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Kolben- und Kolbenschieberdichtung Es sind Kolbendichtungen bekannt
geworden, bei denen mehrere übereinanderliegende Dichtungsringe vorgesehen sind,
die durch Federn an die Zylinderwand angedrückt werden. Man hat auch schon diese
Federn so versetzt angeordnet, daß sie die Dichtung nach außen in einer Richtung
drückten. Die Erfindung bezieht sich auf solche Dichtungsringe mit in der Achsrichtung
versetzten Federn, wobei aber diese Ringe als Vollringe ausgebildet sind, die aber
einzeln in verschiedenen Richtungen gegen die Zylinderwand pressen. Hierdurch wird
erreicht, daß die im Dichtungsbereich sich überschneidenden Ringe, auch bei deren
erheblicher Abnutzung, ihre Dichtungsfähigkeit beibehalten und im besonderen für
unreine Flüssigkeiten und für Gase vorteilhaft sind. Die Dichtungsringe können außer
aus Stahl. Eisen, Rohguß auch aus anderen Stoffen, wie etwa säurebeständigem, hartvulkanisiertem
und graphiertem Gummi, bestehen.
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Nach der Erfindung wird eine Reihe, zweckmäßig vier, dicht nebeneinandergelagerter,
starrer Scheiben verwendet, welche einem einseitigen Federdruck unterworfen sind,
derart, daß die Richtungen des Federdrucks bei den verschiedenen Scheiben gegeneinander
versetzt sind.
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In der beiliegenden Zeichnung ist Abb. i ein Querschnitt durch einen
Kolbenschieber, Abb. a ein Längsschnitt nach Linie a-b der Abb. i. Abb.3 zeit im
Längsschnitt die Anwendung von Dichtungsscheiben, die innen aus Metall und außen
aus einem Stoff, wie hartvulkanisiertem Gummi, bestehen, Abb. 4. einen Schnitt nach
c-d der Abb. 3. a ist die Kolbenstange, auf welcher ein tief eingeschnittener, zweiteiliger
Kopf b, b1 sitzt, auf. dessen Boden ein außen vierkantiger, innen runder Ring c
lose aufgeschoben ist. Die Didhtungsscheiben d, dl, d2, d3 haben die entsprechende,
außen runde und innen vierkantige Gestalt. Jede Dichtungsscheibe wird durch drei
Federn f in einer .Richtuui# an die Zylinderwand angedrückt, und zwar so, daß die
Federn für die vier Scheiben d, dl, d2, d3 um 9o° gegeneinander versetzt
sind.
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Die Scheiben d, dl, d2, d3, die zweckmäßig aus demselben Metall
wie der Kopf b, b1 bestehen, sind dicht in den Kopf und aneinander eingeschliffen,
so daß. ihre Berührungsflächen gas- und flüssigkeitsdicht ancinanderliegen. Durch
den Druck der Federn f wird jede einzelne Dichtungsscheibe auf der Hälfte ihres
Umfangs an die Zylinderbohrung angedrückt und dichtet hier ab. Die Stärke des für
die Dichtung verwendeten Flächendrucks nimmt nach der Mitte der Scheibe zu, entsprechend
dem Winkel des Umfangs zu der Druckrichtung ab.
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Bei der Anwendung von vier Scheiben ist der Druck an den Überschneidungsstellen
der einzelnen Scheiben, die den Kanten des Vierkants entsprechen, noch groß genug,
um vollständige
Dichtung herbeizuführen. Wenn die Dichtungsscheiben
nicht abgenutzt sind, genügt ihre feine Einpassung in die Zylinderbohrung im allgemeinen
für die Abdichtung. Findet eine Abnutzung statt, so entfernt sich die eine Hälfte
der Dichtungsscheibe um den geringen Betrag der Abnutzung von der Zylinderbohrung,
und die hier etwa eindringende Flüssigkeit .oder Gas können sich jedoch nicht weiterverbreiten
wegen der oben geschilderten Verhältnisse.
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Hieraus geht auch hervor; daß der durch die Federn ausgeübte Druck
geringer sein kann als der durch die üblichen Federn und Spreizringe ausgeübte Druck.
Für den unabgenutz ten Zustand ist kein oder nur ein geringer Federüberdruck notwendig.
Wenn aber das Druckmittel selbst in den durch Abnutzung entstehenden Spalt eintritt,
verstärkt es den Druck in Richtung der Federn. Dieser Eintritt kann zwar nach dem
Gesagten nur bei den beiden äußeren Dichtungsscheiben 'd und d3 eintreten, so daß
der Druckzusatz nur deren Außenfläche entspricht.
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Es ist ersichtlich, daß die Durchgangsspalten für das hier eintretende
Druckmittel nach innen hin sehr viel günstiger gestaltet sind- als bei federnden
Spreizringen, bei welchen die gesamte Abnutzung des Ringes sich in der weiten öffnung
des Ringes an seiner Schlitzungsstelle verstärkt ausdrückt und von hier wegen der
geringen Ausdehnung der seitlichen Berührungsflächen leicht weiterdringt.
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Aus Abb. 3 sind die Grundringe d, dl, d2, d, ersichtlich, welche
entsprechend Abb. r und 2 hinsichtlich ihrer seitlichen Abdichtung gestaltet sind.
Außen sind diese Ringe mit einer anv ulkanisierten, graphitierten Hartguminiringschicht
g umgeben, die für viele Zwecke eine bessere Dichtung an der Zylinderbohrung und
größere Widerstandsfähigkeit gegen verschleißende saure Wirkungen des Druckmittels
besitzt als Metalle.