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Fernanzeigevorrichtung für Renntotalisatoren Gegenstand der Erfindung
ist eine Fernanzeigevorrichtung, die allgemein für Rechenmaschinen u. dgl. anwendbar,
insbesondere jedoch für Renntotalisatoren bestimmt ist, bei denen absatzweise fortschaltbare
Hauptregistrierorgane (Zählwerksräder) und von diesen abhängige Anzeigetrommeln
benutzt werden. Es ist bereits versucht worden, dem Publikum bei Rennen den angenäherten
Stand der angelegten Beträge mittels eines Satzes großer Räder oder Trommeln zur
Kenntnis zu bringen, auf deren Umfang Zahlen gemalt sind. Da jedoch die Trommeln
von den Totalisatorzähl- oder Registriermaschinen unmittelbar angetrieben werden,
diese Maschinen. aber sehr schnell arbeiten müssen und die Einzahlungen-im allgemeinen
in sehr kurzen Zeiträumen (z. B. unmittelbar vor dem Beginn des Rennens) erfolgen,
so waren. die mittels der erwähnten Trommeln bisher übermittelten Angaben nicht
befriedigend. Die Maschinen. arbeiten zeitweilig aussetzend, so daß die Anzeigetrommeln
fortlaufend in Gang gesetzt und angehalten werden mußten. Da nun die Benutzung großer
Trommeln wünschenswert ist, so haben es die Trägheit und die entstehenden Wirkungen
der Kraftmomente untunlich gemacht, für die niedrigeren Zahlen der Gesaantbeträge,
nämlich für deren Einer und Zehner, Trommeln zu verwenden. Infolgedessen waren die
Bekanntgaben bis zum Schluß des Arbeitens der bekannten Maschinen nur sehr angenähert,
und es wurden nach dem Aufhören der Tätigkeit der Maschine die vollständigen Zahlen
durch Handeinstellung verschiedener Trommeln gezeigt. Diese Bedienung von Hand.
ist jedoch wegen der Möglichkeit von Irrtümern und wegen der eintretenden Verzögerung
nicht wünschenswert.
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Bei der Fernanzeigevorrichtung gemäß der Erfindung können sehr große
Anzeigetrommeln, die ein entsprechend hohes Gewicht und eine erhebliche Trägheit
besitzen, ohne alle Schwierigkeiten benutzt werden. Dies wird dadurch erreicht,
daß jede Anzeägetrommel mit einer mechanisch angetriebenen,, dauernd in gleicher
Richtung umlaufenden Welle durch Reibung gekuppelt ist und nach Aufhören der Bewegung
des Hauptregislriearorgans in der durch dessen Stellung bestimmten Anzeigestellung
durch eine in ihre Bahn gebrachte, z. B. elektromagnetisch betätigte Hemmvorrichtung
angehalten. wird, welche die Trommel entgegen der Antriebswig der Reibungskupplung
festhält. Auf diese Weise kann den Trommeln stets in gleicher
Richtung
eine aussetzende Drehbewegung erteilt werden, und da die Welle dauernd umläuft,
so ist die Kraft, de nötig ist, 'um die Trommel in Bewegung zu setzen, erheblich
kleiner, als sie sonst sein müßte.
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Es werden. so viel Anzeigetrommeln verwendet, als Benennungen in der
Registrier-oder Zählvorrichtung vorhanden sind. Jede Trommel ist, wie erwähnt, von
einem besonderen Hauptregistrierorgan abhängig, welches an d em entsprechenden .Zählwerksrade
in der Registriervorrichtung befestigt ist oder von ihm angetrieben wird. Es ist
ersichtlich, daß die Zählwerksräder für die höheren Benennungen sich weniger häufig
bewegen als jene der niedrigeren Benennungen. Daher ist die Anzeige der höheren.
Benennungen während der- längsten Zeit sichtbar. Die Bewegung der Anzeiger für die
niedrigeren Bleniennungen läßt erkennen, daß Einzahlungen gemacht werden. Das Anhalten
dieser Anzeiger zeigt, daß Einzahlungen zeitweilig aufgehört haben, und, läßt außerdem
den genauen Betrag der bis jetzt . erfolgten Einzahlungen erkennen. Ist die Zeit
zur Leistung von Einzahlungen verstrichen, so nehmen die Anzeiger ihre endgültige-Lage
ein und geben den Gesamtbetrag der gemachten. Einzahhingen bekannt.
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Die Anzeigevorrichtung kann mit einer verhältnismäßig geringen Geschwindigkeit
angetrieben werden, so daß keine großen Kraft= momente .entstehen und beim Anlaufen
rund Anhalten keine übertragung von Stößen auf die eigentliche Totalisabormascbineeintritt.
Letztere kann stets so schnell arbeiten, wie es gerade gewünscht wird. Trotzdem
aber können die Trommeln angehalten werden,. ohne die Maschine in Unordnung -zu
bringen, wenn letztere selbst für einen Zeitraum anhält, der genügend lang ist,
so daß sich der Anzeiger in eine vorausbestitnmte Einstellung mit Bezug auf das
Hauptorgan bewegen kann.. Diese Zeit ist natürlich je nach den Umständen veränderlich.
