DE508604C - Verfahren zur Gewinnung und Anwendung spezifischer Sera zur Differenzierung verschiedener Milcharten - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung und Anwendung spezifischer Sera zur Differenzierung verschiedener Milcharten

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DE508604C
DE508604C DEK113557D DEK0113557D DE508604C DE 508604 C DE508604 C DE 508604C DE K113557 D DEK113557 D DE K113557D DE K0113557 D DEK0113557 D DE K0113557D DE 508604 C DE508604 C DE 508604C
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    • G01N33/00Investigating or analysing materials by specific methods not covered by groups G01N1/00 - G01N31/00
    • G01N33/02Food
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Description

  • Verfahren zur Gewinnung und Anwendung spezifischer Sera zur Differenzierung verschiedener Milcharten Die amtliche Untersuchung von Milch auf Herkunft und Nährwert im Vergleich zu anderer Milch ist für manche Länder, in denen Milch mehrerer Tierarten (Kühe, Büffel, Schafe, Ziegen usw.) benutzt wird, von sehr großer Bedeutung, weil die meisten und häufigsten Verfälschungen der Milch hier ihren Ausgangspunkt haben. Eine auf 1/3 entrahmte oder dreifach mit Wasser verdünnte Büffelmilch kann z. B. immer noch als gute Kuhmich verkauft werden, weil die Büffelmilch oft 8 bis ro % Fett enthält und für Kuhmilch nur ein Fettgehalt von 3 bis 3,5 °/o vorgeschrieben ist. In Wahrheit wird aber der Käufer dabei insofern betrogen, als er statt der gewünschten Milch minderwertige erhält.
  • Die Prüfung der verschiedenen Milcharten (mit Ausnahme der Ziegenmilch) ist nach chemischen Verfahren nicht durchführbar. Die biologischen Verfahren, und zwar die Präzipitationsreaktion, die Komplementbindungsreaktion und die Anaphylaxie, sind sehr umständlich und aus vielen Gründen undurchführbar. Das am weitesten verbreitete Verfahren zur Untersuchung von Eiweißkörpern überhaupt ist die Präzipitation. Bereits mehrfach wurde vorgeschlagen, die Reaktion auch zur Untersuchung von Milch zu benutzen. Die Herstellung milchpräzipitierender Sera (Lactosera) ist aber sehr schwer,".weil nur ein geringer Prozentsatz von geimpften Tieren, z. B. Kaninchen, ein brauchbares Lactoserum liefert. Die Reaktion wird in besonderen Reagenzgläsern auf besonderen Gestellen durchgeführt und dauert '/2 bis 24 Stunden. Mit jeder Untersuchung muß man eine große Zahl von Kontrolluntersuchungen vornehmen, um Fehler zu vermeiden. Die Reaktion kann nur von Sachverständigen ausgeführt werden, weil sie sehr verwickelt ist. Der größte Nachteil der Präzipitationsreaktion ist, daß sie nicht streng spezifisch ist, d, h. das mit einer bestimmten Milchart hergestellte Serum präzipitiert auch andere Milcharten. Moro, Baumann u. a. haben bei Behandlung mit Kuhmilch Lactosera bekommen, die auch Ziegen- und evtl. Schafmilch präzipitierten. W. Ernst hält auf Grund der Versuche von Uhlenhuth, Moro und Gengou die Untersuchung der verwandten Milcharten (Schaf- und Ziegenmilch) für unmöglich. Nach Uhlenhuth und Seiffert ist die Unterscheidung der Schaf- von Ziegenmilch wegen Verwandtschaftsreaktionen mit der Präzipitatiorsreaktion nicht erreichbar (vgl. Handbuch der phatogenen Mikroorganismen, Bd. III, Lieferung 23, S. 384). Nach einer drei] ährigenVersuchszeit, während der x2o Kaninchen, 40 Meerschweinchen, 4 Schafe, 2 Esel und z Pferd geimpft wurden, ergab sich, daß die Untersuchung verwandter Milcharten (Büffel-, Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch) nach den heutigen biologischen Verfahren nur mit einzelnen Sera (3 bis q. °/o) möglich und der Nachweis von Zusatz einer Milchart in eine andere ihr verwandte unmöglich ist.
  • Die beiden anderen Verfahren, Komplementbindungsreaktion und Anaphylaxie dürften etwas empfindlicher sein, haben aber praktisch keinen Wert, weil sie noch verwickelter sind als die Präzipitation, wie durch zahlreiche Untersuchungen festgestellt wurde.
