DE592080C - Einrichtung zur Ausfuehrung von Arbeitsvorgaengen, insbesondere Fernschaltvorgaengen, mit in einem hermetisch abgeschlossenen Behaelter befindlicher Bimetallanordnung - Google Patents
Einrichtung zur Ausfuehrung von Arbeitsvorgaengen, insbesondere Fernschaltvorgaengen, mit in einem hermetisch abgeschlossenen Behaelter befindlicher BimetallanordnungInfo
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- H01—ELECTRIC ELEMENTS
- H01H—ELECTRIC SWITCHES; RELAYS; SELECTORS; EMERGENCY PROTECTIVE DEVICES
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- H01H61/02—Electrothermal relays wherein the thermally-sensitive member is heated indirectly, e.g. resistively, inductively
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Description
Um auf einfache und billige Weise bei bestimmten Temperaturen einen Arbeitsvorgang
einleiten und auch den gleichen Vorgang wieder rückgängig machen oder einen neuen Vorgang
einleiten zu können, wird in neuester Zeit in stark zunehmendem Maße.Bimetall verwendet.
Eine weitgehende Verwendung hat das Bimetall in der Elektrotechnik gefunden, und zwar in der
Hauptsache für Schaltzwecke wie für die Überwachung von Temperaturen als Temperaturregler
bei Koch- und Heizgeräten oder für die Überwachung von Strömen bei Überstromrelais,
Kleinautomaten, Motorschutzschaltern und ähnlichen Apparaten.
Die auf elektrischem Wege erfolgende Erwärmung des aus zwei metallischen Schichten
von verschiedener Wärmeausdehnung bestehenden und sich infolgedessen mit steigender oder
fallender Temperatur im einen oder anderen Sinne krümmenden Bimetalles wurde bisher entweder
durch Stromdurchgang direkt oder durch Vorsehung einer besonderen Heizspule indirekt
bewirkt.
Um den Heizstrom zur Erreichung einer wirksamen Wärmeausdehnung des Bimetalles genügend
stark bemessen zu können, bedient man sich gewöhnlich eines kleinen Abwärtstransformators,
was aber eine nicht unwesentliche Verteuerung derartiger Bimetallsteuerungen bedingt.
Die indirekte Erwärmung des Bimetalles wird wiederum deshalb oft als nachteilig empfunden,
weil eine sichere und vorteilhafte Isolation der das Bimetall umgebenden Heizspule
nur schwer durchzuführen ist. Besondere Schwierigkeiten treten in dieser Hinsicht bei der infolge
ihres guten Wirkungsgrades häufigste Verwendung findenden Bimetallspirale auf.
Es sind fernerhin noch bimetallgesteuerte Schaltvorrichtungen bekanntgeworden, bei
denen der Bimetallstreifen und die Kontakt-Vorrichtung in einem evakuierten Gefäß eingeschlossen
sind. Eine derartige Bimetallschaltvorrichtung wirkt wohl hinsichtlich des Unterbrechungsfunkens
günstiger als eine im freien Raum befindliche Anordnung, sie weist jedoch den Nachteil auf, daß ihre Kontaktvorrichtung
nicht zugänglich ist, und das muß sicherlich als schwerwiegender Nachteil angesehen werden.
