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Verfahren und Gerät zur Bestimmung des Durchmessers von Körpern mit
gekrümmter Oberfläche mit Hilfe von Interferenzerscheinungen Urn den Durchmesser
eines Körpers mit gekrümmter Oberfläche genau zu bestimmen, hat man diesen Körper
einseitig beleuchtet und mit Hilfe eines Feinmeßgerätes die Breite des von dein
Körper erzeugten Schattens gemessen. Wegen der Unsicherheit bei der Einstellung
eines Meßgeräts auf eine Schattengrenze erzielt man mit diesem Verfahren Ergebnisse,
die hohen Ansprüchen an Genauigkeit nicht genügen können. Man hat deshalb in der
Meßebene finit scharfen Meßkanten (Schneiden) versehene Meßlineale an den Körper
angelegt und den Abstand entweder der zwischen den Linealen und dein Körper entstehenden
feinen Lichtspalte oder zweier auf den Linealen angegebenen, in bekanntem Abstande
zu den Meßkanten parallelen Geraden gemessen. Dieses Verfahren erfordert geschicktes,
nur durch längere Übung erlernbares Anlegen der Meßkanten. Diese werden im Gebrauche
bald abgenutzt und dadurch ungerade, wodurch sich auch der Abstand der zu den Meßkanten
parallelen Geraden ändern würde.
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Das neue Verfahren ist zur Durchführung einer verhältnismäßig genauen
Bestimmung des Durchmessers beliebig geformter Körper mit gekrümmter Oberfläche
geeignet. Es besteht darin, daß man die Oberfläche des Körpers an einem Ende des
zu messenden Durchinessers durch ein Lichtbündel, dessen Ciffnungsverhältnis nicht
größer als i ::2o ist und zweckmäßig noch wesentlich kleiner gewählt wird, streifend
beleuchtet und damit ein System von Interferenzstreifen erzeugt und ein zweites
Svstem von Interferenzstreifen durch ein zum genannten Lichtbündel paralleles Lichtbündel
mit gleichfalls kleinem Öffnungswinkel an der Oberfläche des Körpers am anderen
Ende des zu messenden Durchmessers erzeugt, daß man -ferner den Abstand eines der
Interferenzstreifen des einen Systems von einem Interferenzstreifen des andern Systems
mit Hilfe einer Feinmeßvorrichtung mißt, und daß man schließlich die gemessene Größe
um die Summe der rechnerisch bestimmten Abstände der zur Messung benutzten Interferenzstreifen
von der Oberfläche des Körpers vermindert. Die, Interferenzerscheinungen in der
Meßebene entstehen'dadurch, daß Lichtstrahlen, die an dem Körper soeben noch vorbeigehen,
ohne ihn zu treffen, mit solchen Lichtstrahlen interferieren, die vor der Meßebene
auf den Körper aufgetroffen und an dessen Oberfläche gespiegelt worden sind. Die
Interferenzstreifen zeigen die bekannten schwarzen Auslösungsstreifen, die man zweckmäßig
zur Messung benutzt und deren Abstand von der Oberfläche des Körpers aus der Wellenlänge
des Lichtes und dem Krümmungsradius an der Meßstelle berechnet werden kann.
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Beschränken sich die Messungen auf Körper mit einer Oberfläche, deren
Krümmungsverhältnisse
einfachen Gesetzen gehorchen, also beispielsweise
auf Kreiszylinder, elliptische Zylinder, Schraubenflächen u. dgl., dann erübrigt
sich die Ausführung einer Rechnung neben der Messung überhaupt, wenn Tabellen zur
Verfügung stehen, welche die gegenseitige Abhängigkeit der in Betracht kommenden
Größen wiedergeben. Diese Tabellen können Geräten beigegeben werden, die zur Ausführung
des Verfahrens geeignet sind. Sie beruhen auf der an Hand der Abb. ia herzuleitenden
Grundlage.
