DE48757C - Verfahren der Osmose von gemischten Kali- oder Natronsalzen, Zuckersaft oder Melasse in Verbindung mit einem chemischen Fällungsverfahren, zumTheil kombinirt mit Elektrolyse bezw. mit dem unter Patent 46 318 geschützten Verfahren der Elektrolyse - Google Patents

Verfahren der Osmose von gemischten Kali- oder Natronsalzen, Zuckersaft oder Melasse in Verbindung mit einem chemischen Fällungsverfahren, zumTheil kombinirt mit Elektrolyse bezw. mit dem unter Patent 46 318 geschützten Verfahren der Elektrolyse

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DE48757C DENDAT48757D DE48757DC DE48757C DE 48757 C DE48757 C DE 48757C DE NDAT48757 D DENDAT48757 D DE NDAT48757D DE 48757D C DE48757D C DE 48757DC DE 48757 C DE48757 C DE 48757C
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE
r Soda, Potasche und Alkalien.
Die Scheidung der verschiedenen Bestandtheile einer und derselben Lösung mit Hülfe der Osmose konnte bisher nur in unvollkommenem'Mafse durchgeführt werden, da die Osmose solcher Lösungen bei dem Punkt ein Ende erreicht, wo die Flüssigkeiten zu beiden Seiten des Diaphragmas annähernd denselben Gehalt an dem überdiffundirenden Stoffe erreicht haben.
Es ist aber zur Erzielung einer beschleunigten und möglichst grofsen Ausbeute erwünscht, dafs die Osmose unter so grofser gegenseitiger Verschiedenheit der Lösungen durchgeführt werde, als möglich.
1 Dieses Ziel wird durch die vorliegende Erfindung erreicht. Dieselbe besteht darin, dafs * man die überdiffundirenden Stoffe im Mafse ihres Ueberdiffundirens durch Ausfällen aus der Flüssigkeit jenseits des Diaphragmas entfernt und auf diese Weise verhindert, dafs sich dieselben anreichern und sich der diesseits befindlichen zu osmosirenden Flüssigkeit wesentlich an Gehalt nähern.
Hierbei ist aber noch Sorge zu tragen, dafs das Agens, durch welches man die Ausfällung bewirkt, sofern dasselbe selbst löslich ist, womöglich derart zugeführt werde, dafs es beständig noch einen geringen Ueberschufs an auszufällendem Stoff beläfst, keinesfalls aber selber in namhaften Ueberschufs gelange.
Dann erfolgt durch dieses Verfahren nicht nur ein beständiges und beschleunigtes, sondern auch zweckentsprechendes Ueberdiffundiren, welches erst ein Ende erreicht, wenn die zu osmosirende Flüssigkeit beinahe erschöpft ist.
Hält man aber durch stets neuen Ersatz die zu osmosirenden Stoffe dieser Flüssigkeit auf einem möglichst hohen Concentrationsgrade . und sorgt man andererseits für eine entsprechende regelmäfsige Zufuhr des Fällungsmittels und eine regelmäfsige Beseitiguug des ausgefällten Productes, so wird die Osmose zu einer continuirlichen, unter vollständiger Ausnutzung der zu osmosirenden Flüssigkeit.
Ein weiterer Vortheil dieses Verfahrens besteht darin, dafs bei demselben nur derjenige Stoff zu. diffundiren fortfährt, welcher ausgefällt wird. Infolge dessen eignet sich dasselbe zur Trennung jeder gemischten Lösung sowohl in ihre einzelnen Bestandtheile, als auch zur alleinigen Abscheidung eines bestimmten Bestandtheiles entweder dadurch, dafs man denselben ausfällt oder dafs man ihn allein in Lösung beläfst.
