DE49313C - Die Herstellung von Walzen mit vertieften in Kreis- oder in Schraubenlinie auf einanderfolgend, im Querschnitt vergröfserten bezw. verjüngten Arbeitsprofilen - Google Patents
Die Herstellung von Walzen mit vertieften in Kreis- oder in Schraubenlinie auf einanderfolgend, im Querschnitt vergröfserten bezw. verjüngten ArbeitsprofilenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung betrifft cylindrische oder kegelförmige Walzen und walzenförmige Werkzeuge,
die mit in Kreis- oder in Schraubenlinie auf einander folgenden (verlaufenden) vertieften oder erhabenen und im Querschnitt vergröfserten
oder veränderten Arbeitsprofilen versehen sind. Diese Arbeitsprofile können einen
runden oder unrunden, quadratischen, rechteckigen, winkel-, T- oder I-förmigen oder
anderen Querschnitt besitzen, auch von einem beliebigen Querschnitt in einen anderen übergehen.
Dieselben können in verschiedener Weise mit Hülfe konischer, schneidender oder fräsender Werkzeuge hergestellt werden.
Walzen mit derartigen vertieften Arbeitsprofilen (Rillen oder Zügen), welche Profile
entweder glatt gelassen oder gekerbt, geriffelt, gemustert etc. sein können, dienen zur Herstellung
konischer Stäbe oder Röhren mit Querschnitten oder Oberflächen, welche den jeweiligen Arbeitsprofilen entsprechen. Walzen
mit derartigen erhabenen Arbeitsprofilen können als Druck- oder Polirwerkzeuge dienen oder
Schneidzähne angefräst erhalten und stellen letzterenfalls Fräser mit kreis- oder schraubenförmig
verlaufenden Schneidprofilen und mit beliebigen verjüngten oder veränderten Querschnitten
der Profile dar.
Die Herstellung von Walzen mit konischen Rillen oder Zügen geschieht in folgender
Weise:
Zwei mit vorgedrehten Rillen von halbrundem oder sonst gewünschtem Querschnitt versehene
Walzen B B werden auf eine Fräsbank, wie sie beispielsweise in Fig. 1 dargestellt ist, gebracht,
so dafs die Rillen über einander liegen und beide Walzen in gleichem (oder auch entgegengesetztem)
Sinne gedreht werden können. Zwischen die Walzen in die Rillen wird ein konisches Werkzeug, z. B. eine Reibahle oder
ein Fräser A, gebracht, welcher auf einer Achse C angeordnet ist, die von der Scheibe c
aus in Umdrehung versetzt wird. Mit ihrem anderen Ende läuft die Achse in einem Lager d,
welches auf der Scheibe D verschoben werden kann. Durch Drehung der Scheibe D erhält
der aus der centralen Lage verschobene Fräser A aufser der eigenen Drehung um die Achse C
noch eine oscillirende Drehbewegung. Wird nun unter langsamer Drehung der Walzen in
den Pfeilrichtungen das Lager d aus seiner ursprünglichen centralen Stellung auf der Scheibe D
allmälig (z. B. mittelst der Schraube d1) nach äufsen verschoben, so schneidet das rotirende
und allmälig stärker oscillirende Werkzeug A in die Walzen konische Rillen ein, deren jeweilige
Tiefen und Profile den durch die Verschiebung des Lagers auf der Scheibe D beschriebenen
Schwingungskreisen des Werkzeuges entspricht. Die Konicität der Rillen wird also
hier dadurch erzeugt, dafs das Werkzeug, welches in. der centralen Lage nur um seine Achse
rotirt, bei der Verschiebung nach aufsen Kegel von sich allmälig vergrößernder Basis bezw.
mit stärker geneigten Seitenlinien beschreibt und diese Kegel in negativer Form auf den
ganzen oder theilweisen Walzenumfang überträgt bezw. einschneidet.
Wird dem Lager d statt der oscillirenden eine geradlinige Bewegung von Hand oder
durch geeignete Mechanismen von der Mittellage aus nach unten oder oben ertheilt, z. B.
durch Drehung der Schraube d1 bei stillge-'
stellter Scheibe D, so beschreibt die Achse C Dreiecke oder das Werkzeug Pyramiden mit
sich allmälig vergröfsernder Basis bezw. stärker geneigten Seitenlinien, und werden statt konischer,
kreisrunder Rillen, konische, ovale Rillen erzeugt, d. h. Rillen, welche sich nur in der
ovalen Richtung'vergröfsern, wie Fig. 2 zeigt.
