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Hautstreck- und Hautpreßmaschine Die vorliegende Erfindung betrifft
eine Vorrichtung zum Ausstreichen von Leder auf einem Ausstreichbrett, wobei das
Leder nach dem Ausstreichen auf diesem Brett getrocknet «erden kann. Diese Ausstreichvorrichtung
bezweckt, die von Hand zu leistende Arbeit weitgehend auszuschalten. Dabei werden
auf jedem Ausstreichbrett zwei Häute bearbeitet, indem zunächst eine Haut auf einer
Seite des Brettes und. dann eine andere Haut auf der anderen Seite des Brettes ausgestrichen
wird.
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Eine derartige Arbeitsweise bietet eine Reihe von Vorteilen, die durch
die bisher bekannten Ausstreichmaschinen nicht erreicht wurden. Zunächst sind zur
Bearbeitung der gleichen Anzahl von Häuten nur halb so viele Ausstreichbretter erforderlich
wie bisher. Weiter wird die Erzeugung in der Zeiteinheit dadurch erhöht, daß die
Maschine nach der vorliegenden Erfindung in zwei Arbeitseinheiten die Rückseite
eines Ausstreichbrettes und die Vorderseite eines anderen Ausstreichbrettes gleichzeitig
bearbeitet. Hierdurch wird auch die Anzahl der erforderlichen Handgriffe wesentlich
verringert, Endlich ergibt sich aus der doppelseitigen Ausnutzung der Ausstreichbretter
beim Trocknen der Häute eine Raumersparnis, weil die Häute auf diese Weise in kleineren
Abständen voneinander aufgehängt oder gestapelt werden können.
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Nachfolgend sollen die Einzelheiten der für diese Arbeitsweise bestimmten,
den Gegeiistand der Erfindung bildenden Maschine beschrieben werden.
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In den Zeichnungen stellen dar: Abb. i eine Oberansicht der Maschine,
Abb. z einen Seitenriß, Abb. 3 einen senkrechten Schnitt durch eine der Ausstreicheinheiten
nach der Linie 3-3 der Abb. z, Abb. ¢ einen nach der Linie q.-¢ der Abb. 3 ausgeführten
waagerechten Schnitt, wobei Teile weggebrochen sind, Abb.5 die Einzelansicht eines
nach der Linie 5-5 der Abb. q. ausgeführten senkrechten Schnittes, wobei Teile weggebrochen
und Teile im Schnitt gezeichnet sind, Abb.6 eine Einzelansicht eines nach der Linie
6-6 der Abb. ¢ ausgeführten Schnittes, Abb. 7 eine Einzelansicht des Walzenantriebes,
Abb.8 eine Einzelansicht eines nach der Linie 8-8 der Abb. q. ausgeführten Schnittes,
Abb.9 eine Einzelansicht eines nach der Linie 9-9 der Abb. ¢ ausgeführten Schnittes,
Abb. io eine Oberansicht eines der Trägertische und der damit verbundenen Brettzuführungsvorrichtung,
wobei Teile weggebrochen sind, Abb. i i eine Seitenansicht dieses Tisches und der
Vorrichtung, wobei Teile weggebrochen und Teile im Schnitt gezeichnet sind, Abb.
1a eine Einzelendansicht eines der Tische und der mit ihm verbundenen Vorrichtung,
Abb.
13 eine Einzelansicht eines nach der Linie13-i3 derAbb.ioausgeführtenSchr@ittes,
Abb. i 4 eine Einzelansicht eines nach der Linie 14-1 4. der Abb. i i ausgeführten
Schnittes, Abb. 15 eine Einzelansicht eines nach der Linie 15-15 der Abb. io ausgeführten
Schnittes, Abb. 16 eine Einzelansicht eines nach der Linie 16-1 G der Abb. i o ausgeführten
Schnittes, Abb.17 einen Seitenriß der Antriebsvorrichtung für die Preß- 'und Streckwalze,
Abb. 18 eine Einzelansicht.
