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Anlage zum Waschen von Kohlen und anderen Mineralien mit zwei oder
mehreren Stromsetzapparaten mit vollem Niveau und regelbaren aufsteigenden Strömen,
welche längs eines Stromgerinnes angeordnet sind. Vorliegende Erfindung soll eine
Verbesserung von Anlagen mit Stromapparaten zum Waschen von Mineralien und Kohlen
bezwecken,besonders von solchenKohlenwäscheeinrichtungen, in denen zwei oder mehrere
Stromsetzapparate mit vollem Niveau, die von aufsteigenden regelbaren Strömen durchflossen
werden, längs eines geneigten Stromgerinnes angeordnet sind, in dem das Gut vorläufig
unter dem Einfluß eines sogenannten Horizontalstromes nach dem spezifischen Gewicht
in übereinanderliegende Schichten geordnet wird. Die jeweilige Unterschicht wird
durch einen oder mehrere in das Stromgerinne eingeschaltete Stromsetzapparate abgeführt.
Die Sonderausführung der in Frage stehenden Stromsetzapparate ist in den deutschen
Patentschriften 331035 und 33872,4 vom 9. Juni igi6 und 35o 685 vom 15. November
igi9 unter dem Namen des Erfinders vorliegender Erfindung beschrieben. Nach der
Patentschrift 33 i 035 wird ein Teil der von den Stromapparaten ausgetragenen
Produkte durch ein Becherwerk und eine Schurre am Kopfende des Gerinnes wieder aufgegeben.
Das wesentliche Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht in der Anordnung eines
besonderen Zusatzstromsetzapparates, welcher den bisherigen an der Stromrinne vorgeschaltet
ist, und zwar stromaufwärts der Aufgabestelle des Rohgutes. Wiederum oberhalb dieses
Zusatzstrornapparates werden der entsprechend rückwärts verlängerten Stromrinne
in der durch die Patentschrift 331 035 bekannten Weise die Produkte wieder
zugeführt, welche durch den ersten oder die ersten der bisherigen Stromsetzapparate
abgeführt sind.
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Der Vorteil, der durch diese Einrichtung erzielt wird, besteht vor
allem darin, daß das aus dem ersten Strornapparat oder den ersten Stromapparaten
der Anlage mittels schwach aufsteigenden Stromes ausgeschiedene Produkt nur sehr
feine und abgeflachte Berge enthält sowie eine unregelmäßige Menge eines Produktes
einer mittleren Dichte (mit einem Aschengehalt von z. B. 3o bis 65 Prozent), dagegen
keine Reinkohle (mit einem Aschengehalt von z. B. 5 Prozent). Dieses Produkt, in
dem die schwersten Anteile des Rohgutes
bereits stark angereichert
sind, wird in der stromaufwärts des Hauptgerinnes gelegenen Gerinneverlängerung
nochmals für sich auf ganz reine Berge und ein sich in das Rohgut einschiebendes
unreines Produkt verwaschen. Weil dabei nur zwei Arten von Bestandteilen eines besonders
niedrigen Gutsstromes voneinander zu trennen sind, nämlich die Berge und das Zwischenprodukt,
so wird in einer leicht regelbaren Weise und mit einem außerordentlich schwachen
aufsteigenden Strome die Ausscheidung der reinen Berge jeder Form und Größe ermöglicht.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt,
und zwar zeigt: Abb. i einen schematischen Längsschnitt einer Ausführungsform einer
gemäß der Erfindung eingerichteten Wäscheanlage, Abb.2 bis 7 Querschnitte verschiedener
Stellen des Stromgerinnes der in Abb. 1 dargestellten Anlage, Abb. 8 eine schematische
Längsansicht einer geänderten Ausführungsform einer gemäß der Erfindung eingerichteten
Wäscheanlage, welche besonders für die Behandlung von Rohprodukten mit einem Gehalt
an unreinen, d. h. verwachsenen Teilchen bestimmt ist, und Abb. 9 bis 14 Querschnitte
verschiedener Stellen des Stromgerinnes für die Anlage nach Abb. S.