Um z. B.' Chlorkalium aus kalihaltigen Salzen darzustellen, würde man einen Apparat, wie solcher in Fig. 1 im Verticalschnitt zur Darstellung gebracht ist, in Anwendung bringen können. Der Behälter oder das Gefäfs A ist durch die Diaphragmen d d in drei Abtheilungen oder Kammern a, b und c getheilt. In einer der Abtheilungen ist ein Trog t untergebracht, dessen Wandungen gelocht oder geschlitzt sind und in welchen Carnallit eingefüllt ist; dieser Trog kann aber auch durch einen Sack, Korb u. dergl. ersetzt werden. Das Gefäfs A ist mit
Wasser oder auch mit einer entsprechenden Salzlösung gefüllt. Befindet sich nun, wie in der Zeichnung angenommen, der Trog t mit dem Carnallit in der Abtheilung a, so diffundirt aus letzterer andauernd nur dasjenige Chlorid nach b über, welches dort entfernt wird, also z. B. Magnesiumchlorid, so lange, als in b der Gehalt an Magnesiumsalz vermindert wird, was man dadurch hervorruft, dafs man Kalk in die Abtheilung b bringt, am besten in der Weise, dafs ein ganz geringer Ueberschufs von Mg Cl2 beständig vorhanden bleibt. Da kein Kaliumsalz; hierdurch entfernt wird, so diffundirt also auch kein Kaliumchlorid, sondern nur das Magnesiumsalz (Mg CP) und dadurch löst sich auch aus dem Carnallit nur Magnesiumchlorid, sobald einmal die Lösung mit Chlorkalium gesättigt ist.
Die sich bildende Magnesia wird entfernt, das erzeugte Chlorcalcium diffundirt nach den Abtheilungen α und c und wird in letzterer durch Kaliumsulfat zersetzt, infolge dessen Gyps ausfällt und Chlorkalium in Lösung geht. Man hat also in.der Abtheilung α eine Lösung von KCl, MgCP und Ca CP, in der Abtheilung b eine Lösung von K Cl und Ca Cl'2 mit ganz wenig Mg CP und in der Abtheilung c eine Lösung von K Cl mit ganz wenig Ca CP. Ferner erhält man im Troge f festes Chlorkalium als Rückstand, in der Abtheilung b Magnesia und in c Gyps als Niederschlag. Um anhängendes Mg Cl'2 und Ca CP zu entfernen, wird das feste Chlorkalium vortheilhaft mit einer Kaliumchloridlösung gewaschen.
Will man das Verfahren in ein selbstthätiges mechanisches umwandeln, so kann man einen Apparat, wie solcher in den Fig. 2 und 3 in Aufsicht und im Verticalläiigsschnitt dargestellt ist, benutzen. Der Behälter B ist auch hier durch die Diaphragmen d d in drei Abtheilungen oder Kammern a, b und c getheilt. Die mittlere Abtheilung b steht durch Rohrleitung mit den Filterpressen C C in Verbindung, während in der Abtheilung α ein durchlöchertes oder sonst durchlochtes und an dem einen Ende in den Trichter/ ausmündendes Rohr g mit einem in diesen angeordneten Transportmittel, z. B. einer Schnecke h liegt, welch letztere von der Riemscheibe i aus in Umdrehung gesetzt wird. Das Rohr g mündet an der dem Trichter f entgegengesetzten Seite in den Behälter H, in dem ein Becherwerk k angeordnet ist.
Der Arbeitsvorgang ist bei diesem Apparate derselbe wie der unter Fig. 1 beschriebene. Durch den Trichter / wird Carnallit in das gelochte Röhr g eingefüllt, welcher mittelst der Transportschnecke durch letzteres in seiner ganzen Länge hindurchgeführt wird, um schliefslich als Chlorkalium, in welches er sich auf diesem AVege in der vorhin beschriebenen Weise verwandelt, in den Seitenbehälter H zu gelangen, aus welchem es als gebrauchsfähiges Chlorkalium durch das Becherwerk k bei / zum Auswurf kommt. ; Die Schöpfbecher sollen Oeffnungen, z. B. feine Löcher haben, um der Lauge das Durchlaufen zu gestatten.
Das Chlormagnesium, welches nach der Abtheilung b diffundirt, ,wird durch zugesetzten Kalk bezw. Kalkmilch zersetzt und die entstehende Magnesiamilch mittelst der Pumpe D durch die beiden abwechselnd benutzten Filterpressen C hindurch wieder nach der Kammer b zurückgepumpt, wobei die Magnesia auf den Filtern zurückbleibt. Durch den Einlauf m tritt Kaliumsulfatlösung in die Kammer c, während durch den Auslauf η die entstandene Kaliumchloridlösung dieselbe Kammer wieder verläfst.
Der Apparat ist, was übrigens selbstverständlich ist und ebenso von den anderen beschriebenen Apparaten gilt, mit Vorrichtung für Zu- bezw. Abflufs von Wasser etc. versehen und kann mit Dampfzuleitung oder irgend einer anderen Wärmvorrichtung verbunden werden, ebenso auch mit Kühlung.