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Bei der gezeichneten Anordnung legt ein Arbeiter Il ein Ausstreichbrett
auf den ersten Tisch 2o und breitet eine Haut auf dem Brett aus. Wie weiter unten
beschrieben ist, wird das Brett mit der Haut dann von dem Tisch abgehoben und zu
dem Tisch 21 der ersten Ausstreichvorrichtung B befördert, wo die Haut selbsttätig
auf dem Brett ausgestrichen und dann zum Tisch 22 befördert wird. Arbeiter C und
D glätten schnell die Seitenteile, die etwa besonderer Aufmerksamkeit bedürfen,
drehen das Brett um und legen eine andere Haut auf die Oberseite des Brettes, das
darauf zum Tisch 23 der zweiten Arbeitseinheit E befördert wird, wo diese
Haut selbsttätig ausgestrichen und dann zum Tisch 24 weiterbefördert wird. Von da
kann die Haut auf -irgendeine geeignete Weise, z. B. durch einen Arbeiter F, entfernt
werden, der wiederum die etwa besondere Aufmerksamkeit erfordernden Seitenteile
glättet, bevor er das Brett von dem Tisch herunternimmt. Die selbsttätigen Bewegungen
der Arbeitseinheiten sind mit der Auflieferung der Haut synchron geregelt, und die
Arbeiter arbeiten gleichzeitig mit diesen Bewegungen. Dadurch wird gesteigerte Erzeugung
bei geringen Arbeitskosten erreicht.
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Die Arbeitseinheiten B und E sind im wesentlichen gleich; der Hauptantrieb
betätigt die erste Einheit B, die ihrerseits die zweite Einheit E antreibt,
so daß eine genaue Beschreibung der Einheit B für beide Einheiten genügt.
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Der gesamte Arbeitsgang jeder Einheit geht folgendermaßen vor sich:
Das Brett mit der Haut wird auf den Tisch 21 bzw. 23 befördert und durch die Hebevorrichtung
dieses Tisches so weit gehoben, bis die Haut zwischen dem Tisch und der längs einer
Richtung der Haut angeordneten Klemmstange 25 eingeklemmt ist. Zu dieser Zeit greift
die Dreh-, Preß- und Streckwalze 26 an die Haut an und bewegt sich vom mittleren
Abschnitt derHaut aus vorwärts, wobei sie diese Hälfte der Haut ausstreicht. Dann
senkt sich der Tisch, wird um i So' gedreht und wieder in Klemmstellung zur Stange
25 gehoben, die sich jetzt auf der anderen Hälfte der Haut befindet. Die Dreh-,
Preß- und Streckwalze 26 greift, -wie vorher, an die Haut an und bewegt sich vom
mittleren Abschnitt vorwärts, wobei sie die andere Hälfte der Haut ausstreicht.
Dann senkt sich der Tisch, führt eine Vierteldrehung aus und hebt sich wieder, bis
die Haut zwischen Tisch und Klemmstange 25 eingeklemmt ist. Die Klemmstange befindet
sich jetzt um 9o° gedreht auf der Haut. Die Preß- und Streckwalze 26 greift, wie
vorher, an die Haut an und bewegt sich wieder vom Mittelabschnitt der Haut vorwärts,
wobei sie die entsprechende Seite der Haut ausstreicht. Dann senkt sich der Tisch,
vollführt eine halbe Drehung und hebt sich wieder in Klemmstellung, worauf der Rest
der Haut ausgestrichen wird. Danach senkt sich der Tisch, dreht sich um eine Vierteldrehung
rückwärts und ist in der für die nächste Haut geeigneten Stellung. Die Haut wird
also von der Walze nach zwei Richtungen hin ausgestrichen. Die Walze streicht beispielsweise
zuerst Vorder- und Hinterteil der Haut aus; indem sie sich nacheinander von der
Mitte nach beiden Enden bewegt, und streicht dann beide Hälften der Haut aus, indem
sie sich von der Mitte nacheinander nach beiden Seiten bewegt. Durch diese Arbeitsweise
wird die Haut, die sich in feuchtem Zustande befindet, auf dem Brett ausgestrichen.
Im allgemeinen wendet man ein Klebemittel zwischen Haut und Brett an, das in geeigneter
Weise zugeführt wird, gewöhnlich durch Eintauchen der Haut in das Klebemittel vor
dem Aufbringen auf das Brett. Es wird dabei die ganze Oberfläche der Haut ausgestrichen,
aber in einigen Fällen müssen Seitenteile besonders geglättet werden, und dies wird
von einem der Arbeiter C und D schnell mit einem Glätter vorgenommen. Dann wird,
wie oben bemerkt, das Brett umgedreht, eine andere Haut wird auf die andere Seite
des Brettes gelegt, und die nächste Einheit E streicht diese Haut auf dem Brett
aus. Die Haut wird dann zum Arbeiter F befördert, der die wenigen Seitenteile, die
etwa besondere Aufmerksamkeit erfordern, glättet und die Haut aus der Maschine entfernt.