Wird das Lager d während der Drehung des Fräsers von der centralen Lage aus einmal
nach links und dann nach rechts bewegt, so werden flache, konische Rillen erzeugt, welche
sich bei gleichbleibender Tiefe nur in der Breite vergröfsern, wie Fig. 3 zeigt.
Wird dem Lager d nach der vorbeschriebenen horizontalen Verschiebung hoch eine
verticale Verschiebung von der Mittellage oder von den Endlagen der horizontalen Verschiebung
aus nach unten oder oben oder nach beiden Richtungen ertheilt, so werden Rillen
von abnehmender Breite des horizontalen Theiles und abnehmender Tiefe des verticalen Theiles
erzeugt. Mit solchen Walzen können Stäbe von abnehmender Wandstärke oder Höhe der
Schenkel, Stege oder Gurtungen erzeugt werden, wie Fig. 4 in verschiedenen Beispielen
zeigt.
Wird dem Lager d eine Bewegung in beliebiger Curve oder in beliebiger Figur (z. B.
in einem Oval, in einem Quadrat oder in sonstiger symmetrischer oder unsymmetrischer
Figur etc.) ertheilt, so werden konische Rillen erzeugt, deren jeweilige Querschnittsformen den
erzeugenden ovalen, quadratischen, symmetrischen oder unsymmetrischen Führungslinien
des Lagers entsprechen.
Wird das Lager d nach einander in verschiedenen
Curven oder Figuren geführt, z. B. zuerst in einem Quadrat und dann in einem Kreise, so werden Rillen mit verjüngten und
veränderten Querschnitten erzeugt, welche von der quadratischen in die runde Form übergehen,'
wie z. B. Fig. 6 zeigt. Mit letzteren Walzen können Stäbe hergestellt werden,
welche an einem Ende quadratisch, am anderen Ende kreisrund und entweder nach dem quadratischen
oder dem runden Ende hin verjüngt sind und in den mittleren Theilen alle Uebergangsprofile
zeigen.
Scharfe Kanten, wie z. B. Fig. 6 a zeigt, werden durch Vor- oder Nacharbeit von Hand
oder auf der Drehbank erzeugt, oder durch Einschieben einer entsprechend gestalteten Feile
zwischen die Walzen ausgearbeitet.
Wird die Achse des Fräsers in die Lage xy, Fig. 5, gedreht, so entstehen statt der runden
ovale Ausfräsungen. Bei geeigneter Führung des Lagers d können auch mit solchen· Ausfräsungen
konische Rillen mit ähnlichen Querschnittsformen , wie vorbeschrieben, erzeugt
werden.
So lange die Walzen bei solcher Fräsarbeit eine ausschliefslich drehende Bewegung besitzen,
werden, wie beschrieben und dargestellt, einfache, im Kreis verlaufende konische Rillen
erzeugt. . ,
Das Verfahren _ zur Herstellung von in Schraubenlinie verlaufenden Arbeitsprofilen mit
vergröfserten oder veränderten Querschnitten besteht darin, dafs während der vorbeschriebenen
Fräsarbeit den Walzen oder dem Fräser zugleich eine seitliche Bewegung ertheilt wird.
Nach diesem Verfahren können Walzen mit konischen Ausfräsungen von jeder beliebigen
Länge hergestellt werden.
In den Fig. 7, 8 und 9 sind derartige Walzen in einigen Beispielen dargestellt, und zwar zeigt
Fig. 7 eine runde, Fig. 8 eine quadratisch-kreisrunde, Fig. 9 eine I-förmige Rille mit verjüngten
bezw. veränderten, in Schraubenlinien verlaufenden Querschnitten der vertieften Arbeitsprofile.
Die mittelst solcher Walzen mit kreis- oder schraubenförmigen konischen Rillen konisch
gewalzten Stäbe oder Rohre beliebigen Profils werden hierbei mehr oder weniger gestreckt.
Eine gröfsere Streckung wird erzielt, wenn nach und nach mehrere Walzen mit gleichen
Anfangskalibern über stets konischer eingedrehten Rillen zur Wirkung gebracht werden.
