DE45725C - Verfahren zum Sublimiren von Schwefel - Google Patents
Verfahren zum Sublimiren von SchwefelInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
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- C01B17/02—Preparation of sulfur; Purification
- C01B17/10—Finely divided sulfur, e.g. sublimed sulfur, flowers of sulfur
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Den gegenwärtig üblichen Methoden zur Behandlung von Rohschwefel behufs Gewinnung
raffinirter Producte in Pulverform, welche den im Handel geforderten Feinheitsgrad besitzen, haftet
der Uebelstand an, dafs sie sehr complicirt sind, was Zeitverluste und bedeutende Auslagen für
die Installation ausgedehnter Gebäude und zahlreicher Apparate mit sich bringt. Eine einfachere
Methode, welche in kürzerer Zeit und mit geringeren Kosten zu einem praktisch brauchbaren Resultate führt, ist also um so
mehr Bedürfnifs, als der Verbrauch an Schwefelblüthen infolge der Behandlung der Schmarotzerkrankheiten
des Weinstockes mittelst Schwefels in beständiger Zunahme begriffen ist.
Dieser Zweck wird durch die Erfindung erreicht, welche den Gegenstand dieser Erfindung
bildet. Die Erfindung betrifft also ein Sublimationsverfahren und besteht darin, dafs man
das Austreten der Schwefeldämpfe aus der Retorte durch einen sehr lebhaften Luftstrom befördert,
welcher die Dämpfe von der Retorte wegführt.
Bekanntlich verbrennt beim gewöhnlichen Verfahren zum Sublimiren von Schwefel immer
ein Theil des Schwefeldampfes und die Condensation geht trotz des grofsen Inhaltes der
dazu dienenden Kammer äufserst langsam vor sich, wobei die resultirenden Schwefelblüthen
gröfstentheils nicht genügend fein sind und sich ein Rückstand von geschmolzenem Schwefel
ergiebt. Läfst man aber auf die Ausmündung des Retortenhalses einen mittelst eines Ventilators
erzeugten Luftstrom einwirken, welcher den aufsteigenden Schwefeldampf rasch durchkreuzt,
so entzündet sich der Schwefel nicht mehr und die Dämpfe werden sofort in Form sehr feinen Pulvers condensirt, wobei gleichzeitig
die Destillation rascher vor sich geht.
Durch das Zusammenwirken der Abkühlung und der von der Luft hervorgerufenen Bewegung
wird diese Erscheinung vollkommen erklärt. Infolge der Abkühlung findet nämlich ein plötzlicher Uebergang des Schwefels aus
der Dampfform in die feste Form statt, und die dabei stattfindende Volumenverminderung
ruft im Ausströmungsrohr theilweises Vacuum hervor. Gleichzeitig bewirkt die Bewegung der
Luft nicht nur eine innige Vermengung von Luft und Schwefeldampf, so dafs eine Wolke
sehr feinen Staubes resultirt, sondern sie wirkt auch saugend an der Retorte, wodurch die
Destillation beschleunigt wird.
Infolge des letzteren Umstandes mufs natürlich die Stärke des Luftstromes derartig geregelt
werden, dafs der am Boden der Retorte befindliche flüssige Schwefel nicht austritt.
Die praktische Durchführung dieses neuen Verfahrens kann auf verschiedene Arten geschehen,
je nach den in jedem einzelnen Falle gegebenen Vorbedingungen; doch wird, wieleicht
begreiflich, durch die verschiedenen Formen und Anordnungen der Apparate am Wesen
der Erfindung nichts geändert.
Es hätte aus diesem Grunde genügt, das Wesen des Verfahrens und die durch dasselbe
erzielten Wirkungen kurz anzugeben, um den industriellen Wxerth desselben klar zu machen.
Trotzdem ist, um die Bildung vollkommen prä'ciser Ideen über das Verfahren zu ermöglichen,
dieser Beschreibung eine Zeichnung beigeschlossen, welche die Retorte sammt den
übrigen zur Ausführung des Verfahrens erforderlichen Theilen in Seitenansicht darstellt.
In dieser Zeichnung ist S eine Retorte von der gewöhnlichen Form, wie sie in den Etablissements
der Societe generate des soufres in Brescia für Retorten zum Raffiniren und Sublimiren
von Schwefel üblich ist. T ist das Luftleitungsrohr, welches derartig mit dem Retortenhalse
verbunden ist, dafs es eine Verlängerung desselben bildet. V ist der in einer getrennten
Kammer untergebrachte Ventilator, und G ist die Condensationskammer, welche nach ihrer
Functionsweise im vorliegenden Falle auch Präcipitations- oder Sammelkammer genannt
werden kann.