Wesentlich ist die durch die Vorrichtung erreichte erhöhte Sichtbarkeit der Zahlen
und. die schnelle Sichtbarmachung der genauen Gesamtbeträge der Registriermaschine.
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Die Zeichnung veranschaulicht eine bevorzugte Ausführungsform des
Erfindungsgegenstandes.
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Die Vorrichtung enthält eine Anzahl von Zahlentrommeln i, auf -deren
Umfangsflächen Zahlenaufgemalt sind:-Diese Trommeln sind, wie-bei einem Umdrehungszähler
für Maschinen.,- auf einer gemeinsamen Welle z angeordnet. Diese Welle z wird von
irgendeiner geeigneten@ Kraftquelle fortlaufend angetrieben, und jede Zahlentrommel
ist mit ihr mittels einer Reibungskupplung 3 durch Reibung unabhängig verbunden,
so daß die Welle sich drehen und eine hinreichende Kraft zum Antriebe .einer, mehrerer
oder aller Trommeln und ihrer zugehörigen Elemente übertragen oder sich weiterdrehen
kann, während die Trommeln einzeln oder zusammen festgehalten werden. Mit jeder
Zahlentrommel ist ein Schaltarm 4 durch eine Kette 5 und Kettenräder 6 verbunden,
so daß er sich mit ihr synchron dreht. Dieser Schaltarm 4 bewegt sich über eine
Anzahl von Kontakten 7 hinweg,, die in einem Block 8 aus Isoliermaterial angeordnet
sind. Die Zahl der Kontakte entspricht der Anzahl der Zahlen auf der zugehörigen
Anzeigetrommel. Der Schaltarm 4 ist so angeordnet, daß er einen der erwähnten Kontakte
berührt, wenn eine Zahl auf der Zahlentrommel in ,genauer radialer Einstellung sich
befindet, um (z. B. durch ein Fenster) abgelesen werden zu können.
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Die nicht gezeigten Zählwerksräder der eigentlichen Totalisatormaschine
können verhältnismäßig klein sein, da sie nicht zur Schaustellung für das Publikum
benutzt werden müssen. Mit jedem von ihnen läuft ein (das obenerwäbnte Hauptorgan
bildender) Schaltarm 9 um, der über feststehende Kontakte i o hinweggeht, die in
der gleichen Weise wie die Kontakte 8 angeordnet sind. Jeder Kontakt io für den
Hauptschaltarxn 9 ist, wie bei i i ersichtlich, mit dem der Zahl nach ihm zugehörigen
Kontakt 7 für den Schaltann 4 des Anzeigers elektrisch verbunden: Am Umfange oder
nahe dem Umfange der Anzeigetrommeln sind Anschläge 12 angeordnet, die sich in solchem
Abstande voneinander befinden, so daß sie den Zahlen auf den. Trommeln entsprechen.
Für jede Anzeigetrommel ist eine elektromagnetisch gesteuerte Sperrklinke 13 vorgesehen,
de mit den Anschlägen. i z zusammenwirkt, um die Bewegung der Trommel anzuhalten.
Diese Sperrklinke kann beliebiger Bauart sein, ist jedoch, wie in der Zeichnung
veranschaulicht, vorzugsweise drehbar gelagert und wird von einer Feder 14 beeinflußt,
die dem Magneten 15 entgegenwirkt. Wird der Magnet erregt, so dreht sich die Klinke
in die Lage mm Anhalten der Trommel. Jeder der Schaltarme -4, 9 mit seinen zugehörigen
Kontakten. 7, i o bildet einen Stromkreiswähler, und es ist ersichtlich, daß der
Stromkreis durch den Elektromagneten 15 nur geschlossen wird, wenn. von beiden Armen
4, 9 derselbe Stromkreis i r ausgewählt wurde. Der Strom verläuft von einer Klemme
16 einer Stromquelle durch die Spule des Magneten 15, durch den Schaltarm
4, :durch irgendeinen der Kontakte 7, mixt dem der Arm 4 in Berührung steht, dann
durch einen Draht ii zu. einem Kontakt 1 o
des Hauptorgans
9 und endlich durch letzteres nach der Klemme 17. Daraus folgt, daß, wenn das fragliche
Zählwerksrad der Registriiervorrichtung plötzlich angehalten wird, wobei beispielsweise
der Hauptkontaktarm 9 mit dem der Zahlg entsprechenden Kontakt in Verbindung steht,
der Schaltarm q. mit der zugehörigen Anzeigetrommel seine Umdrehung fortsetzen wird,
bis er ebenfalls den der Zahl 9 zugehörigen Kontakt erreicht. Alsdann wird der Stromkreis
geschlossen und die Klinke B eingerückt, so daß sie die weitere Drehung der zugehörigen
Anzeigetrommel anhält. Beginnt jedoch das Zählwerksrad in der Registriermaschine
sich wieder zu drehen, so wird die Sperrklinke 13 wieder ausgelöst, und die Anzeigetrommel
i setzt ihre Drehung fort.