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Zirkel mit Führungsschablone Gegenstand der Erfindung ist ein Zirkel,
mit welchem man alle in Betracht kommen-. den Figuren zeichnen kann, insbesondere
Kreise, Ellipsen, Vielecke, Parabeln u. dgl. Der Zirkel gemäß der vorliegenden Erfindung
zeichnet sich durch saubere Ausführung der gezeichneten Figuren, große Stabilität,
Genauigkeit, Vielseitigkeit, einfache Handhabung und leichte Bedienung aus. Die
besonderen Kennzeichen des Zirkels bestehen darin, daß in der Führungsschiene der
drehbaren Hülse zwei Schlitten gleiten, die durch ein Parallelogramm miteinander
in Verbindung stehen, und daß an dem einen Schlitten das verstellbare und federnd
gelagerte Schreibgerät, am anderen Schlitten der Lenker angeordnet ist, welcher
unter Federwirkung an der auswechselbar angebrachten Schablone entlang läuft.
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Auf der Zeichnung ist der Zirkel in einem Ausführungsbeispiel dargestellt,
und zwar zeigt Abb. i eine Vorderansicht, Abb. 2 eine Draufsicht auf Schnitt A-B.
Abb. 3 bis 7 zeigen Einzelheiten.
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Der Zirkel besitzt einen als Grundplatte dienenden Rahmen i, welcher
zwecks Gewichtserleichterung eine Aussparung ,-q aufweist und an den Enden und in
der Mitte Auflageflächen 3 hat, die wiederum mit Aussparungen 4 versehen sind, um
Gummiplatten 68 aufnehmen zu können, wenn der Zirkel auf empfindliche Gegenstände,
z. B. Kupferplatten, Lithographiestein o. dgl., aufgesetzt werden muß. Auch die
Spitze i i wird dann von einer Gummikappe überdeckt. Im Rahmen i sitzen Stellschrauben
5, mit welchen der Zirkel in seine richtige Lage gebracht werden kann, falls die
Fläche, auf welche der Rahmen i aufgesetzt ist, Unebenheiten aufweist. Auf den Rahmen
sind zwei Füße 6 aufgeschraubt, die wieder einen Bügel 7 tragen. In der Mitte des
Bügels 7 ist die Mittelachse 8 befestigt, auf welcher die mit einem Handrad 9 versehene
Hülse io lose drehbar sitzt. Die Mittelachse 8 endigt unten in die Zirkelspitze
i i, auf welcher eine Hülse 12 befestigt ist. In dieser ist eine Feder
13 untergebracht, auf welcher die Hülse io aufsitzt und bei ihrer axialen
Verschiebung durch Druck auf das Handrad 9 selbsttätig wieder zurückkehrt. Mit der
drehbaren Hülse io ist die Führungsschiene 14 fest verbunden, in welcher ein unterer
Schlitten 15 und ein oberer Schlitten 16 gleiten, und zwar laufen diese Schlitten
auf Kugeln 17, deren Bewegungsbereich durch Stifte 18 begrenzt wird. Auf
einem mit dem unteren Schlitten 15 verbundenen Zapfen i9 sitzt ein Winkel
2o, in dessen Augen 2i ein mit schwächeren Endzapfen 22 versehener Bolzen 23 drehbar
gelagert ist. Letzterer hat ein Ouerloch, in welches ein Stift 24 eingeschoben und
durch eine Schraube 25 festgestellt werden kann. Der Stift 24 trägt die verstellbare
Bleimine 26 oder ist mit der Ziehfeder für Tusche versehen. Zwischen Winkel 2o und
Stift 24 ist eine Blattfeder 27 angebracht, die mit ihrem freien Ende auf
den
Stift 2.4 drückt und durch eine Schraube 28 reguliert werden'kann. Im Winkel. 2-o
sitzt ferner eine als Anschlag dienende Schraube 29, an «,-elchen die Schraube 25
anliegt.
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An dem anderen Schlitten 16 ist der Lenker angebracht, welcher aus
einer feststehenden Stange 30 und .einer hierauf drehbaren Hülse 31 besteht.