  • Gegenstand der Erfindung ist ein neues praktisches Verfahren zur Untersuchung verschiedener und verwandter Milcharten auf Herkunft und zum Nachweis des Zusatzes einer Milchart zu einer anderen bis herab zum Betrage von 1 °%.
  • Das Verfahren nach der Erfindung bietet im Vergleich zu den bisher bekannten eine Reihe von Vorteilen.
  • Während die bekannten Untersuchungsverfahren nur im Laboratorium anwendbar sind, kann die Untersuchung nach dem Verfahren gemäß der Erfindung überall angewendet werden. Das teure Laboratoriumsgerät kann entbehrt werden, weil die Untersuchung auf einem Objektträger und mit Hilfe nur eines Glasstäbchens gemacht wird, die beide nach dem Waschen mit gewöhnlichem Wasser gebrauchsfertig sind. Ferner ist die Ausführung der Reaktion so einfach, daß jede Hausfrau hierzu imstande ist, während die anderen Untersuchungsverfahren nur von geschulten Personen ausgeführt werden können. Im Gegensatz zu den bekannten Verfahren, die für eine Untersuchung eine Zeit von mehreren Stunden (bis 2q.) erfordern, sind für die Untersuchung nach dem Verfahren gemäß der Erfindung nur i bis 3 Minuten nötig. Bei den bekannten Verfahren werden weiter für eine vollständige Untersuchung mit den nötigen Kontrollen mehrere cm3 Serum gebraucht, beim Verfahren nach der Erfindung jedoch nur einige Tropfen (o,o5 bis o,2 cm3). Auch die Herstellung der spezifischen Sera gemäß der Erfindung ist sehr einfach und billig. Im Gegensatz zu den Verfahren zur Herstellung von Lactosera, nach welchen man nur von einigen Tieren (3 bis q. °%) ein brauchbares Serum erhält, liefert jedes Tier ein gutes Serum gemäß der Erfindung. Während bei den bekannten Verfahren die Herstellung der Sera unter Umständen 35 bis 6o Tage dauert, werden nach dem Verfahren gemäß der Erfindung nur 12 bis 15 Tage zur Herstellung eines guten Serums benötigt. Die von einem Kaninchen gelieferte Serummenge ist beim Verfahren nach der Erfindung bis doppelt so groß wie bei den bekannten Verfahren, weil dieselbe sich bei der Bearbeitung der Sera verdoppelt. Im Gegensatz zu den Lactosera, die gegen Licht, Wärme und sonstige Mittel sehr empfindlich sind und sich daher nicht lange halten, ist das Serum gemäß der Erfindung gegen alle diese Einwirkungen so gut wie unempfindlich. Dasselbe ist stark konserviert, erhitzt usw. und kann daher ohne Gefahr überall hin verschickt werden.
  • Während nach den bekannten Verfahren die Milcharten nur schwer erkennbar sind, ist nach dem Verfahren gemäß der Erfindung bereits 10/0 Zusatz einer artfremden Milch zu einer anderen mit Leichtigkeit makroskopisch nachzuweisen. Geringere Zusätze haben praktisch keine Bedeutung.
  • Die Schwierigkeiten bei der Durchführung der Reaktion in Gemischen verwandter Milcharten, die bei den bekannten Verfahren die Untersuchung stören und unter Umständen unmöglich machen, sind beim Verfahren nach der Erfindung vollkommen beseitigt.
  • Während nach den bekannten Verfahren die Milch möglichst frisch, unerhitzt und nicht konserviert untersucht werden muß, weil sonst das Ergebnis nachteilig beeinflußt und die Untersuchung gestört wird, kann mit dem Verfahren nach der Erfindung auch pasteurisierte, gekochte und selbst bei 12o° C und i Atm. Druck erhitzte Milch, ferner konservierte Milch (mit Formalin, Kaliumbichromat u. a. Chemikalien) ohne weiteres untersucht werden. Letzteres ermöglicht das Versenden von Milchproben und das Aufheben von Gegenproben bei amtlichen Untersuchungen, was von sehr großer Bedeutung ist. Kondensierte Milch kann nach entsprechender Verdünnung mit Wasser genau wie frische Milch untersucht werden.