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In der Abb. ia ist der Querschnitt eines Zylinders, eine Kreisfläche
k, dargestellt, dessen Durchmesser nach dem neuen Verfahren bestimmt werden soll.
Der Zylinder wird durch ein Bündel paralleler Strahlen l streifend beleuchtet. Die
Meßebene schneidet die Zeichenebene in einer Geraden na, auf welcher der Mittelpunkt
11 des Kreises k liegt und die auf den Strahlen l senkrecht steht. Einer der Strahlen,
1i, fällt in einem Punkte P des Umfanges des Kreises k ein und wird hier reflektiert,
so daß er die Geradem im Punkte A trifft. In diesem Punkte interferiert der Strahl
1i mit einem Strahle h des Lichtbündels, welcher die Kreisfläche k nicht trifft.
In Abb. ia ist ferner eine zu den Lichtstrahlen L senkrechte Ebene durch ihre Spur
w angegeben. Diese Ebene stellt die sogenannte Wellenfront dar, also eine Ebene,
die das Lichtbündel vor dem Einfall auf dem Kreisumfange schneidet und die dadurch
ausgezeichnet ist, daß sie von phasengleich schwingenden Lichtwellen getroffen wird.
Aus allen in Betracht kommenden Ebenen ist diejenige ausgewählt, deren Spur
w im Schnittpunkte B
des Strahles 1, mit dem über P hinaus verlängerten
Krümmungsradius r der Kreisfläche k getroffen wird. Die Spur w schneidet
den Strahl h im Punkte C.
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Zur Vereinfachung der Rechnung werden folgende Bezeichnungen eingeführt:
äAMP=a, ZMPA 11P = r, GP= a, PA = b, BA =-- c,
BA-CP111A-r_-x.
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Die Wellenlänge des Lichtes wird ferner mit A, bezeichnet; n ist ein
beliebiger echter oder unechter Bruch. Da die Weglängen der beiden Strahlen
h und l.; von der Wellenfront w bis zum Punkte A sich um einen Bruchteil
oder ein Vielfaches der Wellenlänge 2. unterscheiden, besteht die Beziehung a+b-c-nA.
(i) Aus dem Reflexionsgesetze folgt ferner: ß - gd' + a. (2) Es ist, wie aus Abb.
ia ohne weiteres ersichtlich ist, ÄAPB - go°-a, also ÄABP - go°-a und ,4PAB
= 2a
Das bedeutet, daß das Dreieck PA B gleichschenklig ist, also b
- c . (3) Weiterhin ergibt sich ÄMAP __-_ 90°--2a. Es folgt aus Gleichung (3)
c -_ (r -i- x) tga (4) und aus Gleichung (i) a = n A.
. (5)
Da aber d - r sin a , (6)
ferner aus den Gleichungen (3),
(4) und (5) folgt, daß
und sich bei Anwendung des Simissatzes im Dreiecke MPA ergibt:
so ist
und
Die Gleichung (9) ergibt die Beziehung zwischen r und a bei gegebenem ziJ,
die Gleichung (io) diejenige zwischen r und a in Anhängigkeit von x. Um die Beziehung
zwischen x und r zu erhalten, müßte a aus beiden Gleichungen
eliminiert werden. Das ist jedoch nur durch Annäherungsverfahren möglich. Die Größe
ni. hängt bezüglich 7, von der benutzten Lichtquelle, bezüglich ia von der Stelle
der Interferenzen in der Meßebene ab, die zur Messung benutzt werden soll. Findet
die Messung bei weißem Lichte statt, wie es meist der Fall sein wird, so setzt man
eine mittlere Wellenlänge innerhalb des sichtbaren Spektrums für 7 ein. Man kann
dies unbedenklich tun, da. die Fehler, die durch falsche Wahl -der Wellenlänge hervorgerufen
werden, unterhalb der Grenze der Meßgenauigkeit liegen. Der Faktor n wird
so,
gewählt, daß er einem Minimum der Interferenzen entspricht, d. h. so, daß die Phasenverschiebung
der beiden miteinander interferierenden Strahlen 1/2 A, beträgt. Der reflektierte
Strahl 1, erleidet an der Reflexionsstelle P erfahrungsgemäß bei fast streifender
Reflexion einen Phasensprung von 1/2 A., unabhängig von der Art des reflektierenden
Stoffes. Da die Minima der Interferenzen höherer Ordnung wegen der Vielheit der
Wellenlängen bei weißem Lichte sehr undeutlich sind, kommt nur das Minimum erster
Ordnung für die Messung in Frage. Für dieses Minimum beträgt die Wegdifferenz der
beiden Strahlen h und h wegen einer Phasenverschiebung 1/2 A und eines Phasensprungs
1/2 Z nach Vorstehendem 1/2A, + 1/2.1= Es ist also für die Meßstelle n - i.
