DE477612C - Verfahren zum wirtschaftlichen Betrieb von Kessel- o. dgl. Anlagen mit Rauchgasvorwaermer - Google Patents

Verfahren zum wirtschaftlichen Betrieb von Kessel- o. dgl. Anlagen mit Rauchgasvorwaermer

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DE477612C
DE477612C DEG57296D DEG0057296D DE477612C DE 477612 C DE477612 C DE 477612C DE G57296 D DEG57296 D DE G57296D DE G0057296 D DEG0057296 D DE G0057296D DE 477612 C DE477612 C DE 477612C
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F22STEAM GENERATION
    • F22DPREHEATING, OR ACCUMULATING PREHEATED, FEED-WATER FOR STEAM GENERATION; FEED-WATER SUPPLY FOR STEAM GENERATION; CONTROLLING WATER LEVEL FOR STEAM GENERATION; AUXILIARY DEVICES FOR PROMOTING WATER CIRCULATION WITHIN STEAM BOILERS
    • F22D3/00Accumulators for preheated water
    • F22D3/02Accumulators for preheated water arranged within combustion chambers

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Description

  • Verfahren zum wirtschaftlichen Betrieb von Kessel o. dgl. Anlagen mit Rauchgasvorwärmer Es ist bekannt, daß die Wärme von Abgasen oder Abdämpfen häufig in der Weise ausgenutzt wird, daß mit derselben eine Flüssigkeit oder ein Gas erwärmt wird. Solche Verfahren ergeben sich beispielsweise bei der Speisewasservorwärmung durch Rauchgasvorwärmer von Dampfkesseln usw. Bei den bisherigen Verfahren zum Betrieb solcher Vorwärmer ist man zwar stets bestrebt, die dein Normalbedarf des Verbrauchers entsprechende Menge durch den Vorwärmer geschickten Fluidums in ein solches Verhältnis zur 1Tenge und Temperatur der in den Abgasen zur Verfügung stehenden Abwärme zu bringen, daß sich beim Austritt aus dem Vorwärmer bzw. beim Eintritt in den Verbraucher eine gewünschte Endtemperatur des Fluidums ergibt, die unter diesen normalen Verhältnissen weitgehende Ausnutzung der Abwärme bedeutet; hierbei hat man jedoch an die mitunter stark schwankenden Betriebsverhältnisse bisher wenig oder gar nicht gedacht und ist über die vorerwähnten einfachsten Regeln der Ausnutzung nicht hinausgekommen. Wohl ergibt sich in einzelnen Fällen, z. B. bei Rauchgasvorwärmern von Kesseln, in einer Hinsicht von selbst eine gewisse Anpassung des Vorwärmers an die Betriebsverhältnisse und eine verhältnismäßig befriedigende Ausnutzung der Abwärme schon dadurch, daß bei größerem Dampfbedarf eine größere - der durch -den Vorwärmer gehenden größeren Speisewassermenge entsprechende - Heizgasmenge aufgebracht werden muß, wenn Wasserstand und Druck im Kessel gleichbleiben sollen, doch erfolgt dabei die Ausnutzung der Abgase nicht immer erschöpfend, vor allem aber nicht immer in für die Wirtschaftlichkeit der Gesamtanlage vorteilhafter Weise. Für die Wirtschaftlichkeit der Gesamtanlage können vielmehr häufig Gesichtspunkte in Frage kommen, die bei der starren Verbindung zwischen Rauchgasvorwärmer und Kessel hinsichtlich der Speise-Wassermengen gar nicht berücksichtigt werden können.