Werden Stäbe oder Rohre von ihrer Mitte oder von einer anderen Stelle ihrer Länge aus
nach dem einen oder nach beiden Enden hin konisch ausgewalzt, indem nur der eine Theil
oder die beiden Theile des Stabes oder Rohres von der gewünschten Stelle aus durch die
Walzen gezogen wird, so können volle oder hohle Achsen, Träger aus T- oder I-Eisen
u. s. w. mit Querschnitten von annähernd gleicher Tragfähigkeit hergestellt werden, wie
beispielsweise die Fig. 11 und 12 zeigen.
Auch . können mittelst solcher Walzen kalt gebogene oder geschweifste konische Rohre
hergestellt werden, indem konisch gewalzte oder konisch geschnittene Flacheisen, im kälten
Zustande oder entsprechend erhitzt, durch Walzen mit entsprechend konischen Rillen und
Arbeitsprofilen von runden, ovalen, quadra-
tischen etc. Querschnitten gezogen und dabei in Röhrenform gebogen werden.
In gleicher Weise können nach dem vorbeschriebenen Verfahren auch kegelförmige
Walzen (Fig. 13) mit konischen, kreis- oder schraubenförmigen, vertieften oder erhabenen
Arbeitsprofilen, mit vergröfserten oder veränderten Querschnitten versehen werden.
Auch kann man die Arbeitspronle der einen Walze in eine Ebene abgewickelt anwenden,
also an Stelle der einen Walze eine Platte mit Rille von gleich profilirten und gleich vergröfserten
oder veränderten Querschnitten, wie sie die zugehörige andere Walze besitzt, benutzen
und die Herstellung konischer Stäbe und Rohre vorbeschriebener Art zwischen einer
Walze und solcher Platte bewirken. In diesem Falle steht entweder die Platte fest und die
Walze erhält aufser ihrer drehenden noch eine fortschreitende Bewegung, oder die Walze
dreht sich um ihre feststehende Achse und die Platte erhält die erforderliche Bewegung gegen
die Walze hin.
In Fig. 14 ist eine solche Anordnung beispielsweise unter Anwendung von in Kreislinie
konisch verlaufenden Walzenrillen und beim Walzen in der Richtung des Pfeiles bewegter
Platte dargestellt.
Soll auf diese Weise eine Walze mit in Schraubenlinie verlaufendem konischen Arbeitsprofil in Verbindung mit einer Platte verwendet
werden, so erhalten Walze und Platte zu einander eine solche Bewegung, dafs die beiderseitigen
Rillen sich stets mit den gleichen Arbeitsprofilen decken. Fig. 15 zeigt solche
Platte mit dem auf sie abgewickelten Arbeitsprofil der Walze und kann entweder die Walze
über die Platte oder die Platte gegen die Walze in den Pfeilrichtungen bewegt werden. ■
Wird eine glatte Platte und eine- mit konischen Zügen versehene Walze verwendet, so
werden die Stäbe oder Rohre nur einseitig konisch ausgewalzt. Das Gleiche findet statt,
wenn eine glatte Walze mit einer konisch gerillten Walze zusammenarbeitet. In den Fig. 16
und 1.7 sind derartige Anordnungen und gewalzte Körper in einigen Beispielen dargestellt.
Unter Umständen, z. B. bei auf mehreren Seiten des Werkstückes zu verändernden Profilen,
kann an Stelle des vorbeschriebenen Zusammenarbeitens zweier Walzen die Combination
von drei, vier, fünf etc. Walzen wünschenswerth oder erforderlich werden. In
Fig. 10 sind z. B. vier Walzen zu gemeinsamer Arbeit vereinigt dargestellt. ■
Die vier gleichen Walzen B sind an ihren äufseren konischen Rändern mit gewöhnlichen
Eingriffszähnen versehen, so dafs bei Antrieb einer Welle G sämmtliche vier WTalzen sich
in gleichem Sinne, z. B. in der Pfeilrichtung, drehen müssen; das Zahnräderpaar Z Z dient
zur Entlastung der konischen Zähne an den Walzen.
