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Einrichtung zum Belüften von Keimtrommeln. Die Erfindung betrifft
eine Einrichtung zum Belüften von Keimtrommeln mit eingebautem Sieb, bei welcher
beliebig temperierte oder befeuchtete, frische oder gänzlich oder teilweise wiederverwendete
Luft von den Trommelstirnseiten zugeführt wird. Es sind Belüftungseinrichtungen
bekannt, bei denen die Luft ständig in derselben Längs- und Querrichtung durch die
Trommel oder Trommelabteilungen geleitet wird. Diese Belüftung ist bekanntermaßen
ungenügend und wird auch allein durch zeitweiligen Richtungswechsel des Luftstroms
nicht nennenswert
verbessert, da das Wachstum des Keimguts von
vornherein nicht gleichmäßig angeregt bzw. gefördert wird. Außerdem erfordern diese
Einrichtungen schwierige und kostspielige Trommelbauarten und eignen sich insbesondere
nicht für eine in verhältnismäßig kurzer Zeit durchzuführende ausreichende und gleichmäßige
Belüftung besonders großer Trommeleinheiten (für Schüttungen von 400 Zentner- und
mehr) mit eingebautem Sieb, auf welchem bei Belüftung in ruhender Stellung eine
sehr hohe Gutschicht lagert.
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Gemäß der Erfindung werden solche Trommeln derart mit Luftleitungen
und Umschaltorganen verbunden, daß die Luft wahlweise oder gleichzeitig von beiden
Stirnseiten und von unten nach oben oder umgekehrt von einer Stirnseite durch die
Trommelgetrieben werden kann. Infolgedessen können alle Möglichkeiten einer Längs-
und Querbelüftung und ohne entsprechende bauliche Ausbildung der Trommel selbst
vereinigt zur Anwendung gebracht werden, so daß eine gründliche und gleichmäßige
Belüftung des ganzen Trommelinhalts mit Sicherheit erreicht werden kann.
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Hierbei ist außerdem die Anordnung des Luftkanalsystems in Verbindung
mit den Belüftungs- und Befeuchtungsvorrichtungen sowie den Regel- und Umschaltorganen
eine solche, daß trotz der vielfachen Belüftungsmöglichkeiten eine einfache und
raumsparende bauliche Einrichtung geschaffen ist.
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Eine weitere Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß die die Luftkanäle
beherrschenden Lüfter unter sich durch eine Leitung mit Umschaltorganen verbunden
sind, um wahlweise eine Ableitung oder wiederholte Umleitung der gesamten oder eines
Teils der verbrauchten Luft zu ermöglichen.
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Die Zeichnungen zeigen schematisch ein Ausführungsbeispiel einer solchen
Belüftungseinrichtung.
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Abb. i ist ein senkrechter Längsschnitt durch die ganze Anlage, Abb.
2 ein Schnitt nach a-b (Abb. i), Abb. 3 ein Schnitt nach c-d (Abb. i), Abb. 4 ein
Schnitt nach c-f (Abb. i), Abb. 5 ein Schnitt nach g-h (Abb. i), Abb. 6 ein Schnitt
nach i-k (Abb. i), . Abb. 7 ein Schnitt nach 1-m (Abb. i).
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Die Trommel i besitzt an beiden Stirnseiten leere Raumabteilungen
2 und ein eingebautes Sieb 3. Ihr Außenmantel kann ganz oder teilweise luftdurchlässig
oder -undurchlässig oder abschließbar sein, jedoch muß er so ausgebildet sein, daß
gegenüber dem Sieb 3 luftdurchlässige Teile 4 vorhanden sind (Abb. i und q:). Mit
beiden Stirnseiten der Trommel sind Luftzuleitungsstutzen 5, 6 verbunden, deren
vorderer 5 durch ein Zweigrohr 7 in einen zweckmäßig oberhalb der Trommel angeordneten
Luftkanal 8 und deren hinterer 6 durch ein Zweigrohr g in einen zweckmäßig unter
der Trommel liegenden Luftkanal io einmündet. Der vordere Stutzen 5 ist ferner mit
einer Abteilung 12 einer Kammer i1 verbunden, in welche die nicht dargestellten
bekannten Einrichtungen zum Erwärmen oder Kühlen sowie Befeuchten der eingeführten
Luft vor ihrem Eintritt in die Trommel eingebaut werden. In die Stutzen 5, 6, 7
sind ferner Umstellklappen 13, 14, 15 o. dgl. eingesetzt.
