DE469366C - Verfahren zur Schwelung von bituminoesen Stoffen - Google Patents
Verfahren zur Schwelung von bituminoesen StoffenInfo
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Description
- Verfahren zur Schwelung von bituminösen Stoffen Es ist bekannt, bituminöse Stoffe in dünner Schicht mittels sogenannter Außenheizung zu verschwelen. Hierbei wird die für den Schwelvorgang notwendige Wärme auf das Schwelgut durch Wärmeleitung durch Wände hindurch übertragen. Es ist weiterhin bekannt, unter anderen durch das Patent 413 373 die Zwischenwand zwischen Heizgas und Schwelgut fortzulassen, wenn man gleichzeitig sauerstoffreie Heizgase verwendet. Es hat sich bei dieser Art der Wärmeübertragung auf das Schwelgut gezeigt, daß nur geringe Teerausbeuten, ähnlich wie bei der Schwelung mit Wandheizung, z. B. wie mit dem alten Thüringer Schwelverfahren, erhalten wurden.
- In überraschender Weise gelang es aber, auch bei Außenheizung unter Fortfall der Trennwand höhere Teerausbeuten zu erreichen, wenn man den Schweldämpfen Gelegenheit gab; auf der von der Heizseite abgewendeten Seite des Schwelgutes zu entweichen. Der Grund für die Minderteeraüs=-beute in dem bisher bekannten Verfahren der Außenheizung ohne Trennwand lag also offenbar darin, daß dabei die Schweldämpfe gezwungen waren, sich entgegen der Richtung des Eindringens der Wärme in das Schwelgut zu bewegen. Sie mußten dadurch vorübergehend in Zonen höherer Temperaturen gelangen und erlitten Zersetzungen mit entsprechendem Ausbeuteverlust.
- Die Erfindung will diesen Übelstand dadurch vermeiden, daß sie den Schweldämpfen ermöglicht, auf der von der Heizgasseite des Schwelgutes abgewendeten Seite zu entweichen. Bei Schwelern, durch welche das Schwelgut senkrecht oder schräg von oben nach unten wandert, ist es dabei nur notwendig, die jalousieartigen Wände, wie sie auf der Heizgasseite teilweise Verwendung finden, auch auf der entgegengesetzten Seite zur Lagerung des Schwelgutes zu benutzen. Bei Verwendung natürlicher Böschung des Schwelgutes können die jalousieartigen Wände auf einer Seite ganz in Fortfall kommen. - .Das vorgeschlagene Verfahren ist auch- sinngemäß auf wagerecht wanderndes Schwelgut anzuwenden.. Wichtig ist, daß der Abzugsraum für die Schweldämpfe dauernd und an allen Stellen unter gleichem Druck wie der gegenüberliegende Heizgasraum steht. Jedenfalls sollte vermieden werden, daß infolge eines Druckunterschiedes wesentliche Heizgasmengen durch das Schwelgut hindurchtreten. Dieses Ziel kann. durch entsprechend Ausbildung des Abzugsraumes für die Schweldämpfe in Verbindung mit einer angemessenen Absaugüng erreicht werden. Zur Vereinfachung kann es zweckmäßig sein, Schweldampf- und Heizgasraum an ihren Austrittsöffnungen aus dem Schweler zu verbinden, um hierdurch gleiche Druckverhältnisse herbeizuführen. Bedingung ist diese Anordnung für das vorliegende Verfahren jedoch nicht, da auch eine dauernde Trennung der Schweldämpfe von den Heizgasen Vorteile bringen kann, - . In Abb. i ist beispielsweise eine Einrichtung für die Durchführung des Verfahrens im senkrechten Schnitt dargestellt. Das Schwelgut wandert von oben nach unten durch den Schwelschacht, es wird bei ca eingeführt, teilt sich in die beiden Ströme b, b und wird bei c durch einen gemeinsamen Schiebetisch ausgetragen. Schleuse d dient zur Entnahme des Schwelkoks. Die Heizgase treten bei e ein, streichen durch den Heizgaskanal f und übertragen auf diesem Wege durch Strahlung, Leitung oder Konvektion ihre Wärme an das Schwelgut. Die auf etwa i5o° abgekühlten Heizgase verlassen dann den Schweler bei g. Die bei der Schwelung entstehenden Teer-, Wasserdämpfe und Gase haben Gelegenheit, auf der ganzen Länge der Schwelkanäle k aus dem Schwelgut zu entweichen. Sie werden bei iabgezogen. Natürlich ist bei dem Verfahren auch fraktionierter (stufenweiser) Abzug der Schweldämpfe möglich. Die Abzugskanäle i können der Beschreibung gemäß auch mit dem Abzug g des Heizgases in Verbindung stehen. .
