DE47719C - Verfahren und Vorrichtung zum Pressen oder Stanzen schalenförmiger Körper - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Pressen oder Stanzen schalenförmiger Körper

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DE47719C
DE47719C DENDAT47719D DE47719DA DE47719C DE 47719 C DE47719 C DE 47719C DE NDAT47719 D DENDAT47719 D DE NDAT47719D DE 47719D A DE47719D A DE 47719DA DE 47719 C DE47719 C DE 47719C
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W. R. COMINGS in London, 49 u. 51 Fann Street Golden, Lane E. C
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das vorliegende Verfahren bezweckt, das bei den bisher üblichen Verfahren vorkommende Reifsen oder Strecken des Materiales zu vermeiden, die Anzahl der Operationen, welchen das Material unterworfen wird, zu vermindern und dadurch eine raschere Production zu erzielen. .
Bei der Durchführung des neuen Verfahrens wird zuerst das Metall-, Papier- oder sonstige Plättchen mittelst einer passenden Stanze in die Form eines hohlen abgestutzten Kegels mit Faltenrippen zur Achse des Kegels zulaufend geformt. Diese Falten sind vorzugsweise gleich breit, die Höhe nimmt jedoch nach unten zu allmälig ab, so dafs sie in dieser Richtung keilförmig erscheinen.
Diese Form der Faltenrippen läfst einen V-förmigen Raum zwischen jeder Faltung.
Die Höhe der letzteren mufs derart gewählt werden, dafs das betreffende Plättchen aus der ebenen in die konische Form gedrückt werden kann, ohne das Material zu strecken oder zu ziehen.
Das so geformte konische f mit Rippen versehene Schälchen wird dann durch eine Form geprefst, die ein konisches Loch in ihrem Scheitel oder eine Mündung hat, während ihr Boden vollkommen eben ist; der konische Theil ist mit Nuthen versehen, die gerade umgekehrt wie die Falten des schalenförmigen Materials laufen; der gerade Theil ist vollkommen glatt.
Diese Construction der Stanze läfst ein keilförmiges, vorspringendes Stück zwischen jeder der Nuthen in dem konischen Theile, und diese' Keile bewirken ein Zusammenziehen und allmäliges Zusammenfalten der Faltenrippen, wenn das Material durch die Stanze gedrückt wird. Hierdurch wird das Material aus einer konisch - gerippten Schale in eine solche mit geraden oder nahezu geraden Seiten und glatter Oberfläche umgewandelt.
Wird diese letztere Schale durch den unteren Theil der Stanze gedrückt, der ' ein gerades Loch mit glatten Wänden hat, so wird hierdurch die Wandung der Schale polirt und gehärtet. ' .
Bei der praktischen Ausführung dieses Verfahrens wird das Material in Form eines continuirlichen Streifens in die Stanze zugeführt, und die Schale kann ganz oder theilweise geformt werden, bevor sie aus dem Streifen ausgeschnitten wird, oder das Material kann auch zuerst in Scheiben von der erforderlichen Gröfse geschnitten und die Scheiben können eine nach der anderen in die Stanze eingeführt werden. Die Stanzen können in zwei oder mehreren Sätzen angeordnet oder in einem einzigen Satze combinirt sein, um nach Belieben die Arbeit in einer oder in mehreren Operationen auszuführen.
Um' günstige Resultate zu erhalten, mufs die erste Operation des Wellens oder Faltens so durchgeführt werden, dafs für die Wellen oder Falten ungefähr die Hälfte jenes Flächenunterschiedes aufgenommen wird, der zwischen der
Oberfläche der Seiten der fertigen geraden Schale und dem Materialringe besteht, welcher aufgebogen und gefaltet werden mufs, um die completen Schalen herzustellen. Dies ist eine einfache Rechnungssache, und auf gleiche Weise kann man auch konische Schalen anstatt solcher mit geraden Wänden erzeugen, nur sind hierbei die Faltenrippen dann seichter.
Wird dieses Verfahren mit faserigem Material, wie Papier, Leder etc., durchgeführt, so werden die Stanzen oder Theile derselben erhitzt, um das Material geschmeidiger zu machen, was in manchen Fällen auch durch Behandlung des letzteren mit Chemikalien erreicht wird. v
Der Kolben, welcher dazu dient, die gewellten konischen Schalen durch die Faltstanze zu drücken, ist mit einem Prefsring versehen, welcher das Material mit gerade hinreichender Kraft in die Nuthen der Stanze drückt, dafs das Zusammenfalten desselben ohne Druck und Zerrungen der Stanze bewirkt und geregelt wird.
Um diese Erfindung vollkommen verständlich zu machen, wird dieselbe nun mit Bezug auf die beiliegende Zeichnung näher beschrieben, in welcher:
Fig. ι den verticalen Schnitt eines Untergesenkes mit kegelförmiger, geriffelter Wandung darstellt, das in ein gerades, glattes Rohr endigt.
Fig. 2 ist eine Draufsicht desselben.
Fig. ,3 stellt theilweise im Schnitt, theilweise in der Ansicht ein zusammengesetztes Obergesenke in Verbindung mit der in Fig. ι und 2 dargestellten Matrize dar.
