DE480342C - Herstellung reiner Kohlensaeure - Google Patents

Herstellung reiner Kohlensaeure

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DE480342C
DE480342C DER70165D DER0070165D DE480342C DE 480342 C DE480342 C DE 480342C DE R70165 D DER70165 D DE R70165D DE R0070165 D DER0070165 D DE R0070165D DE 480342 C DE480342 C DE 480342C
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carbonic acid
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RWK RHEIN WESTFAEL KALKWERKE
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B32/00Carbon; Compounds thereof
    • C01B32/50Carbon dioxide

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
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  • Treating Waste Gases (AREA)
  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)

Description

  • Herstellung reiner Kohlensäure Die Erfindung betrifft die Gewinnung reiner Kohlensäure aus kohlensäurehaltigen Abgasen (z. B. Feuerungs-, Generatoren-, Kalk- und Sinterofengase). Die in diesen Abgasen enthaltene Kohlensäure wird der Erfindung gemäß in das bekannte Verfahren, Magnesiapro.dukte aus magnesiahaltigen M neralien oder magnesiahaltigen Salzgemischen herzustellen, eingeschaltet, das darin besteht, daß man die Mineralien brennt, die Brennprodukte mit Kohlensäure behandelt, also hierdurch die Magnesia auflöst, und aus den von unlöslichen Bestandteilen befreiten Laugen durch Kochen oder Erhitzen basisches oder neutrales Magnesiumcarbonat ausscheidet. Hierbei werden die kohlensäurehaltigen Abgase benutzt, um die aus dem Brennen der Mineralien entstandenen Produkte mit Kohlensäure zu behandeln. Hierzu kann man natürlich auch diejenige Kohlensäure verwenden, die beim Brennen der Mineralien frei wird, wozu dann noch die in den sonstigen Abgasen enthaltene Kohlensäure hinzukommt, wobei man die Menge der Abgase so wählt, daß die am Schluß der Verfahrens durch das Kochen der Magnesiumbi:ca.rbonat-oder Alkalimagnesiumcarbonatlauge frei. werdende Kohlensäure zur freien Verfügung steht, also nicht mehr in das Verfahren zwecks Behandlung der Brennprodukte zurückgeleitet zu werden braucht. Die auf diese Weise aus dem Verfahren herausnehmbare Kohlensäure befindet sich in reinem Zustande, kann also nach Komprimierung auf Stahlflaschen genommen 'und zu beliebiger Verwendung dem Verkehr übergeben werden.
  • Stehen besonders reichliche Mengen kohlensäurehaltiger Abgase zur Verfügung, so kann man auch die beim Brennen der magnesiahaltigen Mineralien frei werdende Kohlensäure aus dem Prozeß herausnehmen und zur beliebigen Verwendung verdichten.
  • Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von Sinterstaub, der beim Brennen von Sinterdolomit entsteht, als Ausgangsprodukt für die Gewinnung der Magnesiaprodukte, die im vorliegenden Verfahren als Nebenprodukte auftreten. Das Verfahren wird hierdurch besonders wirtschaftlich, aber auch technisch wirksam gefördert.
  • Es bietet grundsätzlich den Vorteil der Anpassungsmöglichkeit, je nach den verfügbaren Mengen Mineralien einerseits und kohlensäurehaltigen Abgasen anderseits, da sich aus den verfügbaren Mineralien und Gasen die überhaupt erreichbaren Mengen an wertvoller Kohlensäure herausziehen lassen und die Erzeugungskosten der Kohlensäure durch den Erlös aus dem gleichzeitig anfallenden Magnesiuxncarbonat verringert werden.
  • Bekannt ist die-Gewinnung reiner Kohlensäure aus Ofengasen aller Art durch Einleiten dieser Gase in Pottasche- oder Södalösungen, wobei die Kohlensäure unter Bildung von Kalium- oder Natriumbicarbonatlösungen absorbiert und hinterher durch Kochen dieser Bicarbonatlösung wieder ausgetrieben und als reine Kohlensäure weiter verarbeitet wird. Bekannt ist ferner die Verwendung von Magnesiumhydroxyd bzw. Magnesia alba neben diesen genannten Allkalicarbonaten. Bei all diesen Verfahren wird nur reine Kohlensäure gewonnen. Als Kohlensäureüberträger dient ein verhältnismäßig wertvolles Produkt, wie Pottasche, Soda oder Magnesia alba, das allerdings nur einmal angeschafft zu werden braucht, da es dauernd regeneriert wird, abgesehen von zeitweiligen Ergänzungen, die durch gewisse Verluste bei zeitweiliger Reinigung der Lösungen notwendig werden.
  • Die Gewinnung reiner Kohlensäure gemäß der Erfindung im Verlauf des Verfahrens unterscheidet sich von den genannten Verfahren dadurch vorteilhaft, daß ein verhältnismäßig billiges Rohprodukt als Kohlensäureüberträger benutzt wird und nebenbei ein wertvolles Nebenprodukt, nämlich Magnesia alba, anfällt. Durch geeignete Anordnung der Apparate läßt es sich ermöglichen, daß die beim Brennen des zur Herstellung von Magnesia alba erforderlichen Rohmaterials frei werdende Kohlensäure für den Prozeß ausreicht, so daß die beim Kochen frei werdende reine Kohlensäure restlos aus dem Prozeß entfernt und komprimiert werden kann, sowie daß man nur so viel Kalk zu brennen braucht, als man auf Magnesia verarbeiten will. Man ist aber immer gezwungen, den Brennbetrieb auf den Magnesiabetrieb genau einzustellen. Benutzt man dagegen den Sinterstaub und die aus den Sinteröfen bzw. aus Weißkalk- oder anderen Öfen entweichenden kohlensäurehaltigen Abgase, so hat man außer den bereits genannten Vorteilen ein brauchbares und billiges Rohprodukt und solche Mengen kohlensäurehaltige Gase, daß es nicht notwendig ist, damit besonders sparsam umzugehen, so daß die Magnesiaherstellung eine größere Beweglichkeit erhält.
