DE542932C - Verfahren zur Herstellung von Kettenflorgeweben mit verschieden hohem Flor - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kettenflorgeweben mit verschieden hohem Flor

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DE542932C DES97662D DES0097662D DE542932C DE 542932 C DE542932 C DE 542932C DE S97662 D DES97662 D DE S97662D DE S0097662 D DES0097662 D DE S0097662D DE 542932 C DE542932 C DE 542932C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03DWOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
    • D03D27/00Woven pile fabrics
    • D03D27/02Woven pile fabrics wherein the pile is formed by warp or weft
    • D03D27/10Fabrics woven face-to-face, e.g. double velvet

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Woven Fabrics (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Kettenflorgeweben mit verschieden hohem Flor Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Kettenflorgeweben mit verschieden hohem Flor auf dem Doppelsamtwebstuhl.
  • Bisher wurden Genua-Kord-Gewebe im allgemeinen nur als Schußsamtgewebe hergestellt. Da die Florbüschel aus langflottierenden Schüssen gebildet werden, müssen mit den Verbindungsschüssen eine große Anzahl Schußfäden eingeschlagen werden, wodurch der Schußsamtwebstuhl wenig leistungsfähig ist. Bekanntlich liegen die Kordstreifen beim Schußkord in der Kettenrichtung, und das Gewebe wird nach der Fertigstellung aufgeschnitten. Alle Versuche, ein dem Kordsamt ähnliches Kettenflorgewebe auf dem Doppelsamtwebstuhl herzustellen, sind fehlgeschlagen, da es dann nicht möglich ist, kürzere und längere Florschenkel zu erhalten und damit ein dem Sehußsamt gleichendes Gewebe herzustellen.
  • Das vorliegende Verfahren benutzt den entgegengesetzten Weg. Während also beim Schußsamt die Streifen in der Kettenrichtung liegen, `-erden hier die Streifen in die Schußrichtung verlegt. Um nun runde Florbüschel hei diesem Webverfahren auf dem Doppelschützenwebstuhl zu erhalten, ist eine eigenartige Bindung erforderlich. Schußsamt wird erst nach deni Weben aufgeschnitten, wodurch, da die Florschußfäden streifenweise rnit mehreren Kettenfäden abbinden, von selbst kurze und lange Florschenkel entstehen. Um auf dem Doppelschützenw ebstuhl die zur Herstellung der runden Florbüschel notwendigen kürzeren und längeren Schenkel der Florfäden zu erhalten, werden erfindungsgemäß die nach ihrer Einbindung im Obergewebe unmittelbar nacheinander, d. h. nach aufeinanderfolgenden Schußfäden in das Untergewebe übergeführten Florkettenfäden (a und bin Abb. r, a., b und c in Abb. d.) im Untergewebe in umgekehrter Reihenfolge wie im Obergewebe eingebunden.. Sie kreuzen sich also zwischen den beiden Geweben. Ferner werden sowohl im Ober- als auch im Untergewebe zwischen den die Florkettenfäden abbindenden Schußfäden zwei öder mehrere Schußfäden nicht mit Florkettenfäden eingebunden.
  • Der Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung wird vor allem darin gesehen, daß auf dem Doppelschützenwebstuhl eine wesentlich größere Warenmenge zu erzielen ist, da zwei Gewebe zugleich hergestellt werden und auch viel weniger Schußfäden bei gleicher Schußdichte notwendig sind, während man beim Schußsarnt infolge der vielen Schußfäden nur eine geringe Warenmenge erhält. Ein weiterer Vorteil dieser Herstellungsweise liegt darin, daß das Gewebe sofort geschnitten aus dem Stuhl kommt und die Florbüschel aufrecht stehen, während sie beim Kordsamt zuerst aufgeschnitten und dann aufgebürstet werden müssen. Ferner kann man jedes beliebige Flo.rmaterial nehmen, da die Florkette von der Grundkette und dem Schuß unabhängig ist, was beim Kordsamt nicht der Fall ist.
  • In den Zeichnungen sind verschiedene, nach dem neuen Verfahren hergestellte Gewebe schematisch dargestellt.
