DE554249C - Abspann- und Verbindungsklemme, insbesondere fuer Stahl-Aluminium-Leitungen - Google Patents
Abspann- und Verbindungsklemme, insbesondere fuer Stahl-Aluminium-LeitungenInfo
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Description
Die Festhaltung der Stahl-Aluminium-Leitungen
in den Abspann- und Verbindungsklemmen bereitet Schwierigkeiten, da bei diesen Leitungsseilen zwei Materialien von sehr
verschiedenartigen Eigenschaften kombiniert sind. Bei Stahl-Aluminium-Leitungen besteht
der Kern aus einem oder mehreren Stahldrähten von großer Härte und hoher Festigkeit.
Diese dienen vorwiegend zur Übertragung des mechanischen Leitungszuges. Darüber sind eine oder mehrere Lagen Aluminiumdrähte
angeordnet, die verhältnismäßig weich sind und eine geringe Festigkeit haben. Sie
dienen hauptsächlich zur elektrischen Strom-Übertragung. Die Schwierigkeit bei der Festhaltung
solcher Seile besteht darin, daß der nötige Reibungsdruck durch die äußeren, weichen Aluminiumdrähte hindurch auf die
harten Stahldrähte übertragen werden muß, wobei der spezifische Druck eine bestimmte
Größe nicht überschreiten darf, da sonst die Aluminiumdrähte über ihre Fließgrenze hinaus
gedrückt werden und infolgedessen ausweichen.
Es sind Abspannklemmen und Verbinder für Stahl-Aluminium-Seile bekannt, bei denen
sowohl die Stahldrähte als auch die Aluminiumdrähte getrennt durch Klemmkonen festgehalten
werden. Diese Ausführung ergab zwar sehr gute Festigkeitswerte, die Montage war indessen schwierig und stellte hohe Anforderungen
an die Geschicklichkeit der Arbeiter. Bei einer anderen bekannten Ausführung wird die Festhaltung der Stahl-Aluminium-Seile
in den Klemmen durch von außen wirkende Klemmorgane bewirkt, und zwar in der Weise, daß das Seil durch eine größere
Anzahl Klemmdeckel mittels Schrauben oder ähnlicher Mittel wellenförmig in den Klemmkörper
gepreßt wird. Diese Ausführung ist in der Herstellung und Montage verhältnismäßig
einfach, hat aber den großen Nachteil, daß das Seil bereits beim Eintritt in den
Klemmkörper stark deformiert wird und infolge auftretender Kerb- und Quetschwirkung
weit unter seiner wirklichen Bruchfestigkeit reißt. Es kann bei Verwendung derartiger
Klemmen nur ein Teil der Seilfestigkeit ausgenutzt werden.
Die zuletzt beschriebenen Klemmen haben den Nachteil, daß zur Erzielung genügender
Klemmfestigkeit die Längen der Klemmen verhältnismäßig groß sein müssen, und daß
bei der auftretenden Kerb- und Ouetschwirkung die Festigkeit der Leitungsseile beeinträchtigt
wird.
Man hat auch bereits versucht, diese Schwierigkeiten dadurch zu beseitigen, daß
die Aluminiumdrähte und die Stahldrähte getrennt geklemmt wurden, wobei es nötig war,
die letzteren aus dem Seil herauszuführen. Die Festhaltung des Aluminiummantels erfolgte
bei diesen bekannten Ausführungen durch Klemmhülsen, die der Stahlseele entweder
ebenfalls durch Klemmhülsen oder durch Klemmkeile. Der Nachteil dieser Konstruktion
bestand darin, daß es sehr schwierig war, die Stahlseele aus dem Seil heraus-
zunehmen, und daß die Leitung nicht als Ganzes weitergeführt werden konnte, sondern
abgeschnitten werden mußte.
Bei den Abspann- und Verbindungsklemmen nach vorliegender Erfindung werden
ebenfalls Klemmdeckel und ähnliche Mittel zur Festhaltung benutzt, jedoch werden die
vorgenannten Nachteile durch geeignete Anordnung und Ausbildung der Klemmorgane ίο vermieden.
