DE46618C - Neuerung bei der Fabrikation von Stärke aus Körnerfrüchten, insbesondere Reis - Google Patents

Neuerung bei der Fabrikation von Stärke aus Körnerfrüchten, insbesondere Reis

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DE46618C
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R. stoltenhoff in London, 15 Bishopsgate Street
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B30/00Preparation of starch, degraded or non-chemically modified starch, amylose, or amylopectin
    • C08B30/04Extraction or purification
    • C08B30/042Extraction or purification from cereals or grains

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Neuerung bei der Fabrikation von Stärke aus Körnerfrüchten, insbesondere Reis, bei denen zur Trennung der Stärke von den Nichtstärkestoffen, als Fett, Gummi, anorganische Salze und Protein, Chemikalien zu Hülfe genommen werden müssen. Fast allgemein benutzt man dazu Natronlauge, und die Behandlungsweise der Körnerfrüchte besteht darin, dafs man dieselben kürzere oder längere Zeit mit Natronlauge in offenen Gefäfsen so weit aufquellt oder einweicht, dafs sie sich zwischen den Fingern zerreiben lassen, dann die gequellten Körner unter Zusatz frischer Lauge nafs zermahlt und aus der so erhaltenen Stärkemilch die Stärke vom Kleber (Protein) durch Stehenlassen, Abschleudern oder Pressen durch Siebe trennt. Die Trennung mufs mehrmals wiederholt werden.
Bei dieser Methode fällt der Natronlauge nur eine mechanische Aufgabe zu, und zwar die, durch Auflösen von Nichtstärke aus der Kornfrucht einen Zerfall derselben bis zu dem Grade herbeizuführen, dafs ein leichtes Zermahlen stattfinden kann, wodurch dann Stärke und Kleber die eigentliche Trennung erfahren sollen.
Dafs nur die Absicht einer rein mechanischen Benutzung der Natronlauge besteht, beweist die Thatsache, dafs man in Reisstärkefabriken aus dem Liter Quelllauge 2 bis io g Protein, also im Mittel 6 g pro Liter, durch Ausfällen gewinnt,, während eine Lauge von derselben Concentration nach im Grofsen ausgeführten Versuchen 32 g Protein pro Liter zu lösen vermag.
Aus dem Obigen ergiebt sich einerseits die Wichtigkeit, welche der Quellprocefs mittelst Natronlauge bei zweckmäfsiger Leitung für. die Stärkefabrikation aus Körnerfrüchten erlangen kann, aber auch andererseits die ganz verkehrte Function, welche man diesem Mittel bisher bei der Stärkefabrikation zugewiesen hat, bei der doch alles darauf hinarbeiten sollte, die örtliche Trennung der Proteine von der Stärke raschestens zu bewirken. In der That bildet denn auch diese verkehrte Anwendung im Verein mit den übrigen Umständen, unter denen man sie stattfinden läfst, die Hauptquelle der sich im weiteren Verlauf der Fabrikation einstellenden Uebelstände, welche bekanntlich nicht selten eine solche Steigerung erfahren, 'dafs das Endpro duct kaum mehr als Viehfutter verwendbar bleibt. Allgemein üblich ist, das Quellverfahren so auszuführen, dafs die erste Lauge mit dem Gut bezw. Reis ca. 12 bis 16 Stunden, die zweite bezw. dritte Lauge wieder 8 bis 12 Stunden in Berührung gelassen und währenddem etwa drei- bis viermal mechanisch umgerührt wird. Neben dem Uebelstände, dafs hierbei die Lauge selbst mechanisch nur höchst ungenügend ausgenutzt wird, indem halbgesättigte Lösungen auf halberschöpftes Material immer nur schlecht wirken, besteht als bei weitem schädlicher der, dafs infolge der langen Quelldauer im offenen Gefäfs die noch freie kaustische Soda aus der Luft Kohlensäure anzieht und sich in Carbonat umwandelt. Sowie aber die Lauge neutral wird, treten ungemein schnell Pilzbildungen und saure Gährungen ein, wie solche immer entstehen, wenn, wie hier, Proteine und Kohlenhydrate in feuchtem Zustande in Berührung sind. Die Luft fördert durch Zufuhr von Sauerstoff das Wachsthum der Pilze, und die Gährungen lassen Säuren entstehen, welche auf den in Lösung gegangenen Kleber fällend wirken; dieser ausgefällte, durch die Natron-
lauge gleichsam aufgeschlossene Kleber ist angemein leicht zersetzlich und vermehrt die Gährung bedeutend. Es bilden sich dann schleimige Pilze, welche die schliefsliche mechanische Trennung der Stärke vom Kleber ungemein erschweren, indem erstere sich nicht setzt, in der Schleuder nicht fest wird bezw. die Siebe verschmiert. Bei warmer Witterung werden die Gälirungen häufig so stark, dafs die Stärke geradezu verdirbt und kaum noch als Viehfutter Verwerthung finden kann. Tritt auch die Erscheinung häufig erst im Trockenofen ein, so ist ihre Ursache doch immer in dem fehlerhaft geführten Quellprocefs und der verkehrten Function zu suchen, welche man bisher der Natronlauge zugewiesen hat.
