DE474082C - Verfahren zur Reinigung von rohem Ammonbicarbonat - Google Patents

Verfahren zur Reinigung von rohem Ammonbicarbonat

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DE474082C
DE474082C DEG68188D DEG0068188D DE474082C DE 474082 C DE474082 C DE 474082C DE G68188 D DEG68188 D DE G68188D DE G0068188 D DEG0068188 D DE G0068188D DE 474082 C DE474082 C DE 474082C
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Germany
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ammonium bicarbonate
salt
gas cleaning
evaporator
impurities
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DEG68188D
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Dr Wilhelm Gluud
Dr Wilhelm Riese
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Gesellschaft fuer Kohlentechnik mbH
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Gesellschaft fuer Kohlentechnik mbH
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/26Carbonates or bicarbonates of ammonium

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Industrial Gases (AREA)

Description

  • Verfahren zur Reinigung von rohem Ammonbicarbonat Es ist bereits ein Verfahren bekannt, um reines Ammonbicarbonat aus rohem Ammonbicarbonat zu gewinnen. Das Verfahren läuft darauf hinaus, Ammonbicarbonat bei Temperaturen von 75 bis 9o° C für sich zu vergasen und die entweichenden Gase bei gleicher Temperatur durch Rohre, welche mit aktiver Kohle o. dgl. beschickt sind, zu leiten und dann wieder in kaltgehaltenem reinen s'@mmoniakwasser zu Ammonbicarbonat zu verdichten. Auf diese Weise läßt-sich ein ganz reines Ammonbmcarbonat gewinnen. Für großtechnische Verwendung ist es jedoch nicht immer -nötig, ein völlig reines Produkt zu erhalten, sondern unter Umständen können solche Verunreinigungen, welche gelegentlich des weiteren-Verarbeitungsganges des Ammonbicarbonats ohnehin aus ihm oder seinen Umwandlungsprodukten nachträglich entfernt werden, in ihm belassen werden. Ein hierfür geeignetes Verfahren stellt die nachfolgend beschriebene Erfindung dar. Diese besteht darin, das -Ammonbicarbonat wie in der oben beschriebenen Weise zu vergasen, wofür nachstehend eine geeignete Ausführungsform im Beispiel beschrieben wird. Sodann werden die gasförmigen Zersetzungsprodukte ebenfalls bei einer über der Verbindungstemperatur von Ammoniak und Kohlensäure liegenden Temperatur gehalten und lediglich durch geeignete Einrichtungen ohne die Anwendung kostspieliger adsorbierender Substanzen von dem größten Teil der mitgerissenen Verunreinigungen befreit und dann wieder unter Kühlung bei Gegenwart von Wasser zu Ammonbicarbonat vereinigt. Bei dieser Vereinigung kristallisiert das Ammonbicarbonat aus seiner Mutterlauge aus und erfährt dadurch eine weitere Reinigung, insbesondere dann, wenn man dafür Sorge trägt, daß die auf der Mutterlauge sich abscheidenden öligen Verunreinigungen auch noch abgetrennt werden. Es ist zwar auch ein Verfahren zur Gewinnung von Ammoniumbicarbonat bekannt geworden, bei dem aber unmittelbar aus den Destillationsgasen zunächst die Hauptmengen der Kohlensäure und des Ammoniaks getrennt aufgefangen und für sicp gereinigt werden, um schließlich dann zur Bildung von Ammoniumbicarbonat wieder zusammengeführt zu werden.
  • In dem vorliegenden Falle wird aber ausgegangen von dem festen, bereits gebildeten Ammonbicarbonät, das einer weiteren Reinigung unterzogen werden soll. Entsprechend dieser grundsätzlichen Verschiedenheit dieser beiden Verfahren erhält man im vorliegenden Falle auch ein Erzeugnis mit einem Reinheitsgrad, der bei der Ausführung des bekannten älteren Verfahrens nicht erreicht wird. Je nach der Herkunft des Ammonbicarbonats sind natürlich die ihm jeweils anhaftenden Verunreinigungen verschieden, und je nach dein Verwendungszweck, welchen das Ammonbikarbonat finden soll, sind auch Menge und Art der zulässigen Verunreinigungen verschieden. Nachstehend soll dies durch Schilderung eines speziellen Falles näher erläutert werden, indem die Verarbeitung eines auf Kokereien gewonnenen Ammonbicarbonats geschildert wird.
  • Ammonbicarbonat aus Kokereien enthält aus dem Herstellungsgang in der Regel ans hauptsächlichste Verunreinigung Metallverbindungen, und zwar Verbindungen der Metalle mit Sauerstoff, Schwefel, Cyan u. dgl. Außerdem enthält es anorganische Verbindungen, vorwiegend Teerbestandteile, wie z. B. besonders Phenole, Chinolin- und Pyridinbasen u. dgl., neben oft nicht unbeträchtlichen Mengen pechartiger und schmutziger Produkte, so daß das Salz nicht sielten. bis grau gefärbt ist und den typischen Geruch von Zechenproduktien, wie Naphthalin und Phenol, aufweist. Bei der Verarbeitung eines derartigen Salzes z. B. auf Natriumbicarbonat gelangen diese Verunreinigungen, soweit sie unlöslich und schwer flüchtig sind, in die daraus hergestellte Soda und müssen daher vorher entfernt werden; soweit sie aber flüchtig sind, würde ihr Verbleiben im Natriumbicarbonat nicht stören, da diese flüchtigen Verbindungen bei der Kalzination des Natriumbicarbonats durch die Hitze und die Kohlensäure- und Wasserdampfentwicklung ohnehin entfernt werden, so daß also auch auf diesem Wege eine reine Soda gewonnen werden kann.
