DE44965C - Matratze als Rettungsvorrichtung bei Schiffbrüchen verwendbar - Google Patents

Matratze als Rettungsvorrichtung bei Schiffbrüchen verwendbar

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DE44965C
DE44965C DENDAT44965D DE44965DA DE44965C DE 44965 C DE44965 C DE 44965C DE NDAT44965 D DENDAT44965 D DE NDAT44965D DE 44965D A DE44965D A DE 44965DA DE 44965 C DE44965 C DE 44965C
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DE
Germany
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mattress
cylinders
cylinder
shipwrecks
rescue device
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Expired - Lifetime
Application number
DENDAT44965D
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English (en)
Original Assignee
CH. J. PlGEON und L. J. T. LACROIX in Paris, 95 Boulevard Beaumarchais
Publication of DE44965C publication Critical patent/DE44965C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B63SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
    • B63CLAUNCHING, HAULING-OUT, OR DRY-DOCKING OF VESSELS; LIFE-SAVING IN WATER; EQUIPMENT FOR DWELLING OR WORKING UNDER WATER; MEANS FOR SALVAGING OR SEARCHING FOR UNDERWATER OBJECTS
    • B63C9/00Life-saving in water
    • B63C9/28Adaptations of vessel parts or furnishings to life-saving purposes
    • B63C9/30Floatable furniture

