DE504C - Sicherheitsschlofs - Google Patents

Sicherheitsschlofs

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DE504C
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    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E05LOCKS; KEYS; WINDOW OR DOOR FITTINGS; SAFES
    • E05BLOCKS; ACCESSORIES THEREFOR; HANDCUFFS
    • E05B33/00Cylinder locks in which the bolt is moved by means other than the key

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  • Clamps And Clips (AREA)

Description

1877.
Klasse 68.
KLEINAU & CO. in HAMBURG. SicherheitsschloFs.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. Juli 1877 ab. Längste Dauer: 3. September 1891.
ΨίθΚ/οΟϊίΙϊ
Vorliegende Erfindung bezweckt die Construction eines einfachen und sicheren Schlosses, welches vorzugsweise zum Verschlufs von Thüren Verwendung finden soll, aber auch in modificirter Form für andere Zwecke mit Vortheil benutzt werden kann.
■ Als■ Thürschlofs ist dasselbe auf beiliegender Zeichnung dargestellt. Fig. ia ist die Ansicht einds Schlosses, dessen eine Seitenwand entfernt ist; Fig. ib ist ein Querschnitt desselben durch die Mitte der, in der unteren Lage befindlichen Zuhaltungsfalle /; Fig. ic ist ein solcher mit eingestecktem Schlüssel s1 und gehobener Falle /; Fig: 2a zeigt den Riegel ganz ausgeschoben; Fig. 2b ist der entsprechende Querschnitt für diese Lage, und Fig. 3 zeigt den Schlüssel in verschiedenen Ansichten.
Als wesentliche Eigenthümlichkeit dieses Schlosses ist zunächst hervorzuheben, dafs die sogen. »Falle« der gebräuchlichen Schlofsconstruction zum »Einklinken« der Thür und der »Riegel« zum Verschliefsen derselben mittelst des Schlüssels zu einem einzigen Stücke vereinigt sind.
Die Einrichtung des Schlosses ist nun folgende :
r ist der Riegel, welcher bei der in Fig. ia gezeichneten Lage als Falle (zum Einklinken) functionirt. Die Spiralfeder /, von welcher der dieselbe bildende Draht am Ende rechts gerade gestreckt und hinten in eine Oese umgebogen ist, hält den Riegel in einiger Spannung nach vorn (oder nach links in der Abbildung). Eine Bewegung nach vorn ist zunächst nicht möglich, da dies die in dem Einschnitte e1 des Riegels ruhende Zuhaltungsfalle / verhindert; mittelst der zu beiden Seiten der Thür in der gezeichneten Weise angebrachten Knöpfe k läfst sich aber der Riegel nach hinten verschieben, so dafs dadurch die eingeklinkte Thür geöffnet werden kann. Die Spiralfeder schiebt alsdann den Riegel wieder bis zu der bestimmten Grenze vor. Der Riegel ist vorn abgeschrägt, so dafs ein Einklinken der Thür durch einfaches Zudrücken erfolgen kann, wie bei anderen Thürschlössern. .
Soll nun der Riegel weiter vorgeschoben, d.h. die Thüre verschlossen werden, so ist zunächst die Zuhaltungsfalle / zu heben. Von innerhalb des Zimmers bezw. des Hauses geschieht dies durch den kleinen Knopf s". Der Riegel kann nun vermittelst eines der Knöpfe k vorgeschoben werden, soweit es der! Schlitz / und der Zapfen ζ gestatten; bei dieser in Fig. 2a gezeichneten Stellung fällt alsdann die Zuhaltungsfalle in 'den zweiten, schmäleren Ein- - schnitt des Riegels und dieser ist am Zurückgeschobenwerden gehindert. Das Aufschliefsen geschieht von innen natürlich in entsprechender Weise.