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Man stellt zunächst mit Hilfe der Gleichung (9) eine Tabelle auf,
deren Kolonnen die Werte von a und die dazugehörigen Werte von r enthalten. In einer
zweiten mit Hilfe der Gleichung (io) aufgestellten Tabelle wird der zu jedem Wertepaar
von y und a gehörige Wert von x eingetragen. Aus beiden Tabellen kann nun eine dritte
Tabelle zusammengestellt werden, welche die gesuchte Abhängigkeit der Werte
x und r darstellt und die, wie aus vorstehender Ableitung hervorgeht,
frei von Vernachlässigungen sein muß, welche die Meßgenauigkeit überschreiten.
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Bei dem neuen Verfahren ist es im allgemeinen gleichgültig, welche
Ouerschnittsform die zu messenden Körper haben; die Krümmungsradien der Oberfläche
an den Enden des gemessenen Durchmessers können verschieden groß sein. In den weitaus
häufigsten Fällen werden diese Krümmungsradien allerdings gleich groß sein, wie
beispielsweise bei der Messung des Durchmessers eines Umdrehungskörpers oder der
Flanken eines Gewindes. In diesen Fällen kann man das Verfahren dadurch vereinfachen,
daß man den Abstand zweier Interferenzstreifen gleicher Ordnung der beiden Systeme
mißt, die gleich weit von der Oberfläche des Körpers entfernt sind, und daß man
dann die gemessene Größe um den doppelten Abstand des einen dieser Streifen von
der Oberfläche des Körpers vermindert.
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Bei der Messung von Umdrehungskörpern kann man sich mit Vorteil gleichfalls
einer Tabelle bedienen, aus welcher man zu jedem gemessenen Werte den gesuchten
Durchmesser des Körpers-ablesen kann. Diese Tabelle beruht darauf, daß der gemessene
Wert in der Beziehungsweise der Abb: ia der Größe 2 r -f- 2 x entspricht,
während der gesuchte Wert 2 r ist. Die Tabelle ist daher so aufzustellen, daß die
eine Kolonne die Werte 2 r enthält, während in der anderen Kolonne unter Zuhilfenahme
der früher beschriebenen Tabellen die zu jedem Werte von. 2 r gehörigen Werte 2
r +:2 x einzutragen sind. Zur Messung der Flankendurchmesser von Gewinden läßt sich
in ähnlicher Weise eine Beziehung ableiten zwischen der gemessenen Größe, den Krümmungsradien
und Abständen sowie den Flankendurchmessern. Auch hierbei kann man schließlich eine
Tabelle aufstellen, welche für bestimmte Gewindearten die gemessenen Werte und die
dazugehörigen gesuchten Werte angibt. Während es zur Messung des Durchmessers vonUmdrehungskörpern
im allgemeinen genügt, eine strichförmige Meßmarlce zu benutzen, die parallel zur
Umdrehungsachse des Körpers angeordnet ist, empfiehlt sich, für die Messung der
Flankendurchmesser an Gewinden eine Marke anzuwenden, die einen Punkt des Gesichtsfeldes
bezeichnet, wenn man nicht von einer entsprechend der Neigung der Gewindeflanken
einstellbaren Strichmarke Gebrauch machen will. Bei Körpern mit unregelmäßigem Verlaufe
der Krümmungsverhältnisse des Querschnittsumfanges genügt es, den Krümmungsradius
der Meßstelle mit demjenigen Genauigkeitsgrade zu ermitteln und in die Gleichungen
einzusetzen, den eine mit mechanischen Mitteln durchgeführte Messung ergibt.