  • ES sind bereits Rauchgasvorwärmer bekannt geworden, in denen zum Schutz gegen Dampfbildung und der damit verbundenen nachteiligen Folgen ein Wasserumlauf durch die Vorwärrizerrohre in der Weise vorgeno@mmen wird, daß der Rauchgasvorwärmer von vornherein verhältnismäßig warmes Wasser erhält. Hierdurch wird zwar der angestrebte Zweck erreicht, daß nämlich die Speisewassertemperatur nicht unzulässig hoch -getrieben wird, es wird aber andererseits nur ein geringer Teil der in den Abgasen enthaltenen `Värme ausgenutzt. Man hat daher auch schon für den Zeitpunkt geringen Speisewasserbedarfs der Kessel und daher drohender Dampfbildung, also ganz geringen Speisewasserdurchflusses durch den Rauchgasvorwärmer, vorgeschlagen, nebenher Wasser zu Verbrauchszwecken zu entnehmen, wodurch ein gewisser Rückgewinn an Wärme gewährt ist. Diese Entnahme ist jedoch nur als eine Art Notauslaß zu werten und ergibt niemals eine Steigerung der Durchflußmenge durch den Vorwärmen über die normale Speisebedarfsmenge hinaus.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung wird aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus das starre Verhältnis von r : r zwischen der durch den Rauchgasvorwärmer geleiteten .und zur Kesselspeisung dienenden Speisewassermenge grundsätzlich verlassen. Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß ohne Rücksicht auf den jeweiligen Speisewasserbedarf der Kesselanlage durch die Rauchgasvorwärmer entweder nur ein Teil der normalen Kesselbedarfsmenge geleitet und die am Bedarf der Kesselanlage fehlende Menge durch Zuspeisung von Heißwasser aus einem Speicher ausgeglichen wird, oder daß durch die Rauchgasvorwärmer eine größere als vom Kessel normalerweise benötigte Menge geleitet und der überschuß an vorgewärmtem Wasser aufgespeichert wird. Leitet man nur einen Teil der normalen Bedarfsmenge durch den Rauchgasvorwärmer, so ergibt sich zwar zunächst eine Verminderung des Vorwärmerwirkungsgrades insofern, als die in den Abgasen enthaltene Wärme nicht im gleichen Umfange ausgenutzt wird wie bei normaler Speisewassermenge. Diese Verminderung des Wirkungsgrades kann aber in vielen Fällen mit Vorteil in Kauf genommen werden, da ihr eine Verbesserung des Wirkungsgrades oder der Rentabilität der Anlage auf der anderen Seite gegenübersteht, die die in Kauf genommene Verminderung weit übersteigt. In vielen Fällen ergibt sich sogar' durch die verringerte Wärmeausnutzung aus den Abgasen eine Verbesserung der Zugverhältnisse, die je nach der Außentemperatur nicht nur erwünscht, sondern geradezu notwendig werden kann. Auch wird bei starker Anstrengung der Feuerungen, z. B. infolge zeitweisen starken Beschäftig ngsgrades der Fabrik, die Verstärkung des Zuges durch verringerte Speisewasserv orwärmung mittels' Rauchgasen trotz der verringerten Wärmeausnutzung von Vorteil sein.
  • Umgekehrt ist es in anderen Fällen, z. B. infolge kleiner Heizflächen des Vorwärmers und bei niedriger Außentemperatur möglich, die Abgase wesentlich weitgehender auszunutzen, als es durch die dem Kesselbedarf entsprechende normale Speise`vassermenge geschieht. In diesen Fällen wird man gemäß der Erfindung eine größere als vom Kessel normalerweise benötigte Speise-,vassermenge durch den Vorwärmen leiten und den Überschuß für späteren Bedarf aufspeichern.
  • Es ist also im Sinne der Erfindung von Fall zu Fall oder auch von Zeit zu Zeit zu entscheiden, ob man nur einen Teil des Speisewasserbedarfs der Kessel durch die Vorwärmen schicken und den am Bedarf fehlenden Teil als Heißwasser einem Speicher entnehmen will, oder ob man mehr Wasser als dem Kessel entspricht durch den Vorwärmen senden und den Überschuß aufspeichern will, um ihn später oder an anderer Stelle zu verwenden, gegebenenfalls nach weiterer Erwärmung, z. B. durch Überschußdampf, insbesondere überschüssigen Abdampf. Außerdem kann- man auch noch zwar eine dem Normalbedarf des Kessels ungefähr entsprechende Menge durch die Vorwärmen hindurchschikken, aber läßt nur einen Teil hiervon unter Aufspeicherung des Restes in den Kessel gelangen; der am Kesselbedarf fehlende Teil wird dann als Heißwasser aus einem zweiten Speicher zugeführt.
  • Alle die vorgenannten Fälle werden von der Erfindung berücksichtigt, wie aus nachstehendem hervorgeht.
