DE49276C - Regulirung von Elektromotoren in Reihenschaltung - Google Patents
Regulirung von Elektromotoren in ReihenschaltungInfo
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Classifications
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- H—ELECTRICITY
- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02K—DYNAMO-ELECTRIC MACHINES
- H02K23/00—DC commutator motors or generators having mechanical commutator; Universal AC/DC commutator motors
- H02K23/02—DC commutator motors or generators having mechanical commutator; Universal AC/DC commutator motors characterised by arrangement for exciting
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Description
PATENTAMT.
Die den Motor treibende Zugkraft mal seiner Umdrehungsgeschwindigkeit macht die Leistung
aus, welche er nach aufsen als sogenannte Pferdestärken abgiebt. Die Forderung ist:
gleichbleibende Umlaufszahl, also mufs die ihn treibende Zugkraft proportional zu der äufseren
Belastung verändert werden. Diese Zugkraft ist für jeden Motor gleich dem Producte aus
einer Constanten, der Ankerstromstärke und der Zahl der den Anker durchsetzenden magnetischen
Kraftlinien. Bei Parallelschaltung, wenn also dem Motor gleiche Klemmenspannung geliefert wird, ergiebt sich somit
durch eine der äufseren Belastung sich nahezu anpassende Veränderung der Ankerstromstärke
die Regelung auf Einhaltung gleicher Umlaufszahl. In dem Falle der Reihenschaltung aber
ist die Gröfse des Ankerstromes vorgeschrieben. Es bleibt somit als Mittel übrig, die Zahl der
wirksamen Kraftlinien, den wirksamen Magnetismus und damit die Spannung des Motors
seiner Belastung entsprechend zu verändern. Dies geschieht durch Veränderung der Zahl
der erregenden Ampere -Windungen auf den Schenkeln. Durch Verwendung selbstthätiger
Regulireinrichtungen war es bislang nicht gelungen, diese Regulirung auf sichere und genau
wirkende Weise zu erreichen, da eine Veränderung des wirksamen Magnetismus des
Motors um fast seinen ganzen Bereich erforderlich ist und da hierbei die üblichen
Regulirwiderstände keine sprunglose genaue Regelung ermöglichen.
Vorliegende Erfindung führt zur Lösung dieser Schwierigkeit den ohne jeden Sprung
veränderlichen Widerstand ein, welcher in der elektromotorischen Gegenkraft eines besonderen,
im wesentlichen leerlaufenden Ankers besteht. Der Motor erhält also zwei Anker, von denen
nur der eine zur Arbeitsabgabe, der andere zur Regulirung dient.
In den Schaltungen sind viele Abänderungen möglich. Eine hauptsächliche Anordnung ist
folgende: Der Arbeitsanker liegt mit der erregenden Schenkelwickelung in Reihe in einem
Zweige. Parallel zu diesem Zweig liegt ein solcher, der den Reguliranker und eine zweite
Schenkelwickelung hinter einander enthält, welch letztere der ersteren entgegenwirkt. Die
Wickelungen wirken also, wie man sagt, differential. Es soll die erstere die Erregerwickelung,
die letztere die Gegenwickelung genannt werden.
In den Figuren bezeichnet stets
A den Arbeitsanker,
e die erregende 'Schenkelwickelung (Erreger-, Wickelung), '
L den Reguliranker,
g die gegenwirkende Schenkelwickelung (Gegenwickelung).
me und mg mögen die Windungszahlen
von e und g bedeuten, Je und Jg die zügehörigen
Stromstärken,
J den ungeteilten Hauptstrom.
Fig. ι zeigt schematisch die angedeutete Anordnung. Die beiden Anker sind hinter
einander im magnetischen Feld angebracht, so dafs sie von denselben Kraftlinien durchsetzt
werden.
Bei / tritt der Strom ein, vertheilt sich dann in die beiden Zweige e Ae und gLg und
tritt bei II aus. Die Stromstärken in beiden Zweigen verhalten sich umgekehrt wie die in
Rechnung zu setzenden Widerstände, und letztere werden erstens durch den eigentlichen
Widerstand der Schenkel- plus Ankerwickelung, zweitens durch die in der letzteren erzeugte
elektromotorische Gegenkraft ausgemacht. Beide
Anker mögen leer laufen und die Stromstärken der Zweige gleich Je und Jg sein. Dann ergiebt
sich als die wirksame Schenkelwickelungszahl nie · Je — nig ■ Jg. Die Wickelungen e
und g sind natürlich so abgemessen, dafs die Zahl der Ampere-Windungen der ersteren
jetzt schon überwiegt, somit obige Differenz positiv ist.