Denn es ist sehr wohl .denkbar, daß durch irgendwelche Umstände die. Lage der Kontaktfeder
und die des Bimetallstreifens im ungünstigen Sinn verändert werden. Dies kann einen
schlechten Kontaktschluß, damit ein frühzeitiges Verschmoren der Kontakte und schließlich ein
Versagen der ganzen Einrichtung zur Folge haben. Ferner kann das Altern des Bimetallstreifens
gelegentlich seine Auswechslung erfordern. Schließlich ist es möglich, daß ein Abbrand
der Kontakte, wenn auch erst nach längerem Gebrauch, eintritt und ein ■ unsicheres
Schließen des Stromkreises hervorruft; denn zwar wird eine Oxydation der Kontakte im Vakuum
vermieden, doch ist damit zu rechnen, daß ein gewisses Quantum der Kontakte allmählich
schmilzt und verdampft. Ist nun infolge einer der genannten Erscheinungen eine derartige Bimetallschaltvorrichtung unbrauchbar
geworden, so muß sie in ihrer Gesamtheit notwendigerweise durch eine vollständig neue
ίο ersetzt werden, und das ist in Anbetracht der
damit verbundenen Kosten um so nachteiliger^' je höher die Schaltleistung der zu ersetzenden
Kontaktvorrichtung ist.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Ausführung von Arbeitsvorgängen,
insbesondere Fernschaltvorgängen, mit einer ebenfalls in einem hermetisch abgeschlossenen
Behälter befindlichen Bimetallanordnung, bei der die den bisherigen Bimetallsteuereinrichtungen
anhaftenden Nachteile in weitgehender Weise dadurch vermieden werden, daß von einer ganz neuen, äußerst vorteilhaften Art der
Bimetallerwärmung und von einer neuen Art der Ausnutzung der von der Bimetallfeder ausgeführten
Lagen Veränderungen Gebrauch gemacht wird.
Gemäß der Erfindung besteht die Einrichtung zur Ausführung von Arbeitsvorgängen darin,
daß außerhalb des Behälters befindliche Schaltorgane durch von der Bimetallanordnung bewirkte
Lagenveränderungen dieses Behälters gesteuert werden.
Die Lagenveränderungen der Bimetallanordnung können nun die Verstellung wenigstens
eines Kippgewichtes bewirken, dessen Kippbewegungen über Mittel auf die die Ausführung
irgendeines Arbeitsvorganges herbeiführenden Steuerorgane übertragen werden. Die Übertragung
der Kippbewegungen des Kippgewichtes auf die für die Ausführung von Arbeitsvorgängen
bestimmten Steuerorgane wird durch besondere Lagerung und Ausbildung des Behälters
erzielt. So kann beispielsweise der Behälter mit einer Achse verdrehbar oder um eine Achse verschwenkbar angeordnet sein.
Die wenigstens ein Kippgewicht verstellende Bimetallanordnung kann verschiedene Bimetallförme'n,
wie beispielsweise Streifen, Spiralen, Scheiben u. a. Bimetallkörper, aufweisen.
Die durch die Kippwirkung des Kippgewichtes hervorgerufenen Bewegungen des Behälters
können die Steuerung von Kontaktvorrichtungen, Schaltautomaten, Nebenuhren, die Umschaltung
eines Tarifzählwerkes und die Steuerung anderer Kontrollapparate bewirken.
Zwecks größter Ausnutzung der in dem Behälter entwickelten Wärme kann der Behälter
aus einem wärmeisolierenden Material bestehen oder mit einem Wärmeisoliermaterial umkleidet
werden. Vorzugsweise wird der Behälter auch evakuiert oder mit einem geeigneten Gas gefüllt,
wobei man praktischerweise den Behälter aus Glas herstellt.
Die Erwärmung der Bimetallanordnung kann auf verschiedene Weise vorgenommen werden.
So kann eine solche durch ein Glimmentladungssystem oder durch eine Heizspule ermöglicht
werden. Auch sind noch andere elektrische Systeme für die Erwärmung der Bimetallanordnung
denkbar. Bei Erwärmung der Bimetallanordnung durch Glimmentladung können entweder
eine oder beide Elektroden von einer Bimetallspirale oder Bimetallscheibe gebildet
werden.
An Hand der Zeichnung sollen die einzelnen Merkmale der Erfindung eingehend erläutert
werden. In der Zeichnung sind in den
Fig. ι bis 3 Einrichtungen mit einer Bimetallspiralenanordnung,
in
Fig. 4 eine Einrichtung mit Bimetallstreifenanordnung und in den
Fig. 5 und 6 Einrichtungen mit einer Bimetallscheibenanordnung zur Darstellung gebracht.
Die Fig. 7 zeigt eine besondere Schaltungsart.