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Ocean & Marine Engineering (AREA)
  • Emergency Lowering Means (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 61: Rettungswesen.
in PARIS.
Vorliegende Erfindung betrifft eine für den Fall eines Schiffbruches zu benutzende, aus Röhren zusammengesetzte Rettungsvorrichtung, welche für gewöhnlich als Matratze für die Schiffsbetten dienen soll. Auf beiliegender Zeichnung wird eine derartige, mit vier Röhren oder Cylindern und einem Ueberzug versehene Matratze durch Fig. 1 und 2 dargestellt, während die Fig. 3, 4 und 6 dieselbe, in einem hölzernen Rahmen untergebracht, veranschaulichen. Fig. 5 zeigt die Aufhängungsweise einer solchen Matratze an einem ihrer Enden. Fig. 7 und 9 geben ein Bild von einer in eine Rettungsvorrichtung für eine Frau und ein Kind umgewandelten Matratze, Fig. 8 und 10 dagegen von einer derartigen Rettungsvorrichtung für eine Person. Fig. 11 verdeutlicht die verschiedenen Mittel, um den Apparat bei einem Schiffbruche zu bewegen. Schliefslich veranschaulichen die Fig. 12 bis 14 eine Modification im Querschnitt, Grundrifs und in der Seitenansicht.
Wie aus der Zeichnung zu ersehen, besteht die Rettungsvorrichtung aus einer Anzahl geeigneter, luftdicht geschlossener Cylinder A. Letztere sind entweder aus einem mit einer Leinwandhülle umgebenen Kautschukrohr oder aus einer von zwei mit Kautschuk getränkten Geweben eingeschlossenen Kautschukplatte hergestellt. Bei letzterer Anordnung haftet die Kautschukplatte fest an dem Gewebe. Diese so gebildeten Cylinder werden neben einander durch Nähte vereinigt und aufserdem, falls sie als' Matratze dienen, in einem gemeinsamen leinenen Ueberzug untergebracht. Um jeden der Cylinder nach Bedarf mit Luft oder dergleichen anfüllen oder von dieser entleeren zu können, ist an dem einen Ende derselben ein Hahn C vorgesehen. Nach Entfernung des gemeinsamen Ueberzuges B kann man den mittleren Theil der Matratze öffnen, indem man die beiden centralen Cylinder abhebt, zwischen welchen ein wasserdichter Sack E, Fig. 7 bis 10 angebracht ist. Dieser Sack E besitzt die Gestalt des unteren Theiles eines Nachens und ist in wasserdichter Weise mit zwei wasserdichten Beintheilen FF verbunden, welche in Fufstheile endigen, deren Sohle durch eine Bleiplatte beschwert wird. Bel· Benutzung der Matratze als Rettungsmittel werden die centralen Cylinder von einander entfernt und der Sack E nebst den Beintheilen F in der durch die Fig. 7 bis 10 angedeuteten Weise ausgebreitet. Soll dagegen die Matratze als Unterlage zum Schlafen verwendet werden, so bringt man die Cylinder wieder an ihren Platz und legt den Sack zusammengefaltet zwischen die beiden centralen Glieder, welche sich nur lose berühren. Die Steifheit der Cylinder A wird durch metallene Stäbe, Rohre und Bambusstangen G aufrecht erhalten. Auch kann man in den Sack E ein Brettchen schieben, um seine Form zu bewahren. Beim Gebrauch als Rettungsmittel nimmt man, nachdem die mittleren Cylinder, wie angegeben, weggeschoben worden, in dem Sacke und den Beintheilen Platz, schnallt einen an dem Sacke vorgesehenen Riemen H um den Leib, um
das Eindringen des Wassers zu hindern, und legt um die Schultern ein Band I, welches gestattet, den Apparat bis zum Sturze in das "Wasser leichter zu tragen und bei der Rettung einer Frau oder eines Kindes eine feste Verbindung zwischen der Person und dem Apparate bildet. Die Bleiplatten bringen letzteren immer in seine richtige Lage, so dafs der Obertheil und der Kopf des Schiffbrüchigen stets über Wasser bleibt. Die Matratze kann auch derartig eingerichtet werden, dafs sie zur Rettung zweier Personen, z. B. einer Frau und eines Kindes dient, wie aus Fig. 7 und 9 zu ersehen. Um leichter zwischen die beiden mittleren Cylinder zu gelangen, braucht man sie nur nicht so stark auszudehnen wie die übrigen, ohne merklich der Schwimmfähigkeit des Apparates zu schaden, da dieser bedeutend mehr Wasser verdränst, als dem Gewichte eines Menschen entspricht.
Die Rettungsmatratze ist an den Seiten mit Ringen oder Stricken K versehen, welche fest mit einem den ganzen Umfang des Systems schützenden Kabel J verbunden sind. Diese Ringe oder Stricke gestatten, die Matratzen an ein Tau anzulegen oder an einander zu koppeln, so dafs in letzterem Falle ein unversenkbares Flofs gebildet wird. Eine Anzahl auf diese Weise vereinigter Matratzen kann auch als Transportmittel auf den Strömen und Flüssen der Colonien benutzt werden.
Bei der durch die Fig. 12 bis 14 gekennzeichneten Modification bestehen die mittleren Cylinder je aus drei kürzeren Cylindern LMN und sind derartig angeordnet, dafs in dem Mittelpunkte ein leerer Raum entsteht, welcher für gewöhnlich durch die mittleren kürzeren Cylinder MM ausgefüllt wird. Letztere sind an einander befestigt und aufserdem mit den hinteren Cylindern N N durch ein Scharnier von Stoff verbunden. Wenn die mittleren Cylinder M M den erwähnten leeren Raum ausfüllen, so erhält man eine gewöhnliche Matratze, welche dann mit einer dichten Hülle umgeben wird, um ein bequemeres Ausruhen herbeizuführen. Als Rettungsmittel verwendet, stellt man den durch die Cylinder MM ausgefüllten leeren Raum dadurch her, dafs man mit Hülfe des Scharniers die Cylinder MM umklappt, welche dann dem Schiffbrüchigen als Kopfkissen dienen können. Auch unterstützen diese kürzeren Cylinder MM die Bleisohlen in dem Wiederaufrichten des Apparates, wenn dieser umgekehrt in das Wasser gestürzt ist. Anstatt eines grofsen dichten Sackes E kann auch ein kleiner Sack P dazu benutzt werden, um die Beine des ermüdeten Reisenden aufzunehmen; man kann auch den für die Beine bestimmten Sack durch einen an der Matratze befestigten Riemen ersetzen. Um die Steifheit in der Längsrichtung zu erhalten, werden passende Stäbe an dem unteren Theile der Matratze zwischen den einzelnen Cylindern angebracht. Aufserdem ist, um das Erreichen eines bestimmten Punktes zu vermitteln, der Apparat nach Bedarf mit Rudern ausgestattet, welche die Form eines Regenschirmes besitzen und nach Art der Füfse von Schwimmvögeln wirken.
