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Schienenrücker mit einem Keil zwischen Schienenkopf und Schienenklammer
Zur Berichtigung der Stoßlücken von Gleisanlagen zum Zwecke, die Stöße eines voreilenden
Schienenstranges wieder einzurichten und wandernde Schienen in ihre ursprüngliche
Lage zurückzutreiben, verwendet man sogenannte Schienenrücker mit einem Keil zwischen
Schienenkopf und Schienenklammer.
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Derartige Schienenrücker müssen vor allen Dingen zwei Anforderungen
erfüllen, indem sie erstens ohne Verwendung besonderer Werkzeuge in kürzester Zeit
auf- und absetzbar sind, so daß die Zugfolge nicht gestört wird, und zweitens, daß
sie das Verrücken der Schienen ermöglichen, ohne daß die Laschenbolzen der Schienen
gelöst zu werden brauchen.
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Man hat nun bereits vorgeschlagen, an den Schienenstößen zwischen
Schienenkopf und Gegenhaltern, die den Schienenkopf von oben umfassen und mittels
starker Bolzen unter den Schienenkopf greifen, je einen Keil einzuschieben und die
beiden Keile durch eine Schraubenspindel mit gegenläufigem Gewinde zusammenzuziehen.
Durch die Klemmwirkung zwischen Keil, Gegenhalter und Schiene erfolgt eine Verbindung
zwischen den einzelnen Teilen, so daß die Möglichkeit besteht, die beiden Schienen
einander zu nähern. Hierbei ist aber Voraussetzung, daß die zu bewegende Schiene
stark gelockert wird, da sonst die Kraft nicht ausreicht, um die Schiene zu bewegen.
Hierin liegt ein Gefahrenmoment, sobald die Arbeiten während des normalen Betriebes
durchgeführt werden. Abgesehen hiervon kann man auch stets nur zwei Schienen einander
nähern, während die entgegengesetzte, mindestens ebenso oft vorkommende Bewegung
ausgeschlossen ist. Hinzu kommt noch, daß das Aufsetzen und Abnehmen des Gerätes
ziemlich lange Zeit in Anspruch nimmt, da mindestens vier Schraubenibolzen gelöst
bzw. angezogen werden missen.
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Der Zweck der Erfindung ist es daher, diese den bekannten Schienenrückern
anhaftenden Mängel zu beseitigen, und zwar geschieht dies in erster Linie dadurch,
daß die Schienenklammer als eine einseitig offene Klaue ausgebildet ist, während
die zum Verrücken der Schiene notwendige Kraft nicht durch Schraube und Schraubenspindel,
sondern durch ein Schlagmittel hervorgerufen wird, wofür sich besonders ein mittels
Rollen auf der Schiene gleitender, auf den Keil aufschlagender Stoßbalken eignet.
Der neue Schienenrücker besteht also an sich nur aus zwei Teilen, nämlich der einseitig
offenen Klaue und dem Keil, die im Augenblick aufsetzbar sind, da es nur notwendig
ist, die Klaue von der Seite her an die Schiene anzulegen und den Keil zwischen
Schienenkopf
und Klaue einzutreiben, während das Abnehmen einfach
dadurch erfolgt, daß der Keil zurückgeschlagen wird, worauf die Klaue seitlich herabfällt.
Abgesehen hiervon benötigt. man nicht wie .bei den bekannten Schienenrükkern eine
zweite Klaue, die auf der nächsten Schiene aufgesetzt sein muß, um beide gegeneinander
ziehen zu können, und hat ohne weiteres die Möglichkeit, die Schiene sowohl in der
einen als auch in der anderen Richtung zu verrücken.
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Der hierbei zur Anwendung kommende Gedanke ist an sich beim Einrammen
von Holzpfählen bereits bekannt, nur verwendet man dort zum Festhalten des Keiles
am Holzpfahl eine den Pfeil umschlingende Kette, die auf der dem Keil entgegengesetzten
Seite des Pfahles mit Hilfe eines Dornes im Holz verankert ist. Eine Lösung der
gestellten Aufgabe mit diesen Mitteln ist aber für das Verrücken von Eisenbahnschienen
ausgeschlossen.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes,
und zwar zeigt Fig. i eine Vorderansicht des angelegten Schienenrückers mit Stoßbalken.
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Fig.2 stellt eine Seitenansicht des Schienenrückers nach der Linie
II-II der Fig.i mit geschnittenem Keil dar. Die Fig. 3 und 4 veranschaulichen ein
Füllstück in Längsschnitt und Seitenansicht.
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Die Klaue i, die zweckmäßig aus geschmiedetem Stahl hergestellt wird,
hat zwei angeschweißte Ohren 2 mit Löchern 3, durch die ein Stab geführt werden
kann, um die Klaue leicht tragen zu können.
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Der Keil 4 hat etwa die doppelte Länge der Klaue, so daß er diese
bei Profilen mit verschiedenen Höhen immer über ihre ganze Länge berührt.
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Die Innenseite der Klaue i weist zwei bearbeitete Flächen auf. Die
Breite der unteren Fläche wird durch die des größten in Frage kommenden Schienenfußes
bestimmt, während die obere Fläche nur wenig breiter als der Keil 4 gewählt wird.
Der spitze Winkel zwischen den beiden Flächen und der Winkel zwischen den beiden
bearbeiteten Seiten des Keiles sind einander gleich.
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Der Schienenrücker soll sich während der Arbeit nicht um eine senkrechte
Achse drehen können. Zweckmäßig besitzt daher die untere Fläche an der geöffneten
Seite der Klaue einen Vorsprung 5, dessen Abstand vom Klauenrücken der größten Breite
des Schienenfußes angepaßt ist. Wenn es sich aber um eine Schiene handelt, deren
Fuß schmaler ist, so legt man in die Klaue ein Füllstück 6 ein, das mit einer Längsnut
von der Breite des Fußes versehen ist und durch Vorsprünge 7 gegen Verschiebung
gesichert wird. Der Keil 4 wird zwischen der Klaue i und einem festen Vorsprung
8 geführt.
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Vorzugsweise benutzt man beim Gebrauch einen Stoßbalken 9, der zur
Erleichterung -der Arbeit auf zwei oder mehreren Rollen io gelagert sein kann. Eine
Gesamtanordnung mit einem solchen Stoßbalken zeigt die Fig. i. Der Keil 4 wird zunächst
zwischen die Klaue i und die aufzurückende Schiene getrieben, bis diese letzte fest
eingeklemmt ist. Weitere Stöße gegen den Keil 4 haben das Aufrücken des Schienenstranges
zur Folge.
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Die Handhabung ist einfach, und das Gerät erträgt die größten Beanspruchungen,
ohne Schaden zu nehmen, weil es nur aus zwei fast unzerbrechlichen Teilen besteht.