Nach der Fig. 1 enthält die Einrichtung zwei Bimetallspiralen 1, 2, deren innere Enden mit je
einer auf einer Isolierdrehachse 3 mittels Schrauben 4, 5 befestigten Metallbüchse 6, 7 verbunden
sind und deren äußere Enden je ein Kippgewicht. 8, 9 tragen. Die beiden Kippgewichte 8,9
sind durch einen Isolierstab 10 miteinander verbunden. An dem rechten äußeren Ende der
Isolierdrehachse 3 ist mit Hilfe einer Schraube 11 ein Steuerhebel 12 befestigt, der mit Kontaktvorrichtungen
13, 14 zusammenwirkt (Fig. 3). ,95 Der mit der Isolierdrehachse 3 drehbare Behälter
15 ist teilweise evakuiert oder mit einem geeigneten Gas gefüllt. Der Anschluß der Leitungsdrähte
des Steuerstromkreises erfolgt an die Klemmschrauben 4, 5. Die beiden Bimetallspiralen
1, 2 bilden dann die Elektroden eines Glimmentladungssystems. Vorzugsweise
besteht der Behälter 15 und die Isolierdrehachse 3 aus Glas.
In der Fig. 3 befindet sich der Behälter 15 in der Mittelstellung. Die Kippgewichte 8, 9
liegen also in ihren Totpunktlagen. Beim Zusammenziehen oder Strecken der Bimetallspiralen
i, 2 werden nun die Kippgewichte 8, 9 nach der einen oder andern Richtung verstellt,
so daß die darauffolgende Kippbewegung eine Verdrehung des Behälters 15 bewirkt. Der
Steuerhebel 12 steht dann in der einen extremen Stellung mit der Kontaktvorrichtung 13 und in
der andern extremen Stellung mit der Kontaktvorrichtung 14 in Eingriff.
Schließt nun der Steuerhebel 12 die Kontaktvorrichtung
13 und erfolgt nach Schließung des Steuerstromkreises durch die auftretende Glimmentladung
eine Erwärmung der Bimetallspiralen 1, 2, so werden sich diese zusammenziehen
und 'die Kippgewichte 8, 9 verstellen,
bis diese schließlich nach der andern Seite kippen. Durch die infolge der Kippwirkung
der Gewichte 8, 9 hervorgerufene Verstellung des Behälters 15 wird dann von dem Steuerhebel 12
die Kontaktvorrichtung 13 plötzlich freigegeben und die Kontaktvorrichtung 14 geschlossen.
Die Ausführung der Fig. 2 entspricht im wesentlichen derjenigen der Fig. 1. Nur tritt
hier an Stelle der einen Spiralenelektrode 1 eine besondere Elektrode 16. Die Kippwirkung des
Kippgewichtes. 9 ist hier, wenn auch in etwas schwächerem Maße, die gleiche.
Der Steuerhebel 12 kann auch selbst mit einem Kontakt versehen sein, der mit einem Gegen-
t5 kontakt desselben Stromkreises zusammenwirkt.
Auch sind noch andere Varianten von Schaltungs- und Umschaltmöglichkeiten denkbar.
j So ist es beispielsweise möglich, auf der Achse
j des Behälters einen oder mehrere Quecksilberj
kippschalter vorzusehen. Dies kann in manchen
Fällen, besonders dann, wenn es sich um die Steuerung großer Schaltleistungen handelt, von
Vorteil sein.
Die Anordnung kann auch so getroffen werden, daß die Kippgewichte sich in dem unteren Teil
des Behälters befinden. Das bei Erwärmung oder Abkühlung der Bimetallspiralen hervorgerufene
Hochheben der Kippgewichte bewirkt dann nicht eine plötzliche, sondern eine kontinuierliehe
Verdrehung des Behälters, wie sie für die Steuerung bestimmter Vorgänge manchmal
erforderlich ist.
Während bei den Ausführungen der Fig. 1, 3 durch die Kippgewichte eine Verdrehung des Behälters
bewerkstelligt wird, bewirken bei den Ausführungen der Fig. 4, 6 die Kippgewichte
eine Verschwenkung des Behälters. Der Behälter 15 sitzt daher an einem um eine Achse 17
verschwenkbaren Hebelorgan 18.
