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Vorrichtung zur Erzeugung von Über- oder Unterdrucken in einem Flüssigkeitssystem
zur Betätigung von Bremsen Die Erfindung betrifft Verbesserungen an Vorrichtungen
zur Erzeugung von Über- oder Unterdrucken in einem Flüssigkeitssystem zur Betätigung
einer oder mehrerer Bremsen, beispielsweise von Landungsrädern bei Flugzeugen.
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Derartige Vorrichtungen bestehen aus einer Flüssigkeitskammer und
Hilfsmitteln, um das wirksame Kammervolumen dadurch zu erhöhen oder zu verringern,
daß Flüssigkeit durch einen Auslaß eingesaugt oder ausgepreßt wird, und zwar durch
die relative Bewegung zwischen zwei Apparateteilen (z. B. einem Zylinder und einem
Kolben), wobei die Bewegung durch einen Antriebshebel bewirkt wird, welcher sich
gegen einen der beiden Apparateteile längs einer Kurve anlegt. Eine derartige Anordnung
ist in der nachstehenden Beschreibung und in den Ansprüchen als bekannt vorausgesetzt.
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Gemäß der Erfindung ist der Antriebshebel derart gelagert, daß er
in bezug auf einen der beiden Atiparateteile um eine Achse beweglich ist, welche
parallel zu jener Richtung verläuft, in welcher die Relativbewegung zwischen den
Teilen erforderlich ist, ohne daß der Hebel relativ zu jenem Teil in der Längsrichtung
jener Achse bewegt werden kann.
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Vorzugsweise bildet einer der Apparateteile einen Zylinder und der
andere einen in diesem beweglichen Kolben, und der Antriebshebel ist um die Zylinderachse
beweglich (oder um eine Verlängerung dieser Achse), jedoch nicht in der Längsrichtung
derselben.
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Der Antriebshebel besitzt, vorzugsweise auf jeder Seite der Achse,
um welche er schwingt, einen Kurveneingriff mit dem Kolben oder auf diesem gelagerten
Teilen.
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In den Zeichnungen sind zwei Ausbildungsformen gemäß der Erfindung
zwecks Erzeugung von Überdruck zur Betätigung einer oder mehrerer Bremsen veranschaulicht.
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Fig. z ist ein Längsschnitt durch eine Ausbildungsform der Vorrichtung
gemäß der Erfindung, wobei der Apparat in diesem Fall doppelt ausgebildet ist.
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Fig. 2 ist ein Teilschnitt nach der Linie 2-2 von Fig. r.
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Fig. 3 ist ein Aufriß des in der Vorrichtung von Fig. r und 2 benutzen
Kurvengliedes.
Fig. 4 ist ein Grundriß des Kurvengliedes nach Fig.
3.
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Fig. 5 ist ein Teilschnitt des Kurvengliedes nach Linie 5-5 von Fig.
3.
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Fig. 6 ist ein Längsschnitt durch eine andere Ausbildungsform der
Vorrichtung gemäß der Erfindung.
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Fig. 7 ist ein Teilschnitt nach Linie 7-7 von Fig. 6 Fig. 8 ist die
äußere Ansicht des Kolbens, wie er in den Vorrichtungen gemäß Fig.6 und 7 benutzt
wird, und zwar von oben gesehen in Fig.6.
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Unter Bezugnahme auf die Fig. i bis 5 wird bemerkt, daß die Vorrichtung
hier doppelt angeordnet ist, d. h. daß zwei Kammern vorgesehen sind, deren Volumina
durch die Bewegung eines einzigen Hebels gleichzeitig verrringert werden, um Flüssigkeit
aus den Kammern in ein oder mehrere Flüssigkeitssysteme auszupressen. In Fig. i
ist nur die eine Seite und der mittlere Teil der Vorrichtung dargestellt.
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Die Vorrichtung umfaßt ein Paar Zylinder 25 und 26, deren beide ein
geschlossenes Ende besitzen und miteinander an ihren offenen Enden verbunden sind.
