DE5545C - Dampfdruck-Reduzirventil - Google Patents
Dampfdruck-ReduzirventilInfo
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Description
1878.
Klasse 47.
HEINRICH GRONEMEYER in BRACKWEDE, Dampfdruck-Reducirventil.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 12. November 1878 ab.
Der Zweck der Vorrichtung ist der, bei verschlossenen Kochkesseln, Heizkesseln und sonstigen
Gefäfsen, wie dieselben z. B. in Bleichereien, Papierfabriken, Brennereien etc. angewendet
werden, zu verhindern, dafs der Druck in denselben eine bestimmte Höhe überschreitet. Dieselbe
besteht zunächst aus einem Ventil A, welches vollständig entlastet sein mufs. Dieses
Ventil, welches bei seiner höchsten Stellung ganz geschlossen, bei seiner tiefsten Stellung
ganz geöffnet ist, steht vermittelst einer dünnen, durch eine Stopfbüchse gehenden Stange mit
einem Hebel abcd bei c in Verbindung. Der Drehpunkt des Hebels liegt bei b. Dieser Hebel
steht bei α mit einem Kolben B in Verbindung, welcher sich in einem Cylinder C möglichst
dampfdicht bewegt. Aus dem Raum des Cylinders über dem Kolben B führt ein Röhrchen
in den oberen Raum des betreffenden Kochoder Heizgefäfses, während aus dem Raum
unter dem Kolben ein Röhrchen nach aufsen führt. Es ist also der Kolben von oben stets
dem im Kochgefäfse herrschenden Drucke ausgesetzt, während von unten nur der Atmosphärendruck
auf den Kolben wirkt.
Das andere Ende d des Hebels bildet ein Kreisbogenstück e df, dessen Mittelpunkt im
Drehpunkt b des Hebels liegt. Unterhalb dieses Hebelendes befindet sich, in zwei an das
Ventilgehäuse angegossenen Lappen drehbar, ein Bolzen g, auf welchem zwischen den beiden
Lappen das Kreisbogenstück h i und an einem Ende der Hebel g k befestigt ist. Auf letzterem
befindet sich ein verstellbares Gewicht D.
Das obere Ende e des Bogenstückes ef und das untere Ende i des Bogenstückes h i sind
unter einander verbunden durch eine Gelenkkette, ein dünnes Stahlband oder ein sonstiges
leicht biegsames Band, welches seine Länge nicht verändert. Der Radius des Bogenstückes h i
und die Verbindung der beiden Bogenstücke ef und h i sind so abgepafst, dafs bei der höchsten
Stellung des Ventils, also bei der Stellung «, Oc1 dt
des Hebels ab cd der Hebel gk genau waagerecht
steht, also in der Stellung g kt sich befindet,
während der letztere bei der tiefsten Stellung des Ventils, also bei der Hebelstellung
«2 b C2 d% genau lothrecht, also in der
Stellung g k± steht. Bezeichnen wir nun den
Neigungswinkel des Hebels g k mit a, die Entfernung des Schwerpunktes des Gewichtes D
vom Drehpunkt g mit r, so ist das Drehungsmoment, welches das Gewicht D auf die Axe g
ausübt, = D r sin a. Da aber der Winkel a
von o° bis 90 ° steigt, so wächst das Drehungsmoment von ο bis D r. Das Gewicht D wirkt
also auf die Axe g ähnlich wie eine Feder. '
Bezeichnet nun q den Querschnitt der oberen Fläche des Kolbens B in Quadratcentimetern,
p den Dampfdruck in Kilogrammen pro Quadratcentimeter, welcher in dem Kochkessel herrscht,
ί den Radius des unteren und t den Radius des oberen Kreisbogenstückes, bis zur Mitte
der Banddicke gerechnet, endlich u die Länge des Hebelarmes α b, so ist, da die aus der
Schwere der Hebel, des Kolbens, des Ventils etc. in Bezug auf den Drehpunkt b sich ergebenden
Drehungsmomente durch die Schwere des Gegengewichtes E von vornherein ausgeglichen
werden sollen, Gleichgewicht vorhanden,
wenn p q u ■= D r sin a— ist,
also D r sin a = p q u —.
