DE49689C - Verfahren zur Herstellung von Rohrformen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von RohrformenInfo
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- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22C—FOUNDRY MOULDING
- B22C9/00—Moulds or cores; Moulding processes
- B22C9/22—Moulds for peculiarly-shaped castings
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- B22C13/00—Moulding machines for making moulds or cores of particular shapes
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Bei den bisher gebräuchlichen Form- und Giefsmethoden mufs die äufsere Mantelform
für jedes zu giefsende Rohr vollständig erneuert werden. Durch das vorliegende neue
Verfahren soll nun bezweckt werden, den Haupttheil dieser äufseren Mantelform für
wiederholten und längeren, so zu sagen continuirlichen Gebrauch herzurichten, wodurch
sehr wesentliche Ersparnifs an Arbeitsd
eine ■
sowie an
löhnen, Form- und Brennmaterial,
Werkzeugen erzielt wird.
Werkzeugen erzielt wird.
Um diesen Zweck zu erreichen, wendet man Formkasten an, bei deren Construction besonders
darauf Rücksicht genommen ist, dafs das abgegossene Rohr seinerseits beim Erkalten ungehindert
schwinden kann und ohne dabei den für wiederholten Gebrauch bestimmten Haupttheil
der Form zu schädigen.
Für Muffenröhren benutzt man einen in der Längsrichtung in zwei Hälften getheilten cylindrischen
Hauptschafttheil a, dessen untere Hälfte (s. Fig. 8) mil angegossenen runden
Zapfen b behufs Drehung des zusammengelegten Kastens und ferner mit Ueberwurfschrauben χ
und Führungsstiften y versehen ist. Dieser Theil kann bei c nochmals in der Querrichtung getheilt sein, wenn es sich empfehlen
sollte, ein und denselben Schafttheil für Muffenwie auch für Flantschenröhren zu verwenden.
Die beiden Kastenhälften sind in der Längsrichtung mit auf der Oberfläche und an der
äufseren Seite genau gehobelten Leisten / versehen , welche etwas nach innen vorspringen
zum besseren Festhalten der Formmasse, und die dazu bestimmt sind, sowohl ein genaues
Aufeinanderschrauben zu ermöglichen, als auch gleichzeitig bei Anfertigung der Form als Führung
für das Aufstampfmodell zu dienen. Im inneren Umfang des Kastens (Fig. 6 und 10)
sind Längsrillen eingehobelt zum Abführen der Gase, welche beim Giefsen in diesen Rillen
aufsteigen und durch unterhalb des Eingusses, etwa bei d (s. Fig. 1, 3 und 4), angebrachte.
Löcher entweichen.
Zum Festhalten der Masse sind ferner bei e Stahlringhälften eingelassen, deren innere Durchmesser
abzüglich der Grapbitauftragung dem äufseren Durchmesser des zu giefsenden Rohres
ungefähr entsprechen. Der Schafttheil ist behufs Aufnahme des eintheiligen cylindrischen
Muffenaufsatzstückes _/ als geschlossener Körper cylindrisch aus- bezw. abgedreht und letzteres
Aufsatzstück ebenso ab- und ausgedreht behufs Aufsetzens desselben auf den Schafttheil und
Aufnahme des tellerförmigen Kopfansatzes t der Kernspindel.
Jeder Drehzapfen b des Schafttheiles ist mit einem vierkantigen Loch versehen zur Aufnahme
einer quadratischen Achse, falls das Drehen auf maschinelle Weise geschehen soll.
Für Flantschenröhren (s. Fig. 4) sind die Constructionsprincipien für den Kasten im
grofsen Ganzen dieselben, nur mit dem Unterschiede, dafs sowohl das untere Stück f1 als
auch das unbedingt nothwendige obere Aufsatzstück g zweckmäfsiger aus zwei leicht auseinandernehmbaren
und mit excentrischen Ueberwurfschrauben u versehenen, in der Längs-
richtung getheilten Hälften bestehen (s. Fig. 4, «5, 14 ,und 15). Erforderlichenfalls kann dieses
obere Aufsatzstück auch in der Höhe, etwa bei h (s. Fig. 4), nochmals getheilt sein.
An der unteren Hälfte des Hauptschafttheiles ist am Eingufsende die obere Kernspindelführung
k (s. Fig. 3) angeschraubt, und es befinden sich ferner am entgegengesetzten Ende
zwei Ueberwurfschrauben i, welche den tellerförmigen Kernspindelansatz t gegen das untere
Aufsatzstück f bezw. f1 und diese gegen den
zusammengeschraubten Schafttheil α pressen. Hierdurch wird die Kernspindel centrirt und
die ganze Kastenform geschlossen. Bei den Flantschenrohrkasten ist selbstredend das zusammengeschraubte
obere Aufsatzstück g vorher aufzusetzen und in entsprechender Weise mit dem Schafttheil zu verbinden. Zur Herstellung
der continuirlich zu gebrauchenden Schaftform wird ein aus einer Führungsplatte p, verbunden
mit einem halben Rohrmodell r, bestehendes Stück (s. Fig. 6 und 7) benutzt und ferner
noch das in Fig. 9 gezeichnete Kaliber m, dessen unterer Durchmesser als Schwindmafs
genau dem äufseren Durchmesser des zu giefsenden Rohres entspricht.
