DE52025C - Zweitheiliger Koch- und Fällthurm - Google Patents
Zweitheiliger Koch- und FällthurmInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C05B1/00—Superphosphates, i.e. fertilisers produced by reacting rock or bone phosphates with sulfuric or phosphoric acid in such amounts and concentrations as to yield solid products directly
- C05B1/10—Apparatus for the manufacture of superphosphates
Landscapes
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 16: Ddngerbereitüng. ■/
Patentirt im Deutschen Reiche vom 12. September 1889 ab.
Die Ausführung verschiedener chemischer Processe, bei welchen mittelst Dampfeinleitung
aus heifser, oder mittelst Gaseinleitung aus kalter oder heifser Lösung Niederschläge oder
Fällungen entstehen, erfolgt in den meisten Fällen in Kästen oder stehenden Cylindern.
Wo es sich um eine möglichste Ausnutzung des eingeführten Dampfes oder Gases handelt,
wird man nach dem Princip des Gegenstromes verfahren und mehrere dieser Kästen oder
Cylinder zu einem System vereinigen. Obgleich nun diese Art des Betriebes zu den
continuirlichen Betrieben gerechnet wird, so ist doch jeder Apparat für sich dem intermittirenden
Betriebe unterworfen, indem er für die Entleerung und Neufüllung aus dem System ausgeschaltet werden mufs und während dieser
Zeit in Stillstand geräth. Vortheilhafter und rationeller ist daher an Stelle eines solchen
Apparatensystems die Anwendung von hohen Kochthürmen, indem dieselben einen sehr
regelmäfsigen und auf gewisse Zeit continuirlichen Betrieb gestatten. Neben der geringen Bedienung,
der Regelmäfsigkeit des Betriebes und der günstigsten Ausnutzung der von unten aufsteigenden
Dämpfe oder Gase sind es noch zwei ganz wesentliche physikalische und chemische Eigenschaften, welche die Kochthürme gegenüber
den Kochcylindern voraus haben und für gewisse Processe von grofser Bedeutung und
ökonomischem Werth sind.
Es sei hier beispielsweise die Auskochung von » Phosphorsäure - Calciumbisulfit« , einer
Lösung von phosphorsaurem Kalk in schwefliger Säure, wie solche bei der Extraction von
Knochen mittelst schwefliger Säure erhalten wird, angeführt.
Bei der Auskochung, Austreibung der schwefligen Säure als reines Gas und Fällung der
Phosphorsäure als Calciumtriphosphat in Kochkesseln hat sich in der Praxis der grofse
Uebelstand gezeigt, dafs die zwischen 60 bis 90 ° C. Temperatur stattfindende hauptsächlichste
Schwefligsäure - Entbindung ein . so starkes, Seifenschaum gleichendes Aufschäumen
verursacht, dafs der gröfste Theil der Füllung in den nächsten der zu einem System vereinigten
Kochkessel übergeworfen wird. In erhöhtem Mafse tritt nun dieses Ueberschäumen vom zweiten Kessel nach dem dritten auf etc.,
da der nachfolgende Kessel immer gröfseren Füllungsstand als der vorhergehende erlangt.
In der Praxis wird man daher zur möglichsten Vermeidung des Ueberschäumens sehr hohe
Kessel benutzen bezw. die Kessel nur mit Y3
oder Y4 Füllung betreiben müssen, was jedoch
den grofsen Nachtheil mit sich bringt, dafs die bei der jedesmaligen Füllung des Kessels hineintretende
3/4 des Füllungs-Volumens betragende
Luft das austreibende Gas verdünnt und für die Wiederabsorption ungeeigneter macht. Neben
diesem Nachtheil der Auskochungsoperation hat nun auch die specielle Fällung des phosphorsauren
Kalks den Uebelstand, dafs ein grofser Theil der schwefligen Säure zurückgehalten
und mit niedergerissen wird. Trotz stundenlangen starken Auskochens einer 160B.
starken Phosphatlösung zeigt das Präcipitat einen Gehalt von 15 bis 16 pCt. Schwefligsäureanhydrid
und die Rückstandslauge ,0,5 bis 0,6 pCt. schwefliger Säure, während die höchstens
2 Minuten dauernde Auskochung derselben Lauge in dem Fällthurm ein Präcipitat von nur
7 bis 8 pCt. schwefliger Säure, entsprechend
dem Gehalt der vorhandenen Erden . und Alkalien, und eine Rückstandslauge von nur
0,25 pCt. Schwefliger Säure liefert.