  • Wenn z. B. der Dampfverbrauch einer Kesselanlage unter den mittleren normalen Verbrauch sinkt, so geht man erfindungsgemäß in der Weise vor, daß man nicht etwa die Menge des durch den Rauchgasvorwärmer geschickten Speisewassers nach dem Bedarf des Kessels richtet, sondern man schickt so viel Wasser durch den Vorwärmen, daß unter möglichst weitgehender Ausnutzung der Abgase die Endtemperatur des den Vorwärmen verlassenden Wassers der vom Kessel geforderten Temperatur entspricht, wobei dem Kessel nur derjenige Teil dieses Wassers zugeführt wird, den er gerade benötigt, -während der Rest aufgespeichert wird. Man erzielt damit die bestmögliche Ausnutzung des Vorwärmers nicht nur für die Zeit geringer Belastung, sondern auch im voraus für die Zeit von Spitzenbelastung, für welche das bisher überschüssige Wasser gegebenenfalls nach Weitererhitzung durch in der ruhigen Zeit überschüssigen Frischdampf oder durch zur Verfügung stehenden Abdampf aufbewahrt worden ist.
  • Das gleiche Verfahren wird gemäß der Erfindung angewendet, wenn der Zustand des Kessels trotz Spitzenleistung noch höhere Dampfentnahme erlaubt, als gerade erforderlich ist. Auch in diesem Falle wird man nicht etwa die Rauchzüge drosseln, sondern erfindungsgemäß durch den Vorwärmen mehr Wasser hindurchschicken, als der Kessel selbst bei starker Dampferzeugung braucht. Diesem aber wird man wiederum nur so viel Wasser zukommen lassen, -als nötig ist, wobei man die Gesamtmenge des Wassers so bemaßt, daß die Endtemperatur des in den Kessel gelangenden Wassers und -die Endtemperatur der Abgase gerade bis zur zulässigen Grenze sinken, die geforderte Dampfent-,,vicklung und die geforderte Zugstärke also innegehalten werden. Die überschüssige Wassermenge wird wiederum an anderer Stelle aufbewahrt oder sofort an anderer Stelle verwendet, nachdem sie gegebenenfalls noch höher erhitzt worden ist.
  • In den vorgenannten beiden Fällen wird demnach die Leistungsfähigkeit des Vorwäriners selbst nach 'Möglichkeit ausgenutzt, doch gibt es andererseits auch Fälle, wo auf guten Wirkungsgrad des Vorwärmers selbst kein Gewicht gelegt wird.
  • Angenommen z. B., es handle sich um eine elektrische Zentrale, in deren Kessel ein Rauchgasv orw ärmer das gesamte durch ihn hindurch getriebene Speisewasser von etwa 40° auf i2o' erwärmt. Bei Spitzenbelastung ist diese Speisewassertemperatur natürlich nicht ausreichend, die geforderte Leistung aus dem Kessel herauszuholen. Man könnte rinn den Kessel einfach während der Zeit der Spitzenbellstung aus einem Speicher mit Wasser seiner Siedetemperatur (16o°) versorgen und das aus dein Rauchgasvorwärmer anfallende Wasser von i2o' in einem anderen Speicher aufspeichern. Man wird damit zwar zum Ziele kommen, doch hat dieses Verfahren den Nachteil, daß für das anfallende, nicht sofort zur Verwendung kommende Wasser des Rauchgasvorwärmers ein zweiter entsprechend großer Speicher erforderlich ist, daß ferner der erste Speicher zur Lieferung des ganzen Wasserbedarfes von i6o° verhältnismäßig groß sein muß, und daß endlich die Möglichkeit vorhanden ist, daß die Abgase der Feuerurig bei der Spitzenbelastung, bei der häufig ein verstärkter Zug erwünscht ist, vorn Vorwäriner zu weitgehend abgekühlt werden können. Gemäß der Erfindung wird daher in anderer Weise verfahren, indem man nur einen Teil der vom Kessel benötigten Wassermenge, beispielsweise etwa die Hälfte, durch den Vorwärmer schickt. Infolgedessen wird die Endtemperatur des Speisewassers beim Austritt aus dem Vorwärmer so hoch steigen, daß mit Hilfe eines Speichers, dem die fehlende Hälfte finit der erforderlichen Temperatur von 16o° entnommen wird, die Spitzenleistung erreicht werden kann. Der Vorteil besteht dann darin, daß das durch den Raucbgasvorwärmer gehende Wasser jetzt restlos verbraucht wird, also nicht aufbewahrt zu werden braucht. Auch der vorhandene Speicher, der jetzt nur noch den halben Bedarf des Kessels an Wasser von 16o° zu dekken braucht, kann entsprechend kleiner gehalten werden, und endlich wird die Temperatur der Abgase erheblich höher sein, der Zug also während der Zeit der Spitzenleistung verstärkt werden können.
