DE48835C - Nähmaschine für schwere Waaren (Leder u. dergl.) mit selbstthätiger, durch die Stoffstärke bedingter Regulirung des Nadelhubes und der Unterfadenzuführung - Google Patents
Nähmaschine für schwere Waaren (Leder u. dergl.) mit selbstthätiger, durch die Stoffstärke bedingter Regulirung des Nadelhubes und der UnterfadenzuführungInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE S2: Nähmaschinen.
Fatentirt im Deutschen Reiche vom 23. Januar 188g ab.
Die* vorliegende Erfindung bezieht sich auf diejenige Klasse von Nähmaschinen, welche
zum Nähen von Stoffen mit wechselnder Stärke dienen, und besteht in Vorrichtungen, durch
welche die senkrechte Auf- und Abbewegung der Nadelstange und die Zuführung des Unterfadens
der Stoffdicke entsprechend automatisch geregelt werden, so dafs eine Gleichmäfsigkeit
in der Arbeitsweise der Maschine gesichert bleibt.
Auf beiliegenden Zeichnungen zeigen:
Fig. ι und 2 eine- perspectivische diagrammatische
Darstellung der Näh- und Zuführungswerkzeuge zur Kennzeichnung ihrer Arbeitsweise.
Fig. 3, 4 und 5 sind Seitenansichten dieser Werkzeuge, die Stichbildung veranschaulichend,
Fig. 6 und 7 sind Schnittdarstellungen durch die Naht, einen theilweise und ganz vollendeten
Stich darstellend.
Fig. 8 ist eine Seitenansicht der mit der Verbesserung ausgestatteten Nähmaschine,
Fig. 9 eine Seitenansicht des Haupttheiles der Maschine, von der der Fig. 8 entgegengesetzten
Seite gesehen, in gröfserem Mafsstabe,
Fig. 10 eine Vorderansicht der Mechanismen an dem vorderen Ende des überhängenden
Armes,
Fig. 11 eine Ansicht des unteren Theiles der in Fig. 10 dargestellten Mechanismen in
gröfserem Mafsstabe,
Fig. 12 eine Schnittdarstellung des oberen Theiles des schwingenden Gestelles G und des
Hornes in gröfserem Mafsstabe,
Fig. 13 eine perspectivische Ansicht des Hornes,
dessen Gehäuse entfernt ist, um den Fadenträger und Greifer besser zu zeigen,
Fig. 14 eine Vorderansicht eines Theiles des Hornes und seines Nadelträgers und Greifers,
Fig. ι 5 ein Querschnitt durch die Mitte der Aufnehmerscheibe / in Fig· 12 und
Fig. 16 eine Ansicht dieser Scheibe, nach dem einen Ende ihres mittleren Schlitzes gesehen.
Bevor auf eine genauere Beschreibung der Einrichtung und Theile der Maschine eingegangen
wird, welche die vorliegende Erfindung umfassen und direct die Bewegung der Nadelstange
und der Fadenregulirvorrichtung herbeiführen, soll zunächst kurz ihre Arbeitsweise
unter Bezug auf die diagrammatischen Darstellungen (Fig. ι bis 7) gekennzeichnet werden.
Der zu nähende Stoff X ist in den Fig. 1, 2·, 6 und 7 im Schnitt nach der Naht dargestellt.
Die Arbeitsplatte 2, auf welcher der Stoff aufruht, wird nach der Darstellung durch
ein hohles Gehäuse A getragen, das die Form eines Hornes hat und in welchem ein hin-
und hergehender Fadenführer 3 sowie ein schwingender Fadengreifer 4 angeordnet sind,
der an dem Fadenführer drehbar befestigt ist, um sich mit demselben hin- und herzubewegen.
