DE559151C - Verfahren zum Einbringen von Kalium, Caesium oder Rubidium in eine elektrische Entladungsroehre - Google Patents
Verfahren zum Einbringen von Kalium, Caesium oder Rubidium in eine elektrische EntladungsroehreInfo
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- H—ELECTRICITY
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
16. SEPTEMBER 1932
16. SEPTEMBER 1932
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JVl 559151 KLASSE 21g GRUPPE
Verfahren zum Einbringen von Kalium, Cäsium oder Rubidium in eine elektrische Entladungsröhre
Patentiert im Deutschen Reiche vom 19. Oktober 1926 ab
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einbringen von Kalium, Cäsium
oder Rubidium in eine elektrische Entladungsröhre. Die Einführung dieser Metalle
als solche in eine elektrische Entladungsröhre ist mit Schwierigkeiten verbunden, da die
Metalle an der Luft sehr leicht oxydieren und es folglich schwierig ist, sie in reinem
Zustand in die Entladungsröhre einzubringen. Die Erfindung hat zum Zweck, ein Verfahren
anzugeben, daß diese Schwierigkeit beseitigt und durch das es möglich ist, Kalium,
Cäsium oder Rubidium in ganz reinem Zustand in eine Entladungsröhre einzubringen.
Nach einem bekannten Verfahren zum Einbringen von Alkalimetallen in eine Entladungsröhre
werden diese Metalle in einer Verbindung zusammen mit einem Reduktionsmittel
in ein mit der Röhre verbundenes Gefäß eingebracht; durch die chemische Wirkung
dieses Gemenges wird das gewünschte Metall daraus frei gemacht. Es ist dabei notwendig,
als Reduktionsmittel Stoffe zu ver- \venden, welche an der Luft nicht angegriffen
*5 werden, da sonst der Vorteil des Reduktionsverfahrens wieder verlorengehen würde.
Gemäß der Erfindung werden nun als Reduktionsmittel Erdalkalimetalle, insbesondere
Barium, verwendet, ohne daß dabei der Nachteil eintritt, daß das Reduktionsmittel außer
Berührung mit der Luft gehalten werden muß.
Das Verfahren zum Einbringen von Kalium, Cäsium oder Rubidium in eine elektrische
Entladungsröhre besteht nämlich gemaß der Erfindung darin, daß ein Gemenge
einer oder mehrerer Verbindungen dieser Metalle zusammen mit einem oder mehreren
Aziden der Erdalkalimetalle erhitzt wird. Ein Gemisch der genannten Stoffe wird dazu in
die Entladungsröhre oder in bekannter Weise in ein mit der Entladungsröhre verbundenes
Gefäß eingebracht, worauf durch Erhitzung dieses Gemenges Kalium, Cäsium oder Rubidium
gebildet wird.
Als Azid eines Erdalkalimetalls wird zweckmäßig Bariumazid verwendet. Das Gemenge
der Kalium-, Cäsium- oder Rubidiumverbindungen mit einem Azid kann entweder in fester Form oder in der Form einer Lösung
in die Entladungsröhre oder in ein mit dieser verbundenes Gefäß eingebracht wer-
*} Von dem Patentsucher sind als die Erfinder angegeben worden:
Jan Hendrik de Boer und Pieter Clausing in Eindhoven, Holland.
den. Das Gemenge wird nun nach Verdampfung des gegebenenfalls vorhandenen Lösemittels
etwas erhitzt, wodurch das Azid zersetzt wird und das hierbei frei werdende Metall
der zweiten Hauptgruppe des periodischen Systems das Kalium-, Cäsium- oder Rubidiumsalz
zu metallischem Kalium, Cäsium oder Rubidium reduziert. Da diese Metalle schon bei gelinder Erhitzung sehr flüchtig
ίο sind, wird die Entladungsröhre mit Kalium-,
Cäsium- oder Rubidiumdampf sehr niedrigen Druckes gefüllt.
