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Plansichter Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung, mittels
der einem nach zwei Richtungen frei beweglichen System eine Sichterbewegung in dem
Sinne erteilt wird, daß alle Punkte des Systems - für sich gleich große Kreise
beschreiben. Die Vorrichtung dient in erster Linie zum Antrieb von Plansichtern
und sonstigen Sicht- und Siebeinrichtungen mit kreisender Bewegung.
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Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß mit dem System, dem die
Sichterbewegung zu erteilen ist (Sichtkästen o. dgl.), eine auf der lotrechten Triebwelle
sitzende, durch einen gegen die Welle abfallenden fiachkegelföinligen Boden und
durch eine zylindrische Mantelfläche gebildete Trommel verbunden ist, auf deren
Boden eine im wesentlichen radial verlaufende, vorteilhaft gekrümmte Wand angeordnet
ist, die während des Arbeitens des Plansichters als Anschlag für die frei bewegliche
Schwingungsmassen bildenden Kugeln dient.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel
mit unmittelbarem elektrischem Antrieb in Abb. i im wagerechten Schnitt durch die
Trommel und in Abb. z in Seitenansicht in teilweisem lotrechten Schnitt dargestellt.
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Die Abb. 3 und 4 stellen die entsprechenden Ansichten einer
anderen Ausführung des Antriebes der Sichterbewegung dar. Auf der Tralgplatte i,
die in bekannter Weise durch die federnden Hängestangen 2 nach zwei Richtungen beweglich
aufgehängt ist, stehen die beiden Sichtkästen 3. Auf der Tragplatte ist mittels
der Stützen 4 die obere Lagerplatte 5 befestigt. Beide Platten i und
5
tragen Lager 6 und 7 für die Welle 8, die mittels des
Elektromotors 29 über die Kegelräder 30 und 3 1 angetrieben wird.
Es kann auch ein Elektromotor mit lotrechter Welle unmittelbar auf der Welle
8 sitzen. Auf der Welle 8 sitzt die Trommel io, die einen gegen die
Wellennabe sanft hohlkegelförmig abfallenden Boden i i besitzt. In den Hohlraum
der Trommel io ist eine im wesentlichen radiale, entgegen der Drehrichtung gekrümmte
Wand 12 eingebaut (Abb. i).
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In den Hohlraum werden die verhältnismäßig schweren Bleikugeln
13 eingebracht, die sich beim Stillstehen der Trommel um die Welle
8 gleichmäßig gruppieren, so daß das ganze System lotrecht hängt. Beim Indrehungsetzen
der Trommel io werden die durch die Wand 12 mitgenommenen Kugeln 13 vorerst noch
nahe der Achse bleiben und so nur ein kleines Trägheitsmoment und demgemäß auch
ein kleines Anlaufmoment bewirken, bei wachsender Drehzahl aber sich, wie gestrichelt
gezeichnet, in der Lage gemäß 13' ordnen und eine unausgeglichene Schwungmasse
bilden, die eine Kreisschüttelbewegung
(Sichterbewegung) des ganzen
Systems erzeugt. In dem Trommelboden i i können spiralf#örmige Rinnen 14 eingebaut
sein, in denen die Kugeln laufen, so daß ihre Ordnung gesichert wird. Außer den
Rinnen 14 kann auch in weiterer Ausgestaltung der Erfindung eine spiralig verlaufende
Führungswand 15 (in der Zeichnung strichpunktiert dargestellt) vorgesehen
werden, die den Kugeln eine sichere Führung gibt.
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Durch Wahl der Kugelmassen oder Änderung ihrer Anzahl kann die Wirkung
den jeweiligen Erfordernissen und der Masse des Systems angepaßt werden.
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Der Antrieb der Welle kann audh außer durch die dargestellte Kegelradübersetzung
über eine biegsame Welle, über einen auf einem Gelenkhebel angeordneten Riementrieb
o.dgl. bekannte übertragungsniittel erfolgen.
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Die sichtende Wirkung von Plansichtern ist wesentlich von der Geschwindigkeit
der Rüttelbewegung abhängig. Ebenso wie bei zu kleiner Schwingungszahl die Leistung
der Siebe unverhältnismäßig rasch sinkt, so wird sie auch bei zu großer Schwingungszahl
dadurch beträchtlich vermindert, daß das Sichtgut an die Wände geschleudert wird
und die Siebflächen nicht gleichmäßig bedeckt. Es ergibt sich daher für jeden Plansichter
eine bestimmte günstigste Schwingungszahl. Da Plansichter meist mit den Mahlgängen
von derselben Transmission angetrieben werden und deren Drehzahl oftmals sehr schwankend
ist, so wird die Leistung des Plansichters hierdurch sehr ungünstig beeinflußt.
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Um diese Nachteile zu vermeiden, kann man in den Plansichterantrieb
ein Geschwindigkeitsgetriebe, vorteilhaft ein Reibra#getriebe, einschalten, das
eine ununterbrochene Änderung des Übersetzungsverhältnisses gestattet. Es erscheint
daher auch zweckmäßig, die Änderung des übersetzungsverhältnisses in bekannter Weise
einem unter dem Einfluß der Drehzahl der treibenden Teile stehenden Regler, insbesondere
Fliehkraftregler, zu übertragen, so daß die die Schüttelbewegung erzeugenden Maschinenteile
mit gleicher oder annähernd gleicher Geschwindigkeit angetrieben werden.
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Abweichend von der -in den Abb. i und 2 dargestellten Anordnung
wird die die Schwungmassen verteilende Vorrichtung hier so ausgebildet, daß die
Kugeln sich unter dem Einfluß einer geringen Bodenneigung während des Stillstandes
einseitig im Bogen nahe der Achse gruppieren (Abb.3 und 4). Ein Bleigewicht 15 dient
dazu, diese einseitige Massenanordnung während des Stillstandes auszugleichen.
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Der Antrieb erfolgt nun nicht mittelbar durch einen Elektromotor,
sondern durch Riemen von derselben Kraftquelle, die auch den Mahlgang antreibt.
Zu diesem Zweck sind mit der Deckplatte 5 die beiden Lagerständer 16, 17
verschraubt die die Welle 18
mit der Fest- und Losscheibe ig und, 2o
tragen, die in geeigneter Weise von oben mittels Riemen angetrieben wird. Auf der
Welle 18 sitzt längsverschiebbar, jedoch durch Nut und Feder gegen Verdrehung
gesichert, das Reibrad 21.
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Dieses kann entweder von Hand aus eingestellt werden, oder die Einstellung
erfolgt selbsttätig entsprechend der Umlaufzahl der Welle8 durch einen bekannten
Fliehkraftregler oder eine andere mechanische, hydraulische oder. elektrische Vorrichtung,
derart-, daß bei zunehmender Drehzahl das Reibrad radial nach außen, bei abnehmender
Drehzahl radial -nach einwärts verstellt wird.
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Im gezeichneten Beispiel wird das Reibrad durch die über die Welle
geschobene Schraubenfeder2-- dauernd nach einwärts gedrückt, während die Schwunggewichte
23 bei entsprechend rascher Drehung mittels der Gelenke24 die Feder zusammendrücken
und das Reibrad entsprechend der jeweiligen Drehzahl der Welle 18 so einstellen,
daß es bei wachsender Drehzahl nach auswärts rückt und daher in einem größeren Kreis,'auf
der Reibscheibe angreifend ' diese - langsamer antreibt. Statt des
Reibradgetriebes kann beispielsweise ein Riementrieb mit Kegeltrommehi oder auch
allenfalls ein Zahnradgetriebe mit genügender Stufenzahl o. dgl. verwendet werden.