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Abdichtungsvorrichtung für wasserlose Gasbehälter Bei der Abdichtungsvorrichtung
für wasserlose Gasbehälter nach dem Hauptpatent 551412 wird das Andrücken der Dichtung
an die Gasbehälterwand und die Nachgiebigkeit gegenüber Ungenauigkeiten derselben
dadurch erzielt, daß sich die Wand eines ringförmigen Kastens, die im wesentlichen
starr mit dessen Boden verbunden ist und die am oberen freien Ende die eigentliche
Dichtung trägt, unter der Wirkung einer senkrechten Belastung des Bodens unter Durchbiegung
des Bodens nach außen mehr oder weniger schräg stellt und so die Dichtung an die
Behälterwand preßt. Wenn nun hierbei eine Dichtungsform verwendet wird, bei welcher
das für die Dichtung und Schmierung verwendete Fett zwischen zwei an der Kastenwand
befestigten und von dieser getragenen Gleitleisten und der Kastenwand bzw. der Gasbehälterwand
unter Druck angeschlossen ist, so ergibt sich die technische Notwendigkeit, daß
die erwähnten beiden Gleitleisten stets mit gleicher Kraft und gleichmäßig an die
Behälterwand angedrückt werden. Wenn jedoch die beiden Leisten fest an der mit dem
kippenden Boden ebenfalls kippenden (sich schräg stellenden) Kastenwand angebracht
sind, kann diese Bedingung unter Umständen nicht erfüllt werden, da bei größeren
Ungenauigkeiten der Behälterform und demgemäß stärkerer Schräglage der Kastenwand
die eine Leiste einen größeren Ausschlag aus ihrer vorherigen Lage macht als die
andere und demgemäß ein verschieden starkes Anliegen an der Gasbehälterwand oder
in äußersten Fällen sogar eine Spaltbildung erfolgen kann, wodurch das unter Druck
befindliche Fett entweichen könnte.
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Erfindungsgemäß wird diese Schwierigkeit dadurch vermieden, daß die
obere und untere Gleitleiste durch eine besondere selbständige Vorrichtung getragen
und durch diese an die Gasbehälterwand angedrückt wird. An die Kastenwand sind die
Leisten dabei durch nachgiebige, aber dichte Verbindungen, z. B. Stoff-oder Lederstreifen,
angeschlossen. Die Trag- und Andrückvorrichtung selbst kann hierbei nach bekannten
Vorbildern zum Andrücken und Tragen der Dichtungsringe bei den Dichtungsvorrichtungen
für wasserlose Scheibengasbehälter ausgebildet werden. Die Wand des elastischen
Kastens übt nunmehr nur noch auf die zwischen den Gleitleisten befindliche Fettmasse
einen Druck aus und bewirkt das jederzeit feste Anliegen derselben an der Gasbehälterwand
zum Zwecke der Dichtung.
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Die neue Anordnung ist besonders vorteilhaft dann zu verwenden, wenn
auf das Fett außerdem noch eine ständig wirkende Fördervorrichtung einen Druck ausübt.
Als solche kommen z. B. raumveränderliche Zwischenbehälter in Frage, die regelmäßig
von einer Förderpumpe
mit Abdichtungsfett gefüllt gehalten werden,
oder ähnliche Einrichtungen, von denen aus das bei dem Abdichtungsvorgang verbrauchte
Fett ständig ersetzt wird. Die nachgiebige Kastenwand gleicht bei einer derartigen
Anordnung rasch verlaufende Volumenveränderungen des mit Fett gefüllten Dichtungsraumes
aus, die beim Gleiten über engere oder weitere Stellen entstehen, während die ständig
wirkende Fördervorrichtung gleichmäßig den Dichtungsraum wieder auffüllt und verlorengegangenes
Fett wieder ersetzt.