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In Abb. i und - 3 enthält jede der Einheiten B und E einen Rahmen
27 mit Leisten 28. Die Preß- und Streckwalze 26 hat eine Welle 29, die in einem
hin und her gehenden Wagen 3o gelagert ist, der seinerseits Seitenwände 31 und 31'
und Verbindungsstangen 32 enthält. Jede Wand 31 oder 31' hat eine Nut 33, die gleitbar
auf den Leisten 28 angeordnet ist. Die Wand 31 trägt Riemenscheiben 34 und 35, die
Welle 29 eine Riemenscheibe.36 und der Rahmen 27 Riemenscheiben 37 und 38. Ein Riemen
39 läuft über diese Scheiben (Abt. 1, 2, 5, 7 und 17). Mittels dieser Anordnung
dreht sich die Walze
26 hin und her, wenn sich der Wagen 30 vor-
und rückwärts bewegt. Ein Elektromotor 4o (vgl. Abb. i und 2), der unter dem Tisch
22 befestigt ist, hat eine Antriebswelle 41 mit einer Riemenscheibe 42, die durch
einen Riemen 43 mit einer auf einer Welle 45 sitzenden Scheibe ,44 verbunden ist
(vgl. Abb. 7). Auf dieser Welle 45 sitzt außerdem die Scheibe 38, die mit der zweiten
Einheit E verbunden ist. Die Welle trägt ferner noch eine Scheibe 46, die durch
einen Riemen 47 mit einer auf der Welle 49 sitzenden Scheibe 45 verbunden ist. Die
Welle 49 trägt außerdem die Scheibe 38 der .ersten Einheit B.
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Die unteren Teile der Wände 3 i und 31' (Abb. 3, 6, 17) sind mit Zahnstangen
5o versehen, die in Zahnräder 5 i eingreifen, die sich auf einer im Rahmen 27 gelagerten
Welle 52 befinden. Eine mit der Welle 41 des Motors 4o gekuppelte Welle 53 ist durch
ein geeignetes übersetzungsgetriebe 54 zur Verminderung der Geschwindigkeit mit
einer Welle 55 verbunden (Abb. i bis 4). Diese Welle hat ein Kegelrad 56, das ständig
in die Kegelräder 57 und 58 eingreift (Abb. 4), die lose auf einer Hohlwelle 59
angebracht sind. Diese Hohlwelle ist gleitbar befestigt, jedoch mittels eines Längskeiles
6o auf die Welle 52 aufgekeilt (Abb. 3). Diese Hohlwelle trägt eine Kupplungsscheibe
61, deren Oberflächenvorsprünge in entsprechende Vertiefungen der Kegelräder 57
und 58 eingreifen können. Wird die Hohlwelle 59 so verschoben, dah die Scheibe 61
in das Rad 57 eingreift, dann dreht sich die Welle 52, und der Wagen 30 wird
durch die Zahnstangen 5o in einer Richtung bewegt, während die entgegengesetzte
Bewegung eintritt, sobald die Zahnscheibe 61 in das Rad 58 eingreift. Die Zahnscheibe
61 hat eine ringförmige Nut, in der eine Umstellgabel62 arbeitet. Diese Gabel hat
einen auf einer festen Welle 64 angeordneten Wellenteil 63 (Abb.4 und 5).
Ein an dem Teil 63 befindlicher Arm trägt einen Stift 65, der in einem geeigneten
Schlitz 66 in einem Ansatz 66' einer Zahnstange 67 arbeitet. Die Zahnstange 67 ist
in einem Leitgehäuse 68 befestigt und trägt eine Rolle 69,
die mit einer der
auf einer Welle 71 befestigten Scheiben 70 in Berührung steht. Diese Welle
71 wird daaernd in derselben Richtung getrieoen von einem Zahnrad 72, das an der
Nabe des Kegelrades 57 befestigt ist und in das Zahnrad 73 eingreift. Die Scheibe
70 verschiebt die Zahnstange 67 jeweils am Schlusse jeder Halbdrehung der
Maschine, und die genannte Stange verschiebt die Scheibe 61 in ähnlicher Weise durch
den Schlitz 66, den Stift 65 und die Umstellgabel 62, wodurch die Walze 26 der Einheit
B gegen den Tisch 21 vor und zurück bewegt wird. Die Welle 52 der Einheit B trägt
ein Kegelrad 74, das in ein auf einer Welle 76 befindliches Kegelrad 75 eingreift.