Die letztere läuft oben und unten auf Kugeln und ist daher leicht drehbar. Schreibgerät
2.4, 26 und Lenker 30, 31 stehen durch ein Hebelparallelogramm miteinander in folgender
Verbindung Der Zapfen 19 ist nach oben verlängert und an einer Gleitschiene 32 befestigt,
die zwischen den Führungsleisten 33 des Hebels 3.4 verschiebbar lagert und auf Kugeln
läuft, deren Bewegungsbereich durch Stifte in der bereits erwähnten Weise begrenzt
wird. Mit dem Hebel 34 ist ein Hebel 35 durch einen Gelenkzapfen 36 verbunden,
der andrerseits durch einen kurzen Hebel 37 und die Gelenkzapfen 38, 39 mit dem
Schlitzhebel 40 in Verbindung steht. Letzterer ist durch den Gelenkzapfen 4.1 mit
dem Hebel 34 vereinigt. In der Hülse to ist ein Mittelstück 42 eingesetzt, welches
oben und unten auf Kugeln läuft und mit Flächen versehen ist, die dem Längsschlitz
43 des Schlitzhebels 4.o als Führung dienen. Das Mittelstück 4.2 besitzt zur Erzielung
einer besonderen Führung eine Verlängerung .14., während am Schlitzhebel .Io Führungsleisten
45 angebracht sind. Einer Verschiebung des Lenkers 30, 31 entspricht eine gleich
große oder proportionale Verschiebung des Schreibgerätes z4, 26, -wobei sieh beide
Teile in gleicher Weise um die Mittelachse 8 drehen.
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Die beiden Schlitten 15, 16 -werden durch eine Feder 66 auseinandergespreizt,
-wodurch der Lenker 30, 31 stets unter Federdruck an der Schablone anliegt. Diese
Feder 66 kann beliebiger Art sein, insbesondere kann auch eine spiralförmig gewundene
Bandfeder Verwendung finden. Das eine Ende der Feder 66 ist an dem nach unten verlängerten
Lenker 3o, das andere Ende an der Hülse to befestigt.
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Zur zwangsläufigen Verschiebung des Lenkers 30, 31 dient der zweiteilige
Ring 46, ¢7 und die an diesem Ring anbringbare, auswechselbar befestigte Schablone
.I8. Die beiden Ringhälften :I6, 4.7 sitzen drehbar auf feststehenden Zapfen 49,
die in den Füßen 6 herausnehmbar befestigt sind. Die inneren Naben 5o gehören der
einen Ringhälfte 47, die äußeren hTaben 51 der anderen Ringhälfte .I6. An jeder
Ringhälfte ist ein Arm 52 vorhanden, an welchem ein Bügel 53 befestigt ist,
der einen Längsschlitz 54. aufweist, in welchen eine am Gestellbügel7 vorhandene,
mit Mutter versehene Schraube 55 eingreift. Mit Hilfe dieser Schrauben 55 können
die Bügel 53 und somit die Ringhälften 46, 47 in jeder Lage festgestellt
werden. Stößt das Schlitzende der Bügel 53 an den Schrauben 55 an, so sind
die Endstellungen erreicht, und es ist auch die waagerechte Stellung der Ringhälften
d.6, ,47 gewährleistet.
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Im Gestellbügel 7 sitzt ferner eine mit dem Handrad 9 in Berührung
stehende Stellschraube 56, mit -welcher man die Hülse to und damit das Schreibgerät
zur Unterlage passend einstellen kann. Bei waagerechter Stellung der Ringhälften
46, 4.7 wird ein Kreis, bei Schrägstellung derselben eine Ellipse gezeichnet. An
den Bügeln 53 ist auf der einen Seite eine Skala 57 angegeben, -welche die gewünschte
Halbachse der Ellipse anzeigt und nach welcher man die Ringhälften einstellen kann;
die andere Halbachse wird nach einer Skala 57" eingestellt, die an der Führungsschiene
1.1. angebracht ist, während sich der zu dieser Skala gehörige Zeiger 58 am Zapfen
19 befindet. Auch für die Skala 57 der Bügel 153 ist ein Zeiger 59 vorgesehen,
welcher am Gestenbügel 7 angeordnet ist. Auf der anderen Seite der Bügel 53 kann
ferner eine Skala 57b, angebracht sein, welche den Flächeninhalt der Ellipse angibt.
