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Ölkanne Die Erfindung betrifft eine Ölkanne, deren Betätigung mit
nur einer Hand erfolgt, die sich nach der Benutzung selbsttätig wieder schließt
und die insbesondere zum Fetten und Reinigen von Gewehren usw. dienen soll.
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Es sind bereits Ölkannen bekanntgeworden, die sich mit nur einer Hand
öffnen lassen und nach der Benutzung wieder selbsttätig schließen, auch solche dieser
Art, bei denen an der Auslauftülle ein Ventil angeordnet ist, das mit einem auf
der Tülle geführten Schieber verbunden ist.
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Diese bekannten Ölkannen eignen sich aber nicht zum Fetten und Reinigen
von Gewehren, da sie sich wegen ihrer Bauart nicht so leicht und bequem verpacken
lassen und ihre Ausflußöffnung sich leicht verstopft.
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Demgegenüber wird die Erfindung darin gesehen, daß das obere Ende
der zylindrisch geformten Kanne als ein nach außen geschlossener Kopf gestaltet
ist, der zusammen mit einem den oberen Flaschenhals umgebenden und unter Federdruck
stehenden Schieber als Ventil ausgebildet ist und seitliche, zu den Ventilflächen
führende Durchbohrungen besitzt. Hierdurch wird der Vorteil erreicht, daß die Ölkanne
nach außen für gewöhnlich stets geschlossen ist, ihr Öffnen sich aber trotzdem leicht
mit nur einer Hand erreichen läßt, und die Kanne sich nach der Benutzung wieder
selbsttätig schließt. Ein Verstopfen der Ausflußöffnung ist daher bei der Ölkanne
nach der Erfindung nicht möglich, selbst wenn die Ölkanne in den Sand u. dgl. fällt.
Dieser Vorteil ist aber besonders wichtig für Ölkannen, die von Jägern usw. draußen
in Flur und Feld zum Reinigen und Fetten ihrer Gewehre benutzt werden sollen und
bei denen die Möglichkeit natürlich besteht, daß sie leicht mal in den Schmutz o.
dgl. fallen: In der Zeichnung ist die Erfindung schematisch und beispielsweise dargestellt.
Die Abbildung zeigt einen Längsschnitt durch die Kanne.
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a ist der unten offene Behälter für die Flüssigkeit (Öl o.
dgl.), der zu einer dünnen Röhre b ausgebildet ist, die oben durch einen Kopf c
verschlossen ist, in dessen kegelförmig gestaltetem Teil mehrere Durchbohrungen
d angebracht sind. Um die Röhre b ist ein hohler, verschiebbarer Körper g vorgesehen,
der oben in gleiclier Weise wie der obere Teil der Röhre b kegelförmig so ausgebildet
ist, daß er als Abschlug für die Kanäle d dient. Durch eine zwischen dem Körper
g und der Röhre b angebrachte _ Feder f wird für gewöhnlich ein dichter Verschluß
der Kanäle d und damit der Ölkanne erreicht. Am unteren Ende besitzt der hohle Körper
einen Ansatz h. Der Ölbehälter a hat am Boden einen abschraubbaren Verschluß i,
der an den Seiten Lufteinlaßöffnungen k besitzt. Wie aus der Abbildung ersichtlich
ist, hat der abschraubbare Verschluß einen verschiebbaren Boden 1, an dem eine Spindel
m befestigt ist, die oben als Ventilkegel ausgebildet ist. In der Höhe des Ventilkegels
besitzt der abschraubbare Verschluß i eine Wand o, die mit einem Ventilsitz versehen
ist. Zwischen der festen Wand o und dem beweglichen Boden 1 ist eine Spiralfeder
P angeordnet,
die für gewöhnlich den Ventilkegel gegen den Ventilsitz
drückt und damit die Kanne verschlossen hält. Oberhalb der festen Wand o ist im
Innern des Verschlusses ein Dichtungsring n vorgesehen.
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Auf diese Weise ist die Füllschraube zugleich als Lufteinlaßventil
ausgebildet und damit die Bauart der Ölkanne bedeutend vereinfacht.
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Die Benutzung der Ölkanne geschieht nun wie folgt: Das Füllen der
Ölkanne erfolgt nach Abschrauben der Füllschraube, d. h. des unteren Verschlusses.
Soll mit der so gefüllten Ölkanne der zum Reinigen des Gewehrlaufes zu benutzendeWergpfropfen
des Putzstockes mitÖl getränkt werden, so legt man, während der Wergpfropfen mit
der linken Hand gehalten wird, zwei Finger der rechten Hand um den Schieberg gegen
den Ansatz h und die Spitze des Daumens gegen den beweglichen Boden l der Kanne.
Der Kopf c wird abwärts geneigt und an den zu fettenden Gegenstand gebracht. Drückt
man mit dem Daumen gegen den Boden l und zieht zugleich mit den beiden Fingern den
Schieber g zurück, so öffnet sich das Ventil, so daß Luft von außen in das Innere
der Flasche strömen kann; zugleich öffnen sich die Kanäle d, so daß das Öl über
das mit der anderen Hand gehaltene Werg gestrichen werden kann. Sobald man mit dem
Drücken und Ziehen mittels der Finger nachläßt oder die Kanne fortlegt, ist die
Kanne ohne weiteres fest geschlossen.
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Man braucht daher bei der neuen Kanne nicht mehr daragf zu achten,
ob die Kanne senkrecht steht oder ob der Verschluß auch gutverschlossen ist.
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Statt aus mehreren Teilen kann die Ölkanne auch aus einem Stück hergestellt
werden. Ebenso kann der Verschlußdeckel statt durch Gewinde durch irgendeine andere
Befestigungsart, z. B. Bajonettverschluß, mit dem Behälter verbunden werden. Durch
ein mehr oder weniger weites Öffnen und Schließen der Ventile kann der Abfluß der
Flüssigkeit beliebig geregelt werden. An Stelle der festen Ventilkegel können auch
andere Dichtungen, wie z. B. Leder, Vulkanfieber u. dgl., verwendet werden.
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Da der Kopf c und der Rand derFüllschraube i vor dem Schieber g bzw.
dem Boden l vorstehen, bietet diese Ölkanne Sicherheit dafür, daß ein zufälliges
Öffnen der Ventile durch Erschütterungen oder durch das eigene Gewicht der Ölkanne
nicht erfolgen kann.
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Da bei der neuen Ölkanne das Ausströmventil für die Flüssigkeit und
das Lufteinlaßventil nicht durch ein Gestänge fest miteinander verbunden sind, sondern
örtlich vollkommen voneinander getrennt sind, so bleiben die Ventile unbeeinflußt
von Temperaturschwankungen, und es wird stets ein sicherer Verschluß der' Ventile
ohne weiteres gewährleistet.
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Ein Vorteil der neuen Ölkanne besteht auch noch darin, daß sie sich
wegen ihrer zylindrischen Form leicht verpacken läßt und daß ihre Herstellung, weil
sie nur aus wenigen und dauerhaften Teileji besteht, billig ist, was für solche
Ölkannen besonders wichtig ist. Die Kanne kann aus Blech, Messing oder sonst geeignetem
Material hergestellt werden.