DE52364C - Geschofs, welches beim Aufschlag durch Stauchung verschiedenartiger Metalle zerschellt - Google Patents
Geschofs, welches beim Aufschlag durch Stauchung verschiedenartiger Metalle zerschelltInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung bezieht sich auf Projectile für Feuerwaffen, und zwar sowohl für Handfeuerwaffen
als auch für Geschütze, und findet auf volle, hohle und Sprenggeschosse Anwendung.
Das Projectil besteht aus einem röhrenförmigen Hauptkörper von hartem Metall mit
einer konischen ovoi'dalen oder anders geformten Spitze von weichem und schwerem
Metall, die, sobald das Projectil auftriffl, zurückgetrieben und in die Röhre hineingeprefst wird,
so dafs sie diese Röhre sprengt und deren Sprengstücke nach allen Richtungen zu fliegen
und einzuschlagen veranlafst. Angemessener Weise wird zur Erreichung dieses Zweckes das
vordere Ende der Hartmetallröhre trichterförmig oder versenkt gemacht, so dafs, wenn das
Weichmetall zurückgetrieben wird,. letzteres wie ein Keil wirkt, um die Röhre zu zersprengen.
Soll dagegen keine Sprengung des Rohres A eintreten, so wird sein Vorderende stumpf oder
konisch und der Kopf entsprechend gemacht.
Für gezogene Läufe wird das Geschofs mit einem Stofsboden von^ etwas gröfserem Durchmesser
als der Hauptkörper versehen, so dafs' derselbe in die Züge eintreten kann. Dieser
Stofsboden mag mit einer Schraube vereint werden, wie er im Patent No. 52362 beschrieben
ist, oder auf irgend eine andere bekannte Weise construirt werden. Vorteilhaft erstreckt sich
das weiche Metall ganz durch den röhrenförmigen Haupttheil, vorn den Kopf und hinten
den Stofsboden bildend.
In der Zeichnung ist:
Fig. ι ein axialer Längsschnitt des Geschosses, Fig. 2 ein gleicher Schnitt einer Abänderung,
Fig. 3 ein gleicher Schnitt des Geschosses mit Stofsboden nach Patent No. 52362,
Fig. 4 ein gleicher Schnitt einer anderen Abänderung.
Der röhrenförmige Hauptkörper aus hartem Metall, Stahl, Hartgufs oder anderem passenden
Material ist mit A bezeichnet. B ist der Stofsboden von etwas gröfserem Durchmesser
als A, um in die Züge des Laufes einzutreten. H ist der Kopf des Geschosses aus weichem,
schwerem Metall.
In Fig. ι und 2 ist das Rohr A ganz mit weichem Metall ausgefüllt und bildet Stofsboden
B und Kopf H, deren Durchmesser etwas gröfser sind als der des Körpers A. Das
verwendete weiche Metall ist Blei oder ein anderer Körper, der die Weiche, Formbarkeit
und Schwere des ersteren mehr oder weniger besitzt, so dafs das Füllmetall jedenfalls weicher
und schwerer ist, als das Metall des Körpers A.
Sobald das Geschofs auftrifft, wird der Kopf H zusammengedrückt und in den Rohrkörper
A hineingeprefst. Durch die Seitenausdehnung des Weichmetalls wird das Rohr
von innen gesprengt, so dafs die Sprengstücke in allen Richtungen herumfliegen und einschlagen.
Um das Eindringen des Weichmetalls in das Rohr A zu erleichtern, ist sein
Vorderende trichterförmig oder eingesenkt, ausgehöhlt, wie bei j in Fig. 1 gezeigt, wodurch
das zurückgeprefste Weichmetall wie ein Keil auf die schräge Fläche des Rohres A wirkt
und letzteres sprengt.
In Fig. 2 endet das Rohr A vorn rechtwinklig zur Achse, so dafs in diesem Geschofs
keine Keilwirkung auftritt und es der Sprengung
weniger unterworfen ist. Es hat dagegen den Vortheil, dafs das schwere Weichmetall von
dem Hartmetallrohr A gestützt wird und dafs das Geschofs eine gröfsere Durchschlagsfähigkeit
bekommt. Der Kopf H kann aus diesem Grunde auch kürzer gehalten werden, als in
Fig. 2 angegeben ist.
In Fig. 4 ist der Körper A sogar konisch ■zugeschärft und der Kopf H pilzförmig aufgesetzt,
um eine Sprengung des Körpers A möglichst auszuschliefsen.
Das Geschofs kann in Läufen mit gleichförmigem oder steigendem Drall der Züge angewendet
werden. In ersterem Falle kommen die verdickten Theile α und a1 mit gleicher
Geschwindigkeit durch die Züge. Im zweiten Falle bekommt der vordere Theil a1 eine
raschere Drehung als der hintere a. Dies ist für die bisherigen Langgeschosse aufserordentlich
nachtheilig. Bei dem Geschofs1 wird diese verschieden rasche Drehung der Theile a
und a1 zum gröfsten Theil dadurch unschädlich
gemacht, dafs die Füllung D des Rohres A zwischen α und a1 sich verdreht, was bei der
Weichheit der Füllung D ohne grofsen Kraftaufwand vor sich geht, so dafs ein Abscheeren
von α und a1 oder ein Verderben der Züge
ausgeschlossen ist.
