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Arbeitsmaschine, insbesondere für Bäckereizwecke, mit Vorrichtung
zur gleichzeitigen Bewegung mehrerer Arbeitsgeräte von einer gemeinsamen Antriebswelle
aus. Die Erfindung bezieht sich auf eine Arbeitsmaschine mit Vorrichtung zur gleichzeitigen
Bewegung mehrerer Arbeitsgeräte von einer gemeinsamen Antriebswelle aus, wie solche
im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe, in Fabriken für die Herstellung pharmazeutischer
und chemischer Produkte usw. Verwendung finden. Diese Maschine kann sowohl zum Kneten
und Mischen von pulverigen, fettigen und flüssigen Massen, zum Schlagen und Rühren
von Rahm,
Eiern, Butter usw. sowie als Passier-, Eis- und allgemeine
Küchenmaschine verwendet werden, derart, daß mit einer einzigen Maschine die verschiedensten
Arbeiten auf gedrängtestem Raume ohne teure Betriebseinrichtung ausgeführt werden
können. Sie gestattet, im Gegensatz zü bereits bekannten Mischmaschinen für das
Konditorei- und Hotelgewerbe mehr verschiedenartige Arbeitsgeräte unabhängig voneinander
mit den zu ihnen passenden Umdrehungsgeschwindigkeiten und Arbeitsbahnen in Betrieb
zu setzen, ohne daß das eine Arbeitsgerät irgendein anderes beeinflußt. Die Arbeitsgeräte
müssen also nicht wie bei bekannten Maschinen in kurzen Zeitabständen gewechselt
werden, und die verschiedenen Massen können, statt nacheinander, gleichzeitig verarbeitet
werden, wodurch der Betrieb wirtschaftlicher gestaltet werden kann. Die konstruktive
Durchbildung der Universalmaschine ist trotzdem eine sehr einfache und gedrängte,
so daß sie wenig Platz und Kraft beansprucht.
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Die Arbeitsmaschine gemäß der Erfindung zeichnet sich dadurch aus,
daß eine auf der gemeinsamen Antriebswelle verschiebbare Kupplungshülse auf der
einen Seite einen Kupplungsteil für ein loses Zahnrad zum Antrieb eines Knetwerkes
und ein Kegelrad zum Antrieb eines verschiebbaren Kegelrades einer Welle für ein
anderes Arbeitszeug trägt, während auf der anderen Seite der Kupplungshülse ein
Kegelrad und ein Reibrad vorgesehen sind, welche wahlweise, j e nach der Zähigkeit
der zu verarbeitenden Masse, den Antrieb einer Kurbelscheibe für einen Schläger
vermitteln und von denen ersteres die Antriebsbewegung fernerhin noch auf ein Kegelrädergetriebe
nebst einem in einem Getriebekasten liegenden Übersetzungsgetriebe für ein Ansteckgerät
überleitet, wobei auch das Reibradgetriebe zum Antrieb dieses Ansteckgerätes benutzt
werden kann.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
in seiner Anwendung zum gleichzeitigen Kneten von Teig und Schlagen oder Rühren
von Eiern, Rahm usw. nebst weiteren Arbeitsgelegenheiten.
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Abb. i zeigt dasselbe in Seitenansicht; Abb. 2 zeigt den eigentlichen
Antrieb in wagerechtem Längsschnitt; Abb. 3 ist ein wagerechter Teilschnitt, teilweise
ein Grundriß hierzu; Abb. 4 ist ein Querschnitt nach Linie A-B von Abb. 2 ; Abb.
5 ist ein Querschnitt nach Linie C-D von Abb. i.
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Auf der Antriebswelle i sitzt an einem Ende die Antriebsscheibe 2,
die an der Nabe mit einer Kupplungshälfte a versehen ist. Dieser gegenüber steht
die Kupplungsgegenhälfte b, die mittels des Hebels 3 und eines Exzenterzapfens 4
auf dem getrerinteii Wellenstück g an einer Keilbahn verschiebbar ist. Durch diese
Anordnung kann ein im Gehäuse 5 liegendes Winkelrädergetriebe c von der Antriebsscheibe
:2 aus- bzw. an diese angekuppelt werden. Das Getriebe c setzt eine senkrechte Welle
6 in Umdrehung. Gemäß Abb. i dient die Welle i zum Antrieb eines Schlägers 34 mittels
einer Scheibe 8 am unteren Wellenende.