  • Zur Ausführung der Untersuchung nach dem Verfahren gemäß der Erfindung wird die zu untersuchende Milch gut umgeschüttelt. Darauf werden mit einem kleinen Glasstäbchen nebeneinander i bis q. Tropfen (o,oi bis 0,03 cm3 groß) von der fraglichen Milch, je nachdem man auf eine oder mehrere Arten Milch nachprüfen will, auf einen zweckmäßig auf eine schwarze Unterlage gelegten Objektträger gebracht. Auf jeden Tropfen Milch werden sodann i bis 2 Tropfen (etwa 0,05 cm3) von den verschiedenen, spezifischen Lactosera gemäß der Erfindung getropft. Soll z. B. auf Kuh-, Büffel-, Schaf- und Ziegenmilch geprüft werden, so werden auf das erste Tröpfchen Milch i bis 2 Tröpfchen spezifisches Serum für Kuhmilch, auf das zweite Tröpfchen Milch Serum für Büffehnilch, auf das dritte Serum für Schaf-und auf das vierte Serum für Ziegenmilch getropft. Hiernach werden die einzelnen Tropfen mit einem jeweils gesäuberten Glasstäbchen nacheinander gut umgerührt.
  • Unter leichtem Schwenken des flachgehaltenen Objektträgers beobachtet man nun den Ablauf der Reaktion, die innerhalb i bis 3 Minuten vor sich geht.
  • Die positive Reaktion zeigt sich durch Gerinnen und Ausflocken der Milch an. Die Größe der einzelnen Flocken ist verschieden und hängt von vielen Umständen (von dem Serum und der Milchzrt selbst, von der Geschwindigkeit und Dauer des Schwenkens des Objektträgers usw.) ab. Die zum größten Teil aus geronnenen Kaseinmassen bestehenden Flocken haben die Neigung, beim Schwenken nach dem Umfange der Tröpfchen hin zu wandern. Der Rest der Flüssigkeit wird nach der vollständigen Ausflockung klar. Beim Weiterschwenken sammeln sich alle Flocken am Rande der Tropfens, so daß sich um einen solchen »positiven« Tropfen zum Schluß ein weißer. Kranz bildet.
  • Ist die Reaktion negativ, so tritt keine Gerinnung und Ausflockung ein. Der Tropfen bleibt trübe. Manchmal (besonders bei Milcharten mit höherem Fettgehalt) wird ein Feinkörnigwerden beobachtet. Die wie feiner Sand aussehenden Körnchen haben im Gegensatz zu den Flocken die Neigung, beim weiteren Schwenken des Objektträgers sich nach der Mitte der Tropfen zu sammeln. Die Körnchen sind Fetttröpfchen, die sich auf dem höchsten Punkt des Tropfens (in der Mitte) sammeln. Das Unterscheiden einer positiven von einer negativen Reaktion bietet somit gar keine Schwierigkeiten.
  • Bei Mischmilch tritt folgendes ein: Diejenige Milchart, mit deren spezifischem, gemäß der Erfindung hergestelltem Serum eingewirkt wird, wird ausgefällt. Die übrigen Milcharten bleiben ungeronnen. Bei einem solchen Tropfen beobachtet man Ausflockung, die übrige Flüssigkeit wird aber nicht klar, wie das bei einartiger Milch der Fall ist, weil in dem Tropfen noch die anderen Milcharten, die von dem betreffenden Serum nicht ausgefällt werden konnten, enthalten sind. Je nach der Menge der zugesetzten Milch treten mehr oder weniger Flocken auf, so daß man den Anteil jeder Milchart auch grob schätzen kann.
  • Das Ergebnis wird makroskopisch abgelesen. Bei zweifelhaften Fällen wird ein gewöhnliches Vergrößerungsglas (sechs- bis zehnmalige Vergrößerung) zu Hilfe genommen.
  • Je nachdem, in wie vielen und in welchen Tropfen eine Ausflockung eingetreten ist, ergibt sich, aus wie vielen und welchen Milcharten die fragliche Milch zusammengesetzt ist. Es ist nicht nötig, besondere Kontrollen anzusetzen, wenn das Ergebnis bei einem der Tropfen negativ ist. Ist jedoch das Ergebnis bei allen Tropfen positiv, so wird mit normalem Kaninchenserum eine Nachprüfung vorgenommen, um sich zu überzeugen, daß keine unspezifische Reaktion vorliegt. Dies ist gewöhnlich überflüssig, weil auf dem Markt nie Mischmilch aus allen vier Arten vorkommt.
  • Das Eintropfen des Serums gemäß der Erfindung geschieht entweder unmittelbar aus der Flasche (Tropfflasche) oder mit einem Guttator oder einer Pipette.