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Die Einführung der Frischluft erfolgt durch den Lüfter 16, der die
durch den Stutzen 25 angesaugte Luft zunächst in die Kammer 1i bläst. Letztere ist
beispielsweise durch eine Zwischenwand 17 geteilt, um eine Verlängerung des Luftweges
durch die Temperier- und Befeuchtungseinrichtung zu erzielen. Durch eine Öffnung
18 tritt- die Luft dann. von unten. in die Abteilung 12 ein, wo sie gegebenenfalls
nochmals je nach Bedarf gekühlt oder erwärmt und befeuchtet werden kann, und von
dort in den Trommelstutzen 5. An dieselbe Kammerabteilung schließt auch mit einer
Eingangsöffnung 1g der Kanal 33 bzw. 1o an.
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Zum Absaugen und Umleiten der Luft dient ein zweiter Lüfter 2o, dessen
Saugstutzen 21 an den Kanal 8 angeschlossen ist. Dieser Lüfter ist außerdem mit
dem Saugstutzen 25 des Lüfters 16 durch eine Leitung 22 verbunden, in die eine Umschaltklappe
23 o. dgl. zur Freigabe oder zum Abschließen der Ausblasleitung 24 des Lüfters 2o
eingebaut ist. Vor der Einmündungsstelle der Leitung 22 in den Stutzen 25 ist in
diesen ebenfalls eine Umstellklappe 26 eingebaut.
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Sind die Leitungen 24, 25 durch die Klappen 23, 26 geschlossen, so
muß die aus dem Kanal 8 abströmende Luft immer wieder durch die Leitung 22, Lüfter
16, Kammer 11, 12 usw. zur Trommel zurückkehren. Sind beide Klappen offen, so wird
dauernd Frischluft zugeführt. Sind sie teilweise offen, so erfolgt eine Belüftung
durch ein teils aus Frischluft, teils aus Umluft bestehendes Luftgemisch. In allen
Fällen streicht die Luft oder das Luftgemisch bei ihrem Eintritt oder ihrer Rückkehr
zuerst durch die Temperier- und Befeuchtüngsäbteilüngen 11, r2.
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Der Kanal 8 besitzt bis auf die Trommel reichende . bzw. deren luftdurchlässige
Teile 4 überdeckende =Luftfänge 32. Er mündet außer zum Stutzen _21 .des Lüfters
2o durch eine Abzweigung 27 in einen Kanal 28 (Abb. 5), der anderseits durch eine
Abzweigung 29 mit dem Kanal 1o in Verbindung steht (Abb. 7). Durch eine Umstellklappe
30 (Abb. i und 5) kann entweder nur Kanal 8 oder nur Kanal 28 mit dem Absauglüfter
2o in Verbindung gebracht werden. Ferner können durch eine Zwischenstellung der
Klappe beide Kanäle gleichzeitig von diesem Lüfter beherrscht werden. Das gleiche
kann in bezug auf die Kanäle io und 28 durch eine
Umstellklappe
31 erzielt werden. Letztere beherrscht gleichzeitig den Zugang 33 von der Kammer
i2 zum Kanal io.