Das Muffenfafonstück/, das Flantschenfa$onstücky
und eventuell auch das obere/2 (siehe Fig. 11 und 12) werden in senkrechter Stellung
über einem auf einer Aufstampfplatte befindlichen entsprechenden Muffen- oder Flantschenmodell
aufgestampft und mittelst eines untergelegten schmiedeisernen Ringes abgehoben, und zwar nachdem durch Drehen des Kästchens
die Form vom Modell gelöst und geglättet ist. Vor dem Abheben der Form ist
dieser Unterlagsring durch Stifte, welche die Kastenwand durchsetzen und in eine ä'ufsere
Rille des Ringes eingreifen, oder in anderer Weise mit dem Formkasten zu verbinden.
Das obere Flantschenaufsatzfagonstück ist dagegen entweder ganz oder eventuell mit dem
oberen Theil/3, und zwar je eine der beiden
Hälften auf einem halben entsprechenden Modell horizontal aufzustampfen (s. Fig. 13,
14 und 15).
Der Hergang bei der Fabrikation ist nun folgender:
Die angefeuchtete besondere Masse für den continuirlich zu gebrauchenden Schafttheil wird,
nachdem das Modell (s. Fig. 6) gegen die Kastenhälfte befestigt, an einem Ende anfangend,
zwischen diesem und der Kastenwand fest eingestampft, wobei gleichzeitig in die Rillen der Kastenwand Drahtstäbe einzulegen
sind. Nach dem Vollstampfen dieses Zwischenraumes in der Höhe des Modells werden die
Stäbe theilweise herausgezogen und das Modellstück verschoben, die Masse weiter eingestampft
und so bis zur Fertigstellung der Form fortgefahren. Die Erweiterung der Form bei
Muffenröhren am Eingufsende wird aus gleicher feuerfester Masse aus freier Hand hergestellt.
Danach wird das halbrunde Rohrmodell von seiner Platte gelöst und in die hergestellte Form
wieder eingelegt, um die Längskanten durch Einschlagen von hakenförmigen Stiften haltbar
zu machen (s. Fig. .10).
Nachdem dieses bei beiden Kastenhälften geschehen, werden dieselben zusammengeschraubt,
senkrecht aufgestellt, befestigt und das genaue Rohrkaliber (s. Fig. 9) mittelst eines
Kranes durchgezogen, hiernach die Form geschwärzt und in zusammengeschraubtem Zustande
scharf getrocknet. Diese Form soll nun continuirlich gebraucht ,werden, wogegen die
Muffen- und Flantschenfafonstücke ff1/2/3
mittelst der oben näher erörterten Apparate aus gewöhnlichem Formsand, je eine Form in
ihrem speciellen Kasten oder eventuell nur als Sandring in demselben Kasten für jeden Rohrabgufs
neu herzustellen, zu schwärzen und zu trocknen ist. Der Kern wird auf bekannte Weise hergestellt, nur erhält derselbe am oberen
Eingufsende, dort, wo der Eingufs in die Form übergeht, eine Verstärkung zur Bildung einer
dünnen, ringförmigen Einengung n, die beim Kaltwerden der Eisenmassen infolge des Schwindens
durchreifst, wodurch der Eingufs von dem Abgufs selbsttätig getrennt wird. Die
continuirlich benutzbare Form wird nach jedem Abgufs, nach Herausnehmen des Rohres und
erfolgtem Wiederzusammenlegen des Kastens, in aufrechter Stellung mit einer cylindrischen
Bürste frisch geschwärzt und trocknet in geringer Zeit durch die eigene aufgenommene
Hitze.
Der ganze Hergang geschieht also in folgender Weise:
Zusammenlegen . der Schaftform — horizontal —, Schwärzen derselben — Vertical —,
Aufsetzen der oberen und unteren Faconstücke -^- vertical —, Einführung der Spindel von oben
— vertical —, Befestigen derselben, Umkehren und Abgiefsen — vertical.
Nach erfolgtem Abgiefsen wieder Umkehren, Ausziehen der Spindel — vertical —, Abheben
der oberen Kastenhälfte — horizontal —- und Herausnehmen des fertigen Rohres mit Aufsatzstück
bei Muffenrohren, wohingegen bei Flantschenrohren beide Aufsatzstücke vor Trennung der Hauptkastenhälften zu entfernen
sind.
Zur Ausführung dieser verschiedenen Manipulationen ist der Kasten in zugehörigen, an
der Gufsstelle in geeigneter Weise montirten und befestigten Lagern zu drehen.
Claims (1)
- Pate nt-Anspruch:Das Verfahren, die äufsere Rohrform (Mantel) aus zweierlei Material herzustellen, und zwarbei Muffenrohren den Schafttheil einschliefslich Eingufs und bei Flantschenrohren den Schafttheil allein, aus einer im Feuchtigkeitsgrad des Formsandes eingestampften Chamottemasse, die bei den ersten Abgüssen feuerbeständig und porös (durchlässig) wird und auch bei weiteren Abgüsse'n se bleibt, das untere Muffen- bezw. das untere und obere Flantschenfaconstück nebst Eingufs dagegen aus gewöhnlichem Formsand, durch welche Combination eine Form erhalten wird, deren feuerbeständiger Haupttheil sich sehr oft hinter einander benutzen läfst, ohne eine Beschädigung beim Giefsen zu erleiden, und wobei die aus schwachem Sand hergestellten, für jeden Abgufs zu erneuernden Formtheile den Zweck haben, das Schwinden der Rohre beim Erkalten ungehindert zu gestatten.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE49689C true DE49689C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| Country | Link |
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