Es ist nicht nötig, daß man das Gemenge von Kalium-, Cäsium- oder Rubidiumsalzen
und Azid in einem Seitenröhrchen der Entladungsröhre anbringt, man kann dieses Gemenge
auch an andere Stellen der Entladungsröhre bringen, wenn man nur imstande ist, das Gemenge an solchen Stellen
derart zu erhitzen, daß Kalium-, Cäsiumoder Rubidiumdampf gebildet wird.
Das Verfahren gemäß der Erfindung kann bei mit einer Glühkathode versehenen Entladungsröhren
Anwendung finden; der Ka-Hum-, Cäsium- oder Rubidiumdampf wird sich dann als eine äußerst dünne Schicht, die
nur von der Größenordnung einiger Moleküle zu sein braucht, auf der Glühkathode absetzen.
Gemäß Lan g m u i r s Untersuchungen kann nun eine solche Glühkathode auf eine Temperatur
erhitzt werden, die um viele Hunderte von Graden über dem Schmelzpunkt von Kalium, Cäsium oder Rubidium liegt,
ohne daß dieses merkbar verdampft, und sie wird dabei eine Elektronenemission geben,
die im Verhältnis zu der äußerst kleinen Richardsonschen Konstante von Kalium, Cäsium oder Rubidium sehr hoch ist.
Kalium, Cäsium oder Rubidium, das in eine Entladungsröhre mit Glühkathode oder auch
in eine Entladungsröhre mit kalter Kathode mittels des Verfahrens gemäß der Erfindung
eingebracht worden ist, kann etwaige Restgase binden, die noch trotz möglichst hoher
Entlüftung in der Entladungsröhre zurückgeblieben sind, wodurch die schädliche Wirkung
solcher Gase aufgehoben wird.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung näher beschrieben. In dieser Zeichnung
stellt ι die Glocke der Entladungsröhre dar, in der eine Glühkathode 2 aus Wolfram, ein
Gitter 3 und eine Anode 4 gleichachsig angeordnet sind. An der Glocke der Entladungsröhre
ist ein Seitenröhrchen 5 mit einem Gefäß 6 angeschmolzen, in das zuvor ein Gemenge
von Cäsiumchlorid und Bariumazid in wäßriger Lösung eingebracht worden ist. Die Entladungsröhre wird nun so lange entlüftet,
bis das Lösungsmittel aus dem Gefäß 6 verdampft ist und das Gemenge von Cäsiumchlorid
und Bariumazid in festem Zustand zurückbleibt. Nach dem Abschmelzen der Entladungsröhre von der Pumpe wird nun
das Gefäß 6 etwas erhitzt, wodurch das Bariumazid zersetzt wird. Bei etwas höherer
Erhitzung wird darauf das Cäsiumchlorid von dem frei gewordenen Barium zu metallischem
Cäsium reduziert, das sich über das Innere der Entladungsröhre verbreitet. Das Seitenröhrchen
5 mit dem Gefäß 6 kann nun von der Entladungsröhre wieder abgeschmolzen werden.
Die Metalle Kalium und Rubidium können in ähnlicher Weise in eine Entladungsröhre
eingebracht werden.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Einbringen von Kalium, Cäsium oder Rubidium in eine elektrische Entladungsröhre durch Erhitzung eines Gemenges einer oder mehrerer Kalium-, Cäsium- oder Rubidiumverbindungen mit einem reduzierenden Stoff, dadurch gekennzeichnet, daß als Reduktionsmittel ein oder mehrere Azide der Erdalkalimetalle verwendet werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL559151X | 1925-12-12 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE559151C true DE559151C (de) | 1932-09-16 |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEN26473D Expired DE559151C (de) | 1925-12-12 | 1926-10-19 | Verfahren zum Einbringen von Kalium, Caesium oder Rubidium in eine elektrische Entladungsroehre |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE559151C (de) |
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1926
- 1926-10-19 DE DEN26473D patent/DE559151C/de not_active Expired
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