DE56023C - Durch ein Gemisch von nassen Dämpfen und Wasser getriebenes Kreiselrad - Google Patents
Durch ein Gemisch von nassen Dämpfen und Wasser getriebenes KreiselradInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F01—MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 14: Dampfmaschinen.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist, eine Turbine durch ein Gemisch von Dampf und
Wasser bezw. durch sehr nassen Dampf zu treiben.
Die Ausflufsgeschwindigkeit für ein vollkommen homogenes Gemisch von ι kg Dampf auf
m — ι kg Wasser ist M1 = —-S=-, wobei M0
ym
die Ausflufsgeschwindigkeit des trockenen Dampfes bezeichnet. Es ist dieses das Gesetz
der Ausflufsgeschwindigkeit eines Gemisches von Flüssigkeiten von ungleicher Dichtigkeit.
In diesem Falle ist die mechanische Arbeit
Xm: 75Xzg = -
Bezeichnet man nun mit L0 die zur Verfügung
stehende Arbeit, so haben wir L1 = L0,
oder in Worten ausgedrückt, keinen Arbeitsverlust.
Nehmen wir den zweiten Fall an. Die Ausflufsgeschwindigkeit eines nicht ganz homo-
„ . , . , U0
genen Gemisches ist M9 = —-6 2
(m
1) M0
wobei M0 1 die Ausflufsgeschwindigkeit des
Wassers bei einer Pression von P-Atmosphären innerhalb des Kessels bezeichnet. Nach dem
Gesetz des Stofses ist, wenn eine Masse Ai1
mit einer Geschwindigkeit V1 gegen eine mit V2
sich bewegende Masse Ai2 stöfst, die daraus
resultirende gemeinsame Geschwindigkeit V0 =
M, v, + Ai9 V9 ,,.,..,,
i=-^—■— , es entsteht hierbei iedoch
Af1 -f Af2 ' ' ■
ein grofser Arbeitsverlust.
Dritter Fall. Die Ausflufsgeschwindigkeit des heifsen Wassers aus einem Kessel, worin eine
Pression von P (= 5) Atmosphären bei einer Temperatur von 1 oo° -j- t° herrscht, ist in diesem
k ^>C u
dritten Falle M3
k ist hier ein
Erfahrungscoefficient. Man betrachtet hier jFkg,
bei einer Temperatur von ι oo° + t° aus dem Kessel austretend. Eine Mischung giebt also
(F-— i) kg Wasser zu ioo° und ι kg Dampf,
ebenfalls zu ioo°.
Da dieses Gemenge jedoch nicht vollkommen homogen ist, so mufs der Coefficient k in
Anwendung gebracht werden, und man erhält für diesen dritten Fall als Arbeit L3 =
k L k
—2 ° , also einen Bruchtheil -^5- der Arbeit
des trockenen Dampfes.
Nach Versuchen soll ι Theil Dampf mit 5 Theilen Wasser homogen gemischt bei einer
Turbine denselben Nutzeffect geben wie rein trockener Dampf. Ist das Gemisch jedoch
nicht homogen, so ist die Arbeit des nassen Dampfes nur Y6 der des trockenen Dampfes.
Haben wir ferner ein homogenes Gemisch von ι Theil Wasser, welchem noch 3 Theile Wasser
nicht homogen beigemischt sind, so giebt dieses die Hälfte der Arbeit des trockenen
Dampfes.
Dieses nasse Heifswasserdampfgemisch ist jedoch ein doppeltes, d. h. neben dem homogenen
Gemisch ist noch viel nicht homogenes beigemischt, wie z. B. die Dämpfe bei der Entwickelung aus homogenen und nicht homo-
genen Gemischen bestehen und äufserdem noch viele Wassertheilchen mechanisch gebunden mit
sich führen. Bei dieser Turbine ist darauf zu achten, dafs die nicht homogene Mischung
möglichst verringert und das homogene Gemisch möglichst vergröfsert werde.