Der entstandene Gyps wird auf bekannte Weise entfernt.
Da, um das Verfahren für andere gemischte Lösungen zu verwenden, keinerlei grundsätzliche Aenderungen nöthig sind, sondern nur erleichternde, so ergeben sich diese Aenderungen so gut wie von selbst. Wie das Verfahren etwa mit einem gemischten Natriumsalz statt des Carnallits auszuarbeiten wäre, braucht gar nicht beschrieben zu werden; auch für andere Stoffe dürfte dies wohl kaum nöthig sein, deutlichkeitshalber soll aber doch noch ein Beispiel erläutert werden.
Dies bezieht sich auch auf die Apparate, und ebenso wenig als das Gelingen des Verfahrens an die in der Beschreibung vorkommenden Apparate gebunden ist, welche auch nur beispielsweise aufgeführt sind, ebenso wenig ist die gerade gegebene Anordnung des Apparates an sich nothwendig; es können vielmehr vorhandene Apparate dem Verfahren oder das Verfahren den vorhandenen Apparaten angepafst werden. Die als Transportmittel benutzte · Schnecke besonders wird oft durch eine nach Art der Kettenpumpe arbeitende Vorrichtung mit grofsem Vortheil ersetzt.
Soll eine Zuckerlösung nach dem beschriebenen Verfahren behandelt werden, welche ganz selbstverständlich auch erst im Apparate sich zu bilden braucht, also in einem zuckerhaltigen Körper noch vertheilt sein kann, wie z. B. in der Rübe, so kann man sich des durch Fig. 4 im Verticalschnitt dargestellten Apparates bedienen. In dem Behälter E sind die zwei unten mit einander communicirenden Rohre a und b angeordnet, deren Wandungen durchlocht sind. Dieselben bilden mit der in ihnen
befindlichen, über zwei entsprechend construirte Rollen laufenden Kette d eine Pumpe, durch welche die bei e in den Trichter geworfenen Rübenschnitzel durch die Rohre α und b transportirt werden, um, nachdem dieselben ausgelaugt, bei f zum Auswurf zu gelangen.
Statt der gelochten Röhren können auch osmotisch wirksame benutzt werden; es genügt aber eine feine Lochung, weil die Rübenzellen zum Th eil die osmotische Wand vertreten.
In das mit Wasser gefüllte Gefäfs E wird ein Zucker fällendes Agens, z. B. Baryt, in entsprechender Menge eingebracht. Nach Mafsgabe seines Eindiffundirens aus den Rohren a und b in den Behälter E fällt der Zucker als Bariumsaccharat aus, welches durch die Transportschnecke g in Verbindung mit dem Becherwerk k in der bekannten Weise aus dem Apparate entfernt oder noch besser, wie unter Fig. 2 und 3 beschrieben, durch Filterpressen gedrückt wird. Die bei f zum Auswurf kommenden Schnitzel sind infolge ihrer steten Berührung mit ganz zuckerarmem W7asser nahezu vollständig ausgelaugt und deshalb sehr arm an Zucker, dagegen viel reicher an »Nichtzucker« als die gewöhnlich abfallenden, und ermöglichen so eine viel leichtere Verwerthung des »Nichtzuckers«.
Bei dieser Anwendungsart des Verfahrens vertreten die Zellen der Rüben selbst die osmotischen Wände; nicht so bei Anwendung von fertiger Lösung, z. B. Melasse.
Kommt anstatt der Rübenschnitzel Melasse zur Verarbeitung, so mufs die gelochte Röhre durch eine osmotisch wirksame ersetzt werden; es kommt also an die Stelle der gelochten Röhren α und b mit der Kettenpumpe d eine osmotisch wirksame, etwa U-förmige Röhre oder auch eine einfache Röhre, welche der Länge nach in zwei (oder mehr) Abtheilungen durch eine (oder mehr) bis nahe an den Boden reichende Scheidewand getheilt ist; es läuft dann die Melasse auf der einen Seite ein und auf der anderen entzuckert ab.
