DE551007C - Verfahren zum Nitrieren von Platten aus Zellstoffpappe unter gleichzeitigem Kuehlen - Google Patents

Verfahren zum Nitrieren von Platten aus Zellstoffpappe unter gleichzeitigem Kuehlen

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DE551007C
DE551007C DEP49905D DEP0049905D DE551007C DE 551007 C DE551007 C DE 551007C DE P49905 D DEP49905 D DE P49905D DE P0049905 D DEP0049905 D DE P0049905D DE 551007 C DE551007 C DE 551007C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B5/00Preparation of cellulose esters of inorganic acids, e.g. phosphates
    • C08B5/02Cellulose nitrate, i.e. nitrocellulose

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Description

  • Verfahren zum Nitrieren von Platten aus Zellstoffpappe unter gleichzeitigem Kühlen Es ist bereits bekannt, Cellulosepapier in der Weise zu nitrieren, daß das Papier vor der Einwirkung der Säure zerkleinert wird. Ferner ist es bekannt, ein nitrierfähiges Material aus Holzzellstoff in der Weise herzustellen, daß man getrocknete Zellstoffpappe satt aufrollt oder zusammenpreßt und die so gewonnenen Rollen oder Preßkörper mittels einer Holzzerkleinerungsmaschine zerkleinert. Man hat auch schon versucht, Platten im ganzen zu nitrieren: aber in diesem Falle müssen sie durchlocht werden. Auf Schnitzel oder auf vielfach durchlochte Platten kann jedoch die Säure nicht überall gleichartig einwirken, weil an vielen Stellen die Flüssigkeit von mehr Seiten herantritt als an anderen Stellen.
  • Ein weiteres bekanntes Verfahren besteht darin, daß man eine Zellstoffbahn von großer Länge auf maschinellem Wege durch das Nitrierbad hindurchführt und dabei die Bahn zwischen Saugwalzen hindurchlaufen läßt, welche Nitriersäure durch das Zellstoffmaterial hindurchsaugen. Dabei ist es unvermeidlich, daß die Stoffbahn fortgesetzt mit anderen Gegenständen, nämlich den Walzen, in Berührung kommt, was bei der Zerbrechlichkeit der teilweise nitrierten Bahn zu fortgesetztem Reißen und zu Betriebsstörungen führt. Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß -r. bei einer Temperatur unter z5° C, also sehr langsam gearbeitet werden muß, weil sonst die Reaktion die Neigung hat, Bewegungen in der Flüssigkeit hervorzurufen, bei denen die Zellstoffpappe sich werfen, in Stücke zerfallen und auf dem Boden des Behandlungsgefäßes ansammeln würde; das nitrierende Gemisch zur gesamten Fläche der Pappe überall gleichmäßig Zugang haben muß, widrigenfalls häufig an dell Stellen, wo wegen Berührung mit anderen Gegenständen keine ausreichende Wärmeabfuhr an die Flüssigkeit stattfindet, das Blatt sich erhitzt und eine Beschädigung eintritt, und 3. überhaupt jede Berührung mit anderen Gegenständen vermieden werden muß, da bei der großen Zerbrechlichkeit des Blattes während der ersten Nitrierungsstufen jede solche Berührung zum Abfallen von Teilstücken auf den Boden des Behälters Anlaß gibt, wo dann diese Stücke sich erhitzen und in anormale Produkte übergehen, auch Nitrodämpfe entstehen lassen, welche ihrerseits beim Emporsteigen durch die Flüssigkeit Wallungen hervorrufen.
  • Gemäß dem vorliegenden Verfahren werden vollständige Platten in derWeise nitriert, daß sie in ganz bestimmten Abständen voneinander gehalten werden und in einem geschlossenen Kessel zur Behandlung kommen, in welchem nicht allein das Nitrieren vorgenommen wird, sondern auch nach Ablassen der Nitriersäure das Auswaschen geschehen kann. Damit ist ein rascheres Arbeiten ermöglicht, und die erhaltenen Produkte sind gleichartiger, als es bei der bisherigen Methode möglich war.
  • Das übliche Nitrierbad (eine Mischung von Salpetersäure und Schwefelsäure) wird bei einer Temperatur benutzt, die immer unter i5° liegt. Die Zellstoffplatten werden bei möglichst gleichbleibender Temperatur eine bestimmte Zeit im Bad belassen.