Nach Fig. 4 enthält die Bimetallanordnung einen schräg an einem Teil 19 des Behälters 15
befestigten, an seinem freien Ende ein Kippgewicht 9 tragenden Bimetallstreifen 20. Die
Erwärmung des Behälterraumes wird hier durch eine den Bimetallstreifen 20 umgebende Heizspule
21 bewirkt. Zwecks bester Wärmeausnutzung ist der Behälter mit einem wärmeisolierenden
Mantel 46 versehen.
Am oberen Teil des Behälters 15 ist ein Steuerarm 22 vorgesehen, der ein abwechselnd mit den Zahnrädern 23, 24 zusammenarbeitendes Zahnritzel 25 trägt. Hierbei können beispielsweise die Zahnräder 23, 24 die Fortschaltung der Zahlenrollen je eines Zählwerkes 26, 27 bewirken und das Zahnritzel 25 in bekannter Weise von einem Elektrizitätszähler angetrieben werden.
Am oberen Teil des Behälters 15 ist ein Steuerarm 22 vorgesehen, der ein abwechselnd mit den Zahnrädern 23, 24 zusammenarbeitendes Zahnritzel 25 trägt. Hierbei können beispielsweise die Zahnräder 23, 24 die Fortschaltung der Zahlenrollen je eines Zählwerkes 26, 27 bewirken und das Zahnritzel 25 in bekannter Weise von einem Elektrizitätszähler angetrieben werden.
Bei Steuerung eines Elektrizitätstarifzählers wird nun zu bestimmten Tarifzeiten derSteuer-Stromkreis
in bekannter Weise von einer Schaltuhr geschlossen und geöffnet. Bei Erwärmung des Bimetallstreifens 20 von der Heizspule 21
des Steuerstromkreises wird sich dieser krümmen und schließlich das Kippgewicht 9 derart
verstellen, daß der Behälter 15 um die Achse 17 nach der andern Seite verschwenkt und hierdurch
das Zahnritzel 25 von dem Zahnrad 23 des Zählwerkes 26 entkuppelt und mit dem Zahnrad 24 des Zählwerkes 27 gekuppelt wird.
Bei Unterbrechung des Steuerstromkreises wird durch die eintretende Abkühlung des Behälterraumes
der Bimetallstreifen 20 wieder gestreckt, so daß ein Verschwenken des Behälters 15 um
die Achse 17 nach der andern Seite erfolgt. Eine erhöhte Umschaltwirkung kann auch noch
durch Vorsehung einer besonderen Kippfeder 28 erzielt werden, die einerseits an dem Organ 18
des Behälters 15 und anderseits an einem festen Punkt 29 befestigt ist. Sobald die Kippfeder 28
über ihre Totpunktlage gelangt, wird der Behalter 15 außer durch die Wirkung des Kippgewichtes
9 auch noch durch den Zug der Feder 28 in die eine oder andere Umschaltstellung gebracht.
·
Nach Fig. 5 wird die Bimetallanordnung von zwei Bimetallscheiben 30,31 gebildet, die an
einem an dem Behälter 15 befestigten Organ 34 sitzen. Sieht man hier von einer Erwärmung
der Bimetallscheiben 30,31 durch eine besondere
Heizspule 21 ab, so können diese, wie im vorliegenden Falle, gleichzeitig als Elektroden
für die Erzeugung einer Glimmentladung Benutzung finden. Die beiden Bimetallscheiben
30, 31 steuern "einen mit einem Schwunggewicht 32 versehenen, um einen Teil 19 des Behälters
15 verschwenkbaren Kipphebel 33. An der oberen Stirnseite des Behälters 15 sitzt
wiederum ein Steuerarm 22, der das abwechselnd mit den Zahnrädern 23, 24 der Zählwerke 26, 27
in Eingriff gebrachte Zahnritzel 25 trägt.