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In den verschiedenen Stromgerinnequerschnitten sind die durch die
verschiedenen Arten der Produkte gebildeten Schichten auf folgende gebräuchliche
Art dargestellt: die kreuzweise schräge Sc hraffur stellt die reinen Berge dar;
die senkrechte Schraffur veranschaulicht die Zwischen- oder Regulierprodukte, die
punktierten Flächenteile bezeichnen reine Kohlen, die wagerechte Schraffur bezeichnet
die Rohprodukte, die wagerecht gestrichelte Schraffur bezeichnet Wasser.
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Die Schnitte Abb. 2, 3, 4, 5, 6, 7 sind geführt gemäß den Linien 2-2,
3-3, 4-4, 5-5, 6-6, 7-7 der Abb. i, während die Schnitte der Abb. 9, 1o, 11, 12,
13, 14 geführt sind gemäß den Linien 9-9, io-io, 11-1i, 12-i2, 13-i3, 14-14 der
Abb. B.
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Mit Bezug auf Abb. i enthält die Einrichtung ein Stromgerinne a, welches
etwas zur Horizontalen geneigt ist. Das Rohgut wird durch einen Trichter t? aufgegeben.
Das Stromgerinne ist gemäß der Erfindung stromaufwärts verlängert. Das Verlängerungsstück
ist mit rz' bezeichnet. Längs des mit a bezeichneten unteren Gerinneteiles sind
Stromsetzapparate c, d mit vollem Niveau angeordnet, im vorliegenden Beispiel zwei.
Ein Schöpfbecherwerk h ist so angeordnet, daß es die von dem letzten der Stromsetzapparate
des Stromgerinnes d ausgeschiedenen Produkte erfaßt und sie durch die Rutsche l
dem Stromgerinne a unterhalb der Einführungsstelle des Rohgutes wieder zuführt.
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Ein Zusatzstromsetzapparat in von bekannter Bauart befindet sich gemäß
der Erfindung an dem Gerinneteil a' oberhalb der Einlaufstelle des durch den Trichter
b eingeführten Rohgutes. Ein Schöpfbecherwerk it führt unter Vermittlung einer Rutsche
o die durch den ersten stromabwärts der Einführungsstelle der Rohprodukte in dem
Stromgerinne gelegenen Stromsetzapparate abgeführten Produkte oberhalb des Zusatzapparates
in wieder in das Verlängerungsstück ä zurück. Endlich ist noch ein Schöpfbecherwerk
q vorgesehen zur Abführung der durch den Stromsetzapparat in ausgeschiedenen Produkte.
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Die in Abb.8 dargestellte Anordnung ist insbesondere für die Behandlung
solchen Rohgutes bestimmt, das viel unrein verwachsene Stücke mit et-#va 3o_bis65
Prozent Kohlengehalt enthält. Die Anlage enthält unter anderem eine Brechvorrichtung
oder einen durch geeignete- Mittel angetriebenen drehbaren Brecher 7, der in dem
Stromgerinneverlängerungsstü ck a` zwischen dem Zusatzstromsetz--apparatm und der
kohgutaufgabestelle angeordnet ist.
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Die Wirkungsweise der in Abb. i dargestellten Wäscheanlage ist folgendermaßen:
Das Rohgut wird durch den Trichter b in das Stromgerinne a geschüttet, in dem es
durch den Horizontal-%zasserstrom mitgerissen und derart nach der Dichte geschichtet
wird, daß unmittelbar vor dem Stromsetzappar at c (Schnitt Abb. 5) das Gut in drei
Übereinandergelagerte Schichten getrennt ist, und zwar liegen auf dem Boden des
Gerinnes die Berge (Schiefer), auf diesen liegen die Mischprodukte und endlich oben
die reinen Kohlen. Durch den Apparat c werden nun bei entsprechender Regulierung
des aufsteigenden Stromes nicht nur reine Berge, sondern auch ein Teil der Mischprodukte
abgeführt, so rläß an der Stelle des Stromsetzapparates d cler Querschnitt des Gutsstromes.
das in Abb. 6 dargestellte Aussehen zeigt, d. h. der Rest der Zwischen- oder Mischprodukte
bildet hier die Bodenschicht, auf der nun die Schicht reiner Kohlen liegt. An dieser
Stelle ist es ein leichtes, durch den St@omsetzapparat d die Mischprodukte abzuziehen
sowie einen Teil der reinen Kohlen, so daß man Sicherheit hat, am unteren Ende des
Stromgerinnes a. (Schnitr Abb.7) nur unbedingt reine Kohlen zu erhalten. Der Apparat
d kann der der Regulierprodukte genannt werden; weil er Regulierprodukte in dem
Sinne erzeugt, als diese
Produkte durch das Schöpfbecherwerk h in
das Stromgerinne a etwas oberhalb der Ein-]aufstelle des Rohgutes zurückgeleitet
werden und, da sie aus Teilchen mittlerer Dichte bestehen, eine Scheidewand zwischen
den extretnen Produkten bilden, wie Abb. 5 zeigt.
