DE486236C - Verfahren zur Herstellung von Pressmutterneisen u. dgl. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Pressmutterneisen u. dgl.

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DE486236C DER75586D DER0075586D DE486236C DE 486236 C DE486236 C DE 486236C DE R75586 D DER75586 D DE R75586D DE R0075586 D DER0075586 D DE R0075586D DE 486236 C DE486236 C DE 486236C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21CPROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
    • C21C5/00Manufacture of carbon-steel, e.g. plain mild steel, medium carbon steel or cast steel or stainless steel
    • C21C5/28Manufacture of steel in the converter

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Preßtnutterneisen u. dgl. Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Preßmutterneisen nach dem Kleinbessemerverfahren im sauer zugestellten Kleinkonverter. Das Preßmutterneisen ist ein Spezialeisen von besonderen physikalischen Eigenschaften und besonderer Zusammensetzung. Es ist ein sog. Grobkorn- oder. Kaltbrucheisen mit einem Phosphorgehalt von o,2 bis 0,5 °/o, das als Ausgangsstoff für die Herstellung von Schraubenmuttern dient. Wegen seiner eigentümlichen Zusammensetzung wird das Preßmutterneisen nur von wenigen großen gemischten Hüttenwerken hergestellt, und zwar fast ausschließlich im Thomaskonverter nach dem basischen Windfrischverfahren und unter Verwendung von ThomasrQheisen. In einzelnen Fällen ist Preßmutterneisen auch schon im basischen Siemens-Martin-Ofen hergestellt worden. Das nachstehend über das Herstellungsverfahren im Thomaskonverter Gesagte gilt in gleicher Weise für die Herstellung des Erzeugnisses im basischen Siemens-Martin-Ofen, da der Arbeitsgang in beiden Fällen genau der gleiche ist.
  • Man verwendet bisher für die Herstellung von Preßmutterneisen ausschließlich Thomasroheisen mit einer Zusammensetzung von etwa z bis 1,5 % Mn, r,7 bis 2 °/o P, o,2 bis o,5 0,1o Si. Das Thomasroheisen wird dem Konverter flüssig unter Einschaltung eines Roheisenmischers zwecks Entschwefelung zugeführt und mit entsprechendem Kalkzusatz zur Schlackenbildung bis zur Entkohlung verblasen. Hierauf folgt die Nachblasperiode zur Verbrennung des Phosphors, der als Phosphorsäure in die Schlacke geht. Die Nachblasperiode dauert so lange, bis man glaubt, den richtigen Phosphorgehalt getroffen zu haben, dann wird der Frischprozeß unterbrochen.
  • Je nach der Stärke, dem Verwendungszweck und der Qualität- der Muttern kann der Phosphorgehalt im Preßmutterneisen etwa 0,30 bis 0,5o betragen: Das Abfangen der Chargen im richtigen Augenblick . ist manchmal - sehr schwierig, und zwar aus dem Grunde, weil der Chargengang nicht immer gleichmäßig und regelrecht verläuft, sondern abhängt von der Temperatur und der Qualität des. Roheisens selbst, von der Temperatur im Konverter, der Windmenge und der Windpressung u. dgl. m. Man ist bei der heutigen Herstellungsweise des Preßmutterneisens von außerordentlich vielen Umständen und Zufälligkeiten abhängig. Glaubt man den richtigen Phosphorgehalt getroffen zu haben, wird der Konverter umgelegt, Vorschöpfprobe genommen und die Probe unter dem Hammer tellerförmig ausgeschmiedet, dann gebrochen und der Bruch nach dem Korn auf Phosphor beurteilt. Um den richtigen Phosphorgehalt zu treffen, kommt es oft vor, daß der Konverter mehrere Male bei ein und derselben Charge umgelegt werden muß, was sehr zeitraubend ist und wobei man oft trotzdem nicht den richtigen Phosphorgehalt trifft. Dadurch ergeben sich Fehlchargen und Schrott.
  • Um eine einigermaßen gleichmäßige Qualität von Preßmutterneisen zu erblasen und um den Phosphorgehalt in möglichst engen Grenzen zu halten, hat man auch die Chargen als Flußeisenchargen fertiggeblasen und zum Schluß Ferrophosphor zugesetzt: Auch hierbei ergaben sich Schwierigkeiten.
