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Vorrichtung zur Vorführung elektrischer Lichtreklamen durch Lampen,
welche auf Drähten oder Bändern eines Netzes befestigt sind. Der Bau von großen
Lichtreklameanlagen an hohen Bauwerken bereitet bei den bisher bekannten Anordnungen
von Lampen auf großen Flächen mit zunehmender Größe erhebliche Schwierigkeiten.
Die großen Flächen erfordern nämlich besondere große Gerüste zur -\ttfnalitne des
ungeheuren Winddrucke:: und zur Begehung der Fliichen zwecks Vornahme von Reparaturen.
Die elektrischen 7uleitungen und die Fassungen müssen gelegentlich ausgebessert
werden, die Lampen müssen häufig ausgewechselt «-erden. Man half sich bisher damit,
daß die Flächen mit Laufstegen, Rollgang, Leitern o. dgl. versehen wurden, mittels
welcher das Bedienungspersonal an die Lampen herangelangen konnte. Die Windversteifungen
und die Laufstege wurden an schweren, gut zti verankernden Eisengerüsten befestigt,
zu deren Aufnahme die tragenden BauAverke sich nicht immer als stark genug erweisen.
Die Begehung der Anlage ist andererseits trotz der vorgeschriebenen Schutzeinrichtungen
selbst für schwindelfreies Bedienttt:;spersonal mit Lebensgefahr verbunden, zumal
wenn die Laufstege durch Schnee und Eis nahezu ungangbar «-erden.
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.angesichts der zunehmenden Ausmaße der Lichtreklameanlagen mußte
eine grundsätzlich neue Lösung gefunden werden, durch welche sowohl die Begehung
der Lampentafeln als auch die Herstellung großer Eisengerüste zur Aufnahme von Winddruck
und Laufstegen völlig vermieden wird. Es muß @lie bisher übliche Anordnung von Lampen
l auf einer mehr oder weniger geschlossenen Fläche aus Tafeln oder Leisten verlassen
«-erden. Da: Neue der Lichtreklameanlage ergibt sich au: den Patentansprüchen, wobei
dic Befestigung elektrischer Lampen auf Stromleitungsnetzen als bekannt vorausgesetzt
wird. Gem*"11j dein Gedanken der Erfindung wird das die Lampen tragende -Netzwerk
in Form einer in senkrechter Richtung beweglichen Schleife ausgebildet. Das \ etzwerk
Avird über Rollen geführt bzAv. an Rollen gehängt, so (iaß es zum "l.«-ecke der
Aus-«-echslung an den Bedienungsstand heranbewegt werden kann. Abb. r zeigt die
Ausführungsform, bei der (las Netz ungeteilt als Schleife ausgebildet ist und über
einer oberen Walze oder Rolle geführt ist. Nach einer anderen Ausführungsform kann
der rück-,värtige Teil des Netzes ersetzt sein durch ein Seil, «-elches über eine
zweite Rolle läuft. In diesem Falle ist das Netz nur der Teil einer Schleife, «-elche
über Flaschenzug oder Kabel-Avinde laufend zum Bedienungsstand hin bewegt «-erden
kann.
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Die oberen Rollen 3, an welchen das Netz hängt, werden an einer Tragstange
5 angebracht, welche nach Art der Schiffsrahen über eine am hohen Bauwerk verankerte
Rolle 6 hochgezogen oder heruntergelassen werden
kann. Die unteren
Rollen 4. liegen im Netzwerk und halten es in einer gewissen Spannung.
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Die Lampen und die zugehörigen Kabel sind an dem Bandzuge des vorderen
Netzwerkes befestigt und über leicht lösbare Kontakte an die Stromquelle angeschlossen.
Wenn nach dem Lösen der Kontakte die Walzen in der Richtung des Pfeiles gedreht
werden, so werden die Lampen in den Bereich der etwa bei der unteren Walze befindlichen
Bedienungsperson nach unten bewegt, woselbst Reparaturen und Auswechslungen leicht
vorgenommen werden können. Die bisher vorderen Hetzteile werden hierbei auf der
hinteren Seite hochgezogen.
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Bei größeren Anlagen wird es nötig sein, einzelne Lampengruppen unabhängig
von anderen Lampen auszuwechseln. Deshalb wird das Netz in einzelne Streifen unterteilt,
welche unabhängig voneinander bewegt werden können. \l ach Abb. i sind Netz und
`.Talzen in vier Einzelstreifen unterteilt. Die weitestgehende Unterteilung besteht
darin, daß nach Abb. 2 jedes einzelne Band ao für sich allein beweglich angeordnet
ist. Oben und unten sind ebensoviel einzelne Rollen i i gelagert, als Bandzüge vorhanden
sind. Die Bänder werden durch die unteren Rollen 12, welche mit Gewichten 13 beschwert'
sind, straff gespannt. Die unteren Rollen werden in Führungen ?.4, von denen nur
eine dargestellt ist, seitlich so geführt, daß sie sich nur auf und ab bewegen können.
Sie werden den vom Wind durchgedrückten Bändern einen nachgiebigen und gleichbleibenden
Zug entgegensetzen. Der Zug läßt sich durch Gewichtsveränderung so einstellen, daß
ein Zerreißen der Bänder auch im Sturm nicht erfolgen kann.
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Die nebeneinanderliegenden Bänder werden durch Ouerv erbindungen 15
und 16 in bestimmten Abständen voneinander gehalten, so daß sie sich nicht berühren
können. Die Querverbindungen müssen gleichzeitig den Bändern freien Durchlaß gewähren.
