DE45712C - Herstellung von Zündschnüren - Google Patents

Herstellung von Zündschnüren

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DE45712C
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DE
Germany
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fuses
mass
nitrocellulose
gelatine
nitroglycerine
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Expired - Lifetime
Application number
DENDAT45712D
Other languages
English (en)
Original Assignee
A. NOBEL in Paris, Avenue Malakoff 53
Publication of DE45712C publication Critical patent/DE45712C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06CDETONATING OR PRIMING DEVICES; FUSES; CHEMICAL LIGHTERS; PYROPHORIC COMPOSITIONS
    • C06C5/00Fuses, e.g. fuse cords

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Acyclic And Carbocyclic Compounds In Medicinal Compositions (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 78: Sprengstoffe.
ALFRED NOBEL in PARIS. Herstellung von Zündschnüren.
In Nitroglycerin, welches mit etwa einem Sechstel seines Gewichtes Kampher versetzt ist, wird so viel Nitrocellulose, namentlich nitrirte Cellulose der Baumwolle, gelöst, dafs eine zähe, plastische und doch auch Zusammenhang behaltende Masse entsteht. Es genügt dazu wegen der Anwesenheit des Kamphers das halbe Gewicht des Nitroglycerins an nitrirter Baumwolle. Die innige Mischung der Masse wird durch mechanische Mischvorrichtungen hauptsächlich dadurch gefördert, dafs man die Materialien zwischen Walzen hindurchlaufen und kneten läfst, wie dies bei der Kautschukbearbeitung und der Celluloidherstellung üblich ist. In der nämlichen Mischweise werden dann zu je 150 Gewichtstheilen der Masse 70 Gewichtstheile sehr fein gepulvertes chlorsaures Kali und 25 Gewichtstheile ebenso gepulvertes Ferricyankalium eingemengt.
Aus der so erhaltenen Masse wird ein continuirlich dünner Strang durch Herauspressen aus einer engen Oeffnung eines sonst ganz geschlossenen Gefäfses, in welches die Masse gebracht wurde, hergestellt. Solcher Strang bildet den Kern der neuen Zündschnur und wird dazu, wie üblich, mit Baumwolle oder Hanf umklöppelt.
Es ist für solche Zündschnur das sonst gebräuchliche und in Grubenluft sich sehr unangenehm bemerklich machende Tränken der Umhüllung mit Theer unnöthig und unterbleibt auch; denn der Kern selbst ist für sich wasserdicht und brennt sogar unter Wasser, wenn er nicht gerade dünner als 2 mm ist.
Will man auch dünnere Stränge dazu bringen, dafs sie mit oder ohne Umhüllung unter Wasser brennen, so erwärmt man sie bis auf eine Temperatur zwischen 60 bis ioo° C. und läfst sie darin mehr oder weniger lange Zeit hindurch.
Ein weiterer Vortheil der Unempfindlichkeit des Kernes gegen Wasser ist, dafs man jetzt die Umhüllung mit einer Lösung von Chlorcalcium oder anderen hygroskopischen Salzen tränken kann. Das hat dann zur Folge, dafs die immer feucht bleibenden Textilstoffe der Umhüllung nicht durch die bei der Verbrennung des Kernes entstehende Hitze entzündet werden, also nicht mit verbrennen.
Man kann die Mengenverhältnisse der zur Zündmasse benutzten Materialien und auch diese selbst mannigfach verschieden wählen.
Wenn man den Nitroglyceringehalt gröfser oder kleiner nimmt, so wird dadurch die Plasticität und die mechanische Widerstandsfähigkeit der Masse anders.
An Stelle von Kampher, welcher wesentlich die Lösungsfähigkeit der Nitrocellulose in dem Nitroglycerin erhöht, kann zu demselben Zweck der Lösungsförderung Amylacetat, Aceton und Nitrobenzol angewendet werden.
Auch die Zusammensetzung der die Verbrennung befördernden Salze kann man ändern; es können andere Chlorate oder Perchlorate, Chromate oder Bichromate, amorpher Phosphor, Cyanverbindungen oder Schwefel benutzt werden. Die für die beschriebene Zündschnurmasse wichtigen Eigenschaften werden dadurch nur unwesentlich verändert.
Durch das Patent No. 4829 ist schon die Masse aus Nitrocellulose in Nitroglycerin gelöst als »Sprenggelatine« bekannt. Diese be-
sitzt aber ebensowenig wie die mit ihr verwandten Sprengstoffe der Patente No. 10232 und 36705 die Festigkeit und Plasticität, die erforderlich ist, um einen biegsamen und genügend widerstandsfähigen Strang aus der Masse pressen zu können.
Auch alle sonst bekannten Zündschnurmassen sind in einem etwa nur 1 mm dicken Strange unbrauchbar, weil solche Stränge in Berührung mit Wärme gut leitenden Körpern eine genügende Brennbarkeit nicht mehr besitzen, während, wie erwähnt, die in beschriebener Weise hergestellte Zündschnur selbst unter Wasser ohne Umhüllung den Dienst nicht versagt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Die Herstellung von Zündschnüren durch Pressen der an sich bekannten Sprenggelatine durch ein Mundstück zu einem dünnen Strang, wozu zur Erzeugung der für die Zündschnüre nöthigen Festigkeit und Plasticität in der Sprenggelatine der Gehalt an Nitrocellulose durch solche Mittel, welche wie Kampher die Lösung der Nitrocellulose in Nitroglycerin befördern, erhöht ist und zugleich die Brennfähigkeit durch Zusatz von Verbrennung befördernden Stoffen wie ein Gemisch aus gepulvertem chlorsauren Kali und Ferricyankalium vergröfsert und gesichert ist.
DENDAT45712D Herstellung von Zündschnüren Expired - Lifetime DE45712C (de)

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