Sollen bei der Zuckergewinnung aufser Zucker noch andere begleitende Stoffe gewonnen werden, so steht dem nichts entgegen; es bedarf vielmehr nur der Einrichtung einer weiteren Osmosekammer. In diesem Falle wären es also drei Kammern; in der ersten ist die zuckerhaltige Lösung (bezw. zuckerhaltige Körper), in der zweiten wird z. B. Kalkmilch zugesetzt, wobei Schwefelsäure, Phosphorsäure in Begleitung von organischen Stoffen ausfallen, das dann in der dritten . Kammer niedergeschlagene Bariumsaccharat ist reiner und daher leicht verarbeitungsfähig. Natürlich könnte durch Anwendung einer Reihe von Kammern eine Reihe von Stoffen aus der Rübe bezw. Melasse ausosmosirt und getrennt bezw. gefällt werden.
Grofsen Werth hat dieses Verfahren, wenn man es in Verbindung mit der Elektrolyse solcher Salzlösungen bringt, deren elektrolytische Producte löslich sind. Bei der Elektrolyse von Salzlösungen dieser Art nehmen bekanntlich deren elektrolytische Producte eben wegen ihrer Löslichkeit gar bald den elektrischen Strom auf, und indem sie so selbst Elektrolyt werden, verhindern sie eine vollständige Elektrolyse des Ausgangssalzes. Diesem Hindernifs kann man eben durch jene Vereinigung des Osmoseverfahrens mit der Elektrolyse begegnen, indem man nämlich ersteres dazu benutzt, um die löslichen Producte der Elektrolyse nach Mafsgabe ihrer Bildung durch Diffussion aus dem Wirkungsbereiche der Elektroden zu entfernen, so dafs also die Osmose an die Stelle der Fällung tritt.
Zur Ausführung dieses Verfahrens kann jeder elektrolytische Behälter benutzt werden, da es nur der Anfügung oder Einfügung von Osmoseräumen an, um oder in die elektrolytischen Räume bedarf. Es geschieht dies am einfachsten durch Ziehen einer durchlässigen Wand zwischen Elektrode und Gefäfswand, und ebenso kann man auch zwischen beiden Elektroden durch Einfügen von zwei oder mehr durchlässigen Wänden Räume oder Kammern bilden, welche die bekannten osmotischen Wirkungen des Stromes auszunutzen gestatten. Der solchergestalt mit Elektrodenkammern und Osmosekammern versehene Behälter wird nun mit der zu zerlegenden Salzlösung, z. B. Kochsalzlösung, gefüllt, und sobald dann der Strom geschlossen wird, gestaltet sich der Vorgang zu folgendem:
Das an der Kathode sich bildende Aetznatron diffundirt gemäfs seinem Entstehen nach der Osmosekammer, und zwar so lange, als die Lösung in der Osmosekammer einen geringeren Gehalt an Natron zeigt, wie die in ,der Elektrodenkammer. · , ' .
. Um nun diesen letzteren Zustand dort stets aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dafs die Natronlösung in beiden Kammern gleich stark und dadurch der Osmose ein Ende gesetzt werde, sorgt man dafür, dafs das Natron möglichst im Mafse seines Eindiffundirens ausgefällt werde. Man erreicht dieses, indem man Kohlensäure in die Osmosekammer einleitet.
Auf diese Weise wird die Osmose des Natrons und durch sie die Elektrolyse des Kochsalzes eine continuirliche, vorausgesetzt, dafs man in der Elektrodenkammer das zerlegte Kochsalz beständig ersetzt.
Letzteres geschieht dadurch, dafs man einen mit Kochsalz stets gefüllt erhaltenen durchlochten Trog, Korb, Sack u. dergl. in die Elektrodenkammer einhängt, oder dafs man das Salz stets in entsprechender Menge mechanisch zuführt, und zwar so, dafs die Lösung
stets diejenige Sättigung erhält, welche die höchste Leitungsfähigkeit besitzt.
Das Ausfällen des in die Osmosekammer eingetretenen Natrons kann natürlich auch durch andere Mittel, als durch Kohlensäure erfolgen, doch wird man derselben aus finanziellen Gründen meist' den Vorzug geben.
. Bei der Zerlegung von Kalisalzen kann dagegen mit Vortheil das entwickelte Chlor selber zum Ausfällen verwendet werden, sofern die Darstellung von Kaliumchlorat wünschenswerth erscheint.
Die gefällte Natriumverbindung wird von Zeit zu Zeit ausgekrückt oder durch eine mechanische Vorrichtung aus der Osmosekammer "weggeführt oder, wie auch schon beschrieben, durch Filterpressen gedrückt.
