DE53486C - Verfahren zur Trennung von Gemischen des Aethylalkohols und Wassers von Fuselöl und sonstigen in Spiritus enthaltenen Verunreinigungen - Google Patents
Verfahren zur Trennung von Gemischen des Aethylalkohols und Wassers von Fuselöl und sonstigen in Spiritus enthaltenen VerunreinigungenInfo
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Classifications
-
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Nach dem im Haupt-Patent (No. 41207) geschützten
Verfahren können Gemische -von Aethylalkohol mit Wasser von ihren Verunreinigungen
dadurch getrennt werden, dafs man durch Behandeln mit der wässerigen
Lösung bestimmter Salze die Bildung zweier Flüssigkeitsschichten hervorruft, in deren oberer
die' Verunreinigungen zum gröfsten Theil enthalten sind. .
Durch eingehende Versuche hat es sich herausgestellt, dafs der Erfolg des obigen Verfahrens
beeinflufst wird sowohl von der Wahl der bei demselben anzuwendenden Concentrationen
und Temperaturen, als auch von der Anzahl der Wiederholung der Schichtenbildung und ihrer besonderen Ausführungsweise.
Soweit es sich um Trennung von wässerigem Aethylalkohol und Fuselöl handelt, haben sich
für die im Haupt-Patent angegebenen Salze und Basen, besonders für die Potasche (Kaliumcarbonat)
am besten die Anwendung folgender Temperaturen und Concentrationen, welche von denjenigen in der Beschreibung . zum
Haupt-Patent abweichen, als zweckmäfsig erwiesen. Man giebt der wässerigen Salzlösung
— besonders geeignet ist Lösung von Potasche (Kaliumcarbonat) — ein specifisches Gewicht
von 1,2 und darüber bei etwa 150 C,
erwärmt dieselbe auf etwa 40 bis 780. C. und
fügt sodann so lange Rohspiritus von circa 80 pCt. hinzu, bis sich eine obere Flüssigkeitsschicht von etwa Y20 bis Y80 des Gesammtvolumens
bildet. Will man Rohspiritus von anderen Concentrationsgraden verwenden, so giebt man der Salzlösung ein derartiges
specifisches Gewicht, dafs das gegenseitige Verhältnifs von Alkohol, Salz und Wasser nahezu
dasselbe bleibt, wie es sich aus der Anwendung obiger Verhältnisse ergiebt. Auf diese Weise
erhält man ir^ der oberen Schicht die gröfste Menge der im angewendeten unreinen Sprit
enthalten gewesenen Verunreinigungen, so dafs die untere Schicht einen wesentlich reineren,
allerdings noch nicht völlig reinen Sprit enthält. Um die völlige Reinigung zu bewirken, ist
eine mehrfach wiederholte Schichtenbildung in dieser auf beschriebene Weise erhaltenen
unteren Schicht erforderlich, wie auch schon in dem Haupt-Patent erwähnt. Jedoch empfiehlt
es sich, wie weiterhin Versuche ergeben hab.en, anstatt des dort angegebenen Zusatzes
von festen Stoffen allein oder durch Temperaturerhöhung diese Schichtenbildungen dadurch
zu erzeugen, dafs man nach dem jedesmaligen «Entfernen der"" oberen Schicht aufser
diesem Zusatz von festen Stoffen auch noch Wasser und Alkohol in solchem Verhältnifs
zugiebt, wie diese drei .Componenten in der oberen Schicht enthalten" sind, damit die Concentration
der unteren Schicht nicht in lästiger Weise verändert, insbesondere der Alkohol-
gehalt der letzteren für die Destillation nicht zu gering wird.
Da die auf solche Weise erhaltenen oberen Schichten nach einander immer reiner werden,
so benutzt man nach vorliegender Erfindung diese Schichten nach der Ordnung ihrer Reinheit
für die später folgenden Destillationen zur Erzeugung neuer Schichten an Stelle des oben
angeführten Zusatzes von Salz, Wasser und Alkohol.
Demgemä'fs verfährt man bei der ersten Inbetriebsetzung
in der Weise, dafs man bei der Vorbereitung für die" erste Destillation nach dem Abheben der ersten, aus dem Rohspiritus
vermittelst der Salzlösung erzeugten oberen unreinen Schicht reinen Sprit, Wasser und
Salz in annähernd derjenigen Menge und demjenigen Verhältnifs zufügt, in welchem diese
Bestandtheile in der abgehobenen Schicht enthalten waren. Durch Wiederholung eines
solchen Zusatzes und Abhebens der gebildeten oberen Schichten erhält man eine Reihe von
nach einander immer reiner werdenden Schichten, welche getrennt von einander aufbewahrt werden
können und bei den Vorbereitungen für die nächsten Destillationen zur Erzeugung neuer
Schichten verwendet werden, und zwar benutzt ' man zweckmäfsig die zweite Schicht der früheren
Destillation zur Erzeugung der ersten Schicht der folgenden Destillation, die dritte Schicht
der ersten Destillation zur Erzeugung der zweiten Schicht der folgenden Destillation u. s. f.
