DE50429C - Entfernungsmesser für Schiffe - Google Patents
Entfernungsmesser für SchiffeInfo
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- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01S—RADIO DIRECTION-FINDING; RADIO NAVIGATION; DETERMINING DISTANCE OR VELOCITY BY USE OF RADIO WAVES; LOCATING OR PRESENCE-DETECTING BY USE OF THE REFLECTION OR RERADIATION OF RADIO WAVES; ANALOGOUS ARRANGEMENTS USING OTHER WAVES
- G01S1/00—Beacons or beacon systems transmitting signals having a characteristic or characteristics capable of being detected by non-directional receivers and defining directions, positions, or position lines fixed relatively to the beacon transmitters; Receivers co-operating therewith
- G01S1/72—Beacons or beacon systems transmitting signals having a characteristic or characteristics capable of being detected by non-directional receivers and defining directions, positions, or position lines fixed relatively to the beacon transmitters; Receivers co-operating therewith using ultrasonic, sonic or infrasonic waves
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.\%
Die vorliegende Erfindung hat den Zweck, die Führer von Dampfschiffen und sonstigen
Fahrzeugen auf hoher See und anderen Fahrstrafsen bei Nebel über die Entfernung fremder,
nicht sichtbarer Fahrzeuge zu vergewissern.
Es ist ungemein schwierig, mit blofsem Hörsinn die Richtung, aus der ein Schall kommt,
festzustellen.
Der Führer eines Schiffes kann während eines herrschenden Nebels nicht, bestimmen, ob
sich ihm ein anderes Fahrzeug nähert oder ob es sich entfernt, und ob dies auf Steuerbordoder
Backbordseite geschieht.
Diese Schwierigkeit sucht nun vorliegende Erfindung zu überwinden. Dieselbe besteht
aus einem Uhrwerk, das mit einem in besonderer Art eingetheilten Zifferblatt versehen ist,
und.dessen Zeiger Entfernungen anstatt Zeiten angiebt. Mit anderen Worten: Die Uhr mifst
den vom Schall durchlaufenen Weg, indem sie die Zeit berechnet, welche er zur Durchlaufung
dieses Weges gebrauchte. Die Erfindung besteht also wesentlich in der besonderen Einrichtung
des Zifferblattes und seines Zubehörs.
In der beiliegenden Zeichnung stellt Fig. 1 einen Grundrifs des neuen Entfernungsmessers
dar, Fig. 2 einen nach der Linie c-c geschnittenen Verticalschnitt. Fig. 3 ist ein einzelner
Theil des Apparates.
In der Zeichnung ist mit A ein passendes Uhrwerk von gewöhnlichem Bau bezeichnet,
welches die Zeigerachse α und den darauf angebrachten Zeiger B in der Minute oder einer
anderen brauchbaren Zeiteinheit einmal umdreht. Der Zeiger B, welcher von seiner
Achse α durch Reibung mitgenommen wird, kann auch mit der Hand auf der Achse α gedreht
werden, zu welchem Zwecke er oben mit einem Knopf b versehen ist.
Das Gestell C des Uhrwerkes trägt das Zifferblatt D,. welches mit folgender besonderer Eintheilung
ausgestattet ist:
Betrachtet man das Zifferblatt D vom Nullpunkt d aus in der Richtung des Pfeiles (Fig. 1),
welchen Umlaufssinn zugleich der Zeiger B besitzt, so zeigt es zunächst einen Abschnitt e,
welcher in Fig. 1 mit den Zahlen 1,2,3 ver"
sehen ist, und dessen Länge der Bewegung des Zeigers B während derjenigen Zeit entspricht,
die zum Geben der Lautzeichen auf dem zugehörigen Schiffe gebraucht wird. Der nächste an e angrenzende Abschnitt f des
Zifferblattes ist von einer e gleichen Länge und entspricht der Bewegung des Zeigers B während
der Zeit, welche zum Zeichengeben auf dem fremden, entfernten. Schiffe nöthig ist.
Der noch übrige Theil des Zifferblattes in der Pfeilrichtung bis zum Nullpunkte d zurück ist
in Theile getheilt, welche den vom Schall zurückgelegten Weg doppelt angeben.
Der Schall legt, wie man durch Versuche festgestellt hat, 330 m per Secunde oder 1650 m
in 5 Secunden zurück. ■ Auf Grund dieser Thatsache
ist nun das Zifferblatt in Abschnitte getheilt, welche Meilen und Theile derselben angeben.
Die Punkte V4, V2, %■ 1, 2, 3, 4, 5 etc. auf
dem Zifferblatt zeigen, wie erwähnt, die doppelten Wege in. Meilen an, welche der Schall
in der Zeit durchlaufen hat, in der der Zeiger B von einem zum anderen Punkte gelangt
ist. Mit anderen Worten: Der Zeiger B wird vom Ende des Abschnittes f bis zum
Punkte 2/4 einen Zeitraum brauchen gleich dem
vom Schall zum zweimaligen Durchlaufen einer Viertelmeile aufgewendeten.
Im Änschlufs an das Zifferblatt ist ein in Fig. 3 dargestellter, mit den Zeigern e 2 und e 4
versehener Knopf E angeordnet, welcher mittelst einer um das Zifferblatt herumlaufenden
Schiene an einen beliebigen Theil des letzteren gerückt werden kann; die beiden Zeiger e2
und ei stehen um die Länge des Abschnittes e
von einander ab. Um den Zeiger B schnell und genau auf den Nullpunkt d stellen zu
können, ist ein Stift i angeordnet, welcher in die Bahn des Zeigers B greift und letzteren
am Nullpunkte festlegt.