  • Der Wirkungsgrad des Rauchga-svorwäriners an sich betrachtet, wird dabei, wie ge-.agt, allerdings geringer. War nämlich vorher bei Normalbetrieb die Anfangstemperatur des Wassers vor Eintritt in den Vörwärmer 4o°, die Endtemperatur i2o' und die mittlere Temperatur 8o°, so ergibt sich ein mittlerer Wärmegewinn von 8o WE pro KilogrammWasser. Wird bei Verringerung der Wassermenge auf die Hälfte die Vorwärmung bei einer Anfangstemperatur von 4o° auf 16o° gebracht, so ist die mittlere Wassertemperatur jetzt ioo°, und dementsprechend vermindert sich der Wirkungsgrad des Vorwärmers infolge Abnahme der mittleren wirksamen Temperaturdifferenz zwischen Abgasen und Wasser. Der Temperaturgewinn beträgt bei Vorwärmung der halben Wassermenge auf 16o° jetzt i2o°. Es ergibt sich aber pro Kilogramm Wasser nur ein Wärmegewinn von 6o WE. Dies bedeutet gegenüber dem Normalbetrieb des Vorwärrners eine Verminderung um ao WE, doch ermöglicht sie die Deckung der Spitzenbelastung mit einem kleineren Speicher, und das Verfahren ist daher dem normalen mit zwei Speichern vorzuziehen. -Auch bei Anwendung von zwei Speichern lassen sich erfindungsgemäß wirtschaftliche Vorteile erzielen. Angenommen z. B., in einer elektrischen Zentrale möge das Speisewasser von 15° durch den Abdampf einer Turbospeisepumpe auf 4o° gebracht und vom Rauchgasvorwärmer auf 8o° weitererhitzt werden. Man geht dann erfindungsgemäß in der Weise vor, daß in Zeiten von Spitzenbelastungen der Kessel unter Abstellung der Turbopumpe aus einem Speicher gespeist und das Wasser im Rauchgasvorwärmer unter Ausnutzung des spezifischen Gewichts und gegebenenfalls des Druckes des kalten Speisewassers in Umlauf gehalten wird und ein Teil (etwa"/,) des vorgewärmten Wassers in einem zweiten Speicher aufbewahrt, der Rest aber in bekannter Weise in die Zuführungsleitung des Vorwärmers zurückgeführt wird, um durch Vermischung mit dem kalten Wasser dessen Temperatur zu erhöhen und ein Schwitzen des Vorw"armers zu verhüten. Es wird dadurch erreicht, daß zunächst die Leistung des Vorwärmers an sich vollständig beibehalten werden kann, denn die Menge des Wassers kann dieselbe bleiben, und durch richtige Mischung kann auch die Anfangs-und Endtemperatur auf 4o bzw. 8o° gehalten werden. Ferner aber erspart man durch Abstellen der Pumpe den Betriebsdampf für diese, der früher dem Kessel entnommen werden mußte, und erzielt damit eine Ersparnis von etwa 3 °/o. Da die durch den Vorwärmer gehende Speisewassermenge während der Speisung aus dem Speicher für den Kessel ohnedies nicht in Frage kommt, kann man sie außerdem nach Belieben erhöhen oder verringern, z. B. wenn man höhere oder geringere Wassertemperatur oder größere bzw. geringere Gastemperatur und entsprechende Zugregelung herbeiführen will. Auch kann man während dieser Zeit gänzlich oder eine Zeitlang ohne Aufspeicherung von Vorratswasser verfahren und einen vollkommenen oder teilweisen Wasserkreislauf im Vorwärmer herstellen, um das Wasser erst nach dem Erreichen einer gewünschten hohen Temperatur zu verwenden oder aufzuspeichern.