Diese Zähne endigen in die Walzenrille, welche hier beispielsweise kreisrund angenommen
ist, und machen es unmöglich, dafs beim Durchwalzen eines Körpers sich an der Berührungsstelle
zweier Walzen eine geradlinige Längsnaht bilden kann. Die Naht könnte
höchstens die wellenförmige Gestalt der Zahnlücken annehmen.
Die Wälzenrinnen können wieder glatt geriffelt
oder gemustert sein und einen runden, kantigen, symmetrischen oder unsymmetrischen
Querschnitt besitzen oder aus einem Querschnitt in einen anderen übergehen.
Das vorbeschriebene Verfahren zur Herstellung konischer Walzenzüge kann auch dazu
dienen, runde oder schraubenförmige (cylindrische oder kegelförmige) Körper mit erhabenen
Arbeitsprofilen von verjüngten oder veränderten Querschnitten zu versehen. In diesem Falle
werden nicht die eingeschnittenen Züge oder Rillen, sondern die nach der Ausfräsung derselben
stehengebliebenen Theile der Walzenkörper benutzt und nöthigenfalls durch Abdrehen
oder Hinterdrehen weiter bearbeitet. Die Arbeitsprofile solcher Körper können glatt
belassen oder gekerbt, gerauht, mit eingefrästen Zähnen versehen werden etc. und in mannigfaltiger
Weise als Druck- oder Polirwerkzeuge, als Fräser etc. verwendet werden. Solche
Körper sind in den Fig. 18 und ig in zwei Beispielen dargestellt. Fig. 19 zeigt einen derartigen
runden, mit Zähnen versehenen Fräser. Derselbe kann nun benutzt werden, um konisch
verlaufende Profile auf jeder beliebigen Drehbank direct in Walzen oder Platten einzuschneiden.
Zu dem Zweck wird die Walze in gewöhnlicher Weise auf einer Drehbank eingespannt
und der Fräser mit seinen einzelnen Arbeitsprofilen bezw. Schneiden unter gleichzeitiger
Gegeneinanderdrehung beider Theile gegen die Walze wirken gelassen (Fig. 20). Beim Einfräsen
konischer Rillen in Platten wird der Fräser mit seinen Schneiden unter Drehung derselben gegen die vorbewegte Platte wirken
gelassen (Fig. 21). In beiden Fällen werden die Profile des Fräsers mit ihren verjüngten
oder veränderten Querschnitten in die sich allmälig drehende Walze oder in die allmälig
vorbewegte Platte in der der Einstellung des Fräsers entsprechenden Tiefe eingeschnitten.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die Herstellung von Walzen (bezw. walzenförmigen Werkzeugen) mit vertieften (bezw. erhabenen), in Kreis- oder in Schraubenlinieaufeinanderfolgenden (verlaufenden), im Querschnitt vergrößerten (bezw. verjüngten), event, veränderten Arbeitsprofilen mittelst eines konischen Werkzeugs (einer Reibahle, eines Fräsers u. s. w:) in der Weise, dafs ein solches rotirendes Werkzeug (A) gegen eine oder zwischen zwei sich drehende Walzen in vorgedrehten Rillen wirkt und mit dem einen Ende seiner Achse aus der centralen Lage·verschoben und event, auch in oscillirende Bewegung versetzt wird, so dafs die vom Werkzeug beschriebenen Profile von Pyramiden oder Kegeln mit sich vergröfsernder, event, veränderter Basis in die Walzen eingearbeitet werden, wobei zur Herstellung von in Schraubenlinien verlaufenden Arbeitsprofilen entweder den Walzen (bezw. walzenförmigen Werkzeugen) öder dem konischen Werkzeug eine Bewegung in der Richtung der Walzenachse ertheilt wird. Die Arbeitsprofile können glatt belassen oder gerauht, gekerbt, gemustert, verzahnt oder sonst beliebig weiter bearbeitet werden.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE49313C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP2085167A1 (de) * | 2008-01-30 | 2009-08-05 | R.M.T. S.r.l. (Revision Machine Tools) | Kerbungsvorrichtung für Rollen zum Walzen von Stäben für armierten Beton |
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- DE DENDAT49313D patent/DE49313C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP2085167A1 (de) * | 2008-01-30 | 2009-08-05 | R.M.T. S.r.l. (Revision Machine Tools) | Kerbungsvorrichtung für Rollen zum Walzen von Stäben für armierten Beton |
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