Selbstverständlich könnte die Retorte auch andere, ihre geeignete Verbindung mit dem
Windrohr begünstigende Formen erhalten; so könnte das Windrohr, statt einfach oben an
den Retortenhals angesetzt zu sein, in Form einer Düse in den Retortenhals eingeführt werden,
oder könnte auch den Retortenhals umschliefsen, um eine raschere Abkühlung und gleichzeitig auch eine innigere Vermengung der
Luft mit dem Schwefeldampfe zu erzielen. Auch die Neigung dieses Rohres kann je nach
der Lage der Sammelkammer variiren, und diese Kammer kann mit Querwänden zum Auffangen
des Schwefels versehen sein und mit einer Reihe kleiner Kammern communiciren, an
deren Ende ein besonderer Apparat zum Ausscheiden der letzten Schwefeltheilchen aus der
austretenden Luft angebracht ist. Was die Stärke des Luftstromes betrifft, so regulirt man
dieselbe sehr leicht am Ventilator selbst oder der sonstigen, durch einen Motor betriebenen
Gebläsevorrichtung.
Die Vorgangsweise bei der Durchführung des Verfahrens ist folgende:
Sobald die Retorte auf jene Temperatur erhitzt ist, bei welcher der eingebrachte Schwefel
überzudestilliren beginnt, setzt man den Ventilator in Bewegung und beobachtet den Gang
des Processes durch in der Sammelkammer angebrachte Oeffnungen, wobei man auch Proben
von den abgesetzten Schwefelblüthen herausnimmt. Der Luftstrom mufs so stark sein,
dafs er keine Entzündung hervorruft und gleichzeitig auch keinen flüssigen Schwefel herausreifst;
man erzielt das, wie gesagt, durch Regulirung der Geschwindigkeit des Ventilators.
Sobald man die erforderliche Stärke des Luftstromes hergestellt hat, braucht man den
Gang der Operation bis zur völligen Verarbeitung der Beschickung nicht weiter zu beobachten.
Man kann auch mehrere gleichzeitig functionirende Retorten durch einen einzigen
entsprechend starken Ventilator bedienen lassen, wobei die Windleitungsrohre mit Ventilen versehen
sein müssen, um den Wind je nach der Arbeitsphase in jedem Apparate entsprechend
vertheilen zu können.
Die Vortheile dieses Systems sind folgende:
1. Die Verdampfung des Schwefels und folglich auch das Ueberdestilliren des Schwefels
vollzieht sich in beiläufig der Hälfte der gegenwärtig nöthigen Zeit. Man kann also pro
Arbeitstag eine gröfsere Menge · von Operationen durchführen und spart an Brennmaterial.
2. Da die Condensation im Retortenhalse selbst durch den Luftstrom geschieht, ist es
nicht mehr erforderlich, zur Condensation der Schwefeldämpfe weite Kammern von solider
Construction anzulegen, sondern es genügt eine Reihe kleiner Sammelkammern, welche auch
aus Holz hergestellt sein können und folglich im Vergleiche mit den jetzt üblichen gemauerten
Kammern nicht hoch zu stehen kommen.
3. Da man ein Product erzielt, welches so fein ist wie gemahlener Schwefel, fällt das
Mahlen und die Aufstellung der dafür nöthigen Apparate weg. Man erzielt also eine Ersparnifs,
welche die geringeren Auslagen für den Ventilator reichlich ausgleicht.
4. Die geringere Ausdehnung der Installation für eine bestimmte Production gestattet endlich
auch bedeutende Ersparungen beim Ankauf des Terrains für die Anlage einer Fabrik, in
welcher Schwefel zum Schwefeln des Weinstockes erzeugt werden soll.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Verfahren zum Sublimiren von Schwefel, darin bestehend, dafs man in den Hals der Schwefelverdampfungsretorte in der Abzugsrichtung der Dämpfe einen Strom kalter Luft von gewisser Geschwindigkeit einführt, so dafs die Dämpfe sofort condensirt werden und auf die Retorte eine saugende Wirkung ausgeübt wird, welche die Verdampfung beschleunigt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE45725C true DE45725C (de) |
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ID=320876
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT45725D Expired - Lifetime DE45725C (de) | Verfahren zum Sublimiren von Schwefel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE45725C (de) |
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