Der Fadenführer hat ein Oehr 5 für den Durchgang des Fadens x, welcher von unten
durch geeignete Führungen aus dem Wachsbehälter zugeleitet wird. Die Arbeitsplatte hat
eine mittlere Oeffnung 6, und über der Platte
sind die Ahle B, die Nadel C, der Oberfadenführer
D und der Schleifenhalter E angeordnet.
Die Ahle B. wird von einer Stange 7 getragen,
die eine senkrecht auf- und abgehende Bewegung erhält und sich auch seitlich nach
vor- und rückwärts bewegt, ebenso wie die Nadelstange 8; sowohl die Ahlen- wie die
Nadelstange erhalten auch eine hin- und hergehende Bewegung rechtwinklig zu dieser seitlichen
Bewegung in einer Richtung, parallel zur Richtung der Naht.
Der Fadenführer D trägt den Oberfaden y und hat zwei Oehre, durch welche der Faden
geführt wird; er ist nach einem Kreisbogen gekrümmt, dessen Mitte der Schwingungspunkt
des den Fadenführer haltenden Armes 9 ist; an der äufseren Seite des Fadenführers ist nahe
der Spitze ein Ausschnitt 10 angebracht.
Der Schleifenhalter E1 Fig. 3, 4 und 5, wird
von einem Arm 11 getragen, welcher eine um eine senkrechte Achse schwingende Bewegung ausführt,
um den Schleifenhalter in gekrümmter Bahn etwa rechtwinklig gegen die des Fadenführers
D zu bewegen.
Ist ein Theil der Naht hergestellt und ein Stich eben vollendet, so mag angenommen
werden, dafs der Unterfaden χ von dem Oehr 5 des Unterfadenführers über den Haken des
Greifers 4 führt, welch letzterer um seinen Drehpunkt geschwungen worden ist, um einen
Raum für den Niedergang der Nadel zwischen dem Führer 3, Greifer und dem Faden zu
lassen, wie aus Fig. 1 ersichtlich, während die Nadel ganz nach unten gegangen ist und der
Führer 3 und Greifer 4 gleichzeitig in Richtung des Pfeiles vorbewegt worden sind, um
den Quertheil des Fadens χ in den Ausschnitt der Nadel zu bringen. Die weitere Arbeitsweise
der Maschine ist alsdann folgende: Sobald die Nadel C hochgeht, zieht sie eine
Schleife des Fadens χ nach oben und durch das mittelst der Ahle B hergestellte Loch des
Stoffes, wie aus Fig. 2 ersichtlich, und bringt die Schleife bis über den Stoff (Fig. 3), worauf
die Bewegung der Nadel abgestellt wird und der Oberfadenführer Z), welcher in Richtung
des Pfeiles Fig. 3 schwingt, durch die Schleife der Fadens χ tritt und den Oberfaden y mitnimmt;
darauf schwingt der Schleifenhalter E nach rechts und geht unter dem Oberfadenführer
D fort durch den Ausschnitt ι ο und zwischen den Fadenführer D und Faden y,
um ihn zu fassen; der Ausschnitt 10 gestattet dabei, über den Faden- zu treten, ohne denselben
zu fassen.
Der Oberfadenführer D schwingt nun in Richtung des Pfeiles Fig. 4 zurück, wobei er eine
Schleife des Oberfadens y auf dem Halter E beläfst, welche Schleife durch die Schleife des
Unterfadens χ geht, wie aus Fig. 4 ersichtlich.
Hierauf geht die Nadel C sowohl nach unten wie nach vorwärts in die in Fig. 6 angegebene
Lage, macht sich von der Schleife des Fadens χ frei, während der Schleifenhalter E den Fadenso
lange festhält, bis der Spanner oder Aufnehmer die Schleife des Fadens auf dem Stoff
festgezogen hat, worauf der Halter E zurückgeht und die Schleife des Fadens y losläfst.