Bei durch Schließen des Steuerstromkreises auftretender Glimmentladung werden die beiden
Bimetallscheiben 30, 31 durch die Erwärmung gestreckt. Die Bimetallscheiben 30, 31 schnappen
dann nach Streckung über ihre Totpunktlagen plötzlich nach der andern Seite um. Hierdurch wird der Kipphebel 33 ebenfalls nach
der andern Seite geschleudert, und die hierbei eintretende Verstellung des Kippgewichtes 22
bewirkt eine Verschwenkung des Behälters 15 um die Achse 17 nach links. Das Zahnritzel 25
wird dann von dem Zahnrad 24 des Zählwerkes 27 entkuppelt und mit dem Zahnrad 23 des
Zählwerkes 26 gekuppelt. Soll nun zu einer andern Tarifzeit wieder ein Einschalten der
Zählwerke erfolgen, so wird der Steuerstromkreis durch die Schaltuhr unterbrochen. Durch
die darauf einsetzende Abkühlung der Bimetallscheiben 30, 31 wird dann wieder ein Umschalten
des Zahnritzels 25 von dem Zählwerk 26 auf das Zählwerk 27 in der bereits beschriebenen
Weise vorgenommen.
Die Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform, bei der durch die Rechtsverschwenkung des Behälters
ein Schrittschaltklinkwerk für die Ausführung bestimmter Arbeitsvorgänge, beispielsweise
für die Fernsteuerung elektrischer Nebenuhren oder für den Aufzug von Uhren, betätigt
wird. Zu diesem Zweck sitzt an dem Organ i8 des Behälters 15 eine Fortschaltklinke 35, die in
einen Zahn eines Klinkenrades 36 eingreift.
Auch ist in dieser Figur eine weitere Ausführung einer Bimetallanordnung zur Darstellung gebracht;
diese enthält wiederum zwei an dem Trägerteil 34 befestigte Bimetallscheiben 30, 31,
die an besonderen Teilen 37, 38 Gewichte 8, 9 tragen. An den'Gewichten 8, 9 sitzen Schrauben
39, 40, von denen die eine über einen Leitungsdraht mit dem außen an dem Behälter be-'
festigten Kontakt 41 und die andere über den Leitungsdraht mit der Anschlußklemme 42 verbundenist.
Der Anschluß der Netzleitung erfolgt an die Klemmen 42, 43.
Bei Schließung des Steuerstromkreises werden nun durch die Glimmentladung die beiden Bimetallscheiben
30, 31 gestreckt und nach Überschreitung ihrer Totpunktlage schließlich nach
der rechten Seite umschnappen. Durch die infolge der'Lagenverstellung der Gewichte 8, 9
bewirkte Verschwenkung wird die in einen Zahn • des Zahnrades 36 eingreifende Fortschaltklinke
35 das Zahnrad 36 um einen kleinen Winkel verdrehen. Gleichzeitig wird bei Verschwenkung
des Schalters 15 durch die Trennung der Kontakte 41,44 der Steuerstromkreis unterbrochen.
Die sich darum wieder abkühlenden Bimetallscheiben 30, 31 schnappen daher nach
kurzer Zeit wieder nach links, wodurch infolge der Verstellung der Gewichte 8, 9 der Behälter
15 aufs neue nach links verschwenkt wird. Bei
■ dieser Linksverschwenkung gleitet dann die Klinke 35 lose über die Zähne des Zahnrades 36.
Um hierbei ein Mitnehmen des Zahnrades 36 von der Fortschaltklinke 35 beim Rückwärtsgang
mit Sicherheit zu verhindern, kann eine besondere, nicht eingezeichnete Rücksperrklinke
mit dem Zahnrad 36 zum Eingriff gebracht werden. Diese Rückwärtsbewegung kann fernerhin
auch noch für die Ausführung eines anderen Vorganges nutzbar gemacht werden. Nach
Rückverschwenkung des Behälters in die linke extreme Stellung stehen die beiden Kontakte
41, 44 wieder miteinander in Eingriff, so daß, wenn der Steuerstromkreis an der Steuerstelle
noch geschlossen gehalten wird, der Vorgang sich in der bereits beschriebenen Weise von
neuem abspielt.