An ihren offenen Enden tragen die Zylinder Radialflanschen 27, 28, welche sich gegen
die Ringe 29 oder 30 anlegen, zwischen welchen Ringen ein Zwischenstück 31 von im
allgemeinen -gekrümmter Form angeordnet ist. Das letztere erstreckt sich halbwegs
rings um den Umfang der Ringe 29 und 30 und läßt zwischen diesen Ringen einen
Umfangsschlitz 32. Die Schrauben 33 sind durch die Flanschen 27 und 28 sowie die
Ringe 29 und 3o bis in das Zwischenstück 3 a hindurchgeführt und dienen zur Verbindung
der Zylinder miteinander. Auf beiden Seiten des Schlitzes 32 erstrecken sich die
Schrauben 34 durch die Flanschen 27 und 28 bis in die Ringe 29 oder 30.
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Innerhalb eines jeden Zylinders befindet sich ein Kolben 35 mit aufgeschraubter
Kappe 36 zur Lagerung einer flüssigkeitsdichten Manschette 38. Diametral quer zum
rückwärtigen Ende eines jeden Kolbens erstreckt sich ein Bolzen 39, dessen Enden
durch die Wandungen des Kolbens hindurchragen sowie durch Schlitze 40, welche in
den Zylinderwänden parallel zu den Zylinderachsen verlaufen. Zwischen den äußeren
Enden der Bolzen 51 und den Zylinderwänden befinden sich Buchsen 41, welche von
Splinten 42 gehalten werden. Auf jedem Ende eines 'jeden Bolzens innerhalb des zugehörigen
Kolbens ist eine frei drehbare Rolle 43 gelagert, welche in ihrer Lage mittels einer
Unterlagscheibe 44 und eines Splintes 45 gehalten wird. Die Innenfläche der Kolbenwandungen
nahe den Seiten einer jeden Rolle ist in geeigneter Weise verdickt unter Bildung
von flachen Widerlagern für die Stirnflächen der Rollen.
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Die Ringe 29 und 3o besitzen zwei diametral gegenüberliegende Radialspeichen
46, welche zur zentralen Lagerung von Spindelbuchsen 47 dienen, die konaxial zu
den Zylindern. durchbohrt sind zur Aufnahme einer drehbaren Hohlspindel 48 zwischen
den Ringen. Zentral auf der Spindel 48 zwischen den Buchsen 47 ist eine rechteckige
Platte 49 gelagert, welche aus einem Stück mit einem Hebel 5o besteht, der sich
nach aufwärts durch den Schlitz 32 hindurch erstreckt. Auf beiden Seiten der Platte
49 sind zwei gekrümmte Kurvenglieder 51 befestigt, welche Kurvenflächen 52 aufweisen,
gegen die sich die Rollen 53 des Ouerbolzens 39 anlegen. Die Kurvenglieder 5i, welche
auf jener Seite der Platte 4o befestigt sind, die gegen den Zylinder 26 gerichtet
ist, sind im einzelnen in den Fig. 3 bis 5 dargestellt, während die auf der anderen
Seite der Platte befestigten Kurvenglieder sich nur insofern von den erstgenannten
"unterscheiden, als ihre Kurvenflächen in entgegengesetzter Richtung geneigt sind..
Die Speichen 46 sind so angeordnet, daß die Kurvenglieder 51 durch die Zwischenräume
zwischen jenen hindurchragen (s. Fig.2).
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Es ist ersichtlich, d:aß eine Winkelbewegung des Hebels 5o in Richtung
des Pfeiles (Fig. 2) die Kolben 35 voneinander entfernt, d. h. in den Zylindern
vorschiebt. Die Gestalt der Kurvenfläche 52 ist derart, daß das Hebelverhältnis
auf dem Kolben mit zunehmendem Hub in den Zylinder hinein zunimmt.
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Jeder Kolben wird für gewöhnlich nach rückwärts durch eine Druckfeder
53 bewegt, welche sich vom geschlossenen Ende des Zylindiers gegen den Kolben erstreckt.