Dieses ist in ähnlicher Weise durch Kugelgetriebe mit der Welle 52 der Einheit
E verbunden, so daß der Walzenwagen dieser Einheit gleichförmig mit dem Walzenwagen
der Einheit B bewegt wird.
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Der Tisch 2 i (vgl. Abb. 6) hat einen rohrförmigen Teil
77, der gleit- und drehbar in einem Lager 78 in einem Stehlager 79 befestigt
ist. In diesem rohrförmigen Teil ist eine Hohlwelle 8o befestigt, die an ihrem oberen
Ende einen Flansch 8 i oder andere Mittel zum Heben oder Senken des Tisches trägt.
Die Welle 8o ist gleitbar auf einer festen Welle 82 angeordnet und hat unten einen
ringförmigen Flansch 83, über den ein anderer Flanschring 84 greift. Dieser ist
nachstellbar durch ein Gewinde mit einer L'berwurfmutter 8 5 versehen, mit der er
in der richtigen Einstellung durch eine Stellschraube 86 fest verbunden ist. Eine
Feder 87, deren Spannung durch Drehen der Muttern 84 und 85 eingestellt wird, ist
zwischen der Mutter 85 und dem Flansch 83 eingeschaltet und gestattet eine nachgebende
Bewegung des Tisches. Die ganze oben beschriebene Anordnung kann sich auf einem
Kugellager 88 um die Welle 82 drehen. Das Kugellager ruht auf einer iberwurfmutter
89, die die Welle 82 umgibt und durch ein Gewinde nachstellbar mit einer Mutter
go verbunden ist, an der sie in der richtigen Stellung durch eine Stellschraube
9 i befestigt wird. Die Stellung der Muttern 89 und 9o gegeneinander bestimmt die
Stellung des Tisches gegen die Walze 26. Die Mutter 9o hat ein rohrförmiges Endego',
das in ein Joch 92 eingreift. Die Arme des Joches 92 erstrecken sich durch Öffnungen
in dem Stehlager hinauf und tragen Rollen 92' (vgl. Abb. 3, 5 und 8), die. in senkrecht
angeordneten Führungsschlitzen 93 angebracht sind. Die Achsen dieser Rollen sind
je mit einer Stange 94 verbunden, die an ihrem anderen Ende 95 durch Zapfen mit
als Teil von Zahnbögen 97 ausgebildeten Armen 96 verbunden sind. Jeder Zahnbogen
schwingt um einen Zapfen 98 und greift in die Zähne der Zahnstangen 67 ein. Jede
dieser Stangen trägt, wie oben im Zusammenhang mit einer der Stangen beschrieben,
eine Rolle 69, die mit der auf der Welle 71 befindlichen Scheibe 70 in Berührung
stehen. Diese Scheiben verursachen also eine abwechselnde Auf- und Abwärtsbewegung
des Tisches 21 gleichzeitig mit der Hinundherbewegung des ;Wagens. Wenn also die
Walze z6 zur Tischmitte geht (Abb. 5), wird der Tisch 21 gesenkt, und wenn
die Walze ihre Rückbewegung beginnt, hebt sich der Tisch. Beim Heben des Ausstreichbreites
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wird die darauf befindliche Haut r oo zwischen den Tisch und die Klemmstange 25
eingeklemmt, die ihrerseits gleitbar in einem Leitrahmen r o r angeordnet ist und
an jedem Ende durch Federn rot nachgebend gegen die Haut gedrückt wird. Das Heben
und Senken des Tisches der zweiten Einheit findet auf gleiche Weise statt, und der
Antrieb für seine Zahnstangen 67 von der Scheibe 7o aus wird durch Stangen 103
erreicht, die die Zahnstangen verbinden und eine Öffnung r04 haben, um der Welle7r
Spielraum zu geben. Das Gewicht jedes Tisches wird vorzugsweise zum Teil aufgewogen
durch Gegengewichte 105, deren jedes durch ein über eine Rolle rollaufendes Kabelseil
roh mit einem der Arme des Joches 92 verbunden ist (Abb.5 und 8).