  • Besonders schwierig ist die Herstellung des Preßmutterneisens aus großen Konvertern. Bei Fehlchargen sind die Ausfallmengen und infolgedessen der Schrottanfall hoch, so daß in diesem Falle die Herstellung von Preßmutterneisen überhaupt in Frage gestellt sein kann. Gute Preßmutternchargen können nur bei einwandfreiem Roheisen und bei gutem Chargengang hergestellt werden. Auch die Herstellung des Einsatzmaterials, Thomasroheisen, ist teuer wegen seines hohen Phosphorgehaltes; letzterer ist aber für die Durchführbarkeit des Verfahrens unbedingt notwendig.
  • Um allen diesen Übelständen und Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen, wird erfindungsgemäß die Herstellung von Preßmutterneisen aus der sauer zugestellten Birne, z. B. einer Kleinbessemerbirne, vorgeschlagen. Der Betrieb gestaltet sich dabei sehr einfach. Es wird Schrott und Roheisen in zweckentsprechender und richtiger Chargierung im Kuppelofen heruntergeschmolzen und alsdann in der Kleinbessemerbirne verblasen. In der Hauptsache wird billiger Schrott eingesetzt, mit entsprechendem Zusatz von hochprozentigem Hämatit, Hämatitschrott oder Ferrosilicium. Um nun auch den richtigen Phosphorgehalt im Fertig-. erzeugnis zu erhalten, wird dem Kupolofeneinsatz auch gleichzeitig Thomasroheisen zugesetzt. Da ein wesentlicher Abgang an Phosphor beim Kleinbessemerbetrieb nicht eintritt, ist der Zusatz an phosphorhaltigem Roheisen genau zu errechnen. Der Frischprozeß gestaltet sich insofern sehr einfach, indem die Charge normal auf den üblichen Kohlenstoffgehalt wie bei der Flußeisenherstellung erblasen wird. Ein Überblasen der Chargen wie beim Thomasverfahren ist bei diesem neuen Preßmutterneisen-Herstellungsverfahren nicht möglich; das Eisen bekommt eine viel gleichmäßigere Beschaffenheit und Zusammensetzung und kann bei dem leichteren Chargengewicht ganz erheblich besser in kleinen Blöcken vergossen werden. Wegen der Gefügebildung beim Walzen ist gerade das Vergießen in kleine Blöcke von besonderer Bedeutung, weil das Pressen der Muttern hiervon abhängt. Fehlchargen und Schrott werden auf ein ganz geringes Mindestmaß herabgedrückt und die Wirtschaftlichkeit wird eine ganz erheblich bessere.
  • Die Kosten einer Anlage zur Ausführung des Verfahrens sind im Verhältnis zu den bisherigen außerordentlich niedrig. Wegen des Prozesses selbst sind auch kleinere Werke, insbesondere die reinen Walzwerke in der Lage, Preßmutterneisen herzustellen. Da nach dem neuen Verfahren in der Hauptsache (etwa 75 °/o) Schrott verarbeitet wird, so stellen sich die Herstellungskosten für das Erzeugnis entsprechend billig. Es wird nur so viel teures Thomasroheisen oder sonstige phosphorreiche Zuschläge zugesetzt, als für das Enderzeugnis erforderlich ist. Ebenso werden auch nur so viel wärmeerzeugende .Zuschläge (Silicium, Ferrosilicium, Hämatitroheisen usw.) gegeben, als für den Verbrennungsprozeß erforderlich sind. Der Arbeitsprozeß ist erheblich einfacher und übersichtlicher. Die Wahrnehmung des richtigen Augenblickes zum Abfangen der Charge, wie beim Thomasprozeß, um den richtigen Phosphorgehalt zu erlangen, kommt bei dem neuen Verfahren nicht in Frage. Das Windfrischen geschieht nur bis zur Entkohlung und die Charge ist nach Zugeben der Desoxydationsmittel fertig. Es fällt somit auch das Nachblasen weg, weil kein Phosphor entfernt zu werden braucht und bei der sauren Ausmauerung des Konverters eine Verringerung des Phosphorgehaltes nicht erfolgt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Preßmutterneisen u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß im Kuppelofen nachbekanntem Schmelzverfahren ein siliciumreiches und phosphorhaltiges Vorerzeugnis hergestellt wird, das darauf in einem sauer zugestellten Konverter, z. B. einer Kleinbessemerbirne, unter entsprechenden Zuschlägen an Desoxydationsmitteln verblasen wird.
DER75586D 1928-08-30 1928-08-30 Verfahren zur Herstellung von Pressmutterneisen u. dgl. Expired DE486236C (de)

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