Es ist sonach die Ausführung des Fällprocesses
im Kochthurm aufser dem continuirlichen Betriebe und dem bedeutend geringeren
Dampfverbrauch in doppelter Beziehung von Vortheil, indem erstens das ausgetriebene Gas
(Schwefligsäureanhydrid) nach Condensation des Wasserdampfes nur in reiner 100 proc.
Zusammensetzung und das Präcipitat fast vollkommen frei von mechanisch mit niedergerissener
schwefliger Säure erhalten wird.
Ganz analog, wie angeführtes Beispiel, verhalten sich noch eine Menge anderer chemischer
Processe.
Man würde nun wohl in den meisten Fällen der Kochung bezw. Behandlung von Laugen
mit Gasen "in Thürmen unstreitig den Vorzug geben, wenn nicht auch hierbei sich ein ganz
erheblicher Uebelstand zeigte, welcher bisher die Anwendung dieser Thürme zu Auskochungsund
Fällzwecken nur in geringem Mafse vortheilhaft erscheinen liefs.
Dieser Uebelstand besteht, in der mehr oder minder raschen Verschlammung und Verstopfung
des Aussatzes, was zu häufigen Stillständen für gänzliche Auspackung und Reinigung des
Thurmes Veranlassung giebt. Man hat wohl versucht, die Auspackung des Aussatzes dadurch
zu umgehen oder zu erleichtern, dafs man an den Seiten der Thürme grofse, mit Flantschen und Schrauben verschliefsbare Reinigungsöffnungen
anbrachte; doch gelingt die Reinigung, namentlich wenn der Schlamm, wie bei Kochungsprocessen, sehr fest backt, nur
unvollkommen, und ist auch hierbei wieder der Uebelstand, dafs die in grofser Anzahl
nöthigen Reinigungsöffnungen sehr schwer dicht zu erhalten sind und dementsprechend zu
Gasverlusten Veranlassung geben.
Um. nun bei derartigen Koch- und Fällthürmen
ohne viel Zeitverlust eine möglichst leichte und -vollständige Reinigung des Aussatzes
ohne Herausnahme desselben zu erzielen, hat Erfinder dem Thurm die auf der Zeichnung
in Fig. A und H dargestellte zweitheilige Construction gegeben. Der Thurm besteht im
wesentlichen aus einem Holzbohlenschacht von bedeutender Höhe und rechteckförmigem Querschnitt.
Das Innere des Thurmes ist mit Bleiplatten vollständig ausgeschlagen. Die eine Hälfte des
Schachtes dient zur eigentlichen Auskochung bezw. Fällung von Laugen, und kann zu
diesem Zwecke nach der in Fig. C, D und E skizzirten Weise mit schiefen Ebenen oder
nach Fig. F mit Vierkanthölzern etc. ausgesetzt sein. Die anstofsende zweite Hälfte des Thurmes
ist ohne jedweden Aussatz und dient lediglich als Fahrt für den mit der Reinigung des Kochthurmes
beschäftigten Arbeiter. Beide Hälften des Thurmes sind durch eine ziemlich luftdicht
schliefsende Wand von einzelnen über einander stehenden, innen verbleiten Holzplatten, welche
mittelst Streben an die seitlichen, 30 bis 40 mm starken Bohlenrandflächen angeprefst werden,
getrennt. Da sowohl diese Randflächen in der ganzen Höhe des Thurmes, wie auch die Stofsflächen
der Holzplatten mit Gummileisten versehen sind, so ist ein dichtes Schliefsen ermöglicht;
aber selbst wenn undichte Stellen vorhanden , so sind dieselben von keiner Bedeutung,
da die in die Fahrt übertretenden Gase aus letzterer nicht weiter entweichen können.