Jede Kolbenkappe besitzt eine ringförmige Vertiefung 54 zur Aufnahme des einen Endes
der Feder 53, während die zentrale Buchse 55, um welche die Feder herumgelegt ist,
hohl ist zur Aufnahme des Endes der Stange 56 eines Flüssigkeitsventils 57, das
innerhalb einer Aussparung 58 im Zylinderende gelagert ist. Das Flüssigkeitsventil
57 ist derart angeordnet, däß es von seinem Sitz abgehoben wird und eine Verbindung
zwischen dem Flüssigkeitsvorrat und dem Zylinder herstellt, sobald der Kolben sich
in seine äußerste rückwärtige Lage im Zylinder begibt oder sich dieser nähert. Um
die Vorrichtung in dem Rahmen eines Fahrzeuges oder sonstwie zu lagern, ist sie
mit Füßen 59 an den entfernten Enden der Zylinder und mit Füßen 6o in der Mitte
versehen. Letztere bestehen aus Winkelstükken, die zu beiden Seiten von Teilen befestigt
sind, welche mit dem Zwischenstück 31 aus
einem Stück bestehen und
nach außen vorragen.
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Unter Bezugnahme auf die Fig. 6 bis 8 besteht die hier veranschaulichte
zweite Ausbildungsform aus einem Zylinder. 61 mit darin beweglichem Kolben 62, welcher
eine aufgeschraubte Kappe 63 trägt zur Befestigung einer Flüssigkeitsmanschette
6.I. Der Zylinder 61 wird von einem drehbaren Ring 65 umgeben. Zwischen dem Ring
65 und einer Umfangsschulter 66, die aus einem Stück mit dem Zylinder 61 auf dessen
Außenseite, jedoch hinter dem Ring 65 vorgesehen ist, relativ zur Kolbenbewegung
befindet sich ein Kugellager 67.
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Diametral quer zum Ring 65 und zum Zylinder 61 erstreckt sich eine
Stange 68, welche durch Umfangsschlitze 69 und 7o der Zylinderwandungen und durch
Öffnungen 71 und 72 der Kolbenwandung hindurchragt. An den Stellen, wo die Stange
68 durch die genannten Schlitze und Öffnungen hindurchtritt, trägt sie frei drehbare
Buchsen ; 3 und 74, Zentral zum Zylinder ist die Stange verbreitert und kona:-,ial
zum Zylinder durchbohrt zwecks Aufnahme einer hohlen geschlossenen Verlängerung
75, welche sich nach rückwärts von der 'litte der Kolbenkappe 63 aus erstreckt.
Die Verlängerung 75 dient zur Aufnahme der Spindel 76 des federbelasteten Flüssigkeitseinlaßventils
77, "wenn der Kolben sich nach vorwärts im Zvlinder bewegt. Das Flüssigkeitseinlaßv
entil ist hinsichtlich der Anordnung und Funktion jenem der -\'orrichtungen gemäß
Fig. i bis 5 ähnlich. Die Zugfedern 78 und 79 ziehen normalerweise den Kolben in
seine äußerste Rechtslage im Zylinder und erstrecken sich zwischen Ösen im rückwärtigen
Teil der Kolbenkappen 63 und einer Deckelplatte So, welche das hintere Zylinderende
verschließt.
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Die Öffnungen 71 und 72 in der Kolbenwandung sind entsprechend Fig.8
gestaltet, wobei die Seiten 81 und 82 jener Öffnungen Kurvenflächen bilden, gegen
welche sich die Stange 68 anlegt. Letztere ist am einen Ende durch den Ring 65 hindurch
verlängert zur Bildung eines Handhebels 83, vermittels welches dem Ring 65 eine
Rotationsbewegung erteilt werden kann. Es ist ersichtlich, daß eine derartige Bewegung
in der Pfeilrichtung gemäß Fig.7 den Vorwärtshub des Kolbens zufolge der Anlage
der Stange 68 gegen die Kurvenflächen 81 und 82 bewirkt.
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Die Seiten 81 und 82 der Öffnungen 71 und 72 sind so geformt, daß
das auf den Kolben wirkende Hebelverhältnis mit zunehmendem Vorwärtshub in dem Zylinder
zunimmt.