Die Bewegung des Riegels an und für sich erfolgt von aufsen in derselben Weise, wie von innen durch den betreffenden Knopf k, doch mufs derselben das Ausheben der Zuhaltungsfalle durch den Schlüssel s' vorausgehen. Letzterer besteht in seiner einfachsten Form aus einem flachen, vorn abgeschrägten Eisenstabe, Fig. ic, und 3. Derselbe wird durch eine möglichst" lange, in das Holz der Thür hineinreichende Schlüsselführung hindurch in das Schlüsselloch der Schlofswand derart eingeführt, dafs die erwähnte Abschrägung wie ein Keil unter die- Zuhaltungsfalle tritt und diese in die Höhe schiebt. Um dies zn erleichtern, ist letztere an der betreffenden Kante abgerundet. Es werde vorausgesetzt, dafs die Schlofstheile sich in der Lage von Fig. ia befinden und die Thür von aufsen verschlossen werden soll. Sobald die Falle ' durch den hineingesteckten Schlüssel vollständig gehoben ist (Fig. ic), schiebt die Feder / den Riegel ein weniges vor und ist, um dieses zu ermöglichen, der Einschnitt e" in dem Riegel etwas breiter -gefeilt, als die Dicke des Schlüssels. Infolge der Verschiebung des Riegels kann die Falle / nun nach dem Herausziehen des Schlüssels nicht wieder in den Einschnitt e' fallen, sondern sie trifft mit ihrer einen Kante auf die hintere (rechts) obere Kante dieses Einschnittes, und der. Riegel kann durch den Knopf vorgeschoben werden (wie vorhin). Das hierauf erfolgende Eintreten der Falle / in den Einschnitt e'" bewirkt alsdann eine erneuerte Zuhaltung und die Thür ist verschlossen.
Zum Zweck des O effnens der Thür von aufsen steckt man wiederum den Schlüssel in' das
Schlüsselloch, drückt ihn vor und hebt dadurch die Falle. Es mufs nun aber noch der Riegel etwas verschoben werden, so dafs der Schlüssel zurückgezogen werden kann, ohne dafs die Falle wieder in den Einschnitt e'" tritt. Hierzu dient ein aus Fig. 3 zu ersehender, in einer Abschrägung endigender Falz an der Unterseite des Schlüssels. Diese Abschrägung drückt, nachdem die Falle gehoben ist, gegen die hintere (rechte) Seite des kleinen Einschnittes e" und verschiebt dadurch den Riegel um so viel, dafs nun die Falle nach dem Herausziehen des Schlüssels auf der oberen vorderen (linken) Kante des. Einschnittes e'" einen Stützpunkt findet. Der Riegel kann nun demnach mittelst des Knopfes k ungehindert zurückgezogen werden.
Damit die Feder / beim Verschliefsen des Schlosses nicht hindere, ist der Riegel in seinem unteren Ansätze mit einem Einschnitte versehen, durch welchen der gerade gestreckte Draht vom Ende der Feder hindurchgeht.
Eine kleine, vor dem Schlüsselloche der Schlofswand angebrachte Falle ν dient dazu, das Eindringen von Staub etc. zu verhüten. Dieselbe wird wie die Falle / durch den Schlüssel gehoben und fallt ebenfalls durch ihr eigenes Gewicht wieder herunter.
In der Zeichnung ist der Schlüssel in der einfachsten Form dargestellt und würde das Schlofs in dieser Ausführung keine grofse Sicherheit darbieten. Nur ist um das Heben der Falle durch einen schmalen Blechstreifen oder dergl. zu erschweren,' in dieser ein Einschnitt angebracht, welcher um sehr weniges schmäler ist, als der Schlüssel.
Es ist jedoch die Form des Schlüssels einer ausgedehnten Modification fähig, so dafs dadurch das Einführen eines anderweitigen Instrumentes zum Oeffnen vor der Zerstörung der Aufsenwand des Schlosses zur Unmöglichkeit gemacht wird. Als Beispiele der Querschnittsformen mögen die in Fig. 4 angegebenen dienen.
Sollte die ungewöhnliche Bewegung des Riegels durch ein Seitwärtsschieben der Knöpfe k unbequem erscheinen, so könnten dieselben leicht durch drehbare Knöpfe oder durch die gewöhnlichen Drücker ersetzt werden, deren Axe alsdann innen einige Zähne zu bekommen haben würde, um dadurch den Riegel zu verschieben.