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Das neue Verfahren wird besonders einfach, wenn man die der Messung
zugrunde zu legenden Interferenzstreifen der beiden Systeme durch den Körper streifende
Strahlen desselben Lichtbündels nacheinander am gleichen Orte erzeugt, indem man
den Körper in Richtung des zu messenden Durchmessers gegenüber dem Lichtbündel verschiebt
und bei der Berechnung des Durchmessers von der Größe dieser Verschiebung ausgeht.
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Zur Ausübung des Verfahrens empfiehlt es sich, ein Gerät zu benutzen,
welches mit einer Lagervorrichtung für den zu messenden Körper, einer Beleuchtungsvorrichtung
und einem Mikroskop mit einer Meßmarke ausgestattet ist, die in einer Richtung gegenüber
der Lagervorrichtung verschieblich ist. Derartige Geräte sind bereits bekannt und
entweder mit einem verschieblichen- Mikroskop mit fester Meßmarke, die dann in der
Regel die optische Achse bezeichnet, oder mit einem festen Mikroskop mit verschieblicher
Meßmarke oder schließlich mit einem zum Zwecke der Grobmessung verschieblichen Mikroskop
und einer zum Zwecke der Feinmessung außerdem verschieblichen Meßmarke versehen.
Auch kann umgekehrt die Lagervorrichtung gegenüber dem. feststehenden Mikroskop
verschieblich sein. Diese Geräte sind zur Ausübung des neuen Verfahrens erst dann
geeignet, wenn man sie mit einem
Mikroskop mit verhältnismäßig starker,
also beispiels«#eise wenigstens vierzigfacher Vergrößerung und mit einer Beleuchtungsvorrichtung
ausrüstet, die ein Lichtbündel mit verhältnismäßig kleinem Öffnungswinkel aussendet,
dessen Richtung der Achse des Mikroskops ungefähr parallel ist und die Verschiebungsrichtung
der Meßmarke gegenüber der Lagervorrichtung ungefähr rechtwinklig schneidet.
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Das ausgesandte Lichtbündel kann in bekannter Weise durch einen Kollimator
erzeugt sein, bei dem eine von einer Seite beleuchtete Blende in der Brennebene
einer sammelnden Linse angebracht ist. Das Bündel würde dann parallelstrahlig sein,
wenn die als Lichtquelle im engeren Sinne dienende beleuchtete Blendenöffnung nur
auf den Brennpunkt der Linse beschränkt wäre. Da das jedoch praktisch nicht ausführbar
ist, wird man wenigstens die Blendenöffnung als sehr kleine Kreisfläche oder als
schmalen Spalt ausführen, damit die Apertur des vom Kollimator ausgesandten Lichtbündels
mindestens in dem in Betracht kommenden Längsschnitte einen genügend kleinen Wert
hat, um deutlich erkennbare und genügend scharf begrenzte Interferenzstreifen zu
ergeben, während bei größerer Apertur des Lichtbündels wegen des Einfalls verschieden
gerichteter Beleuchtungsstrahlen auf die beleuchteten Punkte der Oberfläche des
Körpers, die sich nach der Spiegelung an dieser Oberfläche überlagern, die Interferenzerscheinungen
mehr oder weniger verschwimmen und gegebenenfalls ganz verschwinden.
