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Verfahren zur Herstellung eines Betäubungsmittels Das Hauptpatent
4.o6 636 beruht auf der Erkenntnis, daß dem in üblicher Weise, z. B. mit Hilfe von
Chromsäuremassen oder anderen oxydierend wirkenden Mitteln, gereinigtem Acetylen
noch geringe, bisher unbeachtet gebliebene Mengen von sehr giftigen Verunreinigungen,
insbesondere Phosphor und Schwefelverbindungen, beiwohnen. Durch die Beseitigung
dieser der Menge nach außerordentlich geringen, aber hochgiftigen Verunreinigungen,
welche gemäß dem Hauptpatent durch eine über das sonst übliche Maß hinausgehende
Behandlung des Acetylens mit an sich geeigneten Reinigungsmitteln erfolgt, ist es
gelungen, das Acetylen in eine von Giftstoffen völlig freie Form überzuführen, welche
ein unschädliches für chirurgische und diagnostische Zwecke ausgezeichnet geeignetes
Betäubungsmittel von- ausgezeichneten Eigenschaften darstellt.
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Weitere Untersuchungen haben ergeben, daß die restlose Befreiung des
Acetylens von den in Betracht kommenden giftigen Verunreinigungen, insbesondere
hochgiftige Phosphor- und Schwefelverbindungen, auch durch Adsorption, z. B. durch
Behandlung des Acetylens ,mit Adsorptionsmitteln, wie Aktivkohle, gelingt.
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Für die Durchführung dieses Verfahrens Nahen isich Adsorptionsmittel,
welche von Natur aus sauer sind oder durch Vorbehandlung z. B. mit gasförmigen oder
flüssigen Säuren oder sauren Salzen sauer gemacht oder in ihren sauren Eigenschaften
gestärkt worden sind, als besonders geeignet erwiesen. Weiterhin hat es sich herausgestellt,
daß der Adsorptionsvorgang vorteilhaft unter Verwendung trockener Adsorptionsmittel
durchgeführt wird und daß es demgemäß auch vorteilhaft ist, trockenes Acetylen,
gegebenenfalls durch Vorbehandlung von Feuchtigkeit befreites Acetylen, im Sinne
der- Erfindung zu verarbeiten.
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Bei Durchführung des Verfahrens kann man von dem in üblicher (technischer)
Weise gereinigten Acetylen ausgehen, welches nur noch geringe Mengen giftiger Phosphor-
und Schwefelverbindungen enthält. Man kann aber auch die Gesamtreinigung des Acetylens
mit Hilfe von Aktivkohle o. dgl. durchführen, also z. B. von aus Karbid entwickeltem
Rohacetylen ausgehen.
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Es ist bereits bekannt, übliche Reinigungsmassen für Acetylengas,
wie z. B. Bichromat, Kupfervitriol, Eisenchlorid usw., auf Trägermaterial, wie Torfwolle,
Kieselgur, Watte, Infusorienerde, Bimsstein, Schwamm, Gummi oder Lederfabrikate,
Holzkohle, Asbest u. dgl., zur Anwendung zu bringen. Aus derartigen, für die technische
Acetylenreinigung üblichen Methoden konnte die Möglichkeit der Entfernung auch der
letzten Spuren giftiger Verunreinigungen durch Adsorption nicht hergeleitet werden;
dies um so weniger, als bei den bekannten Verfahren die Poren der Trägerstoffe,
z.
B. von Bimsstein oder Holzkohle, mit flüssiger Reinigungsmasse gefüllt wurden, während
für die Zwecke vorliegender Erfindung die Abwesenheit von Feuchtigkeit -besonders
vorteilhaft ist, da letztere das Adsorptionsvermögen von Aktivkohle u. dgl beträchtlich
herabsetzt. Ebensowenig vermochte die Beladung poröser Trägerstoffe beliebiger Art
mit Acetylenreinigungsmassen saurer Natur keinen Fingerzeig in der Richtung :.u
geben, daß der Adsorptionsvorgang durch Verwendung schwach saurer Adsorptionsmittel
beträchtlich verbessert wird. Im übrigen genügen schwach saure Eigenschaften, wie
solche einer neutralen Aktivkohle, z. B. durch Behandlung mit saurer Flüssigkeit,
Auswaschen und Trocknen verliehen werden können, bereits für die Zwecke der vorliegenden
Eifindung.