Bei Fig. ι auf beiliegender Zeichnung strömt der Dampf durch S3 in das weitere T-förmige
Rohr JWm1. In dem horizontalen Theil W2
dieses Rohres befindet sich die Scheibe χ χ, welche man von aufsen durch Kurbel g in
eine beliebige Lage versetzen kann. Auf dieser Scheibe setzen sich gröfsere mitgerissene Wassertheilchen
ab, tropfen dann herab und sammeln sich im unteren Theil Jn1 des Rohres, wo sie
einen Wassersack bilden, während das homogene Dampfgemisch durch die schnabelförmigen
Oeffnungen ο O1' den Turbinenschaufeln a a
zugeführt wird. Das Rohr i i saugt unten bei WZ1 Wasser auf und sendet bei I1 einen heifsen
Wasserstrahl in den Dampf (nach Art der Injectoren). Das Wasserstandsglas η η zeigt die
Höhe des Wasserstandes bei Wt1 an. Sinkt der
Wasserspiegel, so ist dieses ein Zeichen, dafs die Dämpfe zu trocken geworden sind. Man
läfst alsdann die Speisepumpe E rascher arbeiten. Steigt der Wasserspiegel zu hoch, so
mufs weniger Wasser zugeführt werden. Der Schwingungspunkt M des Hebels K ist daher
in einer Schleife verstellbar angeordnet.
Die in Fig. ι dargestellte Anordnung läfst sich für jeden Dampfkessel, bei dem das
Dampfrohr nahe dem Wasserspiegel liegt, verwenden.
Die Oeffnungen ο O1 sind für ein bestimmtes
Gemisch berechnet. Um dieselben reguliren zu können, kann das Rohr i durch einen
Schlitz mit Stellschraube y vor- und rückwärts verschoben werden, wodurch dann die konischen
Spitzen J1 I1 die Oeffnungen ο O1 verengen
oder erweitern. Desgleichen dient die mit Spitzen versehene Stange.? t (durch Schraube^
verstellbar) zum Reguliren der Oeffnungen Z1Z1.
Damit das homogene Dampfgemisch möglichst vergröfsert werde, ist im Kessel nahe der Austrittsöffnung
S3 eine Scheidewand B, welche bis zum Wasserspiegel reicht, angebracht. Da
nun, sobald die Turbine in Thätigkeit ist, der Druck im Kessel gröfser ist als im T^förmigen
Rohr m, so ist auch in der durch B gebildeten Abtheilung P des Kessels der Druck
niedriger als im Kessel A. Läfst man nun in diese Abtheilung P eine Reihe Röhre Zi2,
welche mit ihrem unteren Ende bis in den unteren- Theil des Kessels reichen, münden, so
wird das Wasser in denselben in die Höhe gedrückt und bei h ausfliefsen. Auf diese
Weise entsteht eine rege Wassercirculation, welche eine intensive homogene Dampfentwickelung
bewirkt.
Um nun im Gehäuse der Turbine ein möglichstes Vacuum zu erzeugen, mufs eine Condensation
hergestellt werden. Die Turbine a a wird daher mit den Centrifugalflügeln b b, Fig. ι
und 2, versehen. ■ .; ■
Die Wirkung der Flügel ist die, dafs sie zunächst die schweren Wassertheile ausscheiden
und den Dampf stark verdichten. Durch eine Kühlschlange oder Injection läfst sich dann die
Condensation noch beschleunigen. Das condensirte Wasser sammelt sich in Z.
Das Wasser hat immer noch eine hohe Temperatur, wenn es durch die Pumpe E in
den Kessel zurückgebracht wird, so dafs der Arbeitsverlust in jeder Beziehung sehr gering
ist.
Da die Ausflufsgeschwindigkeit eine Function von P: ρ ist, so ist es dasselbe, ob P= 5
und ρ — 1, oder ob P= 1 und ρ = !/5 ist.
Man kann daher für bewohnte Räume Dampfkessel ohne jeden Ueberdruck verwenden, wenn
man nur für eine genügende Condensation Sorge trägt.
Man mufs dann Flüssigkeiten von hohem Siedepunkt, 170 bis 2000, benutzen. Am vortheilhaftesten
ist eine starke Salzlösung. Man verbindet dann mit der erzeugten Arbeit zugleich
die Zimmerheizung.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Eine durch ein Gemisch von homogenen Dämpfen und Wasser getriebene Turbine, bestehend aus der in einem Gehäuse % laufenden Turbine mit den Schaufeln a, auf welche homogene Dämpfe, durch ein T-förmiges Rohr WiWJ1 passirend, durch die schnabelförmigen Oeffnungen ο O1 geleitet werden, während durch Rohre i i aus dem Wassersack m Wi1 heifses Wasser angesaugt und dem Dampfstrahl beigemischt wird, während die vom Dampf mitgerissenen gröfseren Wassertheile auf der von aufsen verstellbaren Scheibe χ χ sich absetzen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE56023C true DE56023C (de) |
Family
ID=330510
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT56023D Expired - Lifetime DE56023C (de) | Durch ein Gemisch von nassen Dämpfen und Wasser getriebenes Kreiselrad |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE56023C (de) |
-
0
- DE DENDAT56023D patent/DE56023C/de not_active Expired - Lifetime
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