Ist nun /j der höchste Dampfdruck, welcher
in dem Kochkessel etc. stattfinden soll, so ist nur erforderlich, dafs für p, der Winkel α = 900
oder sin a = 1 wird, weil alsdann das Ventil
ganz geschlossen ist; es ist also Dr=^p1 qu —
zu machen. Durch ein Verschieben des Gewichtes D auf den Hebel g k, also durch Verändern
von r, läfst sich die Vorrichtung, da D, q, u, s und / constant sind, mit Leichtigkeit
und Sicherheit für jede Gröfse von pt einstellen,
wofür eine auf dem Hebel gk angebrachte Scala ein einfaches Mittel darbietet.
So lange also in dem Kochkessel etc. die Siedetemperatur noch nicht erreicht ist, also
nur -der Atmosphärendruck herrscht, wird das Gewicht D auf dem tiefsten Punkte hängen,
das Ventil ganz geöffnet sein und der Dampt ungehindert hindurchstreichen. Sobald aber in
dem Kessel der Druck sich einzustellen beginnt, fängt das Ventlil an, sich allmälig zu
schliefsen, um bei dem Druck P1 ganz geschlossen
zu sein. Durch die Wahl des Kolbenquerschnitts q kann man der Vorrichtung jede
gewünschte Empfindlichkeit geben.
Die Stopfbüchsenreibung der Kolbenstange läfst sich erforderlichenfalls dadurch beseitigen,
dafs man die Stange nach unten aus dem Cylinder C herausgehen läfst, wo keine Stopfbüchse
erforderlich ist, und durch Vermittlung eines kleinen Kreuzkopfes und zweier nach
oben gehender Lenkerstangen die Verbindung des Kolbens mit dem Hebel abcd herstellt.
Anstatt auf den im Cylinder verschiebbaren Kolben könnte man den Dampfdruck auch auf
eine Membran wirken lassen, welche man mit dem Hebel bei α in Verbindung setzt, wodurch
die ReibungsAviderstände noch etwas vermindert würden, jedoch würde die Vorrichtung dann
häufigeren Reparaturen unterworfen sein.
Das Ventil fängt nicht eher an, sich zu schliefsen, bis in dem Kochgefäfs wirklich
Druck vorhanden ist. Die Belastung ist sehr leicht zu controliren, und eine Veränderung in
der Belastung kann ohne ein Verstellen des Gewichts niemals eintreten. Das Ventil wird
sich mit dem Steigen des Druckes allmälig schliefsen und sich umgekehrt allmälig öffnen.
Claims (3)
1. Die aus der Zeichnung und Beschreibung ersichtliche Art und Weise der Bewegung
des Ventils durch den reducirten Dampf, also namentlich die Einrichtung, dafs der
Kolben oder die Membran, auf welche der reducirte Dampf wirkt, in einem von dem Innern des Ventils vollständig getrennten
Cylinder angebracht ist, so dafs nicht unbedingt der direct nach dem Durchgang durch das Ventil herrschende Dampfdruck
das Schliefsen des Ventils veranlafst.
2. Die Art und Weise der Gegenbelastung des Kolbens durch ein Gewicht, welches infolge
der gezeichneten und beschriebenen Hebelverbindungen in ähnlicher Weise wirkt wie
eine Feder.
3. Die ganze Vorrichtung in ihrer aus der Zeichnung und Beschreibung ersichtlichen
Construction und Zusammenstellung.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE5545C true DE5545C (de) |
Family
ID=34715499
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT5545D Active DE5545C (de) | Dampfdruck-Reduzirventil |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE5545C (de) |
-
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- DE DENDAT5545D patent/DE5545C/de active Active
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