Der Faden χ wird nach unten in den Stoff gezogen, wie in Fig. 6 angegeben, und hält
die Fadenschleifey in doppelter Verschlingung
fest, um nach weiterem Anziehen nach unten dieselbe in den Stoff zu ziehen, so dafs beide
Sqhleifen schliefslich zwischen dem Stoff verschlungen sind, wie in Fig. 7 angegeben, und
auf diese Weise den Stich bilden..
Zur Erzeugung der verschiedenartigen Bewegungen der Ahle, der Nadel und der Fadenführer,
um Stiche zu bilden, wie in vorstehendem näher entwickelt wurde,, können mannigfache
Mechanismen Anwendung finden, ebenso kann der Unterfaden durch andere als die dargestellte
Einrichtung angezogen und gegriffen werden, um ihn in einer Lage zu halten, damit
er in den Ausschnitt, der Nadel geführt werden kann. In nachstehendem sollen indessen
solche Mechanismen näher beschrieben werden, welche sich besonders bewährt haben.
Die arbeitenden Theile' werden von einem Gestell getragen, welches aus einem hohlen
Ständer F, Fig. 8 und 9, besteht, der an dem unteren Ende erweitert ist, um einen passenden
Fufs zu bilden, und an dem oberen Ende sich zu einem Arm 13 ausbildet; das Gestell hat
auch seitliche Arme 214 und 215, zwischen
denen das Gestell G drehbar angebracht ist, welches das Horn A trägt, das nach oben und
über den Arm 214 .reicht, um die Stoffplatte
mit ihrer mittleren Oeffnung in Richtung mit der Achse des Gestelles G zu halten.
Die Nadelstange 8 wird mittelst eines Hebels 32 auf- und abbewegt, der. um einen
Zapfen 3 3 drehbar ist, welcher in den Arm 13, Fig. 9, tritt; der Hebel 32 hat einen Schlitz 34,
welcher einen Stift 35 der Nadelstange aufnimmt.
Die Vorrichtungen zur Uebertragung der schwingenden Bewegung auf den Hebel 32
sind folgende: Die schwingende Bewegung, welche auf die Welle 36 übertragen wird, die den
den Oberfadenführer D haltenden Arm 9 trägt, wird durch eine hin- und hergehende Stange 37
veranlafst, die mit einem nach oben gerichteten Arm 38 verbunden ist, der wiederum durch
die Schwingung eines Hebels 39 hin- und herbewegt wird, welcher durch ein Excenter auf
der WTelle 19, Fig. 9, 10 und 11, seinen Antrieb
erhält.
Die Welle 36, welche den Fadenführer bethätigt, hat ihre Lager in einem Arm 40 an
dem unteren Ende der Drückersiange 41,
welche einen Driickerfufs 42 trägt und nach
oben durch Lager in den Arm 13 tritt. Der Arm 40 trägt auch eine senkrechte Welle 43,
Fig. 3 und 5, an welcher der Arm 11 angebracht
ist, der den Schleifenhalter E trägt, so dafs, gleichgültig wie die Stellung des Drückerfufses
ist, der Oberfadenführer und der Schleifenhalter gegen einander stets ihre richtigen Lagen
behalten.
Die Schleifenhalterwelle ist mit einem Arm 44 versehen, mit welchem durch ein Kugelgelenk
eine Stange 45 verbunden ist, die ihrerseits am anderen Ende durch ein ähnliches Gelenk an
einen schwingenden Hebel 46 angreift, der auf einem aus dem Ständer vortretenden Arm 47
schwingt, und eine Stange 48, Fig. 9, verbindet den Hebel 46 . mit einem anderen Hebel 49,
der an seinem unteren Ende mit dem Ständer drehbar verbunden ist und durch ein Excenter
auf der Welle 19 schwingende Bewegung erhält.