Wird nun der Anker A belastet, so beginnt seine elektromotorische Gegenkraft zu
sinken und sein Zweig e Ae nimmt sich sofort mehr Strom. Die neuen Stromstärken
seien Jg-1 und-Je1, so erhellt, dafs die wirksame
Ampere-Windungszahl me ■ J^ — mg ■ Jg1
aus dem doppelten Grunde gröfser ist als die frühere, da sowohl Je gröfser als auch Jg
kleiner geworden ist. Bei Entlastung von A tritt das Umgekehrte ein.
Es erhellt somit, dafs durch richtige Abmessungen der Wickelungen der beiden Zweige
der Motor so compoundirt werden kann, dafs jede Belastung von A durch Veränderung der
Vertheilung des Stromes J in den beiden Zweigen diejenige wirksame Ampere-Windungszahl
als Differenzwirkung der beiden Schenkelwickelungen herstellt, welche den Motor befähigt, bei dieser Belastung gerade die vorgeschriebenen
Umläufe zu machen. Gleichzeitig kommt die Stromverschiebung auch dadurch der Regulirung zu Hülfe, dafs der Strom
im Arbeitsanker selbst mit der Belastung ebenfalls etwas zunimmt.
Ein derartiger compoundirter Motor ändert daher seine Umläufe vom Leerlauf zum Volllauf
nur um einen ganz verschwindenden Betrag, eben genügend, den Anlafs der regulirenden
Stromverschiebung zu geben.
Der Reguliranker verhält sich bei der Belastung des Arbeitsankers so, dafs er sich von
selbst die höheren Umläufe sucht, welche der Verringerung des Stromes in seinem Zweige
entsprechen.
Da die magnetische Hintereinanderschaltung der beiden Anker zu nahezu gleichen Abmessungen
derselben nöthigt, während an und für sich der Reguliranker gegen den Arbeitsanker sehr klein sein darf, ist magnetisch
parallele Anordnung der beiden Anker zweckmäfsiger.
Fig. 2 zeigt eine solche Ausführungsform. Dafs dieselbe mit nur einem Magnetschenkel
gewählt ist, ist grundsätzlich gleichgültig, wie überhaupt alle Abänderungen in Form u. dergl.
nach dem Muster der bestehenden unzähligen Arten von Dynamomaschinen möglich sind.
Die beiden Zweige sind A e und g L. Die Wirkungsweise ist ganz wie die in Fig. ι auseinandergesetzte.
Ein Zusammenbauen der Magnetgestelle der beiden Anker ist weder aus elektrischen noch
aus mechanischen Gründen eine Nothwendigkeit. Man kann vielmehr dem kleinen Anker
ein besonderes magnetisches Feld geben und ihn damit auch als besonderen Motor aus-.
führen. Diesen Fall zeigt Fig. 3. Das Feld des Regulirmotors ist ensprechend dem des
Arbeitsmotors durch eine Erregungsspule e1 und eine Gegenspule g1 hervorgerufen. Die
beiden Zweige sind: I e A e1 II und IgLg1 II.
Die elektrische Wirkungsweise unterscheidet sich in nichts von der oben auseinandergesetzten.
Das Feld des Regulirmotors braucht nicht dem des Arbeitsmotors entsprechend durch
zwei differential wirkende Spulen erregt zu werden. Da der Anker die Wahl seiner Umlaufszahl frei hat, so kann er die zur Regulirung
erforderliche elektromotorische Gegenkraft durch Veränderung dieser stets erzielen, mag sein
magnetisches Feld sich auf die obige Weise mit dem des Arbeitsmotors ändern oder auf
irgend eine andere Weise, oder mag es gleichbleibend sein. Das Feld des Regulirmotors
kann daher auch auf andere Weise erregt werden, so kann z. B. die Spule g1 fortfallen
oder auch der ungetheilte Hauptstrom zur Erregung verwendet werden. Dieser Fall ist mit
Bezug auf dieselben Maschinen in Fig. 4 schematisch dargestellt. Die beiden Zweige sind
IeAII und IgLII, indem der Punkt //
vor der ungetheilten Schenkelwickelung e1 des
Regulirmotors liegt. Ferner kann der Erregerstrom aus einer dritten Quelle genommen oder
auch ein permanentes Magnetgestell verwendet werden.