Die Fig. 4 und 5 stellen in theilweise verticalem und horizontalem Schnitt und Ansicht modificirte Formen von zusammengesetzten Obergesenken dar.
Die Fig.'6 stellt ein zusammengesetztes Obergesenke zum Gebrauche mit einem Untergesenke dar, in welchem der konische Scheitel weggelassen ist, wie aus
Fig. 7 ersichtlich, welche ein solches Untergesenke im verticalen Schnitt darstellt.
Fig. 8 zeigt eine Ansicht der unteren Fläche des in Fig. 6 dargestellten Gesenkes.
Fig. 9 zeigt in einem gröfseren Mafsstabe eine Metallscheibe, welche durch die in.Fig.6, 7 und 8 dargestellten Gesenke mit Wellen oder Falten erzeugt wurde.
Fig. 10 stellt in einem kleineren Mafsstabe eine Scheibe zu Beginn des Zusammenfalten dar.
Fig. 11 zeigt dieselbe Scheibe in einem vorgeschritteneren Stadium des Faltens, wo die Falten bereits angefangen haben, in den geraden Theil des Gesenkes einzutreten.
Fig. 12 ist eine Ansicht des fertigen Gegenstandes und
Fig. 13 zeigt die Falten in geöffnetem Zustande, woraus die Methode des Zusammenfaltens klar ersichtlich ist. In der Praxis. erscheint der Rand von gleichmäfsiger Dicke und wie aus einem Stücke geformt.
Angenommen, dafs die Metallscheibe ausgeschnitten worden sei, so wirkt auf diese zuerst das konische Gesenke A mit geraden Rippen, deren Höhe nach unten zu allmälig abnimmt, so dafs der Raum zwischen ihnen keilförmig ist.
Dieses Gesenke A arbeitet in oder mit dem Untergesenke B, dessen Form gegenüber jener von A als verkehrt bezeichnet werden mufs, d. h. es ist mit keilförmigen Zähnen versehen, so dafs zwischen diesen Theile von nahezu gleichmäfsiger-Breite verbleiben; dieses Untergesenke ist hinreichend gröfser, damit für das zu formende Material der erforderliche Raum verbleibt.
Die auf solche Weise durch den ersten Satz von Gesenken erzeugte Schale wird mittelst des cylindrischen Kolbens α durch das gerade, glattwandige Loch b gedrückt, wodurch die Wellen oder Falten zusammengezogen, über einander gefaltet und geradegerichtet und die Wandung geglättet werden.
Da der Raum zwischen den Zähnen des Untergesenkes am Scheitel eine Tiefe erzeugte, welche gegen den unteren Theil des Gesenkes zu allmälig abnimmt, bis sie die glatte Bohrung b erreicht, so werden die im Material erzeugten Wellen oder Falten in dem Mafse mehr und mehr glatt, gedrückt, als die Schale durch die Wirkung der keilförmigen Zähne zusammengefaltet wird. In Fig. 3 ist die Welloder Faltestanze A als durch eine Feder nach abwärts gedrückt dargestellt; diese Feder hat eine solche Stärke, dafs sie im Stande ist, die Wellen oder Falten des Materials zu bilden, und die Länge des Hubes nach abwärts wird durch Schrauben oder Bolzen D begrenzt, um ein Abschneiden oder übermäfsiges Festhalten des Materials zu verhindern, wenn der Kolben α zu wirken beginnt, das. zwischen A und B befindliche Material wegzieht und durch das gerade Loch b drückt. Diese Schrauben D gestatten auch eine Verstellung der Gesenke je nach der Dicke des behandelten Materials.
Bei Verwendung mancher Materialien ist es angezeigt, das Gesenke A leicht zu lüften, bevor der Kolben α zu wirken beginnt, da sonst das Material abgerissen oder unnöthigerweise ausgezogen würde.
Dieses Lüften kann durch irgend eine Vorrichtung (Excenter, Kurbel) an dem Bewegungsmechanismus oder durch Federn bewirkt wer-

Claims (3)

  1. den, die unter den Bolzen D angeordnet (wie aus Fig. 3 ersichtlich ist) und hinreichend kräftig sind, um das Gesenke A ein wenig zu lüften, sobald das Wellen oder Falten des Metallscheibchens beendet ist.
    Der Plungerkolben α kann mit einem abnehmbaren Theil a1 versehen sein, dessen Höhe gleich jener der zu erzeugenden Schale ist. Bei a1 pafst der Kolben α dicht in das Loch b und wirkt wie ein Messer, um den Rand der Schale rein abzuschneiden und zu glätten.
    In den Fig. 4 und 5 ist die Feder c weggelassen und das Gesenke A wird durch die in a eingreifenden Kegel dd nach abwärts geführt. In der in der linken Hälfte dieser Figuren dargestellten Construction werden die Bolzen D D durch Ziehhaken oder Klammern (die in der Zeichnung nicht dargestellt sind) gelüftet, sobald das Falten oder Wellen' des Materials vollendet ist.