  • Dem vorliegenden Beispiel lassen sich noch eine Reihe anderer zum Beleg dessen, daß je nach dem Verwendungszweck des Bicarbonats gewisse Verunreinigungen desselben technisch zulässig sind, anfügen. Andererseits zeigt es, welche große technische Bedeutung die Gewinnung eines geeigneten reinen Bicarbonats z. B. im Zusammenhang mit der genannten Sodafabrikation haben kann.
  • Das Verfahren der Erfindung möge an Hand der Zeichnung erläutert werden, die eine besonders vorteilhafte Ausführungsform einer Anlage zeigt.
  • Beispiel i Das zu reinigende Ammonbicarbonat wird für sich oder in Aufschlämmung aus der Mutterlauge, aus welcher es zur Abscheidung gekommen ist, in die Zugabevorrichtung i gefüllt, welche zur besseren Verteilung mit der Mischvorrichtung z ausgestattet ist, und durch die Schnecke 3 in den Verdampfapparat 4 befördert. Man kann, um eine gleichmäßige bequeme Zugabe und ein bequemes Verdampfen zu bewirken, die Zugabevorrichtung und den Verdampfapparat teilweise mit Wasser gefüllt halten, wodurch man den Vorteil hat, daß das zugegebene Salz nicht klumpen kann, sondern als gleichmäßiger Brei dem Verdampfapparat zugeführt wird. Für die Zugabevorrichtung i kann auch ein Abschlußdeckel5 vorgesehen werden, der besonders dann von Bedeutung ist, falls man den Verdampfapparat nicht mit Wasser gefüllt hält. In dem Verdampfapparat wird dann in geeigneter Weise durch Doppelmantel oder eingelegte Heizschlangen oder direkte Heizung o. dgl. das Salz oder die Salzaufschlämmung auf bei etwa 7o bis 85' C liegende Temperaturen gebracht, so daß das Ammonbicarbonat in seine Bestandteile zerfällt und durch das Abzugsrohr 6 Ammoniak und Kohlensäure, vermengt mit Wasserdampf, entweichen. Es bleiben dann im Verdampfapparat 4 alle unlöslichen und nicht flüchtigen Verunreinigungen des Bicarbonats, Zielehe die Hauptmenge seiner Verunreinigungen darstellen, zurück und können, wenn man Wasser zur Aufschlämmung angewandt -hat, leicht abgezogen werden, wobei eine etwa 4 _bis 6prozentige -ammoniakalische Lösung zum- Ablauf kommt.- Der Ammoniakgehalt richtet sich nach der im Verdampfapparat ¢ eingehaltenen Temperatur, so daß z. B. der Am moniakgehalt von 4 bis 6 °/o für Temperaturen von etwa 70- bis 85' gilt. Diese aus dem Verdämpfapparat - abfließenden ammoniakhaltigen Wässer können im Falle eines Zechenbetriebes ohne weiteres auf den Abtreiber gegeben- werden, wobei das Ammoniak und die in diesen Wässern enthaltenen Verunreinigungen (Metallverbiridungeri,- Schmutz -usw.) nicht stören.-Gleichzeitig mit dem Ammoniak, der Kohlensäure und dem Wasserdampf geht noch ein gewisser Teil flüchtiger öliger Produkte mit in den Teerabscheider 7, welcher einen mit Prallblechen gefüllten geräumigen Hohlkörper bildet. An die Stelle dieses Teerabscheiders kann auch jede andere Art von Apparatur treten, welche geeignet ist, die in den aufsteigenden Dämpfen aufsteigenden Flüssigkeitsnebel in geeigneter Weise zurückzuhalten, so z. B. ein rotierender Wäscher, welcher die Zentrifugalkraft zur Gasreinigung benutzt, oder elektrische Reinigung. Auch die bekannte Gasreinigung durch Veränderung des Druckgefälles im Gasstrom könnte zur Ausführung des vorliegenden Verfahrens angewandt werden. Durch eine sehr plötzliche Entspannung des auf Druck gebrachten Gasgemisches gelingt es, auch auf diese Weise dann die Verunreinigungen zur Abscheidung zu bringen. Die Gase werden auf dem Teerabscheider 7 noch auf einer über der Zersetzungstemperatur des Ammonbicarbonats gelegenen Temperatur gehalten und gelangen dann durch Rohr 8 in die Absorptionstrommel 9, welche mit dem äußeren Kühlmantel io, einem Rührer ii und einer Austrittsöffnung 12 versehen ist; in dieser Trommel geht die Bicarbonatreinigung bei Gegenwart von Wasser in bekannter Weise vor sich. Hat sich in der Trommel 9 genügend Salz abgeschieden, so kann dasselbe durch die Öffnung 12 samt der Mutterlauge abgelassen und in einen Olabscheider 13 gebracht werden, welcher so konstruiert ist, daß in ihm etwaiges auf der Mutterlauge schwimmendes 01 durch Hahn 14 abgezogen werden kann, worauf das Salz auf Zentrifuge 15 trockengeschleudert wird.