  • Ein weiterer Fall, in welchem durch die Erfindung große wirtschaftliche Vorteile erzielt werden können, ist gegeben, wenn während des Betriebes Abdampf zur Verfügung steht. Es ist bereits vorstehend erwähnt worden, daß die Erzeugung hoher Wassertemperatur bei gleichbleibender Heizfläche des Vorwärmers eine Leistungsverringerung des letzteren zur Folge hat, gleichgültig ob man die höheren Temperaturen durch Verringerung der Wassermenge oder durch Erhitzung des Speisewassers vor dem Eintritt in den Rauchgasvorwärmer erzielen will. Dieser bei Vorerhitzung des Wassers vor dem Eintritt in den Vorwärmer sich ergebende Leistungsverlust des letzteren kann nun auf anderer Seite, insbesondere bei Anlagen mit Vorwärmern kleinerHeizfläche durch dieAnwendung von Abdampf zur Vorerhitzung in der Vorstufe, völlig ausgeglichen werden und gegebenenfalls noch ein Gewinn herausgeholt werden, wenn diese Vorerhitzung in Zeiten geringer Belastung erfolgt und das Wasser aufgespeichert wird, um in Zeiten von Spitzenbelastung verwendet zu werden. Erfindungsgemäß wird man dabei in folgender Weise vorgehen: Angenommen, das Speisewasser habe bei der Normalspeisung wiederum eine Anfangsteinperatur von q.0° und eine Endtemperatur von zao°, müsse aber bei Spitzenbelastung wiederum auf 16o° gebracht werden. Falls dann in Zeiten geringer Belastung Überschuß an Dampf oder Abdampf vorhanden ist, wird man nicht darauf warten, in Zeiten von Spitzenbelastung die durch den Vorwärmer zu schickende Wassermenge zu vermindern und durch den Speicher nachzuhelfen, wie dies vorstehend beschrieben ist, sondern .man benutzt jetzt den Abdampf dazu, einen Teil des zur Verfügung stehenden Speisewassers von .4o auf 12o° vorzuerhitzen und dieses heiße Wasser dann aufzuspeichern. In der Zeit der Spitzenbelastung schickt man dieses vorerhitzte Wasser durch den Vorwärmer, der es jetzt auf 16o° bringt. Die mittlere Temperatur im Vorwärmer ist dann 140', und es ergibt sich ein Gewinn von ¢o WE pro Kilogramm Wasser. Dies bedeutet mit Bezug auf den Vorwärmer gegenüber dem Verfahren mit halber Wassermenge einen Verlust von ?o WE und gegenüber der Normalspeisung einen weiteren Verlust von 2o WE, zusammen also 40 WE, zurückzuführen auf die geringe Temperaturdifferenz zwischen Abgasen und Eintrittswärme des Vorwärmers. Diesem Verlust aber steht mit Bezug auf die Gesamtanlage der Gewinn gegenüber, der sich aus der vorhergehenden vollen Ausnutzung des Hochdruckdampfes bei vollkommener Abdampfverwertung im Vergleich mit der üblichen, mit Kondensatorbetrieb verbundenen Verwertung ergibt. Wenn man bedenkt, daß die beste neuzeitliche Anlage mit Kondensation nur etwa 16 °/o der dem Hochdruckdampf zugeführten Wärme ausnutzt, daß man aber bei völliger Ausnutzung des Abdampfes mit mindestens 8o°/, Wirkungsgrad rechnen kann, so ergibt sich auf Konto der Vorerhitzung durch den Abdampf ein Gewinn von etwa 4/5 des nunmehrigen Wirkungsgrades. Dieser Gewinn kann also weit erheblicher sein als der Verlust an Wirkungsgrad im Vorwärmer, und in allen Fällen, wo der Vorwärmer kleine Heizfläche hat, tritt gegenüber dem Normalverfahren oder dem Verfahren mit verringerten Wassermengen nicht nur kein Verlust, sondern ein erheblicher Gewinn an Gesamtwirtschaftlichkeit ein.