Die Drückerstange und mit ihr der Driickerfufs werden durch einen Hebel 50 gehoben,
welcher an einem Ansatz oben an dem Arm 13 drehbar angebracht und durch eine Stange 51
mit einem Tritt 52 verbunden ist. Die Bewegungen auf dem Unterfadenführer und Greifer
werden durch Köpfe oder Schieber 63, 64, 65 übertragen, die auf einer senkrechten Stange 66
gleiten, welche in die Richtung der Achse des Gestelles G fällt. Die Stange 66 liegt zwischen
den Armen des Gestelles G, und jeder Kopf hat die Form einer Spule, zwischen deren
Flantschen ein Ansatz an den von dem Gestell getragenen Hebel tritt. Es sind zwei
Hebel 67, 68 vorgesehen, die an dem Gestell G auf verschiedenen Seiten, desselben angebracht
sind; der Hebel 67 ist dabei durch eine Stange 69 mit einem Block 70 verbunden, an
welchem der Fadenführer 3 befestigt ist (Fig. 12 und 14), und der Hebel 68 ist durch eine
Stange 71 mit einem Block 72 in Verbindung gebracht, der einen Stift 73 trägt, welcher in
einen winkelförmigen Schlitz 74 in dem unteren Ende des Greifers 4 tritt. Die beiden Hebel
bewegen sich gemeinsam, um den Unterfadenführer und Greifer nach der Oeffnung in der
Arbeitsplatte hin- und von derselben fortzuführen; wenn jedoch der Greifer nach der
einen Seite zu schwingen hat, wird die Bewegung . des Hebels 6γ abgestellt, während die
des Hebels 68 weiter erfolgt, wodurch veranlafst wird, dafs der Stift 73 den Schlitz 74
durchläuft und den Greifer 4 in Schwingung setzt. Durch die Anwendung des gleitenden
Fadenführers und Greifes und Uebertragung einer schwingenden oder spannenden Bewegung
auf den Greifer wird es möglich, diese Theile so anzuordnen, dafs sie innerhalb des
sehr begrenzten Raumes eines engen, gebogenen Hornes zur Wirkung kommen, welches in
Schuhen kleinster Gröfse geführt werden kann.
Bei der eigenthümlichen Stichbildung, welche die Maschine ausführt, ist es für eine wirksame
und gleichmäfsige Arbeit von Wesentlichkeit, dafs jede Schleife des Oberfadens in den Stoff
an der Oberfläche gleich weit eingezogen wird. Wenn der Stoff gleichmäfsige Stärke hat, ist
die Adjustirung der Theile zur Erzeugung eines einzelnen Stiches ausreichend, da die weiteren
Stiche einfache Wiederholungen des ersten sind. Aendert sich jedoch die Stärke des Stoffes, so
würden ohne selbsttätige Adjustirung der arbeitenden Theile die Schleifen des Oberfadens
zu weit in den Stoff hineingezogen werden, wo derselbe am stärksten ist, und nicht
weit genug, wo der Stoff am dünnsten ist.
Um, nun eine gleichmäfsige Arbeit zu erzeugen, sind Einrichtungen vorgesehen, durch
welche die Gröfse der Aufwärtsbewegung der Nadel sich der Stärke des Stoffes entsprechend
ändert, so dafs die Schleife des Unterfadens stets um dasselbe Mafs in den Stoff eingezogen
wird; die Anziehung der Fäden erfolgt durch eine Anzugsvorrichtung, die eine gleichmäfsige
Wirkung äufsert, so dafs, nachdem die Theile einmal zur Erzeugung des Stiches adjustirt sind, die Schleife des Unterfadens stets
um dasselbe Mafs unter die Fläche des Stoffes gezogen wird, gleichgültig, wie sich die Lage
dieser Fläche gegen die Arbeitsplatte ändert; dadurch wird jede Schleife des Oberfadens in
den Stoff um genau dasselbe Mafs unter die Stofffläche wie die anderen Schleifen gezogen.