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Die durch den Stromsetzapparat c abgeführten Produkte, welche aus
Bergen und einem Teil der Mischprodukte, und zwar gerade .der dichtesten, bestehen,
werden, wie bereits erwähnt, in das Verlängerungsstück a' des Waschgerinnes oberhalb
des Zusatzstromsetzapparates in zurückgeschickt, welcher der Stromsetzapparat für
reine Berge genannt werden kann. Vor diesem Zusatzstromsetzapparat in (Abb. 2) ist
das Gut in zwei Schichten auseinandergezogen, und zwar eine reine Bergeschicht am
Boden des Gerinnes und eine obenaufliegende schwere Mischproduktenschicht. Nachdem
durch den Zusatzapparat zfa der Hauptteil der reinen Berge abgezogen ist, enthält
das Zusatzstromgerinne cä unmittelbar unterhalb des Stromsetzapparates in noch dichte
Mischprodukte und einen geringen Rest Berge (s. Schnitt Abb.3). Diese Schicht, beides
zusammen, wird sich in das weiter unterhalb aufgegebene Rohgut (s. Schnitt Abb.
4) einschieben und vergrößert somit, wie man sich beim Vergleich der Abb. d. und
5 klarmachen kann, die Dicke der Mittelschicht zwischen Kohlen und Bergen.
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Entsprechend dem Anwachsen der Höhe der Schicht der Mischprodukte
werden unter Aufrechterhaltung einer erheblichen Gesamthöhe des Gutsstromes dessen
Reinkohlen mitsamt den obersten reineren Anteilen von mindestens etwa 5o Prozent
Kohlengehalt in der Flutrinne weitergeführt, während die schweren Mittelprodukte,
also die aschehaltigten, bis zu einem Kohlengehalt von höchstens 5o Prozent mit
den reinen Bergen abgeführt werden.
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Wenn die Rohprodukte eine größere Menge unrein verwachsener Teilchen
enthalten, ist eine Anlage der in Abb.8 dargestellten Art zweckmäßig, mit einer
Brechvorrichtung zum Aufschließen der die Kohlen und Berge in Verwachsung enthaltenden,
über den Zusatzstromapparat hinweggehenden Teilchen, um die Menge der verwachsenen
Gutsbestandteile zu verringern. Stromabwärts der Brechvorrichtung weist der Querschnitt
des Gutsstrornes (s. Abb. i i) im wesentlichen zwei Schichten auf, und zwar eineKohlen-
und eine Bergeschicht, welche sich dann mit dem Rohgut mischen und zusammen damit
gesetzt werden. Die Abb. 9 bis 14 geben ein Bild von den Veränderungen des Gutsstromes
im Lauf durch das Stromgerinne bei Anwendung der durch Abb.8 veranschaulichten Anordnung.
Der Aufschluß des verwachsenen Gutes durch die Brechvorrichtung ist sehr wirksam
und vollständig, da selbst, wenn unrein verwachsene Teilchen unaufgeschlossen während
des ersten Durchganges der Brechervorrichtung entschlüpfen, sie immer wieder zu
dieser zurückgebracht werden, bis das »Abspalten« ihrer kohligen Teile von den bergigen
vollständig ist.
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Es sei noch besonders darauf hingewiesen, daß die Erfindung wohl auf
das durch die Ansprüche gekennzeichnete, keinesfalls aber auf die gezeichneten Ausführungsformen
beschränkt ist, und besonders, daß die Schöpfbecherwerke, die in der dargestellten
Anordnung gezeichnet sind und den Zweck haben, die durch verschiedene der Stromsetzapparate
abgeführten Produkte in das Stromgerinne zurückzubringen, durch jedes andere geeignete
mechanische Mittel, welches denselben Zweck erreichen läßt, ersetzt werden können,
und insbesondere durch Pumpen, falls das Rohprodukt sich nur aus Teilchen kleiner
Abmessungen zusammensetzt.