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In der Zeichnung sind außer der bereits erläuterten Abb. ia zwei Ausführungsformen
eines Gerätes zur Ausübung des neuen Verfahrens als Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt. Abb. i zeigt die erste Ausführungsform des Gerätes im Mittelschnitt
im Aufriß, Abb. 2 im Grundriß. In Abb. 3 und 4 sind die im Gesichtsfelde der beiden
Meßmikroskope angebrachten Marken wiedergegeben. Abb.5 stellt die zweite Ausführungforin
des Gerätes im Mittelschnitt im Aufriß dar.
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Das Gerät (Abb. i und 2) hat eine Tischplatte i, die auf vier Füßen
.2 ruht und mit einer Schlittenführung 3 ausgestattet ist. In dieser Schlittenführung
3 ist ein Schlitten mit Hilfe einer Spindel 5 verschieblich. Der Schlitten 4 hat
zwei Bohrungen 6 und 7, die Tischplatte i einen Längsschlitz B. Auf dem Schlitten
4 sind zwei Meßmikroskope 9 und io mit Hilfe von Muffen ii bzw. 12, so befestigt,
daß sie durch die Bohrungen 6 und 7 und den Schlitz 8 nach unten ragen und ihre
Achsen rechtwinklig zur Verschiebungsrichtung des Schlittens 4 stehen. Das Meßmikrosköp
9 hat 6ofache Vergrößerung und ist mit einem Okularschraubenmikrometer
13 ausgestattet, in dessen Gesichtsfeld ein Fadenkreuz 14 in bekannter Weise
verschieblich ist. Im Gesichtsfelde des Mikroskops io ist ein fester Doppelfaden
15 angebracht.
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Die vier Füße 2 sind durch eine stufenförmig ausgebildete Stützplatte
16 verbunden. Der höher gelegene Teil dieser Stützplatte 16 trägt einen Glasmaßstab
17 mit einer Teilung 18, während der tiefer gelegene Teil nach beiden Seiten verbreitert
und zum. Zwecke der Aufnahme der Prüflinge, beispielsweise des gestrichelt angegebenen
Zylinders i9, mit zwei Lagerböcken 2o versehen ist, in denen spitz auslaufende Bolzen
2i mittels Schrauben 22 festgeklemmt sind. Die Achse dieser Bolzen 21, die durch
die Verbindungslinie ihrer Spitzen dargestellt wird, liegt rechtwinklig zur Verschiebungsrichtung
des Schlittens 4 sowie zur Achse des Meßmikroskops 9. Im tiefer gelegenen Teile
der Stützplatte 16 ist ein Schlitz 23 angebracht, der parallel zum Schlitze S verläuft.
Die untere Seite dieses Teiles der Stützplatte 16 trägt eine Schlittenführung 24,
in welcher ein Schlitten 25 mit Hilfe einer Spindel 26 parallel zur Verschiebungsrichtung
des Schlittens 4 verschieblich ist. Die Spindeln 5 und 26 tragen je ein Handrad
27 bzw. z8.
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Der Schlitten 25 hat eine Bohrung 29, durch welche das Gehäuse
30 eines Kollimators hindurchragt. Der Kollimator ist mit Hilfe einer Muffe
3 1 so am Schlitten 25 befestigt, daß seine Achse zur Achse des Mikroskops
9 parallel ist. Im Innern des Gehäuses 30 ist eine Glühlampe 32 und eine
mit einem feinen Spalte versehene Blende 33 untergebracht. Der Spalt ist parallel
zur Verbindungslinie der Spitzen der beiden Bolzen 2z und geht durch den Brennpunkt
einer Sammellinse 34.
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Beim Gebrauche des Gerätes ist die Glühlampe 32 durch Anschluß an
einen Stromkreis zum Leuchten zu bringen. Der Kollimator sendet darin, wenigstens
in den in Be-' tracht kommenden, zur Zeichenebene der Abb. i parallelen Ebenen ein
sehr wenig «reit geöffnetes und mit großer Annäherung parallelstrahliges Lichtbündel
nach oben. Er ist durch Drehen des Handrades 28 so einzustellen, daß das ausgesandte
Lichtbündel den Zylinder i9 einseitig streift. Das Mikroskop 9 ist so einzustellen,
daß es eine waagerechte Ebene durch die Spitzen der Bolzen z i scharf abbildet.