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Abb.4, 6 und 8 zeigen die Drehvorrichtung für die Tische. Sie umfaßt
eine genutete Scheibe ro8 (vgl. besonders Abb. 6), in deren Nut eine Rolle rog läuft.
Diese Rolle befindet sich zwischen den Enden eines Hebels r i o, der an einem Zapfen
r r r gelagert und an seinem oberen Ende durch eine Stange r 12 mit einer Zähnstange
r 13 der :ersten Einheit und durch eine Stange 114 mit einer ähnlichen Zahnstange
r 13 der zweiten Einheit verbunden ist- Jede Zahnstange r 13 ist in
einem als Teil des Stehlagers ausgebildeten Leitgehäuse r 15 angeordnet und
greift in ein zu dem -rohrförmigen Teil 77 des Tisches gehörendes Zahnrad 116 ein
(vgl. auch Abb. 8). Die Scheibe ro8 ist auf eine Hohlwelle 117 aufgekeilt
(Abb. 3 und 4), die lose auf der Welle 7 r angeordnet ist und ein auf sie aufgekeiltes
Innenzahnrad 118 trägt. Dieses greift in ein Zahnrad r r9 :ein; das auf einer Achse
gelagert ist, die von einer festen Stütze r 2o getragen wird. Das Rad r 19
greift seinerseits in ein auf die Welle 71 auf gekeiltes Rad 121 :ein. Diese
Anordnung ermöglicht eine Übersetzung im Verhältnis ¢ : r zwischen den Wellen 71
und 117. Die vier Drehbewegungen des Tisches werden durch eine einzige Umdrehung
der Scheibe r o8 ausgeführt. Wenn sich die Scheibe ro8 (Abb. 6) im Uhrzeigersinn
von der in Abb'. 6 gezeichneten Stellung um 9o° in eine Stellung bewegt, bei der
der Teil 122 an der Rolle r o9 vorbeigeht, so bewegt sich die Zahnstange r 13
und dreht den Tisch um r8o°. Dann geht der Teil 123 an der Rolle r o9 vorbei, und
die Zahnstange r 13
dreht den Tisch um weitere 9o°. Dann geht der Teil 124
an der Rolle vorbei, und die Zahnstange bewegt sich rückwärts und dreht den Tisch
um r8o° zurück. Schließlich geht der Teil r25 an der Rolle vorbei, und die Zahnstange
bewegt sich um die restlichen 9o° zurück und bringt den Tisch in die Ausgangsstellung.
Die Steuerungsnut der Scheibe ro8 hat eine derartige Gestalt, daß diese Drehbewegungen
nur dann stattfinden, wenn sich der Tisch in Tiefstellung befindet. Die kreissegmentförinigen
Teile der Steuerungsnut verhindern den Tisch an Drehbewegungen, solange er sich
in Hochstellung befindet. Die Streck- und Preßwalze macht also vier Gänge über die
Haut, während die Scheibe ro8 eine vollständige Umdrehung macht, und bewirkt so,
wie oben beschrieben, das Ausstreichen der Häute auf dem Brett nach vier Richtungen.
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Im folgenden wird die Vorrichtung zum Befördern der Bretter und Häute
durch die Maschine beschrieben.