  • Die Pappblätter aus Zellstoff, wie sie für die vorliegende Erfindung erforderlich sind, sind im Handel als dicke Platten, ähnlich wie Löschblattkartons und wie sie auch für die Herstellung von Viskose benutzt werden und die 4oo bis 5oo g pro qm wiegen, bekannt.
  • Diese Platten werden in bestimmten, gleichmäßigen Abständen voneinander im Bade gehalten. Diese bestimmte Abstandhaltung wird, wie Abb. i zeigt, in einem ähnlichen Gestell vorgenommen, wie es zum Auswässern photographischer Platten bekannt ist.
  • Eine andere Methode der Aneinanderreihung solcher Platten ist in Abb. 2 dargestellt. Hier besitzen die Blätter Öffnungen, und Glasstäbe tragen die Blätter in diesen Öffnungen, wobei jeweils ein gewisser Zwischenraum zwischen den einzelnen Blättern bleibt.
  • Diese nach der einen oder anderen Weise aufgereihten Blätter werden in Mengen von etwa 5o Stück zusammen verarbeitet. Jedes Blatt wiegt etwa ioo g, und die Nitrierung geschieht für alle Blätter gleichmäßig im selben Behälter. Die verwendeten Mengen sind -beispielsweise 30 kg, und nach der Nitrierung erhält man aus diesen 30 kg Blättern etwa 5o kg Nitrocellulose.
  • Die Behälter, worin die Nitrierung vor sich geht, können aus beliebigem, durch Säure nicht angreifbarem Metall bestehen, und zweckmäßig erfolgt die Arbeit in vollständig geschlossenem Gefäß, worin auch das Auswaschen erfolgt. Aluminium hat sich als sehr brauchbar gezeigt, da es gegen Säure sehr widerstandsfähig ist, und zwar sowohl gegen konzentrierte wie verdünnte Säuren.
  • Die Ausmaße dieser Behälter sind natürlich beliebig, ebenso wie auch die Art der Aufhängung der zu behandelnden Blätter.
  • Eine Ausführungsform der zu verwendenden Apparatur ist in Abb. 3 dargestellt. Der rechtwinklige Behälter A ist auf drei Seiten mit einem Mantel B umgeben, in welchem ständig ein Kaltwasserstrom durchläuft, der eine genaue Temperatur einhält. Oben ist der Behälter durch einen Deckel C abgeschlossen, der zweckmäßig aus gleichem Metall besteht und gut abgedichtet aufgelegt ist. In diesem Behälter A werden nun beispielsweise die auf den Glasstangen aufgereihten Blätter eingehängt, wobei die Glasstangen auf Konsolen D ruhen. In einem Kessel können mehrere Gruppen solcher auf zwei Glasstangen aufgereihter Blattreihen untergebracht werden. Der Deckel wird hiernach aufgesetzt, und eine Reihe von Anschlüssen erlaubt die Durchführung des Nitrierprozesses bei geschlossenem Deckel. Ebenso kann auch das Waschen bei geschlossenem Deckel vorgenommen werden.
  • Um den Nitrierprozeß einzuleiten, öffnet man den Hahn E, der die @Titriersäure aus dem höher liegenden Behälter F zuläßt. Man läßt so viel Nitriersäure zufließen, bis die Platten vollständig bedeckt sind. Wenn der Trichter G, durch welchen die Flüssigkeit in den Behälter gelangt, sich allmählich zu füllen beginnt, ist genügend Nitriersäure in dem Behälter, der Hahn E wird nun geschlossen und die Nitrierung beginnt.
  • Die Nitrierung soll sich bei gleichbleibender Temperatur von etwa i5° vollziehen. Die Dauer der Nitrierung kann nicht von vornherein festgesetzt werden, da sie von der Zusammensetzung und der Temperatur des Bades, welches man für die Nitrierung benutzt hat, abhängt.
  • Man erhält je nach der Stärke der Nitriersäure und den Arbeitsbedingungen verschiedene Nitrocellulose, und zwar mit io oder io,5 °/o Stickstoff. Das Nitrierbad kann beispielsweise enthalten: 62 °@o Schwefelsäure, 20 Salpetersäure, 18 °@o Wasser. Wenn man ein solches Bad anwendet, braucht man zur vollständigen Nitrierung des Zellstoffes ungefähr 12 Stunden bei einer Temperatur von i5° und ungefähr 2o Stunden, wenn man bei einer Temperatur von io bis i i ° arbeitet.
