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Vorratstrommel zur Aufbewahrung des Bildträgers Die bekannten chemischen
Bildtelegraphieempfangsgeräte benutzen einen Bildträger aus Papier, der vor Ingebrauchnahme
mit einem Elektrolyten - vorzugsweise Jod-Kalium-Lösung - befeuchtet wird. Es müssen
infolgedessen, wenn nicht die Befeuchtung in einfachster Weise manuell vorgenommen
werden soll, Einrichtungen vorhanden sein, die den Träger nach Möglichkeit kurz
vor Einlaufen in die Schreibvorrichtung mit dem Elektrolvten befeuchten. Die Befeuchtung
muß jedoch in sehr sorgfältiger Weise erfolgen, da einerseits bei zu starker Befeuchtung
die Zeichen verschwimmen und andererseits bei zu geringem Feuchtigkeitsgrad der
dadurch entstehende große elektrische Widerstand die Deckung (Schwärze) der Bildpunkte
zu schwach werden läßt. Die gleichen Verhältnisse liegen vor, wenn nach einem anderen
Vorschlage der Bildträger in präpariertem, aber trockenem Zustande in den Empfänger
eingebracht und kurz vor der Benutzung durch eine ähnlich ausgeführte Einrichtung,
wie vorher beschrieben, lediglich mit Wasser befeuchtet wird. Solche Einrichtungen
zur Befeuchtung komplizieren den Aufbau des Empfängers und bringen neben einer Verteuerung
des Apparates auch eine Urisicherheit in den Betrieb hinein.
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Gemäß der Erfindung werden die genannten Schwierigkeiten in bezug
auf Einhaltung des richtigen Befeuchtungsgrades sowie auf Einfachheit der konstruktiven
Durchführung dadurch behoben, daß die Vorratsmenge des Bildträgers in betriebsfertig
feuchtem Zustande in einer Vorratstrommel o. dgl. aufbewahrt wird. Hierdurch ist
es möglich, den ,Feuchtigkeitsgrad des Papiers in richtigem Maße konstant zu erhalten
und die Konstruktion des Gerätes so einfach wie möglich zu gestalten, da jede zusätzliche
und störende Befeuchtungsv orrichtung in der Nähe der Schreibelektrode entfällt.
Die unpräparierte oder präparierte, aber trockene Vorratsmenge kann nun entweder
durch eine in der Vorratstrommel befindliche einfache Einrichtung zur Befeuchtung
des Bildträgers auf den richtigen Feuchtigkeitsgrad gebracht "verden, oder man kann
den fertig befeuchteten Träger in diesem Zustande in die Trommel einbringen und
verbrauchen. In letzterem Falle liegt die Möglichkeit vor, die Vorratsrolle in einer
entsprechenden Hülle in feuchtem, betriebsfertigem Zustande zu vertreiben. Zur Herstellung
eines solchen fertig in den Handel gebrachten Trägers empfiehlt es sich, die Feuchtigkeit
in der Weise auf den Träger zu bringen, daß das mit Jod-Kalium-Lösung o. dgl. getränkte
Papier getrocknet und in die Hülle eingesetzt wird. Der in der Hülle befindliche
Träger wird dann einige Zeit lang einem Dampfstrom ausgesetzt, so lange. bis
der
Dampf die einzelnen Schichten des vorzugsweise aufgewickelten Trägers durchzogen
hat.
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Durch plötzliche Abkühlung wird dann der in der Hulle befindliche
Dampf kondensiert, so daß sich die Feuchtigkeit unter gleichmäßiger Verteilung dem
Träger mitteilen kann. Die Hülle wird dann luftdicht verschlossen und kann in den
Handel gebracht werden. Die Hülle kann aus einem dicht schließenden metallischen
oder keramischen Gefäß bestehen. Es hat sich jedoch als besonders zweckmäßig erwiesen,
die Hülle aus paraffiniertem Papier oder dünnem paraffiniertem Holz herzustellen.
