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Verfahren und Vorrichtung zum mechanischen Herstellen von Glaskörpern,
die zur Weiterverarbeitung auf Ampullen dienen sollen Gegenstand vorliegender Erfindung
bildet ein Verfahren zur maschinellen Herstellung von Glaskörpern, die zur Weiterverarbeitung
auf Ampullen Verwendung finden. Das Verfahren gestattet die Herstellung dieser Glaskörper
in einem ununterbrochenen Arbeitsgange. Das Verfahren nach der Erfindung ist dadurch
gekennzeichnet, daß Glasröhren von abgepaßter Länge an geeigneter Stelle oder geeigneten
Stellen auf maschinellem Wege zu einer zylindrischen Zwischenröhre von geringerem
Durchmesser ausgezogen werden.
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Es sind Verfahren bekannt, mittels deren man Ampullen maschinell herstellen
kann; bei diesem Verfahren werden die Ampullenhälse zu einer konischen Röhre ausgezogen.
In den Fällen, wo eine zylindrische Zwischenröhre notwendig ist, wie z. B. bei Ampullen,
in welchen Salvarsan abgefüllt wird, war man bis jetzt darauf angewiesen, den zylindrischen
Mals an den Ampullenkörper anzusetzen oder aus einer dickwandigen Glasröhre, welche
dem Durchmesser des Halses entsprach, einen Ampullenkörper aufzublasen. Diese bekannten
Verfahren haben die folgenden Nachteile: Wird an einem Ampullenkörper ein Glasrohr
angesetzt, dann ist diese Ampulle in vielen Fällen an der angesetzten Stelle nicht
vakuumdicht. Naturgemäß entstehen an solchen angesetzten Stellen Spannungen, Haarrisse
und sonstige Undichtigkeiten. Bei einem anderen bereits bekannten Verfahren, nach
welchem aus einem dickwandigen Glasrohr ein Ampullenkörper aufgeblasen wird, ergeben
sieh zwei Nachteile. Der aufgeblasene Ampullenkörper ist in seinen Wandungen ungleichmäßig
oder durchweg zu dünn, und solche Ampullen halten zu einem großen Teil nicht die
mehrfachen Manipulationen, die dem Einfüllen vorausgehen, wie z. B. Auswaschen,
Trocknen, Sterilisieren usw. aus. Dagegen ist der Hals an solchen Ampullen zu dick,
und es macht erfahrungsgemäß dem Arzt große Schwierigkeiten, eine solche Ampulle
zu öffnen. Da in solchen Ampullen pulverförmige Arzneimittel, wie z. B. Salvarsan,
eingefüllt werden, ist es notwendig, mit dem Durchmesser des Halses nicht unter
ein bestimmtes Mindestmaß herunterzugehen, weil bei dem Einfüllen ein Trichterrohr,
das weit in den Ampullenkörper hineinragt, Verwendung finden muß. Durch dieses relativ
lange Trichterrohr soll vermieden werden, daß von der Arzneisubstanz kleine Teilchen
an dem Ampullenhals anhaften, die dann bei dem Abschmelzen zerstört und als Giftstoff
in der Substanz zurückbleiben würden.
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Dazu kommt, daß Ampullen nach den vorbeschriebenen Verfahren nur durch
Handarbeit hergestellt werden können, was sie naturgemäß sehr teuer macht.
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Nach dem Verfahren gemäß vorliegender Erfindung wird es möglich gemacht,
Ampullen herzustellen, bei denen der Ampullenkörper eine relativ starke Wandung
hat und der Ampullenhals und die Wandung des Ampullenhalses so berechnet werden,
daß ein leichtes Öffnen sich ermöglicht.