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Mit dieser Einrichtung sind alle Belüftungsmöglichkeiten gegeben,
wie sie nachstehend kurz gekennzeichnet sind i. Fall: Belüftung mit Frischluft von
beiden Stirnseiten der Trommel zugleich: Klappen 26, 13, 14 geöffnet, Klappe 31
gibt Kanal 3o bzw. io, Klappe 23 die Ausblasleitung 24 frei, Klappe 3o schließt
Kanal 28 ab. Alle übrigen Klappen sind geschlossen. Luftweg: 25-16-11-12-5-33-T0-9-1-3-32-8-21-20-24.
Die Klappe 13 wird weniger geöffnet als die Klappe 14, um eine gleichmäßige Luftzufuhr
an beiden Stirnseiten der Tlommel zu erzielen.
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2. Fall: Wie i. Fall, jedoch teilweise oder gänzlich mit Umluft :
Teilweises oder gänzliches Schließen der Klappen 26, 23 bzw. der Leitungen 25, 24.
Luftweg wie i. Fall, jedoch teilweise oder gänzliche Zurückleitung der Luft aus
8 durch Leitung 22 zum Lüfter 16, von dort wiederholter Umlauf unter Mischung mit
Frischluft oder als reine Umluft.
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3. Fall: Belüftung mit Frischluft nur von der vorderen Stirnseite
der Trommel: Klappen 26, 13 geöffnet, Klappe 23 gibt die Ausblasleitung 24 frei,
Klappe 31 schließt Kanal 33, To, Klappe 30 den Kanal 28 ab. Alle übrigen Klappen
sind geschlossen. Luftweg: 25-16-H-12-5-1-3-32-8-21-20-24.
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4. Fall: Wie 3. Fall, jedoch teilweise oder gänzlich mit Umluft (siehe
die in Abb. i eingezeichneten Pfeile) : Teilweises oder gänzliches Schließen der
Klappen 26, 23 bzw. der Leitun-gen 25, 24. Luftweg der gleiche, jedoch mit
Umleitung über 22, im übrigen wie für den 2. Fall angegeben.
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5. Fall: Belüftung mit Frischluft nur von der hinteren Stirnseite
der Trommel: Klappe 14 geöffnet, Klappe 31 gibt Kanal 33 bzw. io, Klappe 23 die
Ausblasleitung 24 frei, Klappe 30 schließt Kanal 28 ab. Alle übrigen Klappen
sind geschlossen. Luftweg: 25-16-11-12-T9-33-ro-9-6-1-3-32-8-2i-2o-24.
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6. Fall: Wie 5. Fall, mit der bereits für den 2. und 4. Fall angegebenen
Umleitung.
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In allen bisher angegebenen Fällen erfolgt die Durchlüftung des auf
dem Sieb 3 ruhenden Keimguts in der Richtung von unter nach oben. Soll eine Durchlüftung
von oben nach unten stattfinden, so ergibt sich für Belüftung mit Frischluft folgender
7. Fall: Klappen 26, 15, 14 geöffnet. Klappe 31 schließt Durchgang 33, Klappe
30 Kanal 8 ab. Luftweg: 25-16-iT-12-5-7-8-32-i-3-6-9-io-29-28-21-20-24. Außerdem
ist für diese Belüftung die für den 2, 4. und 6. Fall angegebene Umleitung durch
entsprechende Einschaltungen der Lüfterverbindungsleitung 22 ebenfalls möglich.
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Um die erforderliche Sättigung der durch den Kanal io zum hinteren
Stirnende der Trommel geleiteten Luft mit Sicherheit aufrechtzuerhalten, kann am
Kanalausgang, unmittelbar vor dem Übergangsstutzen 9, noch eine zweite Befeuchtungsvorrichtung
angeordnet werden.
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Die baulichen Einzelheiten der ganzen Belüftungseinrichtung sind natürlich
im einzelnen je nach den örtlichen, insbesondere den Raumverhältnissen, sowie den
Leistungsmengen und entsprechend dem zu erzielenden Endprodukt unter Zugrundelegung
desselben Erfindungsgedankens in mehrfacher Hinsicht gegenüber den rein schematischen
zeichnerischen Darstellungen veränderbar.