Was die Anodenseite betrifft, so kann man dort eine ähnliche Anordnung mit Elektroden- und Osmosekammern treffen. Das Chlor, welches an der Anode frei wird, entwickelt sich gasförmig und kann beliebig verwendet werden. Ein kleinerer Theil bleibt jedoch gelöst, während zugleich sich Chlorat bildet; diese diffundiren dann in die Osmosekammer, um dort mit den bekannten Mitteln, z. B. Chlorkalium oder einem ähnlichen Kalisalz, entfernt zu werden.
Wendet man aber hier Mittel, welche Chlor binden, im Ueberschufs an, um die Lösung stets so chlorarm als möglich zu- erhalten, so läfst sich die Bildung von gelöst bleibendem Chlor vermehren und damit z. B. durch Zusatz eines Alkalis, Kalks α. dergl. natürlich auch diejenige des Chlorates. Geschieht das Ausfällen der in die Osmosekammern eintretenden elektrolytischen Producte durch ein lösliches Agens, so darf letzteres nur in dem Mafse eingeführt werden, als der auszufällende Stoff eindiffundirt. Dieses bereitet bei der gasförmigen Kohlensäure ganz besondere Schwierigkeiten, welche man damit umgeht, dafs man in die Osmosekammer Magnesia oder einen gleichwirkenden Körper, etwa Zinkcarbonat, bringt, wodurch man alsdann aufser der Bindung der überschüssigen Kohlensäure auch die . Bildung eines schwer löslichen Doppelsalzes erreicht.
Am einfachsten gestaltet sich die Ausfällung, wenn man das fällende Agens in unlöslicher Form wirksam vorräthig halten kann, z. B. wenn bei der Elektrolyse von Sulfaten, statt Chloriden, die entstehende Schwefelsäure gefällt werden soll, genügt es, Kreide aufzuschlämmen, wo dann unter Ausfällen von Gyps Kohlensäure frei wird. Die Kohlensäure kann dann aus der Osmosekammer, der Sauerstoff aus der Elektrodenkammer, also beide getrennnt, aufgefangen werden. Die Kreide kann aber auch durch Phosphat ersetzt werden, wobei dann ein saures Phosphat ausfällt, das besonders, mit Kaliumsulfat noch vermischt, zu Düngerzwecken sehr dienlich ist.
Selbstverständlich ändert dies am Verfahren nichts, wenn man, statt in der Osmosekammer zu fällen, die Lösung in der Osmosekammer in "einen anderen Apparat abführt und dort erst fällt.
Eine Trennung der beiden Elektroden durch eine dazwischen gezogene durchlässige Scheidewand ist bei dem beschriebenen Verfahren zweckmäfsig und wird vortheilhaft entweder so angeordnet, dafs der Diffusionswiderstand von der Anoden- zu der Kathodenkammer um ein Geringes gröfser ist, als von der Elektrodenzur Osmosekammer, oder, wie schon oben erwähnt, man schaltet zwischen beide Elektroden eine oder mehrere Osmosekammern, um die osmotischen Wirkungen des Stromes auszunutzen; denn bei der Elektrolyse von Alkalien wandern diese in den Lösungen nach der Anode zu.
Man kann aber auch eine solche zwischengeschaltete Osmosekammer zur Abführung der elektrolytischen Producte benutzen, ebenso gut wie die seitlichen, und hat dann dabei noch den Vortheil, in dieser Zwischenkammer chemische Reactionen zwischen den Producten der Elektrolyse im Mafse ihrer Bildung' zu bewirken.
Schaltet man z. B. bei der Elektrolyse von Alkalichloriden durch Anbringen zweier durchlässiger bezw. osmotisch wirksamer Scheidewände d d', Fig. 6, eine Osmosekammer g zwischen die beiden Elektroden, so diffundiren das entstehende Chlor und Aetzalkali in diese Zwischenkammer ein, wo sie sich zu Hypochlorit vereinigen. Da eine solche Hypochloritlösung sehr schwach bereits als starkes Bleichmittel wirkt, so ist damit ein vorzügliches Mittel gegeben, z. B. Chlornatrium unmittelbar zu Bleichzwecken zu verwenden.