Zu diesem Zweck werden sie aus druckfesten Körpern 15 und 16 .hergestellt
und, wie in Abb.3 zu erkennen ist, mit Löchern oder Ringen 18 versehen, durch welche
die Lampen auf und ab bewegt werden können. Die Querverbindung besteht aus einem
die vorderen und aus einem die hinteren Züge der Bänder abhaltenden Teil 15 und
16. Diese beiden Teile sind ihrerseits durch druckfeste Körper 17 voneinander abgesteift,
so daß auch die vorderen und die hinteren Züge nicht zusammenschlagen können. Die
Querverbindungen werden insbesondere dort angebracht, wo Lampen sich nebeneinander
befinden. Die elektrischen Zuleitungen werden an der Stelle, wo sie durch die genannten
Ringe 19 hindurchgehen und durch die Schwingungen beschädigt werden können,
durch ein mit Kompoundmasse vergossenes Rohrstück geschützt. Die Querverbindungen
hängen gleichfalls über Rollen i i an der Tragstange 5. Sie können zum Zwecke einer
Reparatur oder einer Formänderung heruntergelassen werden.
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Die Lampen dürfen bei der Bewegung nicht beschädigt «-erden und erhalten
einen hierzu eigens geformten Schutzkorb. Nach Abb.3 hat er eine oben und unten
spitz zulaufende Form. Er ist in der Längsrichtung zweiteilig ausgeführt, indem
zwei Korbteile gelenkig miteinander verbunden werden. Mit einem unteren Haken 22
und einem oberen Haken 23 wird der Schutzkorb in das obere und untere Ende der aufgeschnittenen
Drahtschleife eingehängt. Die Stäbe des Schutzkorbes ,werden so bemessen, daß er
der Zugbeanspruchung des Seiles widersteht. Die zentrale Anordnung der Lampe hat
den Vorteil, daß bei Drehung des Seiles um seine Achse die Lampe keine Lagenveränderung
erfährt. Die Armatur der Lampe wird an einem Büge12o befestigt, welcher seinerseits
an der einen Hälfte des Schutzkorbes abnehmbar befestigt ist. Alle Teile sind innerhalb
des Schutzkorbes untergebracht, so daß kein Teil beschädigt werden kann. Die schlanke
bzw. spitz zulaufende Form des Schutzkorbes sichert ein glattes Hindurchgehen durch
die Ringe der Querverbindungen, welche ihrerseits entsprechend abgerundet sind.
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Die Verteilung der Lampen auf die Züge des Netzwerkes richtet sich
nach den Strichen der gewünschten Beschriftung. Die senkrechten Striche werden dadurch
gebildet, daß mehrere Lampen an dem gleichen Zuge untereinander angebracht werden.
Die wagerechten Striche, z. B. vom E (Abb. 2), werden dadurch dargestellt, daß mehrere
Lampen nebeneinander auf die verschiedenen Züge verteilt werden. Die schrägen Striche
werden entweder in ähnlicher Weise durch schräge Verteilung der Lampen auf mehrere
Züge nebeneinander dargestellt, oder es wird nach Abb. 4. eine Reihe von schrägen
Einzeldrähten gebildet, in welchen die Lampen untereinander, ähnlich wie bei den
senkrechten Strichen, angeordnet sind. Zur Darstellung von Buchstaben mit Doppelstrichen
werden zwei Züge nebeneinander angeordnet. Auch bei den schrägen Drähten erfolgt
die seitliche Versteifung aus Querverbindungen mit Durchlässen, um zu verhindern,
daß an den Kreuzungen oder im Lauf des Linienzuges eine Annäherung der mit Lampen
besetzten Bandzüge erfolgt.
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Der Gesamtanordnung und - der Formriebung
der Einzelteile
liegt der einheitlich Gedanke zugrunde, claß die Lampen und alle "heile des \ etzwerkes
Dank der Anordnung von Netzschleifen, Bandschleifen, Rollen und durchlässigen Querverbindungen
zum Bedienungsstand lieranhewcgt «-erden. Hieraus ergibt sich citie Reihe wesentlicher
Vorteile gegenüber den bisher bekannten Anordnungen auf starren Flächen.
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Schon beim Bau der Anlage erweist es sich als vorteilhaft, claß alle
Teile auf ebener Erde, also in wettergeschützten Räumen, montiert und alsdann hochgezogen
werden kennen. Die Anordnung ermöglicht ferner die leichte Beseitigung des Rauhreifes,
welcher für dünne, auf große Länge gespannte Drähte eine Gefahr bildet. Die Bandzüge
werden nämlich während de: Herunterholens durch Klr,pfen vorn Rauhreif befreit,
oder es läßt sich Dank der Anordnung von Schleifen an den leicht zu öffnenden Schließungsstellen
der Seile von einem N iederspannungstransforni.itor Stroin zuführen, so daß der
Rauhreif abgeschmolzen wird. Ein weiterer Vorteil der Anordnung liegt darin, claß
selbst nach Fertigstellung der Anlage auf Grund örtlicher Erfahrungen Änderungen
in der Lampenverteilung, Lichtstärke, Lampenfarbe tisw. leicht und ohne Betriebsstörung
vorgenommen werden können. Es - bieten ferner die einzelnen Drähte dem Wind so wenig
Widerstand, daß ein beliebiges hohes Bauwerk zur Anbringung einer Reklame herangezogen
«-erden kann, ohne daß bauliche Verstärkungen vorgenommen «-erden müssen.