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Es ist weiterhin bereits vorgeschlagen worden, Acetylen zwecks Befreiung
von Phosphorwasserstoff unter Zusatz von Sauerstoff oder anderen ,oxydierenden Gasen
zweckmäßig bei höheren Temperaturen, z. B. 8o bis ioo°, über Aktivkohle zu leiten.
Dieses Verfahren bezweckt die Oxydation des Phosphorwasserstoffes durch Sauerstoff
o. dgl. unter Verwendung von Aktivkohle als Kontaktkörper. Trotz der erheblich komplizierten
Arbeitsbedingungen (Zumischung von Sauerstoff, Temperaturregelung usw.) wird eine
zuverlässige Befreiung von giftigen Verunreinigungen nicht erzielt. Nach Angabe
der Patentschrift 379337 (vgl. Zeile 15) enthält das Gas vielfach noch Spuren
von Phosphorwasserstoff. Demgegenüber wird nach vorliegender Erfindung das Acetylen
ohne Hilfsmaßnahmen über das Adsorptionsmittel geleitet. Durch dieses vereinfachte
Verfahren wird :ein erhöhter Erfolg, nämlich restlose Befreiung von allen giftigen
Verunreinigungen, erzielt. Aus dem bekannten, Aktivkohle als Kontaktsubstanz verwendenden
Oxydationsverfahren konnte auf die Möglichkeit restloser Befreiung von giftigen
Verunreinigungen durch Adsorption nicht geschlossen werden. Beispiele. i. Ein Adsorptionsge£äß
von i 1 Rauminhalt wurde mit getrockneter, grobkörniger Aktivkohle bescläckt. Hierauf
wurde Rohacetylen mit einer Strömungsgeschwindigkeit von ioo 1 pro Stunde durchgeleitet.
Das abgehende Acetylen war, wie Tierversuche (an Mäusen) zeigten, völlig frei von
Verunreinigungen und somit brauchbar als Betäubungsmittel. Nach Erschöpfung der
Kohle wurde Salzsäuregas durchgeleitet. Durch diese Behandlung gelingt es, das Adsorptionsmittel
zu regenerieren, so daß es von neuem zur Behandlung des Acetylens verwendet werden
kann.
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2. Aktivkohle der in Beispiel i verwendeten Art wird in feuchtem oder
trockenem Zustand mit Salzsäuregas oder auch mit flüssiger Salzsäure behandelt.
Nach Entfernung vorhandener Feuchtigkeit wird die derart sauer gemachte Aktivkohle
in dem Adsorptionsgefäß nach Beispiel i mit Acetylen in Berührung gebracht, derart,
daß ebenso wie- in Beispiel i etwa ioo 1 in der Stunde durchgeleitet werden. Das
abgehende Acetylen ist ebenso wie bei Beispiel i völlig frei von giftigen Verunreinigungen.
Die Wirkungsdauer der sauren Aktivkohle ist .eine mehrfache der gemäß Beispiel i
verwendeten gewöhnlichen Aktivkohle.
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Auch in diesem Falle kann nach erfolgter Erschöpfung Regenerierung
durch Behandlung mit Säuren erfolgen. Es hat sich weiterhin als zweckmäßig erwiesen,
unter Bedingungen zu arbeiten, bei welchen Feuchtigkeit, welche sich während des
Durchleitens des Acetylens in der Adsorptionsmasse angesammelt hat, entfernt wird.
Bei Verwendung gasförmigen Chlorwasserstoffs als Regenerierungsmittel findet Erwärmung
unter Austreibung von Feuchtigkeit statt, so daß hierbei in der Regel besondere
Mittel zur Entfernung der Feuchtigkeit nicht erforderlich sind.