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Aus Abb. r ist -ersichtlich, daß jeder Tisch zwei Reihen radial angeordneter
Schlitze i 3o hat und daß sich an jeder Seite jedes Tisches ein Rahmenglied
131 befindet. Alle Rahmenglieder sind durch längs der Maschine laufende Stangen
r32 und durch Querverbindungsstangen 133 an beiden Maschinenenden zu einer
Trägereinheit verbunden. In Abb.3 und 9 bis 13 einerseits und in Abb. 16
anderseits erstreckt sich ein Finger 134 von jedem Ende eines jeden Rahmengliedes
nach innen und arbeitet unter, durch und über einem der Schlitze 13o. Die Stangen
132 tragen Rollen r35, die in Abständen voneinander auf den waagerechten
Teilen von Schienen 136 laufen (Abb. r, i o, 12). Sie tragen außerdem Rollen 137
(Abb. ro), die in Abständen voneinander auf den senkrechten Teilen der Schiene 136
laufen, um seitliches Ausweichen zu verhindern. Die Trägereinheit wird, während
die Finger 134 über oder unter den Tischen sind, mittels genuteter Scheiben 138
(Abb. 9) hin und her bewegt, die auf der Welle r 17 befestigt sind und eine in die
Nut eingreifende, von einer Stange 140 getragene Rolle 139 führen. Die Stange ist
gleitbar in einer Führung 141 gelagert und hat "einen als Zahnstange ausgebildeten
Teil 42, der in ein auf einer schwingenden Welle 144 befindliches Zahnsegment 143
eingreift. Die schwingende Welle trägt einen Hebel 145, der durch eine Stange 1,16
(Abb. 2, 11) mit einer genuteten Rolle 147 verbunden ist (Abb. r r, 14). Diese Rolle
gleitet zur Verringerung des Seitendruckes auf einer festen Schiene 148 und greift
in einen senkrecht angeordneten Schlitz 149, der sich in einer am Vorderende des
Trägers 132 befestigten Stütze 15o befindet. Die Finger 134 werden durch die Hebe-
und Senkbewegung der Schienen 136 zeitweilig gehoben und gesenkt. Denn längs der
Maschine sind (vgl. Abb. r r) in angemessenen Abständen auf jeder Seite Stützen
15 r angebracht, und in jeder Stütze ist ein Winkelhebel r52 (Abb. 12) durch
Zapfen befestigt. Ein Arm jedes Winkelhebels 152 trägt eine
Rolle
153, die mit der Unterseite der Schiene 136 in Verbindung gebracht werden kann,
und der andere Arm ist verbunden mit einer Stange 154, die sich längs der Maschine
erstreckt. Die Stange 154 ist an jeder Seite der Maschine durch einen Kurbelarm
155 ,mit einer Welle 156 verbunden, die einen Hebelarm 157 trägt, der seinerseits
durch eine Stange i 58 mit einem Hebel 159 verbunden ist. Dieser Hebel 159 (Abb.
4, 6) ist bei i 6o durch einen Zapfen befestigt und trägt eine Rolle 161, die mit
einer auf der Achse i 17 sitzenden Scheibe 162 in Berührung steht.
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Das Gewicht jedes Ausstreichtisches bewirkt, daß die Rollen 69 an
den Scheiben 70 anliegen, und das Gewicht der Schienen 136
und der damit verbundenen
Trägereinheiten bewirkt, daß die Rolle 161 mit der Scheibe 162 in Verbindung
bleibt (vgl. Abb. 6).
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Die Stützen für die festen Tische 2 i, 22 und 2,1 bestehen nach Abb.
io und 13 aus einem mittleren Gußstück 163, das in jedem Fall mit sich einwärts
erstreckenden Doppel-T-Eisenstangen 164 verbunden ist. Diese Stangen sind an ihren
äußeren Enden mit Stützen 165 und 166 verbunden, die am Hauptrahmen. der Maschine
befestigt sind. Die Finger 134 arbeiten über diesen Stangen 164 (Abb. 16).
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Zur genauen Führung der Schienen 136 bei diesen Auf- und Abwärtsbewegungen.
sind längs der Maschine in Abständen Stützen 167 angebracht, wie aus Abb. i o, 15
und 18 ersichtlich. Jede Stütze 167 ist mit einem senkrecht angeordneten Schlitz
168 versehen, in dem eine Rolle 169 läuft. Diese Rolle wird von einer Platte 170
getragen, die an der Schiene 136 befestigt ist.
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Es bewegen sich, wenn die Schienen 136 durch die Scheibe 162 gehoben
werden, die Finger 134 jeder Trägereinheit aufwärts durch die Schlitze
130 im Tisch, mit dem diese Einheit verbunden ist, und weiter über den Tisch,
indem sie das vorher auf den Tisch gelegte Ausstreichbrett über den Tisch nach oben
bewegen. Dann bewirkt die Scheibe 138 (Abb. 9) eine Drehung der Welle 144 und des
Hebels 145 und durch die Stange 146 eine Bewegung des Trägers gegen das Ablieferungsende
der Maschine hin, bis die Finger 134, die ursprünglich im Tisch 2o lagen, mit den
Schlitzen 13o im nächsten Tisch 21 zusammenkommen und die anderen Finger jeder Einheit
entsprechend mit den Schlitzen in den Tischen der nächsten Einheit. Dann senken
sich die Schienen 136, und die Finger 134 bewegen sich abwärts durch die Schlitze
in den Tischen, wobei sie die Ausstreichbretter in ihrer neuen Stellung niederlegen
und schließlich in tieferer Stellung in ihre Ausgangslage zurückkehren und zum nächsten
Beförderungsgang bereit sind. Es wird also das Ausstreichbrett mit der Haut oder
den Häuten darauf Schritt für Schritt von einem Tisch zum nächsten befördert, bis
das Ausstreichbrett mit den ausgestrichenen Häuten auf beiden gegenüberliegenden
Seiten durch die letzte Trägereinheit von Tisch 24 abgeliefert wird. Die Aufwärtsbewegung
der Finger 134 durch die Tische findet zu derselben Zeit statt, in der die Tische
21 und 23 nach Beendigung des letzten Arbeitsganges der Walzen 26 gesenkt werden.