'Es sei noch bemerkt, daß eine feste Leitungsverbindung
zwischen den äußeren Anschlußklemmen und den im Behälterraum befindlichen Anschlüssen nicht unbedingt erforderlich ist.
In der Fig. 7 ist beispielsweise eine Kontaktanordnung
dargestellt, bei der außen am Behälter 15 zwei Kontakte 45, 45' vorgesehen sind,
die mit je einem Kontaktpaar 47, 48 bzw. 47', 48' zusammen arbeiten. Die Bimetallscheiben
30, 31 sind nun während der Verschwenkungen des Behälters 15 von dem Steuerstromkreis vollkommen
abgeschaltet, dagegen in den beiden Endstellungen immer mit je einem Kontakt der
beiden Kontaktpaare 47, 48 und 47', 48' in Verbindung. Durch eine derartige Kontaktanordnung
wird also auf einfache Weise eine Verschwenkung des Behälters ohne Behinderung von Leitungsdrähten erzielt.
Abgesehen von der einfachen Bauart besitzt die Bimetallsteuerung eine Reihe von Vorteilen.
Durch die Kippwirkung der von der Bimetallanordnung gesteuerten Kippgewichte wird nämlich
erreicht, daß auf die die Ausführung des Arbeitsvorgangs ausübende Einrichtung nicht,
wie es bei den meist bekannten Bimetall-Steuerungen der Fall ist, eine schleichende Bewegung,
sondern eine Schnellbewegung ausgeübt wird. Dies ist insbesondere dann von ausschlaggebender
Bedeutung, wenn es sich um die Steuerung von Kontaktvorrichtungen handelt. Die Bimetallsteuerungen mit nur schleichender
Schaltbewegung gestatten lediglich die Schaltung verhältnismäßig geringerer Ströme. Für
elektrisch beheizte Geräte, wie Kochgefäße, ■ elektrische öfen und ähnliche, eine hohe Wattaufnahme
besitzende Apparate, sind diese Bi-• metällsteuerungen nicht anwendbar, da bei den
hohen Schaltleistungen die Kontakte sehr schnell verschmoren. Mit der neuen Einrichtung
wird nun erreicht, daß das selbsttätige Ein- und Ausschalten stets durch eine Schnellbewegung
erfolgt, so daß auch Stromkreise mit höheren Stromstärken betriebssicher geschaltet werden
können.
Da fernerhin die Kontaktvorrichtung der Bimetallschaltvorrichtung gänzlich außerhall)
des Gehäuses liegt, das die Bimetallanordnung umschließt, sind die Kontakte zu jeder Zeit ohne
weiteres zugänglich, so daß Nachstellungen leicht vorgenommen werden können. Auch ist
beim Unbrauchbarwerden der Kontaktvorrichtung leicht ein Ersatz dieser Vorrichtung möglich,
ohne daß gleichzeitig die übrigen Teile der Einrichtung mit ersetzt1 zu werden brauchen.
Hierbei ist zu beachten, daß die Lebensdauer der im Behälter eingeschlossenen Bimetallanordnung
nahezu unbegrenzt ist, denn Alterserscheinungen der Bimetallanordnung spielen so gut wie gar keine Rolle. Demnach wird also
durch die Erfindung eine Bimetallschaltvorrichtung geschaffen, die einmal den gleichen
Vorteil aufweist, den auch die übrigen in ein Vakuumgefäß eingebauten Bimetallkontaktvorrichtungen
besitzen, und zum andern , den äußerst wichtigen Vorteil aufweist, daß die Kontaktvorrichtung leicht zugänglich ist.