Es ist weiterhin mit Hilfe des Handrades 27 so weit zu verschieben, bis die beleuchtete
Kante des Zylinders i9 im mittleren Teile des Gesichtsfeldes des Mikroskops 9 sichtbar
ist. Das Meßmikroskop i o ist so einzustellen, daß die Teilung 18 scharf
abgebildet
wird, worauf man mit Hilfe der Spindel 5 den Schlitten 4 nochmals verschiebt, bis
die mikroskopische Abbildung des dem Doppelfaden 15 zunächst gelegenen Teilstrichs
dieser Teilung 18 genau zwischen den Fäden liegt.
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Im Mikroskop 9 ist nunmehr ein parallel zur beleuchteten Kante des
Zylinders i g verlaufendes System von Interferenzstreifen sichtbar. Das Fadenkreuz
14 im Okularmikrometer 13 wird durch Drehen der Mikrometerschraube auf den ersten
dunklen Streifen eingestellt und'nunmehr die eingestellten Werte der Teilung 18
und des Okularmikrometers 13 abgelesen. Alsdann wird die eben beschriebenen Einstellung
der beiden Schlitten 4 und ä5 und des Fadenkreuzes 14 auf der anderen Seite des
Zylinders 19 zweckmäßig für den entsprechenden Interferenzstreifen wiederholt und
auch die hierbei eingestellten Werte der Teilung 18 und des Okularmikrometers 13
abgelesen. Die Differenz der beiden Ablesungen ergibt den Abstand der beiden je
auf einer Seite des Zylinders 1g gelegenen Interferenzstreifen voneinander. Um den
Durchmesser des Zylinders 1g zu erhalten, ist diese Differenz noch um die Summe
der Abstände der Interferenzstreifen von der Oberfläche des Zylinders 19 um den
doppelten Wert des Abstandes des einen dieser Streifen zu vermindern. Hierzu bedient
man sich einer Tabelle, die zweckmäßig vom Hersteller dem Geräte beigefügt wird
und auf Grund der oben an Hand der Abb. 1a angestellten Überlegungen aufgestellt
ist.
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Das beschriebene Gerät läßt sich in mannigfacher Art konstruktiv umwandeln.
Beispielsweise genügt ein Handrad zur Verschiebung beider Schlitten 4 und 25, wenn
die beiden Spindeln 5 und 26 mit dem gleichen Gewinde versehen sind und miteinander
gekuppelt werden. Sind nur Körper mit verhältnismäßig kleinem Durchmesser zu messen,
dann kann man auch den Kollimator fest in der Stützplatte anbringen, wenn man nur
dafür sorgt, daß das von ihm ausgesandte Lichtbündel in der in Betracht kommenden
Ebene einen Durchmesser hat, der größer als der größte zu messende Durchmesser ist.
In diesem Falle kann man aus dem Lichtbündel zwei Lichtbündel herausblenden, die
den zu messenden Körper beiderseits streifen. Die Messung des Flankendurchmessers
von Gewinden geht in der gleichen Weise vor sich, wie für das Beispiel eines zylindrischen
Körpers beschrieben. Die Interferenzstreifen verlaufen in diesem Falle allerdings
nicht mehr parallel zur Verbindungslinie der Spitzen 21, das Verfahren wird jedoch
dadurch nicht geändert. Unregelmäßig geformte Körper können zum Zwecke der Durchmesserbestimmung
auf die Oberfläche des tiefer gelegenen Teils der Stützplatte 16 aufgelegt werden,
wobei der Kollimator nicht über diese Fläche nach oben hervorragen darf und der
zu bestimmende Durchmesser genau parallel zur Verschiebungsrichtung des Schlittens
4, also waagerecht liegen muß.