Es wird bemerkt, daß der gesamte Hub dieser Tische, der nötig ist, um sie gegen
die Walzen 26 in Arbeitsstellung zu bringen, größer ist als der Hub der Finger 134,
so daß der Spielraum zwischen den Walzen 26 und den Brettern auf den Trägern 132
deren Bewegung gestattet. Sobald sich der Tisch über die Höhe der gehobenen Finger
senkt, bewegen sich die Träger 132 nach rechts (Abb. i). Zu dieser Zeit dreht sich
der Tisch gerade um die letzten 9o° und kehrt in seine Anfangsstellung zurück. Wenn
sich dann die Tische 21 und 23 heben, senken sich die Finger 134, so daß die Ausstreichbretter
mit den Häuten darauf auf den Tischen aufliegen, wenn die Tische in Klemmstellung
gehoben werden und die Walze 26 gerade mit ihrer Bewegung nach rechts beginnt. Hierbei
ist zu bemerken, daß dieser Arbeitsgang in der Zeit stattfindet, wo die Walzen 26
sich auf ihrem nicht arbeitenden Gang nach links bewegen.
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Diese Preß- und Streckwalzen 26 sind mit einer Mehrzahl von Schraubenblättern
171 versehen (Abb.3), die ähnlich den Zähnen eines Pfeilrades angeordnet sind. Infolgedessen
wird die Haut, wenn sich entgegen dem Uhrzeigersinn drehende Blätter an sie angreifen
und der Wagen 30 sich nach rechts bewegt (Abb. i), fortschreitend in Längs-und
Querrichtung von der vorrückenden Walze. durch ihre ganze Länge hindurch gestre@ckt,
wobei es sich, entsprechend der Stellung des Tisches, entweder um die Breit- oder
um die Längsseite der Haut handeln kann.
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Bei der oben beschriebenen Maschine legt der Arbeiter A ein Brett
auf den Tisch 20 und breitet auf diesem Brett eine nasse Haut aus, während die Einheit
B eine andere Haut bearbeitet. Dann wird dieses Brett mit der Haut durch den Träger
zu der Einheit B befördert, und zu derselben Zeit wird das. Ausstreichbrett mit
der Haut, die gerade von der Einheit B ausgestrichen ist, durch den Träger zum Tisch
22 befördert. Während die Einheit B die zweite Haut ausstreicht, bringt der Arbeiter
,4 ein anderes Brett mit einer Haut in die Zuführungsstellung, und die Arbeiter
C und D glätten die Teile der ersten Haut, die etwa besondere Aufmerksamkeit erfordern,
drehen das Brett um und legen
eine andere Haut darauf. Während sich
%veiterhin das dritte Brett mit der Haut zur Einheit B bewegt, bewegt sich das zweite
Brett mit der schon ausgestrichenen Haut zum Tisch 22, und das erste Brett mit der
ausgestrichenen Haut auf der Unterseite und der anderen Haut auf der Oberseite bewegt
sich zur Einheit E hin. Sodann streicht die Einheit B die Haut auf d'em dritten
Brett aus, während die Einheit E die zweite Haut auf dem ersten Brett ausstreicht,
der Arbeiter A die vierte Haut vorbereitet und die Arbeiter C und D an dem dritten
Brett arbeiten. Beim nächsten Beförderungsgang wird das erste Brett mit den auf
beiden Seiten ausgestrichenen Häuten auf den Tisch 2q. gelegt und vom ArbeiterF
fertiggestellt und aus der Maschine entfernt, während ein Brett mit einer neuen
Haut von dem Arbeiter A vorbereitet und das vierte Brett mit der Haut darauf von
den Arbeitern Ü und D behandelt wird. Es befinden sich also fünf Ausstreichbretter
mit Häuten gleichzeitig im Kreislauf durch die Maschine.