Die Fig. 5a und 5b auf Blatt I zeigen ein Schlofs mit drei Zuhaltungen, welche durch den entsprechend geformten Schlüssel auf verschiedene Höhen gehoben werden müssen, wie am besten aus P'ig. 7b zu ersehen ist. Die Zuhaltungsfallen /' und /'" haben jede einen Schlitz zu dem bereits früher angegebenen Zwecke, das Heben derselben durch einen zu schmalen Schlüssel zu erschweren. Die Falle /" hat dagegen zwei derartige Schlitze, und wirkt der Schlüssel mit seiner untersten Stufe auf die zwischen den beiden stehen bleibende Zunge. Die beiden kleinen Vorsprünge 11 und n' des Schlüssels treten durch die Schlitze von /" hindurch und hebt dann einer davon die dritte Falle. Da die zweite oder mittlere Falle in einer niedrigeren Stellung bleibt, als die beiden anderen, so mufs bei g ein entsprechender Längs-Einschnitt in den Riegel gemacht werden, da derselbe sich sonst nicht würde bewegen lassen. Sollte eine der Zuhaltungsfallen durch einen falschen Schlüssel oder ein anderes Instrument zu hoch gehoben werden, so wirkt dieselbe auf den Hebel h und es wird der Schieber i herunter und hinter den Riegel- geschoben, so dafs letzterer nun nicht bewegt werden kann. Ein Gewicht am anderen Ende des Hebels hält denselben in seiner nichtwirkenden Lage. Dabei stützt sich dieses Ende mittelst des Schiebers i' auf den Riegel. Dieser letztere Schieber hat den Zweck, das auf einander folgende Heben der Fallen durch einen eingeführten Haken oder dergl. zu hindern, denn bei dieser Procedur ist es nöthig, mittelst des Riegels einen Druck nach rückwärts auf die Fallen auszuüben, um dieselben dadurch zu halten und die, noch das Aufschliefsen hindernden, herauszufühlen. Ist nun der Schieber i' derart gearbeitet, dafs er zunächst den Druck des Riegels aufnimmt, so ist es unmöglich, die Fallen gegen ihre Führung zu klemmen und nacheinander mit einem Haken zu heben. Dieselben werden stets wieder herunterfallen, sobald der Haken entfernt wird.
Eine andere wichtigere Modification dieses Schlosses ist in den Fig. 8, 9, 10 und 11 dargestellt. Die drei Zuhaltungs - Fallen sind hier sozusagen in je zwei Theile getheilt, von denen die oberen mit /', /2, /3, die unteren mit ml, nr und m3,'Fig. 10, bezeichnet sind. Fig. 8a zeigt den Riegel in diejenige Stellung zurückgezogen, in welcher er als Falle zum Einklinken dient. Die unteren Zuhaltungen m bleiben hierbei in dem betreffenden Einschnitte des Riegels liegen und beAvegen sich vor- und rückwärts mit demselben. Fig. 8b zeigt den Riegel ganz ausgeschoben. Fig. 8° und 8d sind die entsprechenden Durchschnitte. Die Zuhaltungsfallen müssen so hoch gehoben werden, dafs ihre horizontalen Berührungsflächen mit der Oberkante des Riegels in eine Ebene fallen. Wird irgend eines der Fallenpaare ungenügend gehoben, so hindert der obere Theil / den Riegel an jeder Bewegung; wird dasselbe dagegen zu hoch gehoben, so wirkt der untere Theil m in derselben Weise.
In dem gezeichneten Schlosse ist noch eine Sicherheitsvorrichtung angebracht, welcher ich eine besondere Wichtigkeit beilege. Wie aus Fig. 11 zu ersehen, ist der Schlüssel an seinem vorderen Theile sehr dünn hergestellt (doch ist dies nicht wesentlich) und hat derselbe einen Schlitz o, während der Riegel (theilweise für sich allein in Fig. 11 gezeichnet) eine Zunge u von besonderer Form trägt. Der in das Schlofs eingeführte Schlüssel hebt die Zuhaltungsfallen und nimmt eine solche Stellung ein, dafs der Schlitz ο mit der Zunge u correspondirt. Es kann hiernach der Riegel durch einen der
Kriöpfe! um ein Stückchen zurückgeschoben werden, 'wobei der Theil u' der Zunge durch den Schlitz; ο hindurchgeht. Hierauf kann und mufs der Schlüssel durch den Schlitz der Zunge hindurch und .aus dem Schlofs herausgezogen werden und ist nun ein' weiteres Hindernifs gegen; das völlige Zurückschieben des Riegels nicht;.mehr vorhanden.