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Seitlich von entgegengesetzten Seiten der Kolbenwandung 62 erstrecken
sich nahe dem hinteren Ende Vorsprünge 8.4, welche in Führungsschlitze 85 der Zylinderwand
eingreifen, die parallel zur Zylinderachse verlaufen. Diese Vorsprünge verhindern
eine Drehung des Kolbens im Zylinder.
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_Um das hintere Ende des Zylinders ist ein Ring 86 befestigt mit Füßen
87, vermittels welcher die Vorrichtung auf dem Rahmen des Fahrzeuges oder sonstwie
befestigtwerdenkann.
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Wenn die Vorrichtung einen Handhebel sowie einen Flüssigkeitsvorrat
aufweist, der selbsttätig irgendwelche Flüssigkeitsverluste in der Kammer ergänzt,
wie es bei den dargestellten Vorrichtungen der Fall ist, ist es nicht wünschenswert,
daß die Bewegung des Handhebels in entgegengesetzter Richtung zu jener, welche einen
Vorwärtshub des Kolbens bewirkt, positiv eine Rückziehung des Kolbens hervorruft,
da sonst bei rascher Bewegung von Hand in jener Richtung leicht ein Überschuß an
Flüssigkeit in die Kammer und das damit verbundene System gezogen würde, was eine
dauernde Anziehung der Bremsen zur Folge hätte. Zu diesem Zwecke ist der Kurveneingriff
zwischen Handhebel und Kolben in den Vorrichtungen gemäß Fig. i bis 5 und 6 bis
8 lediglich in der einen Bewegungsrichtung des Hebels wirksam, d. h. in der Richtung
des Vorwärtshubes des Kolbens im Zylinder.
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Im Falle der Vorrichtung gemäß Fig.6 bis 8 wird durch die dreieckige
Form der Öffnungen im Kolben der Kurveneingriff nur in der einen Bewegungsrichtung
des Hebels wirksam gemacht. In jedem Falle gestattet die Bewegung des Hebels in
der entgegengesetzten Richtung zum Vorwärtshub die Rückziehung des oder der Kolben
durch die Federn und den Flüssigkeitsdruck.
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Die Vorrichtung könnte an Stelle des Handhebels einen Fußhebel aufweisen,
in welchem Falle es nicht erforderlich. wäre, den Kurveneingriff nur in der einen
Richtung wirksam zu machen, da bei der Fußbetätigung der Hebel nur in der einen
Richtung beeinflußbar ist.
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Bei der Ausbildungsform gemäß den Fig. i bis 5 und 6 bis 8 kann der
Handhebel in jedem Falle durch einen geeigneten Fußhebel ersetzt werden. In beiden
Fällen kann es notwendig sein, d'aß 'Federn zwischen Fußhebel und Zylinder vorgesehen
sind, um die Umkehrbewegung des Hebels zu bewirken oder zu unterstützen. Wenn, die
Vorrichtung gemäß Fig. 6 bis 8 mit einem Fußhebel versehen ist, der nur in der einen
Richtung angetrieben werden kann, können Schlitze an Stelle der Öffnungen 71 und
7a vorgesehen sein, die in beiden Bewegungsrichtungen des Hebels wirksam sind. .
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Mit den beschriebenen Vorrichtungen kann ein verhältnismäßig hoher
Flüssigkeitsdruck
in einem Flüssigkeitssystem zur Betätigung einer
oder mehrerer Bremsen durch eine verhältnismäßig kleine Bewegung des Hebels erzielt
werden und ohne daß auf diesen ein übermäßiger Druck ausgeübt zu werden braucht.
Dies ist besonders dem Umstande zuzuschreiben, daß das Hebelverhältnis in bezug
auf die Kolbenbewegung mit fortschreitendem Kolbenhub in, den Zylinder hinein zunimmt.
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Ferner kann die Abmessung des Zylinders und der damit verbundenen
Teile vergleichsweise klein sein, so daß die Vorrichtung besonders zur Betätigung
von Bremsen an Laufrädern von Flugzeugen geeignet ist. An Stelle der aus einem Zylinder
mit hin und her gehendem Kolben bestehenden Kammer kann ein Balgen mit geschlossenen
Enden verwendet werden, dessen eines Ende feststeht und dessen anderes Ende sich
zu und von jenem bewegt.