  • Insbesondere ist unter den bekannten Verfahren das in der Patentschrift 295 655 beschriebene zu erwähnen. Danach wird zur Bildung der Kohlensäure eine alkalische Flüssigkeit benutzt, die durch Kochen regeneriert wird. Ausgegangen wird von dieser regenerierbaren Flüssigkeit, die gegenüber bekannten ähnlichen Flüssigkeiten verbessert werden soll. Bei dem vorliegenden Verfahren aber wird ein an sich bekanntes Verfahren zur Herstellung von Magnesiumcarbonat benutzt, um reine Kohlensäure aus Abgasen zu gewinnen. Dieser Prozeß zur Gewinnung der Kohlensäure aus Abgasen wird gewissermaßen in den Prozeß zur Herstellung von Magnesiumcarbonat eingeschaltet, in der Weise, daß dieses als Nebenprodukt anfällt. Ausgegangen wird von einem verhältnismäßig minderwertigen Produkt als Gas- oder Kohlensäureübertrager zur Gewinnung der reinen Kohlensäure, wobei dieses Ausgangsprodukt gleichzeitig veredelt wird und als schätzbares Nebenprodukt sich einstellt. Die im Verlauf des Gesamtverfahrens benutzte Absorptionsflüssigkeit wird nicht regeneriert. Mit dein bekannten Verfahren hat das vorliegende lediglich die Verwendung einer Magnesiaverbindung gemeinsam. Während das bekannte Verfahren der Entfernung von Kohlensäure aus. Gasgemischen dient, also auf eine vollkommene Absorption bedacht sein muß, denn die Gasgemische sollen von Kohlensäure befreit werden, bezweckt das vorliegende Verfahren die Gewinnung reiner Kohlensäure, wobei kein Wert auf restlose Absorption gelegt wird. Bei dem bekannten Verfahren soll durch Zugabe von Magnesia in irgendeiner Form die Absorptionsfähigkeit des Alkalicarbonates und die Regenerierbarkeit der Absorptionsflüssigkeit gesteigert werden. Die Magnesia stellt also gewissermaßen nur einen Zusatz dar, während bei vorliegendem Verfahren das Magnesiumoxyd der Hauptübertrager der Kohlensäure ist. Bei dem bekannten Verfahren liegt der Hauptwert der Magnesia in der besseren Regenerierbarkeit. Dieses Moment scheidet bei der Erfindung vollkommen aus, da hierbei nicht regeneriert, sondern die durch Kochen ausgefällte Magnesia alba aus dem Prozeß herausgenommen wird. Bei vorliegendem Verfahren dient als Kohlensäureübertrager Magnesiumoxyd bzw. Hydroxyd, während bei dem bekannten Verfahren die Absorption durch basisches Magnesiumcarbonat erfolgt. Wenn bei dem bekannten Verfahren von Magnesiumhydroxyd gesprochen wird, so gilt dies nur für die erste Absorption; durch die erste Regeneration entsteht Magnesia alba und bleibt es für alle weiteren Absorptionen. Bei dem bekannten Verfahren wird ein wertvolles Produkt in den Prozeß eingeführt; bei vorliegender Erfindung dient ein verhältnismäßig geringwertiges Produkt als Kohlensäureübertrager, das dabei außerdem veredelt wird. Schließlich ist noch zu erwähnen, daß bei dem bekannten Verfahren die Ofengase unter gewöhnlichem Druck mit der Absorptionsflüssigkeit in Berührung kommen, wobei das. Absorptionsmittel. wegen des geringen Kohlensäure-Partialdruckes um so vollkommener sein muß. Bei dem vorliegenden Verfahren werden die Rohgase, wie es dem bei der Gewinnung von Magnesium alba üblichen Vorgang entspricht, so weit komprimiert, daß der Kohlensäure-Partialdruck i at ist. Die Kohlensäureübertragung kann daher in Abwesenheit von Alkalicarbonat erfolgen, während letzteres bei dem bekannten Verfahren für das Gelingen der Reaktion unentbehrlich ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung reiner Kohlensäure aus kohlensäurehaltigen Abgasen (z. B. Feuerungs-, Generator-, Kalk- oder Sinterofengase), dadurch gekennzeichnet, daß die Abgase in dem bekannten zur Herstellung von Magnesiaprodukten aus magnesiahaltigen Mineralien oder magnesiahaltigen Salzgemischen dienenden Verfahren (wonach die Mineralien gebrannt und die Brennprodukte mit Kohlensäure behandelt werden, worauf aus der hierbei entstehenden Lauge durch Erhitzen Magnesiumcarbonat ausgeschieden wird) zur Behandlung der Brennprodukte benutzt werden, und zwar in solcher Menge, daß die aus der Lauge frei werdende reine Kohlensäure aus dem Verfahren zwecks Verdichtung und beliebiger Verwendung herausgenommen werden kann, wobei das Magnesiumcarbonat als Nebenprodukt anfällt. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Menge der kohlensäurehaltigen Gase so bemessen. wird, daß auch noch die beim Brennen der Mineralien frei werdende Kohlensäure aus dem Verfahren herausgenommen und zwecks beliebiger Verwendung verdichtet werden kann. 3. Verfahren nach Anspruch i und z, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsprodukt für die Behandlung der beim Brennen von Sinterdolomit entstehende Sinterstaub benutzt wird.
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