Zur selbsttätigen Regulirung der Bewegungen der Nadel, um denselben nach oben gerichteten
Zug von der Stofffläche aufrecht zu erhalten, können verschiedene Mechanismen Anwendung
finden; die folgenden haben sich besonders bewährt: Zur Erreichung des bezeichneten
Zweckes wird der Drehpunkt des Hebels, welcher die Nadelstange mittelst einer Verbindung
mit dem Drückerfufs treibt, in der Weise verlegt, dafs in dem Mafse, wie dieser Fufs
bei Zunahme der Dicke des Stoffes gehoben wird, der Drehpunkt geändert wird, um die
Nadel um ein entsprechendes Stück zu heben, wenn dieses Stück durch eine Abnahme der
Stärke des Stoffes verkürzt wird, wird der Drehpunkt geändert und die Aüfwärtsbewegung
der Nadel um ein entsprechendes Stück begrenzt. Eine wirksame Einrichtung, diesen
Zweck zu erreichen, ist in Fig. 9 angegeben; hiernach wird ein Hebel 80 an einem Zapfen 81
seitlich am Arm 13 angebracht und erhält
am Ende einen Schlitz 82; das Ende des Armes greift über das Ende des Hebels 32,
welcher die Nadelstange bewegt, und ein Stift 83 geht durch den Schlitz 82 und
durch einen Schlitz 84 in dem übergreifenden Ende des Hebels 32 und wird mit
einem Arm 85 verbunden, der mit dem unteren Ende eines Hebels 86 gelenkartig verbunden
ist, welcher an dem Kopf der Maschine drehbar angebracht ist und einen gekrümmten
Schlitz 87 erhält, welcher einen Stift 88 aufnimmt, der seitlich von der Drückerstange vorsteht.
Die Anordnung dieser Theile ist derartig, dafs, wenn die Drückerstange gehoben wird, der Hebel 86 in Richtung seines Pfeiles
schwingende Bewegung ausführt, dabei den Stift 83 nach vorn zieht und den wirksamen
Arm des Hebels 32 verkürzt, auf welchen von dem Hebel 80 Bewegung übertragen wird;
dadurch wird der Arm des Hebels 80 entsprechend verlängert und der Hub des Hebels 32, sowie auch der Aufwärtsgang der
Nadel entsprechend vergröfsert. Eine umgekehrte Bewegung der Drückerstange hat die
Wirkung, dafs der Stift 83 zurückgeworfen und die Aufwärtsbewegung des Hebels vergröfsert
wird. Das Mafs, um welches die Nadel nach unten bewegt wird, wird indessen niemals
geändert, weil, wenn die übergreifenden Arme der Hebel 80 und 32 an der Grenze ihrer
Bewegungen nach oben angelangt sind, die Schlitze 82 und 84 auf einander fallen und
parallel sind, so dafs eine Bewegung des Stiftes oder Zapfens 83 in den Schlitzen einen Einflufs
auf die Aenderung der Lage der Nadel nicht ausübt.
Wenn die Bewegung des Fadens von der Abgabe des Unterfadens von dem Fadenhalter
abhängig wäre, so würde jede vermehrte Hebung der Nadel Veranlassung sein, dafs der Faden
durch den Haken der Nadel gezogen wird, während er durch den Stoff geht und über
denselben tritt, so dafs eine Schwächung des Fadens eintreten würde; oder wenn ein gleichbleibendes
Stück Faden durch den unteren Schleifenmechanismus bei der Zuführung zur Nadel bei ihrem Hochgang durch und über
das Leder gezogen würde (welches Stück nothwendigerweise nur so viel betragen dürfte, als
für eine bestimmte Stärke des Leders oder anderen Stoffes erforderlich ist), so würde jede
Zunahme an Stärke des Stoffes den Faden durch den Haken der Nadel aufreifsen. Um
dies zu vermeiden, werden die Bewegungen des Fadengreifers in dem Horn geändert, so
dafs, wenn der Stoff stärker bezw. dicker wird und die Schleife ein gröfseres Stück von der
Arbeitsplatte fortgeführt werden mufs, die Fadengreifer, nachdem sie den Faden um die
Nadel gelegt haben, um ein weiteres Stück zurückgehen; hierdurch wird ein weiteres Stück
Faden von dem Fadenhalter abgezogen, so dafs eine Schleife von Extralänge gebildet wird,
die an die Nadel abgegeben wird, sobald sich diese durch den Stoff nach oben bewegt, und
mit dieser nach oben getragen wird, ohne dafs der Faden durch den Haken der Nadel eine
erhebliche gleitende Bewegung ausführt.