  • Die Herstellung des Serums gemäß der Erfindung ist sehr einfach. Dem Versuchstier (am besten Kaninchen) wird rohe, gekochte oder sterilisierte Milch einer bestimmten Art fünf- bis zehnmal innerhalb io bis 15 Tagen intravenös oder intraperitoneal eingespritzt, und zwar jeweils 5 bis 2o cm3. Die Menge der Milch spielt keine große Rolle. Jedenfalls sollen nicht weniger als 5 cm3 gespritzt werden. Die Zahl der Injektionen ist ebenfalls nicht von besonderer Bedeutung. Drei Injektionen innerhalb io Tagen genügen schon. Bessere Sera werden allerdings erhalten, wenn mehr als fünfmal injiziert wird. Die intravenöse Injektion ist peritonealen vorzuziehen. Die peritoneale Impfung darf nur mit gut sterilisierter Milch vorgenommen werden, weil die Tiere sonst an Bauchfellentzündung erkranken und sterben. Die intravenöse Injektion ist noch deswegen vorzuziehen, weil hierbei -den Kaninchen auch rohe, bakterienhaltige Milch nicht schadet. Es ist am besten, rohe, womöglich bakterienfreie Milch intravenös einzuspritzen.
  • Einige Tage (2 bis q.) nach der letzten Injektion, also am 12. bis 1q.. Tage nach der ersten, wird eine Blutprobe entnommen und nach dem beschriebenen Verfahren geprüft, ob das Tier genügend Milchantikörper gebildet hat. Ist das der Fall, so wird eine größere Menge Blut durch Herzpunktion entnommen. Das Tier wird entweder weiter leben gelassen oder vollkommen entblutet. Die Entblutung braucht nicht streng steril gemacht zu werden, weil das Serum sofort konserviert wird und danach Bakterienfilter passiert.
  • Das so gewonnene Serum ist das bereits bekannte Lactoserum. Es ist unspezifisch und fällt, wenn auch verschieden stark, fast alle Milcharten. Aus diesen rohen, unspezifischen Lactosera werden die spezifischen Sera gemäß der Erfindung hergestellt, die jeweils nur eine bestimmte Milchart ausfällen.
  • Zu diesem Zwecke werden die von mehreren Tieren (2o bis 30) gewonnenen Immunsera gemischt. In einzelnen Versuchen mit den verschiedenen Milcharten werden die Eigenschaften dieser Serummischung genau geprüft.
  • Um die Serummischung nur für eine bestimmte Milchart streng spezifisch zu machen, wird sie mit einer oder mehreren Milcharten elektiv abgesättigt.
  • Um zu erkennen, welche Milchart für die Absättigung am geeignetsten ist, werden in mehrere kleine Zentrifugenröhrchen je i oder z cm3 der Serummischung eingebracht und je 0,25 bis o,5 cm3 von je einer der verschiedenen Milcharten (Kuh-, Büffel-, Schaf-, Ziegenmilch usw.) unverdünnt hinzugefügt. Darauf wird ein paarmal kräftig umgeschüttelt. Die Röhrchen werden 5 bis io Minuten stehengelassen und zentrifugiert. Dann wird in der beschriebenen Weise auf Objektträgern geprüft, durch welche Milchart die unspezifischen Antikörper am meisten gebunden sind. Erforderlichenfalls ist dieser Versuch mit größeren oder kleineren Mengen Milch zu wiederholen.
  • Nach Feststellung der für die elektive Absättigung geeignetsten Milchart ist die Milchmenge zu bestimmen, die zur Absättigung der Serummischung nötig ist.
  • Zu diesem Zweck werden wieder in mehrere kleine Zentrifugenröhrchen je i oder 2 cm3 der ursprünglichen Serummischung eingebracht und zunehmende Mengen (z. B. 0,25, 0,5o, o,75 und =,o cm3) von der durch den ersten Versuch bestimmten Milchart hinzugefügt. Darauf wird mehrmals umgeschüttelt. Die Röhrchen werden 5 bis io Minuten stehengelassen undzentrifugiert. Nach der Feststellung der zum Spezifischmachen von = em3 Serum erforderlichen Milchmenge wird die ganze Serummischung mit der entsprechenden Milchmenge (in einer Flasche oder in einem Kolben) versetzt, io bis 2o Minuten geschüttelt und dann zentrifugiert. Darauf wird unter dem Mikroskop (Vergrößerung vierhundertfach) geprüft, ob das Serum in denjenigen Milcharten, für die es nicht spezifisch sein soll innerhalb 2o bis 30 Minuten keine Veränderungen hervorruft. Ist das der Fall, so ist eine weitere Absättigung nicht erforderlich. Andernfalls wird das Absättigen in derselben Weise wiederholt. Zweckmäßig wird vor demAbsättigen der ganzen Serummenge die Absättigung an einer kleinen Menge (5 bis =o cm3) noch einmal ausprobiert.