Das Neue und Eigentümliche der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß das .unter
Zugspannung stehendeLeitungsseil bei seinem Eintritt in den Klemmkörper durch Klemm-X5
organe festgehalten wird, welche den Reibungsdruck auf das Seil mit großen Berührungsflächen
und geringem Flächendruck erzeugen, und daß das so zum Teil schon zugentlastete Seil dann durch Klemmorgane festao
gehalten wird, die auf das Leitungsseil eine starke Flächenpressung, möglichst verbunden
mit kräftiger Deformation, ausüben. Die praktische Ausführung dieser Erfindung kann
in verschiedener Weise erfolgen; beispielsweise derart, daß das Leitungsseil beim Eintritt
in den Klemmkörper zuerst durch Klemmschalen mit glatter oder nur wenig gerauhter Bohrung möglichst auf seiner ganzen
Oberfläche umfaßt wird, und daß das so zugentlastende Seil durch das Aufpressen gewölbter
oder kurvenförmig gestalteter Deckel eine wellenartige Verformung erfährt.
Der Gegenstand der Erfindung ist an verschiedenen Anwendungsbeispielen auf der
Zeichnung in Abb. 1 bis 7 dargestellt, und zwar zeigt
Abb. ι eine Endabspannklemme, Abb. 2 dieselbe Klemme im Schnitt,
Abb. 3 eine Abspannklemme mit Seilablenkung,
Abb. 4 eine Verbindungsklemme in der Seitenansicht, teilweise geschnitten,
AbB. 5 denselben Verbinder in der Draufsicht,
Abb. 6 eine weitere Ausführung einer Verbindungsklemme in der Draufsicht,
Abb. 7 dieselbe Ausführung in der Seitenansicht.
Die Abspann- und Verbindungsklemmen nach der vorliegenden Erfindung bestehen aus
dem muldenförmigen Klemmkörper a, der zur Aufnahme der Klemmschalen b und der
Klemmdeckel c dient. Der Klemmkörper a besitzt eine durchgehende Rille, die an der
Stelle d geradlinige Form besitzt, während die Stelle e eine wellenförmige Gestaltung erhält.
Zur Festhaltung des Leitungsseiles f dienen die Klemmschalen b sowie die Klemmdeckel c.
Die Klemmschalen b sind zweiteilig und erhalten eine Bohrung, die möglichst genau dem
Seildurchmesser angepaßt wird; diese Bohrung ist entweder glatt oder leicht gerauht.
Die außenliegenden Aluminiumdrähte des Stahl-Aluminium-Seiles f werden von diesen
Klemmschalen mit großen Berührungsflächen umfaßt. Die Klemmdeckel c sind einteilig und
auf der dem Leitungsseil f zugekehrten Seite bogenförmig gestaltet; sie drücken das Seil
wellenförmig in entsprechende Vertiefungen des Klemmkörpers. Zum Aufpressen der Klemmschalen b bzw. der Klemmdeckel c
werden Schrauben g oder ähnliche Mittel benutzt.
Erfindungsgemäß wird das Stahl-Aluminium-Seil
/ in den Abspannklemmen und Verbindern in der Weise festgehalten, daß die
unter Zugspannung stehende Leitung bei ihrem Eintritt in den Klemmkörper α von
einer Anzahl Klemmschalen b mit kleinem Flächendruck, aber mit großen Berührungsflächen
umfaßt wird. Hierdurch wird ein größerer Teil der Zugspannung, ohne daß das Seil eine Quetschung oder Deformation erfährt,
auf den Klemmkörper α übertragen. Die so zum Teil schon zugentlastete Leitung
wird dann durch die Klemmdeckel c mit hohem Flächendruck bzw. unter erheblicher
Deformation stark in die wellenförmige Rille gepreßt, wobei der restliche Leitungszug auf
den Klemmkörper α übertragen wird.