Aus der Zwischenkammer wird die Bleichlösung in das Bleichgefäfs geführt, von hier aus nach Benutzung in die Kathoden- oder besser Anodenkammer, wo die gelösten farbigen Inkrustationen zerstört werden, während das aus dem Hypochlorit entstandene Chlorid aufs neue der Elektrolyse unterliegt, um wieder in Hypochlorit verwandelt zu werden.,
Dieses neue Bleichverfahren ist also continuirlich und bietet aufserdem den ausgezeichneten Vortheil, nach den Bedürfnissen des Augenblickes die Elektrolyse von z. B. Chlornatrium ganz oder theilweise, je nach Belieben,. auf Darstellung von Chlor, Aetznatron bezw. Soda oder auf Hypochlorit, Chlor, Aetznatron bezw. Soda einstellen zu können.
Die in der Zwischenkammer gebildete Hypochloritlösung kann natürlich auch in Chlorat verwandelt bezw. als Kaliumchlorat gefällt werden.
Das beschriebene Verfahren ist sehr einfach, da sich die Thätigkeit bei demselben fast ganz auf das Nachfüllen von festem Salz und das Wegschaffen des Niederschlages beschränkt, Arbeiten, die sich durch mechanische Vorrichtungen leicht selbstthätig ausführen lassen. Dabei gelingt es, die so schwierige Elektrolyse von Salzen mit löslichen elektrolytischen Producten ausgiebig, continuirlich und leicht übersichtlich zu machen.
Zur leichteren Veranschaulichung des Verfahrens und als einfaches Beispiel mag der durch Fig. 5 der Zeichnung im Verticalschnitt dargestellte Apparat dienen.
Der mit Salzlösung gefüllte Behälter F wird durch die . durchlässigen Wände d d und das Diaphragma ρ in die Osmosekammern oo1 und die Elektrodenkammern e e1 getheilt. In letzteren befinden sich sowohl die mit -f- und — bezeichneten Elektroden, als auch die mit gelochten Wandungen versehenen Tröge tt, die stets mit Salz gefüllt gehalten werden, ss sind Transportschnecken, von der Kopfseite aus gesehen, welche in der bekannten und bereits wiederholt besprochenen Weise zur Fortschaffung der festen Substanzen bezw. der entstandenen Niederschläge dienen. In der Osmosekammer o1 wird das ausfallende Alkalicarbonat gebildet bezw. gewonnen, während in der Osmosekammer 0 Chlorat gebildet und ausgefällt wird. Das sich in der Elektrodenkammer e entwickelnde Chlor wird unter dem Deckel m aufgefangen und durch den Rohrstutzen η zu weiterer Verwendung und Benutzung abgeführt bezw. abgesaugt.

Claims (3)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Verfahren der Abscheidung eines oder mehrerer Stoffe aus gemischten Lösungen durch Osmose, nämlich: a) von Chlormagnesium aus natürlichen Kalisalzen, z. B. Carnallit, oder b) von Zuckersaft aus Rübenschnitzeln oder Melasse, darin bestehend, dafs man die genannten Stoffe der Osmose unterwirft und den überdiffundirenden Stoff bei a) Chlormagnesium, bei b) Zucker nach Mafsgäbe ihres Ueberdiffundirens, bei a) durch Kalk, bei b) durch Baryt ausfällt und so verhindert, dafs infolge der Anreicherung der Flüssigkeit, in welche sie überdiffundiren, die Osmose aufhört.
  2. 2. Verfahren der Abscheidung eines oder mehrerer Stoffe aus gemischten Lösungen durch Osmose, nämlich dadurch, dafs bei der Elektrolyse von Natrium- oder Kaliumchloriden, z. B. Natriumchlorid, osmotische Membranen zur Herstellung einer Abtheilung zwischen beiden Elektroden benutzt werden, in welcher das einerseits eindiffundirende Chlor sich mit dem andererseits eindiffundirenden Aetznatron vereinigt und so Hypochlorit bildet, welches für Bleichzwecke oder zur Umwandlung in Chlorat verwendet werden kann.
  3. 3. Anwendung des unter 1. geschützten Verfahrens in der Weise, dafs bei dem in Anspruch i. des Patentes No. 463 18 desselben Erfinders geschützten Verfahren der Elektrolyse von Kali- oder Natronsalzen unter Fällung des Kalis oder Natrons durch Kohlensäure osmotische Membranen [d d, Fig. 5) zur Herstellung von Abtheilungen benutzt werden, in welche die gebildeten Basen durch Osmose eintreten, worauf die Fällung erfolgt und das neben dem Chlor sich bildende Chlorat als Kalisalz gefällt wird.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2688572A (en) * 1950-09-27 1954-09-07 Warshaw Abe Liquid purification by electro-dialysis and ion exchange

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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