In den schematischen Zeichnungen zweischenkeliger Maschinen ist der Uebersichtlichkeit
wegen jedem der Schenkel eine der Wickelungen e und g gegeben. Bei der praktischen
Ausführung ist es natürlich besser, die Windungen e und g jede in zwei Hälften auf
beiden Schenkeln anzubringen.
Auch bei einer Anordnung, welche den Magnetismus einer Dynamo durch Veränderung
der erregenden Amp ere-Win düngen eines magnetischen
Nebenschlusses regulirt, läfst sich diese Regulirung durch vorliegende Einrichtung
bewirken. Fig. 5 zeigt das Schema einer derartigen Anordnung. C ist der eigentliche
Magnetschenkel, magnetisirt durch die Spule S, welche im ungetheilten Stromkreise liegt. Der
Schenkel D bildet, schwach magnetisirt, einen magnetischen Nebenschlufs, der das Ankerfeld
schwächt. Wird derselbe stärker magnetisirt, so werden die Kraftlinien aus ihm in gröfserer
Zahl in das Ankerfeld gedrängt. Hinter der Spule S verzweigt sich bei / der Strom in
Arbeitsanker A und Erregerspule e einerseits und in Reguliranker L und Gegenspule g
andererseits. Die beiden Spulen umgeben den Schenkel -D. Spule e wirkt im Sinne der eingeschriebenen
Polarität magnetisirend, Spule g dem entgegen. Die Belastung des Arbeitsankers läfst den Strom in Spule e wachsen,
dagegen in Spule g schwinden, wodurch eine
Verstärkung des Ankerfeldes bewirkt wird. Die Regulirungsbedingungen auf gleiche Umlaufszahl sind somit wie bei den bisher betrachteten
Anordnungen erfüllt. Wie bei diesen, so ist es auch hier möglich, dem kleineren Anker
ein eigenes Gestell zu geben, mit dem er also einen besonderen Motor bildet.
Man kann nun auch unmittelbar den magnetischen Zweig des Regulirankers in beschriebener
Weise als magnetischen Nebenschlufs verwenden, indem man auf ihm die Spulen e
und g anbringt. Der Schenkel D der Fig. 5 fällt dann weg. Man hat dann nur dafür zu
sorgen, dafs die Magnetisirung dieses Schenkels auch im Minimum schon die für die Stärke
des Ankerfeldes günstige Richtung hat, so dafs bei Zunahme des Stromes in e der Magnetismus
dieses Zweiges nicht durch Null geht.
Läfst man bei all den beschriebenen Anordnungen die Wickelungen g fehlen, so dafs der
Leerlaufanker allein zu der übrig bleibenden Wickelung plus dem Arbeitsanker parallel geschaltet
ist, so bleiben immer noch gewisse Bedingungen erhalten, welche den Motor befähigen,
seinen Magnetismus der Belastung anzupassen. In diesem Falle beschleunigt der Reguliranker erheblich seine Umläufe mit der
Belastung des Arbeitsankers. Dadurch erhalten der letztere und die Schenkelwickelung einen
gröfseren Theil des Stromes, wodurch die Bedingungen zur gröfseren Arbeitsleistung gegeben
sind. Der Reguliranker dient dann als parallel geschalteter veränderlicher Widerstand.