Um den Anzug des Fadengreifers entsprechend der vermehrten Aufwärtsbewegung
der Nadel selbstthätig zu ändern, werden dia
Vorrichtungen, welche die gleitende Bewegung auf den Greifer oder die Controlvorrichtung
übertragen, mit den Vorrichtungen verbunden, welche die Bewegungen der Nadel regeln. So
werden, wie aus Fig. 9 ersichtlich, die Köpfe 64 und 65 auf der Stange 66 bezw. durch Hebel
90 und 91 auf- und abbewegt, welche an dem Gestell drehbar angebracht sind, und jeder
dieser Hebel erhält seine Bewegung durch Vermittelung des Hebels, welcher von einem Excenter
auf der Welle 19 in Schwingung gesetzt wird. Der Hebel 90 ist zu diesem Zwecke
an dem einen Ende mit Schlitz versehen, und über dieses Ende greift das ebenfalls geschlitzte
Ende des Hebels 92, während ein Stift 93 durch die Schlitze beider Hebel hindurchtritt;
dieser Stift ist an dem Gleitstück 94 angebracht, das zwischen den Schenkeln eines gegabelten
Armes 95 läuft, der an der oscillirenden, im Gestell gelagerten Welle 96 befestigt ist. An
dem anderen Ende dieser Welle 96, Fig. 8, ist ein ähnlicher, aber kürzerer gegabelter
Arm 97 vorgesehen, welcher einen mit Stift 99 versehenen Schieber 98 trägt; der Stift geht
durch die Schlitze in den übergreifenden Enden des Hebels 91 und eines Hebels 100, welcher
um denselben Zapfen 18 wie der Hebel 92 drehbar ist; eine Stange 101 geht von dem
Hebel 100 zu einem Excenter auf der Welle 19, und eine Stange 102 reicht von dem Hebel 92
nach einem Excenter, das ebenfalls von der Welle 19 getragen wird.
Durch Schwingung der Welle 96 werden die Stellungen der Lager 93, 99 geändert, um
den Hub der Hebel 90, 91, 67, 68 und dementsprechend die Hin- und Herbewegung des
Unterfadengreifers zu ändern; die Lage der Welle 96 wird durch die Lage des Zapfens 83
bestimmt; wie am deutlichsten aus Fig. 9 ersichtlich, ist ein Hebel 104, welcher an der
Seite des Armes 13 drehbar angebracht ist, durch eine Stange 105 mit dem Hebel 86 verbunden,
welcher die Lage des Zapfens 83 controlirt, und dieser Hebel 104 ist auch durch
eine Stange 106 mit einem Arm 107 auf der Welle 96 verbunden. Infolge dieser Einrichtung
wird die Welle 96, wenn der Drückerfufs und seine Stange hochgeht und das untere Ende
des Hebels 86 nach vorn schwingt, so dafs die Nadel. um ein gröfseres Stück gehoben wird,
in Richtung des eingezeichneten Pfeiles gedreht und die Lager 93, 99 werden gehoben und
die Hebel 90, 91, 67 und 68 ebenfalls weiter
bewegt; hierdurch wird die Fadencontrolvorrichtung zurückgezogen und die Entfernung
derselben von der Nadel der Vergrößerung der Länge der Schleife, welche der Nadel zugeführt
wird, entsprechend vergröfsert.