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Die zweite Ausführungsform des Gerätes (Abb. 5) hat eine auf vier
Füßen 35 ruhende Tischplatte 36. Die Füße 35 sind durch eine Zwischenplatte 37 verbunden,
die eine Schlittenführung 38 trägt, in welcher ein Schlitten 39 mit Hilfe einer
Spindel 4o und eines Handrades 41 verschieblich ist. Der Schlitten 39 trägt zwei
Lagerböcke 42, in denen mit Spitzen versehene Bolzen 43 mittels Schrauben 44 festgeklemmt
sind, und einen Ansatz in Form eines Tischchens 45, auf dem ein Glasmaßstab 46 befestigt
ist. Unterhalb des Schlittens 39 ist in einer Aussparung 47 der Zwischenplatte 37
mit einer Muffe 48 ein Kollimator 49 befestigt, der dem bei der ersten Ausführungsform
des Gerätes beschriebenen Kollimator 30, 32, 33, 34 gleicht. Über diesem Kollimator
49 ist ein Mikroskop 5o mit 6ofacher Vergrößerung mit Hilfe einer Muffe 51 und über
dem Glasmaßstabe 46 ein mit einem Okularschraubenmikrometer 52, versehenes
Mikroskop 53 mit Hilfe einer Muffe 54 in der Tischplatte 36 befestigt. Das Mikroskop
50 ist wiederum mit einem Fadenkreuz 14 (Abb. 3), das Okularschraubenmikroineter
52 mit einem Doppelfaden 15 (Abb. 4) ausgestattet.
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Beim Gebrauche des Gerätes (Abb. 5) spannt man den zu messenden Körper
55 in die Spitzen der Bolzen 43 ein und verschiebt nach Anschluß des Kollimators
49 an eine Stromquelle den Schlitten 39 mit Hilfe des Handrades 41 und der
Spindel 40 so lange,. bis in dem auf die waagerechte Ebene durch die Spitzen 43
eingestellten Mikroskop So an einer Seite des Körpers 55 die Interferenzstreifen
sichtbar sind. Durch weitere Drehung des Handrades 41 wird alsdann das Fadenkreuz
14 im Mikroskop 5o auf den ersten dunklen Interferenzstreifen eingestellt und der
Doppelstrich 15 im Okularschraubenmikrometer 52 so weit verschoben, bis der diesem
Doppelstrich 15 zunächst gelegene Teilstrich des Glasmaßstabes 46 genau zwischen
den Fäden liegt. Mit dieser Einstellung ist die Lage des zur Messung benutzten Interferenzstreifens
genau bestimmt, und die Einstellung wird für den entsprechenden Interferenzstreifen
auf der gegenüberliegenden Seite des Körpers 55 wiederholt. Aus den bei beiden Einstellungen
abgelesenen Werten der Maßabteilung und des Okularschraubenmikrometers wird die
Entfernung der beiden
Interferenzstreifen voneinander grob und fein
berechnet und die so erhaltene Größe wie bei der ersten Ausführungsform (Abb. i
und 2) des Gerätes vermindert, um den gesuchten Durchmesser zu erhalten.
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Das Verfahren ist ebenso durchführbar, wenn, wie bei der ersten Ausführungsform,
das Okularschraubenmikrometer 52 am Mikroskop 5o angebracht, das Fadenkreuz 14 demnach
verschiebbar und der Doppelfaden 15 fest ist. Beispielsweise könnte das Mikroskop
53 auch an Stelle des Okularmikrometers 52 nebst dein Doppelfaden 15 mit einer im
Gesichtsfelde angebrachtem, zur Teilung des Glaßmaßstabes .46 passenden Noniusteilung
versehen sein. Schließlich ist es auch möglich, den Maßstab q.6 fest, also nicht
mit dem Schlitten 39 verschieblich zu lagern, wobei dann das Ablesemikroskop 53
mit dein Schlitten 39 verschieblich sein muß.