Es empfiehlt sich, zur Vereinfachung und zur Verbilligung der Betriebsweise eines
Gerätes den als Konserve in den Verkehr gebrachten Träger mit einer Hülle zu versehen,
mit der er zusammen in den Bildtelegraphieempfänger eingesetzt werden kann. Um beim
Einsetzen in den Apparat den Anfang der Vorratsrolle herausziehen zu können, kann
ein Schlitz in der Hülle vorgesehen sein, durch den der Anfang des Papierstreifens
geführt ist und der zur Verhinderung der Verdunstung durch einen Klebstreifen o.
dgl. verschlossen ist. Durch Zug an dem Trägerpapierstreifen löst sich dann der
Verschlußstreifen, und die Rolle kann in Gebrauch genommen werden. Der Schlitz in
der Rolle kann zur Verhütung der Verdunstung der Feuchtigkeit während des Gebrauchs
mit Filzdichtung versehen sein, durch welche der Streifen hindurchgezogen wird.
Die Vorratshülle kann im Telegraphiergerät selbst noch in einem weiteren Gehäuse
untergebracht sein.
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Vorratstrommeln für das Papier von Bildtelegraphieapparaten sind bekannt.
Hierbei sind jedoch keinerlei Vorkehrungen für einen feuchtigkeitssicheren Abschluß
der Trommel benutzt, da der Träger in üblicher Weise in trockenem Zustande aufbewahrt
und erst bei Ingebrauchnahme außerhalb der Trommel befeuchtet werden soll.
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Die neue Einrichtung eignet sich sowohl für Bildtelegraphiegeräte
mit Querabtastung als auch für solche mit auf einer Trommel angebrachtem Bildträger.
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Die Abb. i und 2 zeigen Ausführungsbeispiele der Erfindung, wobei
die Abb. i eine Vorratstrommel zeigt, in der der fertige Bildträger. in den Handel
gebracht wird, und Abb.2 im Schnitt die Anordnung der. Vorratstrommel in einem Bildtelegraphiegerät.
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In der Abb. i ist die Vorratsrolle i in eine luftdicht durch den Deckel
2 abgeschlossene Dose 3 eingesetzt. Die Vorratsrolle befindet sich auf einer nicht
dargestellten Achse, auf der sich auf der einen Seite, dicht an die Vorratsrolle
anschließend, ein befeuchteter Schwamm, Docht o. dgl. befindet. Der Behälter ist
durch den Deckel gut geschlossen, so daß die eingeschlossene Feuchtigkeit des Trägers
nicht entweichen kann. Ist der Träger i in trockenem Zustande eingesetzt worden,
so wird er im Verlaufe einiger Zeit bis zur Ver-,vendung des Papiers vollkommen
gleichmäßig befeuchtet, so daß bis zum Ende des Vorrates ein einwandfreies Bildträgermaterial
vorhanden ist. Der Deckel 2 kann in an sich bekannter Weise aufgebördelt, gelötet
oder nur eng auf die Wandung des Behälters aufgepaßt sein. Der Docht q. kann sowohl
mit Wasser - im Falle des Einsetzens eines präparierten Trägers - als auch mit einer
elektrolytisch wirksamen Lösung, wie z. B. Jod-Kalium, getränkt sein, falls ein
unpräparierter Träger eingesetzt werden soll.
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In Abb. 2 ist die in Abb. i beschriebene Vorratstrommel 6 in einem
äußeren Gehäuse 5 drehbar angeordnet. Wie aus Abb. 2 a zu ersehen ist, ist im Innern
der Trommel 6 gleichfalls drehbar die Vorratspapierrolle 7 gelagert, von der das
Papier in feuchtem Zustande durch die mit Dichtungsstücken 8 aus Filz o. dgl. ausgekleideten
Austrittsschlitze abgewickelt werden kann. Das äußere Gehäuse 5 ist an der Durchtrittsstelle
des Papierstreifens mit weiteren Filzstücken i i versehen. Nach dem Austritt aus
diesem Schlitz des äußeren Gehäuses wird der Streifen in feuchtem Zustande an der
Schneidenelektrode9 entlang geführt und von der Gegenelektrode io beschrieben.
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In einer derartigen Vorratstrommel hält sich das vorbefeuchtete Papier
mehrere Wochen in bestem betriebsbrauchbarem Zustande, ohne daß eine Nachbefeuchtung
o. dgl. vorzunehmen ist.