Fig. 3 zeigt die vorliegende Erfindung angewendet auf ein Geschofs mit Schraubenstofsboden
nach dem Patent No. 52362. ..Die Hartmetallschraube b ist fest in das hintere
Ende des Rohrkörpers A eingeschraubt und steht über dies Ende hinaus vor. Ueber die
Schraube ist die Scheibe C aus Filz oder einem anderen mit Fett getränkten Material
oder direct aus festem Fett oder Wachs gestreift. Dann ist die Mutter B1 gegen diese
Scheibe geschraubt, wieder eine zweite (oder mehr) Scheibe C wird aufgeschoben und zuletzt
wird eine Mutter B gegengeschraubt. Diese letztere Mutter B ist mit einer napfförmigen
Packung oder Kappe c von Kupfer oder einem anderen zähen Material versehen, das fähig ist,
in die Laufzüge einzutreten.
Die Muttern B B1 bilden den Schraubenstofsboden.
Sie werden nur leicht gegen die Ringe C C2 geschraubt, so dafs letztere nicht
zusammengequetscht werden. Beim Abfeuern aber erschwert das Beharrungsvermögen des
Körpers A und des Kopfes H, die beide nicht in die Züge eintreten, deren Rotation, während
die Mutter B B1 von den Zügen gedreht und vorwärts geschraubt werden, wodurch Fettung
aus dem Ring C und gegen die Laufwandung geprefst wird und der Körper A gleichzeitig
eine allmälige Rotation erlangt. Die Abmessungen der Theile müssen dergestalt gewählt
werden, dafs während der Zeit, bis das Geschofs die Mündung verläfst, die Mutter B
(oder Muttern) ganz aufgeschraubt und dem Körper A durch den Kopf H und die Züge die
volle Rotationsgeschwindigkeit ertheilt ist.
Auch in diesem Falle kann das Vorderende des Körpers A so geformt werden, wie in
Fig. 2 und 4 dargestellt ist, damit eine Sprengung desselben nicht eintritt.
Claims (2)
1. Geschofs aus Weichmetall mit einem cylindrischen
Hartmetallmantel A, dessen Sprengung beim Aufschlag dadurch hervorgerufen
wird, dafs der freiliegende' Weichmetallkopf
in den vorn am, besten trichterförmig erweiterten Mantel hineingestaucht wird.
2. An dem durch Anspruch 1. gekennzeichneten Geschofs die Anordnung, dafs der
Kopf H und der Stofsboden B, oder der letztere B allein, einen gröfseren Durchmesser
erhält als der Mantel A.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE52364C true DE52364C (de) |
Family
ID=327085
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT52364D Expired - Lifetime DE52364C (de) | Geschofs, welches beim Aufschlag durch Stauchung verschiedenartiger Metalle zerschellt |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE52364C (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4774889A (en) * | 1980-09-27 | 1988-10-04 | Rheinmetall Gmbh | Armor-piercing projectile |
| WO1998030863A1 (de) * | 1997-01-08 | 1998-07-16 | Geke Ingenieurbüro | Geschoss oder gefechtskopf |
| WO2000045120A1 (de) * | 1999-01-29 | 2000-08-03 | Wilhelm Brenneke Gmbh & Co. Kg | Büchsengeschoss für jagdzwecke |
| FR2799541A1 (fr) * | 1999-10-08 | 2001-04-13 | Neillon Richard Le | Projectile chemise et expansif pour armes a canons lisses ou faiblement rayes |
| DE19752102B4 (de) * | 1996-11-28 | 2008-06-05 | Institut Franco-Allemand De Recherches De Saint-Louis, Saint-Louis | Panzerbrechendes Geschoß mit Wuchtwirkung |
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- DE DENDAT52364D patent/DE52364C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (8)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4774889A (en) * | 1980-09-27 | 1988-10-04 | Rheinmetall Gmbh | Armor-piercing projectile |
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| DE19700349C2 (de) * | 1997-01-08 | 2002-02-07 | Futurtec Ag | Geschoß oder Gefechtskopf zur Bekämpfung gepanzerter Ziele |
| CN1087421C (zh) * | 1997-01-08 | 2002-07-10 | 盖克工程师事务所 | 射弹或弹头 |
| US6659013B1 (en) | 1997-01-08 | 2003-12-09 | Futurec Ag C/O Beeler + Beeler Treuhand Ag | Projectile or war-head |
| WO2000045120A1 (de) * | 1999-01-29 | 2000-08-03 | Wilhelm Brenneke Gmbh & Co. Kg | Büchsengeschoss für jagdzwecke |
| FR2799541A1 (fr) * | 1999-10-08 | 2001-04-13 | Neillon Richard Le | Projectile chemise et expansif pour armes a canons lisses ou faiblement rayes |
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