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Eine Maschine zur Ausführung des vorstehend beschriebenen Verfahrens
in einem
ununterbrochenen Arbeitsgange ist in den Fig. i bis g in
einer beispielsweisen Ausführung schematisch dargestellt. Fig. i zeigt die Maschine
in ihrem Hauptaufbau in einem Längsschnitt, Fig. a stellt die Transportvorrichtung
in Verbindung mit einem geeigneten Sammelbehälter dar. Fig. 3 zeigt einen Grundriß,
aus welchem die verschiedenen Formänderungen der zu bearbeitenden Glasröhre ersichtlich
sind. Fig, d. ist ebenfalls ein Grundriß, welche die Anordnung der zur Rotation
der Glasröhren bestimmten Rollen, den Antrieb derselben und die Anordnung der Transportbänder
erkennen läßt. In den Fig. 5 bis 9 sind Details dargestellt. Fig. io und
1a zeigen Ampullenformen, die aus den gemäß der Erfindung hergestellten Glaskörpern
aufgebaut werden können. Fig. i i zeigt, daß erfindungsgemäß der Herstellungsprozeß
der Glaskörper auch so gestaltet werden kann, daß bei Absprengen an den strichpunktierten
Stellen Glaskörper übrigbleiben, wovon die beiden äußeren sich für die Herstellung
von Kolbenampullen nach Fig. io und der mittlere Teil zur Herstellung einer Doppelampulle
nach Fig. 12 verwenden läßt. Der Arbeitsgang ist zunächst folgender (s. Fig. a)
Aus einem beliebig gestalteten Vorratsbehälter fällt die zu bearbeitende Glasröhre
in eine zweckmäßig federnd angeordnete Haltevorrichtung a des Transportbandes. Der
Antrieb des Transportbandes ist in bekannter Weise so ausgeführt, daß in diesem
Augenblick eine Ruhepause von entsprechender Dauer eingeschaltet wird. Ist die Glasröhre
in die Haltevorrichtung des Transportbandes abgelegt, so setzt sich das Transportband
sofort in Bewegung und bringt die Glasröhre an die Arbeitsstätte a, (Fig. i). Die
Glasröhre gelangt hierbei auf zwei rotierende, in geeigneter Weise angetriebene
Walzen bl und b;" wobei im gleichen Augenblick unter Vermittlung eines Exzenters
c von oben her durch eine geeignete Vorrichtung zwei Gegenrollen aufgedrückt werden,
so daß das Glasrohr in seiner Arbeitslage sicher festgehalten wird und gezwungen
ist, sofort eine rotierende Bewegung anzunehmen. Durch zwei seitlich angeordnete
Brenner d wird der Rand des Glasrohres erweicht und mit Hilfe eines geeigneten Werkzeuges
aufgebördelt. Bis hierhin ist das Verfahren bekannt und nicht Gegenstand der Erfindung.
Nach erfolgtem Aufbördeln setzt sich das Transportband wieder in Bewegung, und die
Glasröhre gelangt an die Arbeitsstätte d.. Hier wird mit Hilfe von zwei dafür bestimmten
Brennern die Glasröhre an zwei oder unter Umständen auch an vier und mehr Stellen
in beliebiger Entfernung voneinander vorgewärmt. Im nächsten Augenblick setzt sich
das Transportband wieder in Bewegung. Auf der nächsten Raststelle a4 findet dann
das Eindrücken der vorgewärmten Rohrstellen mit Hilfe geeigneter, zweckmäßig rotierender
Werkzeuge statt. Ist das Eindrücken erfolgt, so setzt sich das Transportband erneut
in Bewegung und bringt die Glasröhre an die Arbeitsstelle a;,. An dieser Stelle
wird der zwischen den geformten Schultern liegende Teil der Glasröhre mit Hilfe
geeigneter Brenner usw. erweicht. Sofort bei Beginn des Erweichungsprozesses werden
an beiden Seiten der Glasröhre Stopfen eingedrückt, durch welche in die Röhre Preßluft
eingeführt wird. Gleichzeitig mit dem Einführen der Preßluft wird die Röhre an beiden
aufgebördelten Enden durch Greifer f gefaßt und nach außen auseinandergezogen, wodurch
der erweichte Teil der Röhre zu einem dünneren Durchmesser gleichmäßig zylindrisch
ausgezogen wird. Nach dem Ausziehen des mittleren Teiles wird die Röhre an die Arbeitsstelle
a,' bzw. a, zwecks allmählicher Abkühlung transportiert. Hierbei kann auch eine
Vorrichtung angebracht sein, um notfalls schon jetzt die Röhre auseinanderzuschneiden.
Wenn erforderlich, kann die Druckluftzuführung außer bei der Arbeitsstelle a. auch
noch so lange weitergeführt werden, daß sie auch noch in Wirksamkeit ist, wenn die
Röhre an der Arbeitsstätte a,, angelangt ist.
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Aus Fig.3 und aus Fig.6 bis 8 ist eine Vorrichtung ersichtlich, welche
erkennen läßt, wie die Druckluftzuführung in die Röhre und das Ausziehen der Röhre
vorgenommen wird. Die Vorrichtung besteht im wesentlichen aus einer Schlittenbahn
g, auf welcher zwei weitere kleine Schlitten h und i befestigt sind.