Statt der angegebenen Vorrichtungen können natürlich auch andere Anwendung finden, mit
welchen derselbe Zweck erreicht wird. So können z. B. zwischen der Fadencontrolvorrichtung
und dem diese bethätigenden Mechanismus und zwischen der Nadel und ihrer Bewegungsvorrichtung veränderbare Verbindungen
angebracht werden, welche durch die Lage der Oberfläche des Stoffes betha'tigt werden,
um das Mafs des Hubes der Nadel . über der Arbeitsplatte zu ändern und. eine.gleichförmige
Bewegung oberhalb der Stofffläche aufrecht zu erhalten; sie dienen dann auch dazu, die
Schleife zu ändern, welche um die Nadel unter der Arbeitsplatte gezogen wird, um dem Stück
zu entsprechen, um welches die Schleife über die Arbeitsplatte gezogen, werden mufs. Durch
Biegen des Hornes und der Fadencontrolvorrichtungen in dem Horn zu . einer Curve,
welche von dem Winkel des Hornes in eine horizontale Ebene am Ende reicht, wird es
möglich, das Horn in den engsten Theil selbst des kleinsten Schuhes einzuführen Und mit der
Maschine zu nähen, ohne dafs eine nachtheilige Beanspruchung des Oberleders eintritt. Wird
das Anziehen der Schleifen durch eine gleitende Bewegung der Controlvorrichtung anstatt durch
drehende Bewegungen, wie bisher, erzeugt, so ist man in der Lage, die gewünschten Resultate
in einem ungleich engeren Raum zu erzielen, als sonst möglich wäre.
Der Aufnehmer (Fig. 12, 15 und 16) wird
durch das Gestell G unten am Horn A getragen und besteht im wesentlichen aus einer
Scheibe I mit Querschlitz 116 auf der einen Fläche und zwei gegenüberliegenden Stiften
oder Rollen 117, 118 an der Kante der Scheibe.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Eine Nähmaschine für schwere Waare (Leder u. s. w.), bei welcher die Herstellung stets gleichmäfsig tief im Stoff liegender Stiche dadurch möglich wird, dafs:a) eine Regulirung des Nadelhubes, der Stoffstärke entsprechend, durch eine derartige Verbindung der Nadelstange (8) mit der Drückerfufsstange (41). bewirkt wird, dafs der wechselnde Hub der letzteren durch einen mit Curvenschlitz versehenen drehbaren Hebel(86) ,und Stange (85) auf den die Nadelstange antreibenden Hebel (32) mit Schlitz (84) übertragen wird, in welchem der den Angriff der Stange (85) vermittelnde Zapfen (83) verstellt werden kann, der zugleich in dem Schlitz (82) des von der Excenterwelle (ig) angetriebenen Hebels (80) gleitet, so dafs nur der Hub der Nadelstange nach oben geändert wird;b) eine Regulirung der Zuführung des Unterfadens durch die mittelbare Verbindung der Drückerstange zur Regelung des durch die Excenterwelle (19) angetriebenen Antrieb hebelwerkes (go, gi, 67, 68) für die Unterfadencontrolvorrichtung in der Weise veranlafst wird, dafs bei gröfserem Hub der Nadelstange der Unterfadenträger auch um ein gröfseres Stück zurückgeführt wird, um Faden für eine gröfsere, um die Hakennadel zu legende Unterfadenschleife nachzuziehen.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE48835C true DE48835C (de) |
Family
ID=323797
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT48835D Expired - Lifetime DE48835C (de) | Nähmaschine für schwere Waaren (Leder u. dergl.) mit selbstthätiger, durch die Stoffstärke bedingter Regulirung des Nadelhubes und der Unterfadenzuführung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE48835C (de) |
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0
- DE DENDAT48835D patent/DE48835C/de not_active Expired - Lifetime
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