  • Nach Abb. i, die das neue Doppelsamtgewebe in der Kettenrichtung geschnitten zeigt, sind zwei Florkettenfäden a und b nacheinander in Polaufbindung um zwei hintereinanderliegende Schußfäden i und 2 herumgeführt. Die nächsten vier Schußfäden 3 bis 6 binden nicht mit Florkettenfäden ab, sondern liegen frei im Grundgewebe, um sowohl die notwendigen Zwischenräume für den Streifencharakter des Samtes als auch das wechselseitige Vor- und Nacheinbinden . der Florkettenfäden zu erreichen, welches zur Erzielung längerer und kürzerer Florschenkel unbedingt erforderlich ist. Zu diesem Zweck binden die Florkettenfäden abwechselnd mit Schuß i und 2 im Obergewebe] ab, Schuß 3 bleibt in beiden Geweben florlos, erst um Schuß 4 und 5 im Untergewebe werden die Florkettenfäden herumgeführt, aber so, daß der F lorkettenfaden d, welcher im Obergewebe zuerst eingebunden hatte, nunmehr im Untergewebe zuletzt einbindet, Schuß 6 bleibt in beiden Geweben wieder florlos, und um den Schuß 2 im Obergewebe wird wieder der Florkettenfaden b, welcher im Untergewebe zuerst eingebunden hat, zuletzt herumgeführt. Es findet also ein wechselseitiges Vor- und Nacheinbinden der sich zwischen den beiden Geweben kreuzenden Florkettenfäden a und b statt. Durch dieses wechselseitige Übergreifen der Florkettenfäden werden kürzere und längere Flornoppenschenkel entstehen, z. B. sind die Florschenkel des Florkettenfadens a zwischen Schuß i und 2 im Obergewebe sowie zwischen Schuß 4 und 5 im Untergewebe länger, dagegen zwischen Schuß 5 und 6 des Untergewebes sowie 6 und i des Obergewebes kürzer. Dementsprechend verhält es sich mit den aus dem Florkettenfaden b.. gebildeten Florschenkeln. Die Endwirkung ist so, daß die äußeren Florschenkel in beiden Geweben kürzer und die Innenschenkel länger werden. Es entstehen also runde Florbüschel, wie in Abb. 2 dargestellt, welche notwendig sind, um ein dem Schußkord gleichwertiges Gewebe zu erzielen.
  • Nach diesem Verfahren können nun eine Anzahl Bindungen angewendet werden, welche verschiedenartige Effekte ergeben. Nachstehend sind einige Bindungen angegeben.
  • Abb. i ist eine Bindung mit Po.laufnoppen bei sechs Schüssen im Rapport, und zwar liegen zwischen j e zwei Florbindungsschüssen im oberen und im unteren Gewebe vier Schüsse ohne Floreinbindung.
  • In Abb, 3 ist eine Bindung angegeben, bei welcher zwischen je zwei Florbin.dungsschüssen nur zwei Schüsse im Ober- und Untergewebe ohne Flor liegen. Diese Bindung ermöglicht eine sehr dichte Ware mit feiner Rippe, weil der Rapport nur vier Schüsse beträgt.
  • In Abb.4 ist eine Bindung mit sechs Schüssen im Rapport dargestellt, wobei drei verschiedene in Polaufbindung arbeitende Florkettenfäden benutzt werden und zwischen je drei Florbindungsschüssen drei Schüsse ohne Flor liegen.
  • In Abb.5 ist eine sogenannte Poldurchbindung mit drei verschieden bindenden Florkettenfäden und zehn Schüssen im Rapport dargestellt, wobei oben und unten fünf Schüsse ohne Flor liegen. Diese Bindung ist insbesondere für Waschkord geeignet.
  • In Abb. 6 ist eine Verbindung von Pol.auf-und Poldurchnoppen angewendet mit sechs Schüssen im Rapport, wobei drei Schüsse oben und unten ohne Flor sind. Hierbei müssen zwei Florkettenregulatoren benutzt werden.
  • In allen diesen Bindungen ist der gleiche Grundsatz der wechselseitig vor- und nacheinbindenden, zwischen den Geweben sich kreuzenden Florkettenfäden angewendet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Kettenflorgeweben mit verschieden hohem Flor durch Zerschneiden eines auf dem Doppelschützen-Samtwebstuhl gewebten Kettenflorge-,vebes, dadurch gekennzeichnet, daß die nach ihrer Einbindung im Obergewebe unmittelbar nacheinander, d. h. unmittelbar hinter dem zugehörigen Schußfaden in das Untergewebe übergeführten Florkettenfäden (a und b in Abb. i, a, b und c in Abb. 4) im Untergewebe in umgekehrter Reihenfolge wie im Obergewebe eingebunden werden, sich also zwischen den beiden Geweben kreuzen, und daß sowohl im Ober- wie auch im Untergewebe zwischen den die Florkettenfäden abbindenden Schußfäden zwei oder mehrere Schußfäden nicht mit Florkettenfäden eingebunden werden.
DES97662D 1931-03-29 1931-03-29 Verfahren zur Herstellung von Kettenflorgeweben mit verschieden hohem Flor Expired DE542932C (de)

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