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Damit beide Gleitleisten mit Sicherheit unter dem gleichen Druck an
der Gasbehälterwand anliegen, werden sie von ein und demselben gewichtsbelasteten
Hebel aus angedrückt, und die Übertragungsvorrichtung, die aus Druckstangen und
Hebeln besteht, wird so eingerichtet, daß die Zerlegung der vom Gewicht ausgeübten
Kraft stets in zwei gleiche Hälften erfolgt. Zur größeren Vereinfachung wird man
außerdem, wie dies weiter unten im einzelnen gezeigt ist, die von einem Belastungsgewicht
ausgeübte Kraft auf mehrere Druckstellen der Gleitleisten verteilen.
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An Hand der Zeichnung ist die Erfindung näher erläutert. Es ist Abb.
i ein Querschnitt durch einen Teil der Gasbehälterwand und die Dichtung; Abb. 2
bis 4 zeigen Einzelheiten der Andrückvorrichtung für die Gleitleisten.
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Es sind dabei soweit wie möglich dieselben Buchstaben wie in den Zeichnungen
des Hauptpatentes 551412 gewählt.
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Die obere Gleitleiste a und die untere Gleitleiste b, die zwischen
sich den mit Fett gefüllten Raum c einschließen, sind an die äußere Wand
d des an dem Abschlußorgan v angeordneten Kastens mit Hilfe von biegsamen
Streifen aus undurchlässigem Gewebe u, v nachgiebig angeschlossen. Durch den Halter
w werden beide Leisten in dem vorgeschriebenen Abstand gehalten, und an der unteren
Verlängerung x desselben greifen zwei Lenker y1, y2 an, die durch einen Hebel z
getragen werden. Auf den oberen Endpunkt r dieses Hebels übt das an dem Winkelhebel
2 hängende Gewicht 3 einen nach der Gasbehälterwand zu gerichteten Druck aus. Die
Höhenlage des Punktes i ist so gewählt, daß derselbe in der Mitte der beiden Gleitstellen
a und b liegt, und hierdurch wird bewirkt, daß beide Leisten mit genau gleicher
Kraft an die Behälterwand angedrückt werden.
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Die äußere Kastenwand d übt unter dem Einfluß der in dem Kasten befindlichen
Flüssigkeitsmenge 1a, die den Kastenboden g nach unten und deshalb die Wand d nach
außen zu drücken sucht, einen Druck auf das in dem Raum c befindliche Dichtungsfett
aus. Der Ersatz des Fettes findet durch die Leitung 4 statt, die an einen unter
Kolbendruck stehenden Fettbehälter 5 angeschlossen ist. Durch die zu diesem führende
Leitung 6 wird von einer Pumpe her je nach Bedarf Abdichtungsfett zugeleitet.
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Beim Gleiten der Leisten ca und b über Unregelmäßigkeiten der
Behälterwand verändern diese letzteren ihre Lage gegenüber der Kastenwand d, die
elastisch ausweicht bzw. durch ihren Druck auf die Fettmasse immer den Raum c mit
Fett gefüllt erhält. Fettverluste andererseits werden von dem Zwischenbehälter 5
aus durch die Leitung 4 ersetzt.
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In den Abb. 2 bis 4 ist eine etwas abweichende Anordnung der Gleitleisten
und ihrer Andrückvorrichtung dargestellt. Die beiden Lenker y1 und y2 greifen hierbei
nicht unmittelbar an der Verlängerung x des die Leisten tragenden Abstandshalters
w an, sondern an gleicharmigen Ausgleichhebeln 7, die ihrerseits wieder Hebel 8
und 9 tragen. Erst diese letzteren sind mit den Verlängerungen x1 bis x4 der Abstandshalter
w verbunden. Es wird auf diese Weise erreicht, daß für vier Druckpunkte der Gleitleisten
(entsprechend den vier Angriffsstellen von xl bis x4) nur ein einziges Belastungsgewicht
io gebraucht wird. Auch hier liegt der Angriffspunkt des Gewichtswinkelhebels seiner
Höhenlage nach mitten zwischen den beiden Gleitleisten. Um der ganzen Vorrichtung
einen sicheren Halt zu geben, sind die die Hebel 8 und 9 mit dem Hebel ? verbindenden
Bolzen nach unten in Form von Stangen ii verlängert, und deren Enden sind abgestützt.