- In Abb. i ist ferner angedeutet, daß die jalousieartigen Seitenwände der Heizgaskanäle in ihrem unteren Teile, d: h. dort wo höhere Temperaturen herrschen, aus feuerfesten Steinen k gebildet sind, während sie im oberen Teil etwa aus Gußeisen hergestellt sind. Die jalousieartigen Wände m der Schweldampfseite können dagegen auf ihrer ganzen Länge in Eisen ausgebildet werden.
- Es steht auch nichts im Wege, die Wände der beiden Seiten gemäß Abb.2 derartig auszubilden, daß das Schwelgut sich auf den jalousieartigen Unterlagen mit seiner natürlichen Böschung lagert. Hierdurch wird einmal die auf einer bestimmten Bauhöhe H des Schwelers unterzubringende Heizfläche des Schwelgutes vergrößert. Andererseits erfährt das Schwelgut durch seinen zickzackförmigen Weg eine dauernde Wendung, wodurch die Gleichförmigkeit der Schwelung erhöht wird.
- Es kann auch zweckmäßig sein, die in Abb. 2 einander gegenüberstehenden Jalousiestäbe o und ya dauernd oder absatzweise zu bewegen, da hierdurch das Wandern des Schwelgutes sowie sein Wenden gefördert wird.
Claims (4)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Schwelung von bituminösen Stoffen, wie Steinkohlen, Braunkohlen, Ölschiefer, Torf, Kreide usw., durch Anwendung äußerer Beheizung mit sauerstofffreien. Heizgasen unter Fortfall einer Zwischenwand zwischen Heizgasen und Schwelgut, dadurch gekennzeichnet, daß die entstehenden Schweldämpfe und -gase auf der der Heizgasseite abgewendeten Seite des Schwelgutes abgezogen werden, -wobei der Abzugsraum für die Schwelgase dauernd und an allen Stellen unter gleichem Druck wie der gegenüberliegende Heizgasraum steht.
- 2. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die jalousieartigen Wände auf der Heizgasseite ganz oder teilweise aus feuerfesten Steinen, auf der Schweldampfseite ganz oder teilweise aus Eisen hergestellt werden.
- 3. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwelgut in bekannter Weise unter Ausnutzung seiner natürlichen Böschung auf den jalousieartigen Wandstäben gelagert wird.
- 4. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i und zur Vervollständigung der Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die einander gegenüberliegenden Jalousiestäbe in bekannter Weise dauernd oder absatzweise gegeneinander bewegt werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED49859D DE469366C (de) | 1926-02-21 | 1926-02-21 | Verfahren zur Schwelung von bituminoesen Stoffen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DED49859D DE469366C (de) | 1926-02-21 | 1926-02-21 | Verfahren zur Schwelung von bituminoesen Stoffen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE469366C true DE469366C (de) | 1928-12-10 |
Family
ID=7052209
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DED49859D Expired DE469366C (de) | 1926-02-21 | 1926-02-21 | Verfahren zur Schwelung von bituminoesen Stoffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE469366C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2438199A (en) * | 1942-01-12 | 1948-03-23 | Henry E Becker | Method and apparatus for the heattreatment of low grade coal |
-
1926
- 1926-02-21 DE DED49859D patent/DE469366C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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