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Vorrichtung zum Aufzeichnen von Schallschwingungen. Zum Aufzeichnen
von Tönen auf photographischem Wege ist es schon vorgeschlagen worden, eine linienförmige
Lichtquelle gleichbleibender Stärke und Ausdehnung auf einem photographischen Film
mittels eines in Übereinstimmung mit den Tönen schwingenden Spiegels abzubilden,
um ein möglichst linienförmiges Bild auf dein Film und dadurch eine genaue Schallschrift
zu erzeugen, in der die einzelnen Zeichen einander nicht te;lweise (lecken.
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Ein linienförtniges Bild kann indessen nur dann erzeugt werden, wenn
es als verkleinertes Bild hervortritt, und zu diesem Zweck wurden bisher konvexe
Linsen verwendet. Durch solche Linsen wird indessen das Bild in sämtlichen Richtungen
gleichmäßig verkleinert. Nun kommen bei Schallaufzeichnungen Amplitudenverhältnisse
bis auf i : iooo vor, d. h. das Verhältnis zwischem dem Ausschlag
des Spiegels bei dem kräftigsten und bei dem schwächsten Tonanstoß kann i
: iooo betra-,O»en, was wiederum bedeutet, daß auf dem Eilm ganz außerordentlich
feine Schwingun-gen aufgezeichnet werden müssen.
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Wo es sich um Erzeugung eines aus gleichmäßig belichteten, dicht zusammenliegenden
Streifen verschiedener Höhe zusammengesetzten Schalldiagramms handelt, treten die
feinen Schwingungen jedoch als sehr schwache Änderungen in der Höhe hervor, und
zwar sc schwach, daß, wenn das Bild ein verkleinertes Bild und seine Höhe deshalb
verhältnismäßig klein ist, sich außerordentlich große Schwierigkeiten bei einer
genauen Aufzeichnung geltend machen werden. Bei der Wiedergabe werden die schwachen,
die der Rede oder-der Musik gerade ihre Klangfarbe verleihenden Obertöne sowie sehr
schwache Grundtöne ausfallen. Eine Verkleinerung der Bildhöhe muß deshalb um jeden
Preis vermieden werden, zugleich ist es aber notwendig, die Weite des Bildes auf
ihr Mindestmaß zu verkleinern.
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Dies wird der Erfindung gemäß dadurch ermöglicht, daß in den von der
linienförmi-,gen Lichtquelle über den Spiegel nach dem Film verlaufenden Strahlengang
eine bei anderen photographischen Aufzeichenvorrichtungen bekannte Zylinderlinse
eingeschaltet wird, mittels der ein linienförmiges Bild der Lichtquelle oder eines
Teiles von ihr auf dem Film abgebildet wird. Das Bild der Lichtquelle wird so nur
in einer Richtung, und zwar in der Querrichtung, verkleinert, Wäh-
rend die
Höhenrichtung des Bildes keine Veränderung erfährt. Diese Eigentümlichkeit macht
die Zylinderlinse zu dem Aufzeichenverfahren besonders geeignet.
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Die gemeinsame Verwendung einer linienförmigen Lichtquelle und einer
Zylinderlinse ergibt überraschend deutliche und genaue
Schallschriften,
indem die Breite des Bildes ohne Rücksicht auf seine Höhe verkleinert werden kann.
Es handelt sich bei der Aufzeichnung von Tönen um so außerordentlich kleine Abweichungen,
die Ungenauigkeiten erzeugen, daß die Bedeutung der Aufgabe, das linienförmige Bild
so fein wie überhaupt möglich zu erzeugen, nicht genug betont werden kann.
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Wie sich gezeigt hat, wird diese Aufgabe nur befriedigend gelöst,
wenn die Breite des Bildes höchstens die Hälfte der Breite einer Periode bei der
höchsten vorkommenden Schwingungszahl des Schalldiagramms 'beträgt. Bisher war es
nicht möglich, ein solches Bild zu erzeugen, weil gemeinsam mit Zylinderfinsen nur
solche Lichtquellen, wie Lichtbogen, Gasentladungsröhren, Glimmlicht oder Kapillarrohre,
in Vorschlag gebracht werden, die tatsächlich nicht linienförmig sind.
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.,##uf der Zeichnung zeigen Abb. i und 2, in schematischer Darstellung
das Aufzeichensystem in zwei aufeinander senkrechte Projektionen und Abb.
3 einen Teil eines Schalldiagramms, ebenfalls in schematischer Darstellung.
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i ist ein geradliniger Glühdraht, der durch einen in einem durch die
Schallschwinggungen bewegten Schirm 9 angeordneten Spalt gegen eine Linse
2 Licht sendet. Diese Linse sammelt das Licht auf einem Spiegel 3, der in
beliebiger bekannter Weise in Übereinstimmung mit den Tönen um eine Achse 4 schwingt.
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Das von dem Spiegel 3 zurückgeworfene Strahlenbündel
6 wird von einer Zylinderlinse i o zum Bilden eines linearen Bildes
8, 8', 8". . .
(Abb. 3) der Lichtquelle oder eines Teiles derselben
auf einem beweglichen, lichtempfindlichen Film 7 gesammelt. Da die Umdrehungsachse
4 des Spiegels parallel zur Bewegungsrichtungp des Films (Abb. 2) Und senkrecht
zu der mit der Ebene des Films parallelen Achse der Zylinderlinse io verläuft, wird
die Länge A (Abb. i) des belichteten Teiles der Zylinderlinse i.o sich proportional
zu» dem Ausschlag des Spiegels 3 und somit auch proportional zu den
Lichtschwingungen ändern. Infolgedessen wird die mit der Länge A sich
ändernde Höhe B der Schallzeichen 8, 8', 8" . . . (Abb. 3) in dem
Schalldiagramm sich in bekannter Weise mit den Schallschwingungen ändern.