Der Anhaltestift i wird von einem federnden, am Uhrgestell befestigten Arm/ getragen.
Derselbe kann mit dem inneren Ende über den Zeigerknopf b hinausgehoben werden (wie
die punktirte Linie in Fig. 2 andeutet) und hat zur Durchlassung des Knopfes b einen Kreisausschnitt.
In dieser erhobenen Stellung des Armes j reicht der Anhaltefinger i nicht mehr
in den Bereich der Bahn des Zeigers b, so dafs dieser frei ist.
Wünscht man also den Zeiger B auf den Nullpunkt d einzustellen, so hat man erst den
■Arm i niederzudrücken, um den Knopf b erfassen zu können, und den Zeiger B durch
Drehung zur Anlage an i zu bringen. Giebt man darauf den Arm frei, so wird der .Finger i
gehoben und der Zeiger B läuft über das Zifferblatt hin.
Die Handhabung eines so' gebauten Entfernungsmessers
ist folgende:
Angenommen, ein Schiff im Besitze eines derartigen Uhrwerkes wäre vom Nebel überfallen
und sämmtliche Fahrzeuge hätten die Weisung, während des Nebels die Warnzeichen aller anderen Schiffe sofort nach Wahrnehmung
ebenfalls durch eine festgesetzte Anzahl Rufe, etwa drei, zu beantworten. Dem Capitain des
betreffenden Schiffes fällt dann die Aufgabe zu, sofort, wenn er das Zeichen eines fremden
Fahrzeuges vernommen hat, den Zeiger B auf den Nullpunkt d zu drehen und auch seinerzeit
drei Schallzeichen geben zu lassen. Während der zum Zeichengeben nöthigen Zeit hat
das Uhrwerk den Zeiger B über den Abschnitt e des Zifferblattes hinbewegt.
Bis zu dem Augenblick,, in welchem das nun erfolgende Beantwortungszeichen des fremden
Schiffes gehört wird, hat der Zeiger B den Abschnitt f, vermehrt um ein weiteres Stück
des Zifferblattes, durchlaufen; das letztere entspricht der Zeit, welche der Schall zum doppelten
Zurücklegen des Abstandes der beiden Schiffe nöthig hat. Sind also die beiden Schiffe
eine Viertelmeile von einander entfernt und wird auf dem einen, während der Zeiger den
Abschnitt e durchläuft, das Zeichen gegeben, so wird der Capitain desselben Schiffes das
Antwortzeichen dann vernehmen, wenn der Schall des von ihm abgegebenen Zeichens bis
zum fremden Schiffe gedrungen ist, letzteres darauf sein Antwortzeichen gegeben hat (was
in einer der Abtheilung f entsprechenden Zeit geschieht) und schliefslich der Schall desselben
bis zum ersten Schiffe gelangt ist. Nach dieser Zeit wird der Zeiger B über dem Punkte Y4
des Zifferblattes stehen und damit anzeigen, dafs die beiden Schiffe eine Viertelmeile von
einander entfernt sind. Hat der Capitain das Beantwortungszeichen gehört, so stellt er sofort
den Zeiger B seines Uhrwerkes auf den Nullpunkt zurück und giebt ebenfalls zur Beantwortung
ein Zeichen ab; nach Vernehmung des nun folgenden des fremden Schiffes kann
er dann ablesen, ob sich die Schiffe in der verstrichenen Zeit genähert oder von einander
entfernt haben.
Zur Erleichterung der Beobachtungen dient der verstellbare, mit den beiden Zeigern e2
und el versehene Knopf E, welcher vom
Capitain in die vom Zeiger A im Augenblick der Wahrnehmung des fremden Zeichens eingenommene
Richtung gestellt wird.
Mit Hülfe des soeben beschriebenen Apparates lassen sich nun Zusammenstöfse vermeiden,
denn, wenn die Capitaine sich vergewissert haben, dafs sich ihre Schiffe einander
nähern und z. B nur noch eine Meile zwischen ihnen liegt, so werden sie halten lassen und
durch gegenseitigen Zeichenaustausch ein Weiterfähren festsetzen, welches einen Zusammenstofs
ausschliefst. Vortheilhaft sind auf dem Strich 1 (eine Meile) des Zifferblattes obigen Apparates
das Wort »Halt« und auf dem Strich 1,5 die Warnung »Langsam fahren« anzubringen.
Bei einer verständigen Benutzung der Entfernungsmesser können auf diese Weise bestimmt
die Zusammenstöfse von Dampf- und Segelschiffen vermieden werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Entfernungsmesser für Schiffe, bestehend in einer Uhr, welche, beim Geben eines Schall-Zeichens in Gang gesetzt und bei Ankunft des Gegenzeichens stillgestellt, durch den Zeigerweg bei Berücksichtigung der durch das Zeichengeben verlorenen Zeit die Schiffsentfernung unter Zugrundelegung der Schallgeschwindigkeit unmittelbar angiebt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE50429C true DE50429C (de) |
Family
ID=325278
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT50429D Expired - Lifetime DE50429C (de) | Entfernungsmesser für Schiffe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE50429C (de) |
-
0
- DE DENDAT50429D patent/DE50429C/de not_active Expired - Lifetime
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