Die Anzahl der Klemmschalen b bzw. der Klemmdeckel c wird nach den Festigkeitswerten des Seiles bestimmt. Die Klemmdeckel
c drücken entweder direkt auf den Stahlkern des Stahl-Aluminium-Seiles, nachdem
die außenliegenden Aluminiumdrähte entfernt worden sind (Abb. 1 und 2), oder sie
drücken von außen über den Aluminiummantel auf den Stahlkern des Seiles (Abb. 3, 4
und S).
In Abb. ι und 2 ist eine Endabspannklemme
in Ansicht und Längsschnitt dargestellt; die Festhaltung des Seiles erfolgt durch
die beiden Klemmschalen b, die das Seil von außen umfassen, und die beiden Klemmdekkel
c, die nur auf den Stahlkern drücken. Der Klemmkörper© ist mit Gabel und Bolzen I
versehen.
Eine Abspannklemme für ein durchgehendes Leitungsseil ist in Abb. 3 dargestellt; bei
dieser Ausführung drücken sowohl die Klemmschalen b als auch die Klemmdeckel c
auf den äußeren Seilumfang, da die stromführenden Aluminium drähte nicht unterbrochen
werden dürfen.
Bei der Ausführung nach Abb. 3 für eine Abspannklemme mit Seilablenkung liegen die
Klemmschalen mit großen Berührungsflächen auf der einen Seite und die Klemmdeckel mit
kleinen Berührungsflächen auf der anderen Seite des Ablenkungsbogens des Seiles.
Hierdurch wird der Vorteil erzielt, daß die Gewichtsverteilung der Klemmen günstiger
ist, indem der Schwerpunkt der Gewichtsbelastung näher an den Drehpunkt der Klemmen
herangerückt ist, wodurch wieder die Biegungsmomente bzw. die Bewegungskräfte bei schwingender Leitung kleiner werden.
In Abb. 4 ist eine Verbindungsklemme in Seitenansicht bzw. teilweisem Schnitt und in
ίο Abb. 5 dieselbe Klemme in Draufsicht gezeigt.
Sowohl die ankommende als auch die fortführende Leitung/ stehen unter gleich großer Zugspannung. Es werden daher beide
Seile beim Eintritt in den Klemmkörper zunächst von zweiteiligen Klemmschalen umfaßt.
In der Mitte des Klemmkörpers sind die Klemm deckel c angeordnet; dieselben
drücken die Seilenden in die wellenförmigen Vertiefungen des Klemmkörpers.
Eine besonders einfache Anwendung des Erfindungsgedankens stellt die Verbindungsklemme nach Abb. 6 und 7 dar. Über die Seilenden
wird ein längeres, ovales Rohr geschoben, welches die beiden, nunmehr nebeneinanderliegenden
Seile möglichst eng umschließt. In bekannter Weise werden alsdann mittels geeigneter Werkzeuge auf den breiten oder
schmalen Seiten des ovalen Rohres eine Anzahl Vertiefungen eingedrückt, die zwischen
Rohrwand und Seil die Reibung so vergrößern, daß ein Teil des Leitungszuges von dem
ovalen Rohr von einem Seilende auf das andere Seilende übertragen wird. In der Mitte
des ovalen Rohres, also an einer Stelle, wo die Seile schon zum Teil zugentlastet sind,
wird durch zwei Klemmdeckel, die mittels Schrauben g zusammengepreßt werden, eine
starke wellenförmige Deformation des ovalen Rohres mit den darin befindlichen Leitungen
hervorgerufen und ein so starker Reibungswiderstand erzeugt, daß der restliche Seilzug
aufgenommen wird.
Abspannklemmen und Verbinder der beschriebenen Ausführung halten das Leitungsseil
mit einer Festigkeit, die derjenigen des Seiles annähernd gleich ist, so daß die Seilfestigkeit
ganz ausgenutzt werden kann. Hierbei wird der Vorteil erzielt, daß diese Festigkeit
erreicht wird ohne nachteilige Deformation der Leitung und ohne daß die Leitung abgeschnitten werden muß und ohne daß die
Stahlseele aus der Leitung herausgenommen zu werden braucht.