Durch Befolgung dieses Verfahrens findet eine stetige Anreicherung der oberen Schichten
an gelösten Verunreinigungen statt. Die jedesmaligen ersten Schichten werden als besonders
unrein aus dem Betriebe zur eventuellen weiteren Verwerthung bezw. Reinigung entfernt. Zur
Erzeugung der letzten Schichten wird Sprit und Potaschelösung in dem oben genannten
Verhältnifs angewendet.
Bei der Ausführung dieses Verfahrens' kann man- die verschiedenen auf einander folgenden
Abscheidungen und die Destillation der genügend gereinigten, salzhaltigen Spritlösung in
demselben Behälter oder auch die Destillation in einem besonderen Destillirgefäfs vornehmen,
oder man kann die verschiedenen Abscheidungen in verschiedenen Behältern ausführen,
indem dann die Destillation der genügend gereinigten Spritlösung entweder in diesen Behältern
selbst oder in besonderen Destillirvorrichtungen stattfindet.
Die für die Abscheidungen dienenden Behälter haben zum leichteren und vollständigeren
Abheben der oberen Schicht zweckmäfsig eine in ihrem oberen Theil sich verjüngende Gestalt
und sind mit einer Heizvorrichtung (Heizrohr, Heizschlange), einem bis an den Boden
reichenden und zweckmäfsig .in seinem unteren Ende behufs güter Durchmischung perforirten
oder verzweigten Einfüllrohr für Spiritus bezw. Salzlösung, mit einer Mischvorrichtung zum
guten Durchmischen des Spiritus mit der Salzlösung, ferner mit Schaugläsern zum Beobachten
der Schichtenbildung, sowie mit Vorrichtungen zum Abheben der oberen Schichten (z. B. einem- um seinen horizontalen Schenkel
drehbaren Knierohr oder, einem Schwimmer) ausgestattet. Bei der Anwendung eines einzigen
Behälters für die verschiedenen Abscheidungen ist es zweckmäfsig, die abgehobenen oberen
Schichten in besonderen Behältern aufzuheben, um sie alsdann für die verschiedenen Abscheidungen
bei der Vorbereitung neuer Spiritusmengen für die nächstfolgende Destillation zu
verwenden.
Sollen die Abscheidungen in verschiedenen Behältern vorgenommen werden, so verbindet■
man zweckmäfsig diese Behälter in beliebiger Anzahl zu einem System, wie ein solches
durch die Zeichnung veranschaulicht wird. A1A2A3A^... sind die Abscheidungsbehälter.
Bei Beginn des Betriebes sind sämmtliche Hähne oder Ventile geschlossen und die Behälter
theilweise -mit einer erwärmten Salzlösung gefüllt. Man führt mit Hülfe der
Rohrleitung B durch Oeffnen des Hahnes bl
die zur Schichtenbildung nöthige Menge Rohspiritus in den Apparat A1, worauf bl geschlossen
wird.
Nach dem erforderlichen Durchmischen derselben mit der Salzlösung und nachdem
Schichtenbildung stattgefunden hat, wird die obere Schicht mittelst eines Ableitungsrohres C1,
welches zweckmäfsig derart drehbar ist, dafs die Äbflufsöffnung entsprechend der Höhe der
Flüssigkeit gehoben oder gesenkt werden kann, abgehoben und nach Oeffnen des Hahnes c1
mittelst Rohres E1, Ableitung E in einen Behälter geleitet, in welchem die zuerst abgehobenen
und daher besonders unreinen Schichten gesammelt werden können. Na'ch
Schlufs des Hahnes e1 fügt man zur Erzeugung
der zweiten Schichtenbildung im Apparate A1 nach Oeffnen des Hahnes b1 mittelst
Rohres B die erforderliche Menge Sprit und Salzlösung ein, worauf b' wieder geschlossen
wird. Nach dem nöthigen Durchmischen und nach erfolgter Schichtenbildung wird diese
zweite obere Schicht nach Oeffnen des Hahnes c1
und d2 durch Rohr C1 C und D2 in den
Apparat^!2 eingeleitet. Jetzt wird Hahn c1 d2
geschlossen, b2 geöffnet, um durch Rohre BB2
in den Behälter A 2 die zur Erzeugung der
ersten Schicht nöthige Menge Rohspiritus einzulassen.