Wird' für den Zuhaltungstheil m" das seinerseits mit. einer kleinen Zunge χ versehene, im übrigen gleiche Stück m"" substituirt, so kann der einmal zum Zweck des Aufschliefsens eingeführte: Schlüssel nicht wieder herausgezogen werden, ehe der Riegel nicht seine theilweise Bewegung nach rechts ausgeführt hat, da die in den Schlitz ο des Schlüssels einfallende Zunge des Stückes m"" dieses verhindert. Der Schlüssel wird also ' gewisseririafsen gefangen und habe ich daher diesem Schlosse den Namen »Fang-Schl'öfs« beigelegt. Ein nachgemachter Schlüssel, welcher nicht den richtigen Schlitz hat oder in anderen-Beziehungen nur wenig von der richtigen Form abweicht, ist ohne Zerstörung irgend welcher Theile gar nicht wieder aus dem Schlosse herauszubekommen. :
Um. das Oeffnen des ' Schlosses durch aufeinander ' folgendes Heben' der Zuhaltungsfallen mittelst eingeführter Nadeln oder dergl. zu verhindern, haben' die oberen Fallen P, P, P an ihrer linken unteren Kante einen kleinen rechtwinkligen Ausschnitt. Mögen nun auch anfangs alle drei Fällen so weit gehoben werden, dafs sie frei sind, oder Wenigstens so erscheinen, so werden sie immerhin wieder um die verticale Höhe 'des genannten Ausschnittes in den Riegel zurückfallen, sobald die Zunge ul vor das Schlüsselloch tritt und ein Entfernen der Nadeln etc., nöthig macht. Wären die Ausschnitte nicht vorhanden, so würde nach dem Heben der oberen Fallen die geringste Bewegung des Riegels, genügen, erstere aufser Thätigkeit zu setzen und zu erhalten.
Auf Blatt Π ist ein Schlofs, Fig. 12, gezeichnet, welches im wesentlichen mit dem vorigen übereinstimmt, dessen Riegel aber aufser der einen abwärts gerichteten Zunge u noch zwei andere aufwärts gerichtete υ und ν1 trägt. Es wird dadurch an einem bestimmten Punkte des Weges des Riegels das Schlüsselloch vollständig, verdeckt, so dafs die Möglichkeit des Gehobenhaltens der Zuhaltungsfallen, insbesondere der hinteren durch fremde Instrumente hier ganz abgeschnitten wird. Der Schlüssel hat den Zungen entsprechend einen Schlitz von oben und zwei von unten.
Das Schlofs ist mit zwei Zuhaltungen construirt, von denen,die eine die bereits oben erwähnte. Zunge trägt, welche dieses Schlofs, wie das vorige, zu einem Fangschlosse macht.
Um den Vortheil des Verdeckens des Schlüsselloches durch den Riegel auszunutzen, bedarf es übrigens nicht einmal mehrerer oder der doppelten (oberen und unteren) Zuhaltungsfallen. Wird nur die eine Falle (im vorliegenden Schlosse P) derart abgesetzt, dafs das untere Ende hinter der mittleren Zunge u' des Riegels liegt, so ist auch da schon ein Gehobenhalten durch fremde Instrumente ausgeschlossen und ein Sicherheitsschlofs hergestellt.
Als einen Vortheil meiner Schlofsconstruction betrachte ich es noch, dafs bei dem eigentlichen Mechanismus zum Schliefsen keine Federn verwendet sind und derselbe dadurch vereinfacht ist. Uebrigens steht der Anwendung von Federn kein Hindernifs entgegen. Die vorhandene Spiralfeder kommt erst in Thätigkeit, wenn die Function des Riegels in der Falle zum Einklinken übergeht.
Von allen bisher construirten Stechschlössern unterscheidet sich mein Schlofs u. a. schon wesentlich dadurch, dafs es-ein Oeffnen mittelst des Schlüssels von beiden Seiten und folg: lieh eine Anwendung als Thürschlofs zuläfst.
Im Fall das Schlofs bei tragbaren Cassetten angewendet werden soll, so ist es nothwendig, noch eine Einrichtung zu treffen, dafs eine Auslösung des Riegels durch Umdrehen der Cassette zur Unmöglichkeit gemacht wird. Zu diesem Zwecke dienen drei kleine schräg in die Schlofsbleche eingeschraubte Röhrchen w', w", w'", Fig. 13, in jedem von denen sich ein Stift locker bewegt. Das Herausfallen der Stifte hindern die in der Zeichnung angegebenen Schräubchen. Die Neigung sämmtlicher Röhrchen ist von der Schlofswand aus nach unten, so dafs bei aufrechter Stellung des Schlosses die Stifte in den Röhrchen liegen; bei jeder anderen Stellung des Schlüssels (in der die Zuhaltungsfallen aus dem Riegel heraustreten könnten) fällt einer der Stifte in einen Einschnitt des Riegels oder hinter denselben und verhindert somit dessen Bewegung. Es sind drei Röhrchen mit Stiften nöthig, um wenigstens einen der letzteren bei jeder unrichtigen Lage des Schlosses in Wirkung treten zu lassen.