Zum Zeichnen von Vielecken, Parabeln oder sonstigen Figuren -werden Hilfsschablonen
4.8 verwendet, welche auf den Ring 4.6, 47 gelegt und mit diesem lösbar verbunden
werden. Zu diesem Zweck besitzt der Ring 46, 47 einen hochstehenden und etwas nach
innen vorspringenden Rand 6o .sowie einen Knopf 61, während an der Schablöne mehrere
Nuten 62 vorgesehen sind, in welche der Schaft des Knopfes 61 eingreift. Der Schablorenrand
springt in den Rand 6o der Ringhälften .46, .I7 ein. Zum Einbringen und Herausnehmen
der Schablone ist zum Durchgang der Mittelachse und des Lenkers die Schablone an
einer Stelle, z. B. bei 67, durchschnitten, -wodurch ein genügend weiter Spalt zwischen
den auseinanderklaffenden Schablonenfeilen entsteht. Ferner sind an der Schablone
Knöpfe 63 angebracht. Am Rahmen 1 befinden sich Lappen 64, in denen mit Spitze versehene
Schrauben 65 sitzen.
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Die Handhabung des Zirkels ist folgende: Der Rahmen 1 wird so auf
seine Unterlage gestellt, daß die Spitzen der Schrauben 65 und der Mittelachse 8
auf die gezeichnete Mittellinie kommen. Die Schrauben 5 werden so eingestellt, daß
die Spitze-si der Mittelachse 8 in die Unterlage einsticht: In dieser Stellung berührt
das Schreibgerät 26 die Unterlage noch nicht; und es wird durch Drehen der Schraube
56 die Hülse to mit den daran befindlichen Zirkelteilen so weit nach unten verschoben,
bis das Schreibgerät mit genügendem
Federdruck auf der Unterlage
aufsitzt. Will man eine Ellipse zeichnen, so stellt man zunächst den Zeiger 58 nach
der Skala 57, ein und die beiden Ringhälften 46, 47 nach der auf den Bügeln befindlichen
Skala 57, welche die andere Halbachse anzeigt. Durch Drehen der Hülse io mit den
daran befindlichen Zirkelteilen mittels des Handrades 9 wird dann eine genaue Ellipse
erhalten. Setzt man in die beiden Ringhälften 46, 47 eine Schablone 48 ein, die
beispielsweise ein Sechseck zeigt, so kann man durch Schrägstellung der Ringhälften
Sechsecke zeichnen, die in der einen Richtung verkürzt sind, wie es beispielsweise
bei der Projektion schrägstehender Schraubenmuttern der Fall ist. Bei den Schablonen
48 mit einem Dreieck läßt sich durch Drehung der Schablone und Eingreifen der anderen
Nuten 62 in den Knopf 61 eine Verdrehung der Figuren um einen bestimmten Winkel
erreichen. Auch andere Vielecke können durch Verdrehung der Schablonen 48 verändert
werden. Ebenso wie der Ring 46, 47 können auch die Schablonen 48 in der Mitte geteilt
und durch Scharnier aufklappbar verbunden sein. Will man unterbrochene Linien ziehen,
so dreht man die Schraube 56 zurück und schiebt mittels des Handrades 9 während
dessen Drehung die Hülse io in kurzen Zwischenräumen nach unten, während die Feder
13 die Rückbewegung besorgt. Auch durch Anheben und Gallenlassen des Schreibgerätes
24, 26, leas am besten mittels der Schraube 25 ausgeführt wird, lassen sich unterbrochene
Linien zie-1ien. Bewegt man den Lenker 30, 31 mit der Hand nach innen, so
zeichnet das Schreibgerät nach dem Mittelpunkt der betreffenden Figur gerichtete
radiale Linien. Der Zirkel hat den wesentlichen Vorteil, da13 die Figuren auf eine
bestimmte Stelle gebracht werden können. Durch Verstellung des Schreibgerätes und-
der Schablonen bzw. Ringhälften lassen sich parallel verlaufende Linien erzeugen.