Zweck dieser Erfindung ist nun, diesen Uebelständen möglichst vorzubeugen durch eine solche Umgestaltung des Quellprocesses, dafs, ganz entgegengesetzt der üblichen Anwendungsart, die Natronlauge während dieses Processes zu solcher Einwirkung gebracht wird, dafs mittelst derselben der gröiste Theil der überhaupt durch die auflösbaren Protemstoffe schon in diesem anfänglichen Stadium der Fabrikation aus dem Gute gelöst und örtlich von der Stärke getrennt wird.
Bedingung für "diese Arbeitsweise sind: möglichst energische Auslaugung der Körnerfrüchte bei zeitlich möglichst beschränkter Berührung mit der Lauge, d. i. fortschreitende Bewegung der Lauge durch die Körnerfrüchte und Oeffnung von deren Zellen durch eine von der lösenden Wirkung der Lauge unabhängige Ursache, sowie Abschlufs der Luft während der ganzen Quelldauer.
Demnach besteht das verbesserte Quellverfahren darin, die Reis- bezw. Fruchtkörner in einer Batterie von geschlossenen und gleichzeitig unter Luftleere gehaltenen Gefäfsen von einem continuirlicheii Strome Natronlauge in solcher Richtung durchlaugen zu lassen, dafs die frische Lauge immer die am weitesten ausgelaugte Charge und die gesättigte Lauge auf die frische Charge trifft.
Die für solche Zwecke dienlichen Apparateinrichtungen sind bekannt. Die Durchsaugung der Lauge geschieht mittelst derselben Pumpe, welche die Luftleere erzeugt und unterhält.
Infolge der durch die Luftleere innerhalb der Körner zellen erzeugten Spannungen werden die Zellen zersprengt und deren Inhalt blofsgelegt, so dafs die Lauge direct auf letzteren einwirken kann und nicht erst die Zellenwände aufzulösen hat.
Der weitgehende Abschlufs gegen die atmosphärische Luft bezw. deren Abwesenheit im Apparate sichert die entstehende Lösung gegen Zufuhr von Kohlensäure und Sauerstoff, so dafs während des Quellprocesses alle Ursachen ferngehalten sind, aus denen Wiederausfällung von Kleber, Pilzerzeugung und Gährungen resultiren können.
Die fortschreitende Bewegung der Lauge und ihre Bewegungsrichtung bezüglich des Gutes sichern dabei die rasche örtliche Trennung der ausgelaugten Proteine von der nassen Stärke.
Die Behandlung ist in 6 Stunden zu Ende geführt, ihr Ergebnifs ist einerseits eine stark mit Proteinstoffen gesättigte alkalische Lauge und andererseits ein fast protemfreier Laugerückstand, dessen Weiterverarbeitung auf Stärke infolge dessen bedeutend erleichtert und namentlich gegen die Uebelstände gesichert ist, welche oben dargelegt wurden, sowie ein sehr reines Endproduct liefert.
Aus der Quelllauge wird zunächst der Proteingehalt durch Säure ausgefällt. Man verwendet hierzu am zweckmäfsigsten Kohlensäure, welche man bis zur Bicarbonatbildung zuführt, und es lassen sich selbst Schornsteingase benutzen.
Der durch die Ausfällung gewonnene Kleber enthält ca. 90 % reines Prote'in.
Die ausgefällte Lauge (Natriumbicarbonatlösung) wird in bekannter Weise durch Kaustik ficiren mit Aetzkalk regenerirt und zu einer neuen Auslaugung benutzt.
Bei Körnerfrüchten, welche stark mit anorganischen Salzen inkrustirt sind, läfst man der Behandlung mit Natronlauge zweckmäfsig eine unter denselben Bedingungen sowie in demselben und alsdann aus Holz hergestellten Apparate auszuführende aufschliefsende Behandlung mit Säuren vorangehen. Am vortheilhaftesten bedient man sich dazu der schwefligen Säure oder ihrer sauren Salze, sowie auch des sauren Natriumsulfates. Die Stärke der sauren Lösung wird zweckmäfsig so bemessen, dafs im Liter ca. '21J2 bis 10 g freie Säure vorhanden sind. Die erhaltene saure Lauge dient dann zum Ausfällen der alkalischen Quelllauge.
Die in dieser Weise combinirte Anwendung von schwefliger Säure und Aetznatron eignet sich insbesondere für heifse Länder und havarirten Reis, indem durch die Vorbehandlung mit schwefliger Säure etwa dem Rohmaterial anhaftende Gährungskeime abgetödtet werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Bei der Fabrikation von Stärke aus Körnerfrüchten, insbesondere Reis, die systematische Behandlung der Körner zur Auslaugung und Entfernung der Protemstoffe in geschlossenen Gefäfsen und unter Luftleere mit sich continuirlich fortbewegender Natronlauge oder zunächst mit einer sauren Lösung und dann mit Natronlauge.
DENDAT46618D Neuerung bei der Fabrikation von Stärke aus Körnerfrüchten, insbesondere Reis Expired - Lifetime DE46618C (de)

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