angebracht
sind, in welchen die Form in dem Bügel i hängt. In dem Bodenstück b ist ein
konisches Loch j angebracht, in welches ein Einsatz k aus Chamottemasse eingelegt ist, der
dazu dient, das untere Ende der Form zu schliefsen und zu gleicher Zeit einen kleinen
Theil des eingegossenen Metalles aufzunehmen. Die Form α ist dergestalt mit flüssigem Metall /
angefüllt, auf das oben feuchter oder nasser Sand s unmittelbar auf der Oberfläche des Metalles
und unterhalb des Deckels/ gebracht ist. Der Gebrauch dieser Form ist folgender:
Der Deckel f am oberen Ende der Form ist abgenommen, und wird nunmehr der Chamotteeinsatz
k, nachdem er vorher rothglühend gemacht, in die Form so eingelegt, dafs er
sich in das Lochj in dem Untertheile b einlegt.
Hierauf wird die Form bis fast an den oberen Rand mit flüssigem Metall / angefüllt
und sodann Sand s auf das flüssige Metall gebracht, um selbiges abzukühlen, worauf der
Deckel f aufgesetzt und die Form geschlossen wird, indem die Stange g durch die Oesen h
gestofsen wird. Der Bügel j wird dann durch geeignete Mittel bethä'tigt, so dafs sich die
Form in den Zapfen e dreht und dieselbe mit der Eingufsöffnung nach unten und mit dem
Bodenstück b nach oben zu stehen kommt, wie in . Fig. 4 gezeigt ist. Durch den feuchten
Sand wird die Oberfläche des Metalles abgekühlt und es bildet sich schnell eine Kruste
über dem Obertheil des Barrens, die stark genug ist das geschmolzene Metall zurückzuhalten
bei der Drehung. In gleicher Weise ist auch die Einsatzschale k, obgleich sie vorher
erhitzt worden ist, kalter als das flüssige Metall und das in erster Linie in die Einsatzschale k eingetretene
Metall erhärtet äufserlich ebenfalls, ehe die Form umgedreht wird. Bei der Kühlung des Metalles in der umgekehrten Form
wird die sich bildende Schwingungshöhle innerhalb der Form in dem oberen Ende des
Barrens vollständig von dem Einflüsse der Luft geschützt durch die Kruste, die sich aus
schnell erkaltetem Metall über derselben gebildet hat.
In den Fig. 5 und 6 ist eine Einsatzschale k füs eine Bessemer Form dargestellt, woraus
ersichtlich, dafs sie behufs leichterer Einsetzung in die Oeffnung_/ konisch hergestellt ist. In
den Fig. 7 bis 11 wird die Anwendung der Neuerung auf Tiegelstahlformen dargestellt,
die für gewöhnlich so eingerichtet sind, dafs sie 40 bis 45 kg Stahl aufnehmen. Diese Form
besteht aus zwei Längshälften α1, zusammengefafst
bei a1 in Fig. 8 und zusammengehalten während des Gusses durch Reifen m und
Splinte n. An jeder der Hälften al ist ein
Zapfen e angebracht. Die Einsatzschale k hat einen runden Boden und kann leicht in die
Form eingeschoben werden. Dieselbe wird selbstverständlich vor dem Einsatz erhitzt und
dient auch aufserdem dazu, den Boden der Gufsform zu beschützen vor irgend welcher
Absplitterung oder Beschädigung während das Metall hineingegossen wird, so dafs die Qualität
des Stahls am Boden des Barrens nicht durch Mischung mit Gufseisen verringert werden kann.
In Fig. 7 ist ein Deckel dargestellt, der mittelst eines Keiles/1 festgehalten wird, während
in Fig. 11 die Form an der Oberfläche des flüssigen Metalles mit feuchtem oder nassem
Sand angefüllt ist zur schnellen Abkühlung der Metalloberfläche, wodurch das Metall in der
Form beim Umdrehen zurückgehalten wird. Es ist ersichtlich, dafs nach der Umdrehung
der Form,, während der Inhalt derselben noch flüssig ist, die Erstarrung des Metalles an der
unteren Seite durch das Nachsinken desselben eine schnellere ist und am oberen Ende eine
Schwindhöhle zurückläfst, die von aufsen durch eine glänzende Oberfläche geschlossen ist, welcher
Theil leicht weggenommen oder mit verarbeitet werden kann.
Fig. 11 zeigt im Durchschnitt eine derartige
Schwindhöhle oder Pfeife p, die sich innerhalb der Einsatzkappe k nach der Drehung der Form
gebildet hat, und die zunächst der Einsatzschale liegende erhärtete Kruste. Die Einsatzschale
kann in ein solches Verhältnifs mit der Masse des Barrens gebracht werden, dafs die innerhalb
der Schale sich bildende Höhlung fast den ganzen Umfang der letzteren einnimmt,
so dafs, wenn der Barren vollständig gekühlt ist, dieser Angufs abgeschlagen werden kann
und der Barren vollständig ohne Schwindungshöhle fertiggestellt ist. In den Fig. 9 und 1.0
ist eine. Einsatzschale dargestellt, deren Oeffnung kl oben eingezogen ist, so dafs eine
Art Kugel gebildet wird,. wodurch das Spritzen des Metalles bei dem Eingufs an die Seiten
der Form verhindert und ein leichteres Abschlagen dieses Angusses ermöglicht wird. Der
Barren kann aus der Form genommen werden, so lange der innere Kern desselben noch in
flüssigem Zustande ist, wodurch die Abkühlung derselben beschleunigt wird. Es ist ersichtlich,
dafs ein solches Ausnehmen des Barrens aus der Form nicht stattfindet, wenn letzterer an
seinen Aufsenflächen noch nicht genügend erhärtet ist, um seine Form zu behalten. Dies
ist aber hier der Fall, und der Barren kann, nachdem er aus der Form genommen ist, umgewendet
und mit dem oberen Ende nach unten gebracht werden, so dafs sich die Schwindhöhle an dem dem Eingufs entgegengesetzten
Ende bildet, wo die Kruste bereits dicker ist als am oberen Ende, da dort das flüssige Metall zuletzt in die Form gelangt.
Eine derartige starke Kruste widersteht sowohl dem Druck durch die Atmosphäre als auch
der Zusammenziehung des Metalles, was in der Regel nicht der Fall ist, wenn sich die
Schwindhöhle auf der Eingufsseite bildet.
Derartige Gufsstücke werden, wenn umgewendet, mit dem jetzt unteren Ende in Sand
gestellt, um das »Bluten« des Barrens zu vermeiden, wenn das innere, noch flüssige Metall
die Kruste durchschmelzen sollte.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Verfahren zur Herstellung von Gufsstahlbarren oder Blöcken, dadurch gekennzeichnet, dafs nach dem Eingiefsen des Metalles in eine geeignete Form, welche an ihrem unteren Ende mit einem Einsatz von feuerbeständigem Material ausgestattet sein kann, die obere Fläche des Metalles von der Atmosphäre abgeschlossen wird, worauf die Form mit ihrem Inhalt umgewendet wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE59265C true DE59265C (de) |
Family
ID=333494
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT59265D Expired - Lifetime DE59265C (de) | Verfahren zum Giefsen von Blöcken |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE59265C (de) |
-
0
- DE DENDAT59265D patent/DE59265C/de not_active Expired - Lifetime
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