Der vordere Schlitten i trägt den konischen Verschluß für die Glasrohrenden o und
ist mit Hilfe eines Schlauches o. dgl. an die Druckluftleitung angeschlossen. Der
hintere Schlitten trägt eine Zange h, deren beide Schenkel sich um den Bolzen L
drehen können und durch eine Feder in zusammengepreßt werden. Der vordere Schlitten
i ist an seinem freien Ende konisch gestaltet. Der Arbeitsgang ist nun folgender:
Durch einen geeignet gestalteten Exzenter und unter Vermittlung eines geeigneten
Hebels setzt eine Vorwärtsbewegung des hinteren Schlittens ein. Hierbei stoßen die
beiden hinteren Schenkelteile h gegen den keilförmigen Ansatz des vorderen Schlittens
i und werden auseinandergedrückt, so daß die Zangenteile f über den Wulstrand an
der Glasröhre hinweggleiten können. In demselben Augenblick setzt die Vorwärtsbewegung
des Schlittens i. ein, die beiden Schenkel der Zange bewegen sich unter dem Einfluß
der Feder in aufeinander zu und fassen hinter die Wulst
an der Glasröhre.
Durch die Vorwärtsbewegung des Schlittens i wird der Verschluß o in die Glasröhre
eingepreßt und dann die Druckluft zugeführt. Bei Beendigung des Arbeitsganges findet
der umgekehrte Vorgang statt. Es wird zunächst der vordere Schlitten i unter dein
Einfluß des Exzenters zurückgezogen, er öffnet wie beim Vorwärtsgehen die beiden
Schenkel der Zange 1z, so daß auch die Zange k über den \Vulst der Röhre zurückgezogen
« erden kann.
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Sollte die Einführung der Druckluft auch bis zur nächsten Arbeitsstelle
notwendig sein, so kann die Anordnung so getroffen werden, (laß die beiden Schlitten
lt und i auf besonderen Onerschnitten zt, und zt_ (Fig. 7 und 8) verschiebbar
sind. Beim Einsetzen der Weiterbeförderung der Glasröhre von a" nach a, gleitet
der Schlitten i und h auf den 0uerschnitten n und -st, mit, wobei
die Vorwärtsbewegung ebenfalls durch ein geeignetes Exzenter zwangsläufig gesteuert
werden kann, so daß der Verschluß erst im Augenblick des Erreichens der Arbeitsstätte
a6 in der vorher geschilderten Weise zurückgezogen wird und der Schlitten samt dein
Verschluß usw. unter dem Einfluß einer geeigneten Feder an die vorhergehende Arbeitsstätte
a" zurückgelangt, um dann erneut wieder in der vorbeschriebenen Weise tätig zu sein.
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Die eigentlichen Transportbänder, die beiderseits an der Maschine
angeordnet sind, sind in der Zeichnung (Fig. z, 3 und .4) mit (lein Buchstaben p
bezeichnet; die Rollen, die (lie Rotation der Glasröhre bewirken, mit b1 und b...
Der Antrieb der Rollen kann in der aus der Zeichnung (Fig. i) ersichtlichen Weise
durch Zahnräder unter Vermittlung eines Schneckengetriebes von einer gemeinsamen
Welle vorgenommen werden. In Fig. 9 ist in vergrößertem Maßstabe dargestellt, wie
die Glasröhre in den einzelnen Phasen a_ bis a7 auf die rotierenden Walzen b1 und
b_ aufgedrückt und festgehalten wird. Die Antriebsvorrichtung besteht im wesentlichen
aus einem Führungsstück s, an dessen einem Ende die beiden Rollen t angelenkt sind.
Die beiden Schenkel, die die Rolle t tragen, stehen unter <lein Einfluß einer
Feder ii, so daß ein gleichniäßiger Druck gewährleistet ist. Das Führungsstück s
wird im gegebenen Augenblick durch einen Exzenter c in Tätigkeit gesetzt. Eine Feder
w bringt die gesamte Vorrichtung in die ursprüngliche Lage wieder zurück. Diese
Vorrichtung ist bekannt und nicht Gegenstand der Erfindung. Das Wesen der Erfindung
wird nicht dadurch geändert, daß beispielsweise, wenn es das Zusammenarbeiten an
den einzelnen Arbeitsstätten bedingt, ein Teil des Prozesses - z. B. das Vorwärmen
oder Erweichen des Glases - unterteilt und an mehr als einer Arbeitsstätte vorgenommen
«erden kann.