Diese Schlofsconstruction soll, abgesehen von ihrer allgemeinen Verwendbarkeit, besonders bei Kästen-, Schiebladen-, Koffer- und Hängeschlössern benutzt werden, und bietet dieselbe eine vollkommene Sicherheit gegen das Oeffnen auf anderem Wege, als durch den zugehörigen Schlüssel.
. Es sind in diesem Schlosse sieben Zuhaltungen angewendet, von denen jede, wie bei dem Schlofs, Fig. 4, in zwei Theile / und m getheilt ist. Da das Schlofs als von beiden Seiten zu öffnen construirt ist, so: müssen die Zuhaltungen ι und 7, 2 und 6, 3 und 5 gleich sein, damit der Schlüssel von beiden Seiten aus eine gleiche Wirkung ausüben kann. Bei der Einführung des Schlüssels in das Schlofs zum Zweck des Zuschliefsens hebt derselbe im wesentlichen nur die Fallen P und P, diese haben unten rechts eine scharfe Kante und hemmen allein den Riegel, während die Zuhaltungen P bis P an der betreffenden unteren
Ecke abgeschrägt sind, und daher auch, ohne vorher gehoben zu werden, an der Abschrägung des Riegels bei y in die Höhe gleiten. Der Einschnitt in den Riegel für den Schlüssel ist etwas breiter, als dieser; nach dem Heben von /' und P rückt daher die Spiralfeder f den Riegel etwas vor und, nachdem der Schlüssel zurückgezogen worden ist, läfst sich der Riegel mittelst der Knöpfe k vollends bis zum Wiedereinfallen der Zuhaltungen / vorschieben. Die relativen Lagen, in welchen sich diese nun befinden, zeigt Fig. I5a. Die beiden Stücke /' und P sind es wiederum, welche zunächst das Aufschliefsen hindern. Der eingesteckte Schlüssel hebt nun ;;/' und in1, Fig. 1513, und mithin /' und P hoch genug, um den Riegel theilweise verschieben zu können, die Stücke P P hindern dieses theilweise Zurückschieben nicht, da sie an der Kante unten links einen entsprechenden Ausschnitt besitzen, jetzt stofsen die Stücke wz2me mit ihren abgeschrägten Zungen χ auf die Zähne bezw. Einschnitte des Schlüssels und werden erstere, somit auch die Fallen P—/°, beim weiteren Zurückschieben des Riegels gehoben. Sobald die Zungen χ über den Schlüssel hinweggeglitten sind, fallen die Zuhaltungstheile m wieder herunter und der Schlüssel, welcher so lange stecken bleiben mufste, ist wieder herauszuziehen. Uebrigens war letzteres auch früher gar nicht möglich, da die Zuhaltungsstücke m3 bezw. in'" dies in ähnlicher Weise, wie bei dem oben beschriebenen Fangschlosse verhinderten. Ehe das Herunterfallen der Zuhaltungsstücke m' •— m1 eintritt, ist der Riegel aber so weit zurückgeschoben, dafs die Theile /' — P sämmtlich auf der oberen Fläche des Riegels bei y einen Stützpunkt finden und nun der Weiterbewegung desselben kein Hindernifs mehr bieten. Sollten die Zuhaltungstheile m durch' einen falschen Schlüssel zu hoch gehoben werden, so können sie nicht an dem Stücke ζ vorbei und das Aufschliefsen ist gehindert.
Eine besondere Schlüsselführung ist bei diesem Schlofs vermieden, um dasselbe möglichst dünn zu machen und einfach einstemmen zu können; die beiden einander gegenüber liegenden Schlüssellöcher in den Schlofswänden gewähren bei diesem Schlüssel hinreichende Führung, die übrigens noch durch die Schlüssellochschilder weiterhin gesichert wird.
Die Construction gewährt noch den Vortheil, eine gröfsere Zahl von Zuhaltungen in demselben Raum anbringen zu können, als bei den anderen Schlössern, da die Abschrägungen zum Heben der Fallen nicht in dem Schlüssel, sondern in den Fallen selbst angebracht sind. Die verschiedenen Abschrägungen verlängern aber nothwendiger Weise den Schlüssel und bedingen eine gröfsere Dicke der Zuhaltungen.
Um dieses Schlofs da anwenden zu können, wo durch ein Umkehren desselben die Fallen aufser Wirkung gesetzt werden könnten, sind letztere hier ausnahmsweise mit einer Feder versehen, welche dieselben herunterdrücken.