Claims (6)

  1. PATE :iTA---',-SPRt.#CHE-i. Verfahren zur Reinigung von rohem Ammonbicarbonat durch thermische Zersetzung dieses Salzes und nachherige Wiedervereinigung der gasförmigen Spaltungsprodukte mittels Einleitens derselben in eine wäßrige Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß die Verunreinigungen ganz oder teilweise durch einen an sich bekannten mechanischen Abscheider ohne Anwendung absorbierender Substanzen beseitigt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die Verwendung eines für die Gasreinigung bestimmten geräumigen Hohlkörpers, der mit Prellblechen versehen ist.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die Anwendung eines rotierenden Wäschers, der die Zentrifugalkraft zur Reinigung ausnutzt. q..
  4. Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die Anwendung einer elektrischen Gasreinigung.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die Veränderung des Druckgefälles im Gasstrom zum Zwecke einer wirksamen Gasreinigung.
  6. 6. Gesamte Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach den Ansprüchen i, 2, 3, q. und 5, gekennzeichnet durch die Aufeinanderfolge einer Zugäbevorrichtung, einer Verdampfapparatur, einer Abscheideeinrichtung und eines Adsorptionsgefäßes, derart, daß die Zugabevorri:chtung und der Verdampfappärat so viel Wasser enthalten, daß die Beförderung des Salzes von der Zugabevorrichtung in den Verdampfapparat unter Wasser geschieht.
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