  • Die Einrichtungen zur Durchführung der Erfindung können natürlich- verschieden ausgeführt sein und bieten, nachdem die Durchführung der einzelnen Verfahren einmal fest umrissen erklärt ist, keine Schwierigkeiten mehr. Eine besondere Einrichtung nach der Erfindung aber besteht darin, daß in Fällen, wo nicht die gesamte durch den Vorwärmer gehende Wassermenge dem Kessel zugeführt werden soll, am Vorwärmer mehrere Entnahmestellen vorgesehen sind, die es ermöb liehen, an den einzelnen Stellen Wasser der jeweils gewünschten Temperatur in jeweils gewünschter Menge zu entnehmen, so daß eine bestimmte, jeweils ` erforderliche Endmenge von bestimmter, jeweils erforderlicher Endtemperatur zur Einführung in den Kessel übrigbleibt. Diese Entnahmestellen sind mit regelbaren Widerständen (Regelventilen) und mit Rückschlagventilen zu versehen, welche es ermöglichen, durch Öffnung jeweils eines Ventils die gewünschte Endtemperatur und Menge einzustellen. Um beim Wechseln der Durchflußmengen im Vorwärmer unliebsame Zwischenfälle zu vermeiden, können die Vorwärmer :erfindungsgemäß ferner mittels sehr enger Rohre in ständiger Verbindung mit dem Kessel gehalten werden, so daß sie ununterbrochen unter Kesseldruck stehen. Die Verbindungsleitungen haben keine Absperrmöglichkeit, und ihre Querschnitte sind so eng zu halten, daß selbst bei Bruch der Leitungen ein nennenswerter Wasserverlust im Kessel nicht entstehen kann. Ferner sind diese Druckleitungen mit Alarmapparaten verbunden, die in Tätigkeit treten, wenn in ihnen merkbare Druckunterschiede auftreten, beispielsweise infolge Verstopfung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum wirtschaftlichen Betrieb von Kessel- o. dgl. Anlagen mit Rauchgasvorwärmern, dadurch gekennzeichnet, daß ohne Rücksicht auf den jeweiligen Speisewasserbedarf der Kesselanlage durch die Rauchgasvorwärmer entweder nur ein Teil der normalen Kesselbedarfsmenge geleitet und die am Bedarf der Kesselanlage fehlende Menge durch Zuspeisung von Heißwasser aus einem Speicher ausgeglichen wird, oder daß durch die Rauchgasvorwärmer eine größere als vom Kessel normalerweise benötigte Menge geleitet und der flberschuß an vorgewärmtem Wasser aufgespeichert wird. a. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verminderung der durch den Rauchgasvorwärmer geleiteten Wassermenge eine der Kesselleistung entsprechende Temperaturhöhe eingehalten und bei Vermehrung der Wassermenge diese in Abhängigkeit von der Abgastemperatur unter Einhaltung der für die Zugverhältnisse erforderlichen Gastemperaturhöhe begrenzt wird. 3. Verfahren nach Anspruch i, vorzugsweise in Anwendung auf Kessel mit Vorwärmern geringerer Heizfläche, dadurch gekennzeichnet, daß das Speisewasser vor seinem Eintritt in die Rauchgasvorwärmer durch Überschußdampf, insbesondere überschüssigen Abdampf, vorerhitzt und gespeichert wird, zum Zwecke, die Endtemperatur des Speisewassers hinter dem Vorwärmer zu steigern. q.. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die durch den Vorwärmer geleitete, den Kesselbedarf übersteigende Wassermenge aus den Nebenauslässen entnommen und einem Speicher zugeführt wird, und daß die Entnahmemenge in Abhängigkeit von den Anforderungen der Kesselanlage hinsichtlich Temperatur und Menge des verbleibenden Restes geregelt wird, wobei die zur Regelung dienenden Regelorgane zwangläufig so untereinander gekuppelt sein können, daß bei bffnung des einen jeweils die anderen blockiert sind. 5. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß bei abgestellter Speisung der Kessel aus den Vorwärmern das durch die Vorwärmer geleitete Wasser nur teilweise aufgespeichert, teilweise jedoch in die Zuführungsleitung des Vorwärmers zurückgeführt wird, zum Zwecke, das Schwitzen der letzten Vorwärmerröhre zu verhüten. 6. Verfahren nach Anspruch i bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorwärmen ständig unter Druck gehalten werden dadurch, daß sie mit dem Kessel durch eine nicht abschließbare sehr enge Druckleitung verbunden sind, in welcher sich bei drohender Unterbrechung der Verbindung ansprechende Alarmapparate befinden.
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