Selbstverständlich ist es möglich, die vorliegende Erfindung auch für andere als Stahl-Aluminium-Leitungen
zu verwenden, wie z. B. Kupfer- oder Reinaluminium-Leitungen.
Insbesondere ist sie für vieldrähtige Seile mit großem Durchmesser geeignet. Bei solchen
Seilen ist es sehr schwierig, den Druck der von außen angreifenden Klemmorgane mit
geraden Bohrungen in voller Größe auch auf die innenliegenden Drähte zu übertragen. Dieselben
werden nicht genügend gedrückt und ziehen sich bei Belastung durch. Nach der vorliegenden Erfindung können solche Seile
dadurch festgehalten werden, daß die äußeren Drähte durch die an sich bekannten Klemmorgane
mit geraden, zylindrischen Bohrungen gefaßt werden und daß ein anderer Teil des Seilendes durch Klemmdeckel in die wellenförmige
Rille des Klemmkörpers gepreßt wird. Dadurch ist es möglich, auch die inneren Drähte mit genügendem Reibungsdruck
festzuhalten. ■
Claims (3)
- Patentansprüche:■ i. Abspann- und Verbindungsklemme, insbesondere für Stahl-Aluminium-Leitungen, bei welchen das Leitungsseil durch Klemmdeckel oder Klemmschalen festgehalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß das unter Zugspannung stehende Leitungsseil bei seinem Eintritt in den Klemmen- körper durch Klemmorgane festgehalten wird, welche den Reibungsdruck auf das Seil mit großen Berührungsflächen und geringem Flächendruck erzeugen, und daß das so zum Teil schon zugentlastete Seil dann durch Klemmorgane festgehalten wird, die auf das Leitungsseil eine starke Flächenpressung, möglichst verbunden mit kräftiger Deformation, ausüben.
- 2. Abspann- und Verbindungsklemme nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die dem gespannten Leitungsseil zunächst liegenden Klemmorgane aus zweiteiligen Schalen bestehen, die das Leitungsseil auf annähernd seinem ganzen Umfange umfassen, während die das zum Teil bereits zugentlastete Seil aufnehmenden Klemmorgane auf der dem Leitungsseil zugekehrten Seite bogenförmig gestaltet sind und der Klemmkörper übereinstimmende Vertiefungen aufweist, in welche das Leitungsseil eingepreßt wird. ■
- 3. Abspannklemme mit Seilablenkung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmschalen mit großen Beruh- n0 rungsflächen auf der einen Seite und die Klemmdeckel mit kleinen Berührungsflächen auf der anderen Seite des Ablenkungsbogens des Seiles liegen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE554249T | 1930-07-11 |
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| Publication Number | Publication Date |
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ID=6564024
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|---|---|---|---|
| DE1930554249D Expired DE554249C (de) | 1930-07-11 | 1930-07-11 | Abspann- und Verbindungsklemme, insbesondere fuer Stahl-Aluminium-Leitungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE554249C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE962533C (de) * | 1950-11-29 | 1957-04-25 | Franz Wirschitz | Konusklemme zum Abspannen elektrischer Leitungsseile |
| DE1032804B (de) * | 1953-04-21 | 1958-06-26 | Siemens Ag | Stromschlaufe fuer Buendelleiter an Abspannmasten |
| DE1094836B (de) * | 1956-01-11 | 1960-12-15 | Electro Verre Siege Social L | Abspannklemme fuer elektrische Freileitungsseile |
-
1930
- 1930-07-11 DE DE1930554249D patent/DE554249C/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE962533C (de) * | 1950-11-29 | 1957-04-25 | Franz Wirschitz | Konusklemme zum Abspannen elektrischer Leitungsseile |
| DE1032804B (de) * | 1953-04-21 | 1958-06-26 | Siemens Ag | Stromschlaufe fuer Buendelleiter an Abspannmasten |
| DE1094836B (de) * | 1956-01-11 | 1960-12-15 | Electro Verre Siege Social L | Abspannklemme fuer elektrische Freileitungsseile |
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