Bei jeder der beschriebenen Ausführungen sind in der Schaltung gewisse Abänderungen
möglich. Die beschriebene Weisenden Zweig des Regulirankers parallel zum Arbeitsanker
plus der zugehörigen Schehkelwickelung zu legen, entspricht dem sogenannten langen
Nebenschlufs der Verbunddynamo. Der entsprechende kurze Nebenschlufs kann bei vorliegender
Regulirungsweise auch zur Ausführung gebracht werden. Der Zweig des Regulirankers
mit oder ohne Schenkelspule wird dann parallel zu dem Arbeitsanker gelegt. Die Erregerwickelung
der Schenkel erhält dann den ungetheilten Strom. Trotzdem ergeben sich aus der Veränderung der Umläufe der beiden
Anker und dadurch der Stromstärken ihrer Zweige, wenn auch in engeren Grenzen, die
nöthigen Bedingungen, für die bezweckte Regulirung. Die aus Anlafs der Regulirwirkung
des kleinen Ankers steigende Spannung kommt dann auch dem Nebenschlufs zu gute, und
deshalb ist diese Anordnung nicht unzweckmäfsig. Dieser Nebenschlufs zweigt sich dann
am besten bei den bisherigen Anordnungen von / und II ab und umgiebt die Schenkel
im Sinne von e.
Fig. 6 stellt schematisch die Schaltung mit solchem Nebenschlufs dar, wobei die Spulen g
fehlen. Die Anordnung entspricht der Fig. 3 mit fortgelassener Wickelung g und g1. . Der
Nebenschlufs η zweigt von / und // ab. Der Reguliranker L liegt ebenfalls in einer an /
und II anschliefsenden Zweigleitung und somit parallel zu. dem Arbeitsanker plus Erregerwickelung
e. Die Stromverschiebung in dem Zweige IL II und I e A e e1 e1 II ergiebt die
Regulirung des Magnetismus, unterstützt durch die Wirkung des Nebenschlusses n. Der Nebenschlufs
könnte auch parallel zu dem Anker A, also kurz angebracht werden. Die Anbringung
des Nebenschlusses gleichzeitig mit den Gegenspulen ist ebenso gut möglich, und zwar bei
allen eben beschriebenen Anordnungen.
Die beschriebenen Anordnungen sind also auf dem Grundgedanken begründet, einen leer
laufenden Anker als veränderlichen Widerstand zur Regulirung der Umlaufszahl des Arbeitsankers eines Elektromotors zu benutzen, indem
zufolge der gewählten Schaltung nach Bedarf der Regulirung sich von selbst die Geschwindigkeit
des Regulirankers regelt. Die Bedingung dabei war Gleichbleiben der dem Motor gelieferten
ungetheilten Stromstärke.
Wünschenswerth ist es natürlich für diesen Motor, wie für jede Maschine, ein zweites
Mittel der Regulirung zu haben, um durch Hand etwaige Unregelmäfsigkeiten der Betriebsverhältnisse,
also insonderheit für Schwankungen der gelieferten Stromstärken auszugleichen. Für diesen Zweck ist die Veränderung
des Druckes der Bürsten des Leerlaufankers mittelst einer Stellschraube ein vortheilhaftes
Mittel. Da der Anker mit wenig Strom läuft, so hat es keine Bedenken hinsichtlich
der Abnutzung von Bürsten und Stromabgeber, durch stärkeres Anstellen dieser Bürsten die Umlaufszahl des Arbeitsankers
selbst um ein Erhebliches zu vermindern..
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Bei einem Elektromotor neben dem Arbeitsanker die Anordnung eines leer laufenden Ankers, welcher eine Wickelung enthält, die entweder parallel zu der Wickelung des Arbeitsankers allein oder zu dieser letzteren und einer Schenkelwickelung liegt.
- 2. Die Hinzufügung einer der im Anspruch 1. bezeichneten Schenkelwickelung entgegenwirkenden Schenkelwickelung zu dem Stromkreise, in welchem der leer laufende Anker liegt.Hiereu ι Blatt .Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE49276C true DE49276C (de) |
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ID=324206
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT49276D Expired - Lifetime DE49276C (de) | Regulirung von Elektromotoren in Reihenschaltung |
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| Country | Link |
|---|---|
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1029080B (de) * | 1955-05-27 | 1958-04-30 | Guenther Suchy | Elektrische Doppelankermaschine ohne Feldwicklung |
-
0
- DE DENDAT49276D patent/DE49276C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1029080B (de) * | 1955-05-27 | 1958-04-30 | Guenther Suchy | Elektrische Doppelankermaschine ohne Feldwicklung |
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