    Die schiefen Ebenen e e wirken auf die Kegel d d, ziehen sie aus dem Kolben a, und sobald das Gesenke A leicht emporgehoben wird, vollendet der Kolben α seinen Hub und geht dann wieder empor, bis seine Ausschnitte sich gegenüber den Kegeln d d des Gesenkes A befinden. Dieses ist dann zum Herabgehen bereit, sobald die Federn ff die Kegel in ihre Sitze im Kolben α drücken. Diese Operation wiederholt sich.
    Wie aus der rechtsseitigen Hälfte dieser Figuren ersichtlich,' sind die Kegel d d an ihren inneren Scheitelenden leicht abgeschrägt und passen auf gleichgeformte Abschrägungen e1 im Kolben a." Bei dieser Construction hängt der vom Gesenke A ausgeübte Druck von der Neigung der Ebene e1 und von der geringen Wirkung der Feder / ab; wenn ein hinreichender Druck ausgeübt wird, dann drückt der Kolben α den Kegel d zurück, dessen inneres Ende durch die Feder f an die Seite des Kolbens angedrückt wird, so dafs sich beide zusammen heben, bis das Gesenke A in seiner Aufwärtsbewegung entsprechend angehalten wird. Der Kolben α setzt die Aufwärtsbewegung fort, bis der Kegel d für den nächsten Hub in ihn eingreift. Bei dieser s Construction kann der Kolben α leicht abgestreift werden, ohne dafs die Kante des geformten Materials dadurch beschädigt werden kann, dafs sie mit dem Gesenke A in Berührung kommt.
    In den durch die Fig. 6, 7 und 8 dargestellten Gesenken ist die konische Form nicht wesentlich, da das Obergesenke mit keilförmigen Vorsprüngen an seiner unteren Fläche versehen ist, Fig; 6 und 8, und diese pressen das Material derart, dafs die erforderlichen Wellenlinien darin geformt werden. Der Kolben a geht dann.herab und drückt das Material durch den glatten, verticalen Theil b des Gesenkes; damit dies leicht geschehen kann, wird das Gesenke A ein wenig gehoben.
    Hierbei ist zu bemerken, dafs, nachdem die konische Mündung des Untergesenkes B weggelassen ist, ein bedeutend stärkerer Zug auf das Material ausgeübt wird.
    Die Materialscheibchen können entweder mittelst einer besonderen Maschine in der erforderlichen Gröfse ausgestanzt werden, oder es können die Gesenke selbst zu diesem Behufe entsprechend construirt sein.
    Im letzteren Falle werden diese Scheibchen zwischen den Kanten g g ausgeschnitten, während Abstreifringe die ausgestanzten Scheiben von der Stanze entfernen. Ein solcher Ring ist durch G, Fig. 1, dargestellt, der durch Federn h getragen wird.
    Es ist klar, dafs die obigen Wirkungen durch zwei separate Operationen in separaten Gesenken erhalten werden können, und die Anordnung der Theile für diese Art des Verfahrens ist leicht aus den dargestellten zusammengesetzten Gesenken verständlich.
    Anstatt Schalen von cylindrischem Querschnitt können auch durch entsprechende Gestaltung der Gesenke Schalen von einem beliebigen Querschnitt hergestellt werden, und wenn man die Ränder der in vorbeschriebener Weise erhaltenen Schalen umlegt, so werden die Falten umgekehrt und deren Fähigkeit zur Beibehaltung ihrer Form bedeutend erhöht.
    Pateντ-AnsPROche:
    ι . Das Verfahren, schalenförmige Körper durch successives Pressen oder Stanzen dadurch herzustellen, dafs man das blanke Materialscheibchen zuerst in eine konische Schale mit Falten verwandelt und dieses sodann durch ein Gesenke drückt, in dessen oberem Theil Gegenfalten erzeugt werden, so dafs der obere Rand die in Fig. 13 dargestellte Form, hat, während im weiteren Verlaufe des Pressens durch dieses Gesenke die so erzeugten Falten und Gegenfalten an einander geprefst werden und eine glattwandige Schale erhalten wird.
  2. 2. Zur Ausführung des unter 1. beanspruchten Verfahrens das konische Obergesenke A mit gleich breiten, von unten nach oben zu stärker werdenden Rippen in Combination mit dem Untergesenke -B, dessen Nuthen in dem konischen, Theile die durch das Gesenke A erzeugten Falten aufnehmen, während der weitere Theil von B einen glattwandigen Cylinder bildet, Fig. 1 bis 4.
  3. 3. Die durch Anspruch 2. gekennzeichneten Gesenke in Verbindung mit dem Plunger-
    kolben α (mit dem abnehmbaren Theile a1) und den Schrauben D D zur Begrenzung des Hubes des letzteren sowie der Feder c (Fig. 3), eventuell mit den Fingern d mit Flachfedern f (in Fig. 4 und 5 in zwei Modifikationen dargestellt) zur Bewegung des Kolbens in verticaler Richtung und mit den Spiralfedern unter den Schrauben D, um das Gesenke A ein wenig zu lüften, - bevor das konische Schälchen durch den Kolben α in das glattwandige Loch b eingeprefst wird.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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