An Stelle wegnehm barer Holzplatten können natürlich solche auch an seitlichen Scharnieren
befestigt, ähnlich wie Thüren, zum Aufklappen angebracht sein. Ebenso kann der Thurm bei
Verarbeitung von alkalischen statt sauren Lösungen, wie z. B. bei Auskochung schwacher
Ammoniakwasser mit Kalklaugezuflufs, auch aus Eisenblech, statt Holzbohlen mit Bleiverkleidung,
construirt sein. Damit bei event, öfter vorkommenden Verstopfungen an bestimmten
Höhen des Thurmes nicht die ganze Scheidewand von oben herunter herausgenommen zu
werden braucht, sind in bestimmten Entfernungen von ungefähr 2 bis 3 m verbleite
Quadrateisen als Träger für vier bis sechs Platten eingeschaltet. Um nun bei der Reinigung
des Thurmes auch die Herausnahme der nach Fig. E oder Fig. F construirten Kanthölzer
zu vermeiden, dürfen dieselben nicht kreuzweise, sondern alle in gleicher Richtung
mit ihren Stirnseiten nach der Fahrt zu gelegen sein, damit von letzterer "aus mittelst
eines langen, spatelähnlichen Eisens der Niederschlag abgeschürft werden kann. Zur Vermeidung einer Anhäufung und Verstopfung
des bei der Reinigung abwärtsfallenden Niederschlages sind bei den Aussätzen nach Fig. E
und F die Kanthölzer in Absätzen von 2 bis 3 m über einander geschichtet und jeder Absatz
durch einen Abstand von ungefähr 250 mm getrennt. Beim Reinigen wird unter einen
solchen Absatz ein Sammelbrett vom Querschnitt des Thurmes eingeschoben, auf welchem
sich die herabfallende Reinigungsmasse sammelt.
Die aus dem Thurm abfliefsende, mi.t Niederschlag zu einem dünnen Brei gemengte verarbeitete
Lauge sammelt sich, entsprechend dem Laugenzuflufs, auf dem Thum in dem
unteren Setzkasten (Fig. B) an. Der Niederschlag setzt sich je nach seiner specifischen
Schwere schneller oder langsamer zu Boden, während die klare Restlauge continuirlich durch
das obere Ausflufsrohr abfliefst. Um beim Herausnehmen des Niederschlages nicht die
überstehende klare Lauge aufzurühren, ist der Boden des Längskastens aus einer Reihe trichter-
artiger Behälter construirt, aus welchen der Niederschlag durch grofse Durchgangshähne
oder Schieber auf den unterhalb befindlichen Filterboden abgelassen werden kann. .
Claims (2)
1. Zur leichten und bequemen Reinigung von Koch- und Fällthürmen die Theilung derselben
in zwei Hälften in der Weise, dafs die zur speciellen Auskochung oder Fällung
dienende und mit beliebigem Aussatz versehene Hälfte von der anderen als Fahrt dienenden, gleichfalls luftdicht geschlossenen
Hälfte durch eine aus über einander stehenden, fest anzupressenden Platten oder Thüren gebildete Wand getrennt wird.
2. Die Theilung der im vorhergehenden Anspruch erläuterten, aus Platten, zusammengesetzten
Scheidewand in mehrere Abtheilungen in der Weise, dafs für die Lagerung
von je vier bis sechs über einander stehenden Platten ein fester Träger eingeschaltet
ist, damit bei event, öfter nöthig werdenden Reinigungen der unteren Theile
des Thurmes nicht die ganze, oberhalb stehende Scheidewand herausgenommen zu werden braucht.
Zur Vermeidung des Herausnehmens der in Fig. E und F gezeichneten Kanthölzer
die Schichtung derselben in paralleler Lagerung zu einander in der Weise, dafs die
Stirnseiten der Hölzer nach der Scheidewand zu gelegen sind behufs Möglichkeit des AbschUrfens des Niederschlages in der
Längsrichtung der Hölzer.
Zur Verhinderung der Verstopfung beim Reinigen des nach Anspruch 3. angegebenen, nicht herausnehmbaren Kanthölzeraussatzes die Unterbrechung desselben in bestimmten Entfernungen behufs Einschiebung eines Sammelbrettes für die von oben abgeschürften Reinigungsmassen.
Zur Verhinderung der Verstopfung beim Reinigen des nach Anspruch 3. angegebenen, nicht herausnehmbaren Kanthölzeraussatzes die Unterbrechung desselben in bestimmten Entfernungen behufs Einschiebung eines Sammelbrettes für die von oben abgeschürften Reinigungsmassen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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|---|---|---|---|
| DENDAT52025D Expired - Lifetime DE52025C (de) | Zweitheiliger Koch- und Fällthurm |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE52025C (de) |
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- DE DENDAT52025D patent/DE52025C/de not_active Expired - Lifetime
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