Bei dem Schlosse Fig. 14 und 15 ist noch eine Verbesserung angebracht, welche wesentlich dazu beiträgt, dasselbe gegen die Möglichkeit des Oeffnens durch Haken oder anderweitige Instrumente zu sichern. Es. ist denkbar, dafs das Schlofs geöffnet werden könnte, indem man zunächst die Zuhaltungsfallen P und P hebt, dafs der Riegel soweit zurückgeschoben werden kann, dafs die Kante y' der Fig. 16 gegen den unteren Theil der Fallen P und P drückt, und dafs dann letztere unter fortdauerndem Druck des Riegels gegen dieselben nach einander gehoben würden. Um dieser, wenn auch sehr entfernten Möglichkeit, vorzubeugen, sind die Riegel und die Fallen nach Fig. 17 a oder Fig. I7b angeordnet. Der Riegel hat hier bei y' einen kleinen rechteckigen Einschnitt, wie in Fig. 17 a und die Fallen haben unten Nasen, welche in den Ausschnitt beijy1 eintreten, sobald der Riegel zurückgeschoben wird, ehe die Fallen l~ und P vollständig gehoben sind. Ein aufeinander folgendes Heben der Fallen, ohne den Riegel gegen dieselben zu drücken, ist schon bei der Construction Fig. 16 nicht möglich. Dieser Druck dient hier aber gerade zum Festhalten der Fallen; ein Heben derselben durch Haken etc. ist daher durch diese Anordnung überhaupt unmöglich gemacht. In Fig. I7b ist der Riegel bei y1 mit sägenförmigen Zähnen versehen, denen eben solche Zähne an den Fallen P und P entsprechen. Die Wirkung dieser Zähne ist dieselbe, wie die der Nasen an den Fallen und des Einschnittes an dem Riegel in Fig. i7a.
Diese Einrichtung ist auch verwendbar bei den anderen Schlössern des Erfinders mit mehreren Zuhaltungen.

Claims (10)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Die Combination des mit den Einschnitten e', e", e'" und e"" versehenen Riegels r mit der Spiralfeder / (deren gerades Ende lose durch einen Vorsprung des Bolzens geht) und mit einer oder mehreren Zuhaltungen /; dabei ist der Riegel direct durch die Knöpfe k, Fig. ic, zu verschieben oder indirect, wie durch Zeichnung dargestellt.
  2. 2. Eine oder mehrere vertical geführte, durch ihr Gewicht mit oder ohne Hülfe von Federn wirkende Zuhaltungsfallen, welche von einer oder von beiden Seiten des Schlosses durch einen keilförmigen Stechschlüssel zu heben sind, und infolge einer durch eine Abschrägung i am Schlüssel (bezw. durch die Hand) bewirkten geringen Verschiebung des Riegels gehoben gehalten werden, wie durch Zeichnung dargestellt.
  3. 3. Der zu dem angegebenen Zwecke dienende Hebel h mit den beiden Schiebern i und 2'1, Fig. Sa-
  4. 4. Die Combination des mit den Einschnitten e , e"' und g versehenen Riegels, der mit einem
  5. bezw. zwei Schlitzen versehenen Zuhaltungs-. fallen /', /" und /'",. Fig. 6, und des mit den Vorsprüngen η und nl, Fig. 7, versehenen Schlüssels.
  6. Die paarweise übereinander angeordneten Zuhaltungsfallen /' und in', I" und m" u. s. w., Fig. 8, von denen die Stücke f?i'', m" u. s. w. immer in den Einschnitt e'" des Riegels bleiben.
  7. Die Zunge u' in dem Riegel r, Fig. 9, oder die Combination der Zungen ul, ν und vl in dem Riegel r, Fig. i2a'e, mit denen entsprechende Schlitze 0 und 0' im Schlüssel correspondiren.
    Die kleineZunge χ in demZuhaltungstheil;»"", Fig. 10, und m", Fig. 12, im Verein mit dem Schlitze ο des Schlüssels.
  8. 8. Die in Fig. 13 gezeichneten, oben beschriebenen Röhrchen w', w" und w'", mit den darin befindlichen Stiften.
  9. 9. Die an den Zuhaltungstheilen m, Fig. 14 und 15, angebrachten, abgeschrägten Zungen x, welche infolge der Bewegung des Riegels die Zuhaltungen an dem eingesteckten Schlüssel in die Höhe gleiten lassen.
  10. 10. Der Einschnitt y1, Fig. i6a, bezw. die Zähne y1, Fig. i6b, des Riegels, in Verbindung mit den correspondirenden Nasen oder Zähnen ζl an den Zuhaltungsfallen P, /G.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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