  • Man kann nach dem beschriebenen Verfahren auch z. B. den für Schießpulver geeigneten, mit 13 °/o Stickstoff nitrierten Zellstoff herstellen.
  • Die Ergebnisse unterscheiden sich nicht erheblich von denen, die mit Baumwolle erzielt werden.
  • Nach der Nitrierung wird, ohne den Deckel abzunehmen, das Bad abgelassen, indem man den Auslaßhahn L öffnet. Das Säuregemisch fließt durch die Röhre 1V1 ab und in den Behälter N, der unter dem Boden des Arbeitsraurnes gelagert ist. Das Bad wird alsdann analysiert und die Säure wieder auf die nötige Stärke gebracht, um alsdann wieder in den Behälter F gepumpt und von da aus zu einem weiteren Nitrierungsprozeß verwendet zu werden.
  • Ist der Behälter leer, so wartet man ungefähr eine halbe Stunde, um die nitrierten Blätter vollständig abtropfen zu lassen. Alsdann schließt man den Hahn I_ und schreitet zur Waschung.
  • Das Waschwasser wird durch die Röhre 0 und Hahn P in den Behälter gelassen und läuft durch das Ülberlaufrohr R ab. Dieses Ausspülen wird eine geeignete Zeit betrieben, bis schließlich das Ablaufwasser keinen wesentlichen Säuregehalt mehr aufweist. Man stellt alsdann das Waschen ein, schließt den Hahn P und leert den Behälter durch öffnen des Hahnes S.
  • Die Nitrierung ist alsdann beendet. Man hebt den Deckel C ab und nimmt die Blattreihen mit dem Gestell heraus.
  • Der auf diese Weise entleerte Behälter kann alsdann sofort für eine neue Nitrierung benutzt werden. Die nitrierten Platten werden in die Werkstätte gebracht, wo man sie in geeigneter Weise weiterbehandelt.
  • Durch die beträchtliche Widerstandsfähigkeit der nitrierten Zellstoffplatten halten sich dieselben selbst in kochendem Wasser längere Zeit. Man behandelt sie in ihrem Traggestell bis zum endgültigen Trocknen, das in einer luftleeren Wanne oder in irgendeinem sonst geeigneten Trockenapparat vollzogen wird.
  • Das Verfahren vermeidet die Verwendung gefährlicher und ungesunder Nitriertöpfe und verlangt keine Wärmeapparate für Säuren, keine besonderen Umlaufapparaturen, keine Entwässerungsturbinen usw. Die in irgendeine Flüssigkeit getauchten Zellstoffplatten halten nach Abtropfen nur noch wenig von der Flüssigkeit zurück, im Gegensatz zu den nitrierten Cellulosemassen, die nach anderen Verfahren gewonnen werden. Aus diesem Grunde ist auch ein Ausquetschen oder Auswringen unnötig und wird durch einfaches Abtropfen ersetzt, während die Platten noch in dem geschlossenen Gefäß bleiben.
  • Man kann nach dem beschriebenen Verfahren viel wirtschaftlicher als bei den bekannten Verfahren Nitrocellulose herstellen, und zwar in beliebiger gleichmäßiger Güte.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Nitrieren von Platten aus Zellstoffpappe unter Kühlung des Nitriergefäßes, dadurch gekennzeichnet, daß Zellstoffplatten solcher Größe in ein geschlossenes Gefäß so eingebracht werden, daß sie sich in gleichmäßigen Abständen voneinander befinden und daß sie von allen Seiten von der Nitrierflüssigkeit bespült werden, und daß nach beendigter Nitrierung die Nitrierflüssigkeit abgelassen wird und die nitrierten Platten in dem gleichen Gefäß ausgewaschen werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Platten, um sie im Nitriergefäß in gleichen Abständen voneinander zu halten, in geeignete Gestelle, wie sie z. B. für das Auswässern photographischer Platten üblich sind, eingestellt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die am oberen Ende mit zwei Löchern versehenen Platten an durchgesteckten Glasstäben, welche auf Konsolen im Nitriergefäß aufliegen, aufgehängt werden.
DEP49905D 1924-02-29 1925-02-28 Verfahren zum Nitrieren von Platten aus Zellstoffpappe unter gleichzeitigem Kuehlen Expired DE551007C (de)

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