Wie bereits bemerkt, können diese Matratzen-Rettungsboote auch als Schlafunterlagen benutzt werden, nachdem der Sack und die Beintheile zwischen die beiden mittleren Cylinder gelegt und diese einander wieder genähert sind. Denn die in dem Innern eingeschlossene Luft bewirkt eine sehr elastische Unterlage. Aufserdem kann man die Vorrichtung durch eine dichte Umhüllung noch weicher machen. Die so hergestellte Matratze wird entweder in einer gewöhnlichen Bettstelle oder in einem aus Bambus, Holz oder Metall angefertigten Gestell untergebracht, welches mit einem aus Brettern, einem Geflecht, einem Gewebe oder einer Gurtung bestehendem Boden versehen ist. Wenn die Matratze ohne Gestell gebraucht wird, so legt man dieselbe in einen Rahmen, Fig. 3 und 4, welcher aus hölzernen Stäben jR besteht. Letztere sind an ihren Enden mittelst Gurte, Riemen oder Tauwerk S auf einer Brustplatte T vereinigt, welche ein wenig concav gebogen und mit besonderem Vorsprunge versehen ist, dessen einer Theil einen Ring U zur Aufnahme der Riemen etc. trägt, und deren anderer Theil eine rechtwinklige Ausnehmung zum Durchstecken einer rechteckigen Eisenstange V erhalten hat, so dafs auf diese Weise zwischen sämmtlichen Cylindern der Matratze eine feste Verbindung gebildet wird. Die Stange V ist an einem Ende mit einem Griff und Teller, an dem anderen Ende dagegen mit einem Vorstecker versehen. Die Stäbe R sind in kurzen Zwischenräumen durch Gurte mit einander verbunden, deren Enden, durch Schnallen, Knöpfe oder Haken vereinigt, um die Matratze greifen. Zwei oder drei der inneren Stäbe werden auf ihrer ganzen Länge durch Flacheisen, U- oder T-Eisen versteift. Ferner gestattet ein besonderer Aufhänger, der Matratze verticale Bewegungen zu ertheilen, welche genügen, um die Stöfse oder das Schwanken von Waggons oder Wagen bezw. von Schiffen aufzuheben. Zu dem Zwecke ist der Rahmen der Matratze an seinen Enden an einen Haken W gehängt, dessen Backe X von einer Spiralfeder Y getragen wird. Kautschukscheiben vermindern aufserdem das Auf- und Abgehen der Backen X bei einem sehr scharfen Stofse. Bei Unterbringung der Matratze in einem Gestell wird dieses in derselben Weise wie der Rahmen aufgehängt.
Die aus Cylindern zusammengesetzte Matratze eignet sich auch sehr gut zu Feldbetten,
besonders wenn diese zur Aufnahme von Kranken und Verwundeten bestimmt sind; für letztere Verwendung ersetzen sie sehr vortheilhaft die Hängematten. Es genügt, dieselben in einem mit Geflecht oder Gurtung ausgestatteten Rahmen unterzubringen, welcher nach Art der Hängematten aufgehängt wird. Diese Vorrichtung, welche berufen ist, gute Dienste bei Seereisen zu thun, bietet sämmtliche Vortheile einer hygienischen Unterlage, besonders da die elastische Masse aus Luft besteht, welche sehr leicht und sehr schnell ersetzt werden kann. Der Schwefel der Kautschukcylinder übt auf den Menschen keine schädlichen Einwirkungen aus, vielmehr bekämpft derselbe mit Erfolg die Ansteckungsstoffe des Typhus, der Cholera und anderer Krankheiten. Diese Vortheile machen eine derartige Matratze sehr empfehlenswerth, welche mit Rücksicht auf ihre Leichtigkeit und des geringen Raumes nach Entfernung der Luft, den Bedürfnissen der Reisenden, Naturforscher und selbst den ins Feld gerückten Armeen in hohem Grade entsprechen. Für diese Fälle sind selbstverständlich der Sack und die Beintheile überflüssig, welche nur bei einer Seereise Verwendung finden können.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Eine für gewöhnlich als Matratze zu benutzende Rettungsvorrichtung bei Schiffbrüchen, gekennzeichnet durch die Combination mehrerer für Gas undurchlässiger, unter einander parallel vereinigter und durch Luft aufgeblasener Cylinder mit einer Tasche und mit Beintheilen, welche, für Wasser undurchlässig und durch Bleisohlen beschwert, unter einer Oeffnung untergebracht werden, die in dem mittleren Theile der Matratze durch Wegnahme zweier Cylinder oder durch Aufklappen von Theilen der Cylinder behufs Durchsteckens der Beintheile gebildet ist, wobei Ruder, welche wie die Füfse der Schwimmvögel wirken, angebracht sein können.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT44965D Matratze als Rettungsvorrichtung bei Schiffbrüchen verwendbar Expired - Lifetime DE44965C (de)

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DE (1) DE44965C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE959713C (de) * 1953-08-13 1957-03-07 Andre Fest Rettungsgeraet fuer Schiffbruechige
US6257943B1 (en) * 2000-05-18 2001-07-10 Sportsstuff, Inc. Inflatable vehicle

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE959713C (de) * 1953-08-13 1957-03-07 Andre Fest Rettungsgeraet fuer Schiffbruechige
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