  • Manche Sera lassen sich mit nur einer Milchart nicht einwandfrei absättigen. Iii solchen Fällen muß in derselben Weise mit zwei evtl. drei Milcharten gleichzeitig oder hintereinander abgesättigt werden. Das Kuhmilchlaktoserum z. B. läßt sich fast immer nur mit Büffelmilch spezifisch machen, das Büffelmilchlaktoserum aber selten nur mit Kuhmilch, vielmehr muß es auch mit Schaf- und Ziegenmilch abgesättigt werden.
  • Bei der Absättigung soll nicht mehr Milch verwendet werden, als nötig ist, weil sonst die spezifische Wirkung des Laktotestes unter Umständen leidet.
  • Um das so erhaltene spezifische Serum beständig zu machen, wird es im Wasserbad bei 60° C ein bis eineinhalb Stunden erhitzt. Es wird dabei gleichzeitig steril gemacht. Jetzt läßt man das Serum bei gewöhnlicher Temperatur stehen. Es fallen dabei alle labilen Eiweißkörper aus, und das Serum wird ganz klar.
  • Der obere Teil kann jetzt abpipettiert und abgefüllt werden, oder er wird durch ein Bakterienfilter filtriert und erst dann abgefüllt. Letzteres ist zu empfehlen, wenn das Serum nach außerhalb verschickt wird. Durch das Erhitzen und hiltrieren durch Bakterienfilter wird das Serum vollständig steril und klar, ohne von seiner spezifischen Wirkung etwas zu verlieren. Etwaige zurückgebliebene unspezifische Wirkungen werden hierbei ganz beseitigt.
  • Das Serum ist mit Phenol konservierbar und verdirbt nicht leicht. Es verträgt lange Zeit Lichteinwirkung (sogar- Sonnenlicht), Wärme usw. Selbst durch Bakterien oder Schimmelpilze verdorbene Sera behalten ihre Wirkung lange Zelt.
  • Das Verfahren nach der Erfindung kann auch zur Unterscheidung von verschiedenen Milcherzeugnissen (Sahne, saure Milch, Yoghurt, Butter u. a.) sowie zur Feststellung anderer eiweißhaltiger Lebensmittel (verschiedene Mehlarten, Eierpräparate u. a.) benutzt werden.

Claims (6)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung und Anwendung spezifischer SerazurDifferenzierung verschiedener Milcharten, bei welchem Tieren, z. B. Kaninchen, wiederholt eine bestimmte Milchart intravenös oder intraperitoneal eingespritzt und den Tieren Blut als Serum entnommen wird, dadurch gekennzeichnet, daß einige Tage nach der letzten Einspritzung die gewonnenen Sera gemischt und mit einer oder mehreren Milcharten elektiv abgesättigt und dadurch für eine bestimmte Milchart spezifisch gemacht werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das abgesättigte spezifische Serum zur Prüfung in andere Milcharten als die, für die das Serum spezifisch ist, getropft wird, diese Tropfen bei starker Vergrößerung längere Zeit auf eine Veränderung geprüft werden und daß das Absättigen und Prüfen so lange wiederholt wird, bis keine Veränderung in den Milchtropfen mehr eintritt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das spezifische Serum konserviert eine bis eineinhalb Stunden lang bis auf 6o° C erhitzt, sterilisiert und anschließend bei Zimmertemperatur so lange stehengelassen wird, bis alle labilen Eiweißkörper ausgefallen sind und das Serum klar geworden ist, und daß das Serum darauf durch ein Bakterienfilter filtriert wird. q..
  4. Verfahren zur Anwendung der Sera nach Anspruch i bis 3, zum Erkennen bestimmter Milcharten auch in Milchmischungen, dadurch gekennzeichnet, daß die zu untersuchende Milch in einzelnen Tröpfchen auf einen Objektträger gebracht und jedem Tropfen ein einer bestimmten Milchart entsprechendes Serum zugesetzt wird, worauf bei positiver Reaktion eine vollständige Ausflockung derjenigen Milchart in den Tröpfchen eintritt, für die das Serum spezifisch ist.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch q., dadurch gekennzeichnet, daß bei positiver Reaktion in allen Tröpfchen die Reaktion mit normalem Kaninchenserum nachgeprüft wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch q. und 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Ablesen des Resultates der Reaktion makroskopisch unter Benutzung einer dunklen Unterlage oder mikroskopisch erfolgt.
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