DE529202C - Verfahren zur Herstellung eines zur Verbesserung von Margarine dienenden Produktes - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines zur Verbesserung von Margarine dienenden ProduktesInfo
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Classifications
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A23—FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
- A23D—EDIBLE OILS OR FATS, e.g. MARGARINES, SHORTENINGS OR COOKING OILS
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Description
- Verfahren zur Herstellung eines zur Verbesserung von Margarine dienenden Produktes Extrahiert man Sojabohnen oder deren Preßkuchen mit alkoholhaltigen Gemischen, welche sich zur Extraktion der gesamten Phosphatide eignen, z. B. mit Alkohol-Benzol-Gemischen, so erhält man z. B. durch Einleiten von Wasserdampf in die eingeengte Miscella oder beim Stehen des vom Lösungsmittel befreiten Extraktes den sogenannten Sojaschlamm, welcher neben Phosphatiden noch öl, Phytosterine, Wasser und eine Reihe von Stoffen unbekannter Zusammensetzung enthält. Will man ihm das Lecithin oder die gesamten Phosphatide mittels Alkoholsentziehen, so erhält man Präparate, welche infolge ihres stark bitteren und kratzenden Geschmacks nicht verwertbar sind.
- Es wurde nun gefunden, daß man aber diese störenden Beimengungen sehr gut entfernen kann, wenn man das Rohprodukt mit verdünntem Alkohol von mindestens 3504 .Wassergehalt extrahiert. Entzieht man dann dem Rückstand das Öl in bekannter Weise mit Aceton, so erhält man ein als Ersatz von Eigelb, z. B. für die Zwecke der Margarinefabrikation, geeignetes Produkt. Man kann natürlich auch den Rückstand, wie üblich, mit Alkohol extrahieren. In diesem Fall gewinnt man ein Lecithin und andere Phosphatide enthaltendes Präparat von ausgezeichneter Beschaffenheit, welches von den letzten Spuren 01. leicht mittels Aceton befreit werden kann.
- Es ist zwar bekannt, daß kochender 75- bis 85 °/oiger Alkohol aus Samen von Hülsenfrüchten, speziell der Lupinen, hauptsächlich nur die Bitterstoffe, dagegen nur wenig Lecithin löst. Ein derartiges Verfahren versagt jedoch im vorliegenden Fall. Man hat auch aus eingeengten alkoholischen Extrakten der erwähnten Samen durch Zusatz von 15 bis 2o °/o Wasser bzw. einem Gemisch aus 45 Volumenteilen Alkohol, 4o bis 45 Volumenteilen Wasser und ro Volumenteilen :Lther bzw. Benzin, Benzol oder Petroläther das Lecithin ausgefällt. Da jedoch beim Ausfällen stets Bitterstoffe mitgerissen werden, so wird bei dem ersterwähnten Verfahren noch ein sofortiges Auswaschen des Lecithins, und zwar mit 96 °joigem Alkohol, welcher aber natürlich auch Lecithin löst, vorgeschrieben. Das vorliegende Verfahren ist ein reines Extraktionsverfahren und .benötigt neben dem wäßrigen Älkohol kein weiteres - dazu noch leicht flüchtiges - Lösungsmittel, dessen Trennung vom Alkohol und Wiedergewinnung nur sehr schwierig und verlustreich durchzuführen ist. Schließlich hat man zur Entbitterung von Lupinen, welche bekanntlich andere Bitterstoffe als die Sojabohne enthalten, 5o °/oigen Alkohol verwendet, wobei jedoch noch eine besondere Vorbehandlung des Ausgangsmaterials notwendig war. , In allen den genannten Fällen handelt es sich um die Entbitterung von Samen, und zwar von Lupinen bzw. Hülsenfrüchten. Ganz abgesehen davon, daß unter diesen die Sojabohne bekanntlich eine Sonderstellung einnimmt, ist der Sojaschlamm gänzlich verschieden von den genannten Ausgangsmaterialien. Während z. B. die Sojab?hne Phosphatide, Öl und Wasser etwa im Verhältnis i -36:24 enthält, liegen die erwi-ihnten- Stoffe iin Sojaschlamm im Verhältnis r :0,7:0,4 vor. Während ferner die Bohnen etwa 62% Eiweißstoffe. und Zucker enthalten, ist der mengenmäßig überhaupt noch nicht bekannte Gehalt des Schlamms an diesen Produkten äußerst gering. Bei dieser in qualitativer und quantitativer Beziehung vorliegenden Verschiedenheit des Augsangsmaterials waren daher die für die Entbitterung von Samen bekannten Maßnahmen bei der Lösung der vorliegenden Aufgabe nicht zu verwerten. Es war im Gegenteil im Hinblick auf die bekannte Tatsache, daß ein Teil der Bitterstoffe in Wasser vollständig unlöslich ist, zu befürchten, daß die Extraktion der Bitterstoffe mit Alkohol von mindestens 3501o Wassergehalt nicht durchführbar ist.
- Im Gegensatz hierzu gestattet das vorliegende Verfahren erstmalig, Sojaschlamm, und zwar in einfacher und billiger Weise, unter Vermeidung von Phosphatidverlusten von Bitterstoffen zu befreien und auf diese Weise ein für die Zwecke der Margarineindustrie ausgezeichnet geeignetes Produkt zu erhalten. Auch bei Verarbeitung des Sojaschlamms auf ölfreie Phosphatide erweist sich das Verfahren als vorteilhaft. Beispiel 5oo Teile eines phosphatidhaltigen, bei der Aufarbeitung von Sojapreßkuchen abfallenden Extraktionsrückstandes werden in einer im Gegenstrom arbeitenden Apparatur mit 6o °Joigem Alkohol so lange behandelt, bis eine Probe des Produktes frei von den kratzend und- bitter schmeckenden Bestandteilan ist. Man befreit hierauf den Rückstand von Resten des Lösungsmittels und erhält auf diese Weise ein aus Phosphatiden und Öl bestehendes Produkt, welchem man das Öl mittels Aceton entzieht.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines zur Verbesserung von Margarine dienenden Produktes aus dem durch Extraktion von Sojabohnen oder deren Preßkuchen mit einem zur Lösung aller Phosphatide geeigneten alkoholhaltigen Lösungsmittelgemisch nach Vertreibung des Lösungsmittels erhaltenen Sojaschlamm, dadurch gekennzeichnet, daß man den Sojaschlamm mit verdünntem Alkohol von mindestens 351/"Wassergehalt extrahiert und den nach Vertreibung des Lösungsmittels erhaltenen Rückstand in bekannter Weise durch Behandlung mit Aceton vom 01 befreit.
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| DE529202C true DE529202C (de) | 1931-07-09 |
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