Ein weiterer nicht unwesentlicher Vorteil der
erfindungsgemäßen Einrichtung ist, daß durch die besonderen elektrischen Heizsysteme eine
starke und schnelle Erwärmung der Bimetallanordnung ohne Verwendung eines besonderen
Transformators erfolgt, wodurch eine bedeutende Verbilligung und Platzersparnis der Bimetallsteuerungen
ermöglicht wird. Durch die neue Bimetalleinrichtung entstehen fernerhin keine magnetischen Felder, was beispielsweise
ίο die Anwendung im Elektrizitätszählerbau als
sehr günstig erscheinen läßt. Bezüglich der Vorteile der Nutzbarmachung von Glimmentladungen
zum Erwärmen der Bimetallanordnung sei noch bemerkt, daß sich besondere Heizspiralcn
erübrigen. Da Teile der Bimetallanordnung, etwa Bimetallspiralen, zugleich als Elektroden Benutzung finden, wird ein äußerst
einfacher, gedrängter und billiger Aufbau der Gesamtapparatur erreicht.
Es sind natürlich auch noch andere Ausführungsmöglichkeiten von Einrichtungen als
die hier aufgezählten denkbar. Auch bestehen eine Reihe von Kombinationsmöglichkeiten der
in der Zeichnung dargestellten Ausführungen.
So können beispielsweise die aus den Fig. 4 bis 6 ersichtlichen Bimetallanordnungen auch in
. einem Behälter untergebracht werden, der entsprechend dem Behälter der Fig. 1 bis 3 drehbar
gelagert und ausgebildet ist. Auch kann wiederum umgekehrt die Bimetallanordnung der
Fig. ι ohne weiteres bei einem nach den Fig. 4 bis 6 ausgebildeten Behälter zur Anwendung gebracht
werden. Ferner können auch die in den Fig. ι und 2 dargestellten Bimetalleinrichtungen
zur Erzielung eines erhöhten Wirkungsgrades eine Kippfeder entsprechend der Fig. 4
aufweisen. Im Bedarfsfalle können auch wie in Fig. 4 die in den Fig. 1, 2 und 5 bis 7 dargestellten
Behälter mit einem Wärmeisolicrmantcl versehen werden.
Claims (6)
1. Einrichtung zur Ausführung von Arbeitsvorgängen, insbesondere Fernschaltvorgängen,
mit in einem hermetisch abgeschlossenen Behälter befindlicher Bimetallanordnung,
dadurch gekennzeichnet, daß außerhalb des Behälters befindliche Schaltorgane durch von der Bimetallanordnung bewirkte
Lagenveränderungen dieses Behälters gesteuert werden.
2. Einrichtung nach Anspruch 1 mit einem um eine Achse schwenkbar angeordneten,
hermetisch abgeschlossenen Behälter, gekennzeichnet durch ein von der Bimetallanordnung
beeinflußtes Kippgewicht und Mittel zum Übertragen der Kippbewegung auf die zum Ausführen der Arbeitsvorgänge
dienenden Schaltorgane.
3. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch die Anordnung
des Kippgewichts im Innern des hermetisch abgeschlossenen Behälters.
4. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3]
dadurch gekennzeichnet, daß das Kippgewicht an einem unmittelbar von der Bimetallanordnung
bewegten Kipphebel sitzt.
5. Einrichtung nach den Ansprüchen .1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bimetallanordnung
wenigstens eine Bimetallspirale enthält, deren inneres Ende mit einem am hermetisch· abgeschlossenen Behälter befestigten
Teil verbunden ist und deren äußeres Ende das Kippgewicht steuert.
6. Einrichtung nach Anspruch 1 oder den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Erwärmung der Bimetallanordnung durch Glimmentladungen erfolgt und wenigstens
eine Elektrode des Glimmentladungssystems von einem Teil der Bimetallanordnung selbst gebildet wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH592080X | 1930-02-18 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE592080C true DE592080C (de) | 1934-02-01 |
Family
ID=4522206
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930592080D Expired DE592080C (de) | 1930-02-18 | 1930-04-08 | Einrichtung zur Ausfuehrung von Arbeitsvorgaengen, insbesondere Fernschaltvorgaengen, mit in einem hermetisch abgeschlossenen Behaelter befindlicher Bimetallanordnung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE592080C (de) |
-
1930
- 1930-04-08 DE DE1930592080D patent/DE592080C/de not_active Expired
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