Nach Schlufs des Hahnes b2, nach 'guter
.Durchmischung und erfolgter Schichtenbildung, wird die erste Schicht, wie bei A1 beschrieben,
nach Oeffnen des Hahnes e2 mittelst des zweck-"mäfsig drehbaren Knierohres C2 Rohre E2 E
in das für die Ansammlung der ersten und daher besonders unreinen Schichten bestimmte
Bassin geleitet. Hahn e2 wird nun geschlossen. Darauf wird nach Oeffnen des
Hahnes bl durch Hinzufügung des nöthigen Sprits und der nöthigen Salzlösung im Behälter
A1 die dritte Schicht, wie für die zweite beschrieben, erzeugt. Diese Schicht wird, wie
vorher die zweite Schicht, jetzt zur Erzeugung der zweiten Schicht in den Behälter A^ geleitet.
Diese nunmehr im Behälter A2 entstehende zweite Schicht wird ähnlich, wie die.
in A1 erzeugte zweite Schicht zur Erzeugung der ersten Schicht in A 2 verwendet wurde,
zur Erzeugung der ersten Schicht nach As geleitet, wo, ebenso wie es in A^ geschah, die
erste Schichtenerzeugung nach Zuleitung des nöthigen Rohspiritus stattfand. Auch von hier
wird, wie aus allen Behältern, die erste Schicht durch die Ableitung E nach dem Behälter für
die ersten unreinen Schichten geleitet.
In dieser Weise wird fortgefahren, bis im
Apparat A1 die untere Schicht genügend gereinigt ist, worauf dieser Apparat nach Abhebung
der oberen Schicht ausgeschaltet wird, so dafs der Inhalt durch ein Ableitungsrohr,
Hahn fl, Rohr F in den Destillirapparat abgelassen
wird.
War zur Reinigung viermalige Schichtenbildung erforderlich, so tritt die Ausschaltung
des Apparates A' ein, sobald Apparat A6 als
letzter in Betrieb gesetzt wird. Apparat A"1
mufs alsdann zur Erzeugung der vierten Schicht einen Zusatz von reinem Sprit und Potaschelösung
erhalten, wie es Apparat Al ebenfalls
erhalten hatte.
Soll Apparat A1 wieder in Betrieb gesetzt
werden, so wird er in diesen - Ringprocefs wieder eingeschaltet, indem er als letzter
Apparat in Thätigkeit tritt.
Die Leitung E mit. den Ableitungen E1
E'2 Es . . . kann auch entbehrt werden, wenn
die "Leitung C eine verschliefsbare Abzweigung
nach dem Behälter für die ersten oberen Schichten erhält.
Das Ableiten der oberen Schichten kann durch geeignete Vorrichtungen (Strahlapparate,
Montejus, Druck in dem zu entleerenden oder Luftleere in dem zu füllenden Behälter) bewirkt
werden.
. Aufserdem ist es zweckmäfsig, den Apparat
mit geeigneten Vorrichtungen zum Reinigen der Rohrleitungen und Behälter zu versehen.
Claims (5)
1. Bei dem im Patent No. 41207 geschützten
Verfahren unter Anwendung eines specifischen Gewichtes der Lösungen der dort
genannten Salze und Basen von 1,20 und darüber bei 15 bis 200C. für ca. 80 procentigen
Spiritus (bezw. bei stärkerem oder schwächerem Spiritus entsprechend
schwächerer oder stärkerer Salzlösungen), sowie bei Temperaturen von 40 bis 78° C.
. der Lösungen der Salze und Basen bei der Vermischung mit Rohspiritus — das Verfahren,
den Spiritus vollständig' von seinen Unreinheiten durch die successive wiederholte
Schichtenbildung mit Hülfe der bei dem Verfahren gewonnenen reineren oberen Schichten zu befreien, welche beim Zusatz
zu der nach Abtrennung der ersten oberen Schicht noch unreinen unteren Schicht weitere Unreinheiten aus dieser Schicht
ausziehen sollen.
2. Bei dem Verfahren nach Anspruch 1. der Ersatz der oberen Schichten durch ein entsprechendes
Gemenge von reinem Spiritus, Salz bezw. Salzlösung und Wasser.
3. Die in Anspruch 1. und 2. gekennzeichneten Verfahren zu einem Ringprocefs
derart vereinigt, dafs immer reinere obere; Schichten zur Schichtenbildung Verwendung
finden, und schliefslich die in Anspruch 2. gekennzeichnete reine Lösung.
4. Apparat zur Ausführung des in Anspruch 1. bis 3. gekennzeichneten Verfahrens, bestehend
aus einem sich zweckmäfsig nach oben verjüngenden, mit Misch-, Heizvorrichtung, Füllrohr, aus dem oberen Theil
abführender Ableitungsvorrichtung für die obere Schicht versehenen Behälter.
5. Zur Ausführung des in Anspruch 3. gekennzeichneten Verfahrens die Vereinigung
mehrerer der in Anspruch 4. angegebenen Apparate zu einem System durch Verbindung
ihrer Zuleitungs- und Ableitungsrohre , vermittelst gemeinsamer Zuleitungen (B),
Verbindungsleitung (C), eventuell Ableitung (E) und Ableitung (F).
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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