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Ungefähr in der Mitte der Welle i trägt diese ein Zahnrad io, welches
lose auf der Welle i sitzt und durch eine mit Kupplungsklauen versehene Hülse =i,
die auf der Welle i in achsialer Richtung verschiebbar ist, aus- und eingerückt
werden kann. Die Verschiebung der Hülse =i erfolgt mittels eines Handhebels =g,
der eine Sperrscheibe 17 trägt und durch einen Arm mit einer Rille der Hülse =i
in Eingriff steht.
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Auf der Hülse =i sitzt sodann ein Kegelrad 13, welches mittels eines
größeren verschiebbaren Kegelrades 14 eine unter go ° zur Hauptwelle i liegende
wagrechte, zur Seite führende Arbeitsgerätwelle 6o mit verminderter Drehzahl antreiben
soll. Das Zahnrad 14 kann durch die Scheibe 15 mit dem Exzenterzapfen 16
nur dann in den Hülsenkolben 13 eingerückt werden, wenn ein Ausschnitt 18 an der
am Hebel =g befindlichen Scheibe 17 die Drehung der Scheibe 15 zuläßt, was dann
der Fall ist, wenn der Hebel 17 die in Abb. 3 angegebene Endstellung einnimmt. Dadurch
erhält das Kegelrad 14 seinen Antrieb. Ist dieses Kegelrad durch Drehen der Scheibe
15 um =8o ° ausgerückt, dann ist die Hülse i= frei verschiebbar auf der Welle z
zum Ankuppeln an das Zahnrad =o.
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Auf der Hülse =i sitzt ferner an dem den Kupplungsklauen 12 entgegengesetzten
Ende ein Kegelrad 2o mit darübergreifendem Reibrad 21. Durch dieses Reibrad wird
von der Welle i aus die Reibscheibe 22 angetrieben, an der jenes radial verschiebbar
angeordnet ist, um der Reibscheibe 22 eine veränderliche Geschwindigkeit zu erteilen.
Die Reibscheibe 22 steht durch die hohle Welle 23' mit einer Kurbelscheibe 23 in
Verbindung, an welche ein Schläger oder ein anderes geeignetes Arbeitsgerät angelenkt
werden kann, wenn diese Seite der Maschine zu Rühr-, Schlag-, Mischzwecken usw.
verwendet werden soll. In der Eingriffstellung treibt das Kegelrad 2o mittels des
Kegelrades24 die hohle Welle 23' und das Kegelrad 25, dessen Achse in der Verlängerung
der Antriebswelle i liegt. Die Kurbelscheibe 23, die in der Mitte gelocht ist, gestattet
auch das zentrale Einstecken eines Passiergerätes o. dgl.
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Die Reibscheibe 22 wird durch die Feder 26 gegen das Reibrad 2i angedrückt
und kann durch den Hebel 27 mittels eines Hubexzenters vom Reibrad 21 abgehoben
werden. Die Reibscheibe 22 kann also ausgerückt werden, ohne daß damit der Lauf
der Kegelräder 2o, 24 beeinflußt wird. Das Reibgetriebe 21, 22 wird benutzt
werden,
wenn weniger zähe Massen zu bearbeiten sind, während für die Bearbeitung zäher Massen
der zwangläufige Antrieb durch die Kegelräder 2o, 24 in Betracht kommt.
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Das in der Fortsetzung der Antriebswelle i liegende Kegelrad 25 wird
durch das Reibgetriebe 21, 22 oder die Kegelräder 2o, 24 in entsprechende Umdrehung
versetzt. Dieses Kegelrad 25 nimmt in einer mit Keilnuten versehenen Öffnung eine
kurze Welle 52 auf, welche durch ein Zahnrad 30 ein Innenzahnrad 29 antreibt,
das mit einem Einsteckzapfen 53 (Abb. 3) zur Ankupplung der Welle eines Umlaufgerätes
versehen ist und mit dem Zahnrad 30 im Innern eines Gehäuses 28 liegt. Letzteres
trägt zwei Tragstangen 31, auf welche die zu verwendenden- Arbeitsgeräte mittels
geeigneter Führung aufgeschoben werden können, so daB deren Triebwelle in die mit
Keilnuten versehene Öffnung des Zapfens 53 eindringt. Vermöge des Übersetzungsverhältnisses
zwischen Zahnrad 30 und Innenzahnrad 29 erhält man für das Aufsteckgerät
die richtige Umdrehungsgeschwindigkeit.
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Der Getriebekasten 32, welcher das Kegelrädergetriebe 20, 24, 25 sowie
das Reibgetriebe 21, 22 trägt, kann auf der Gestellkonsole 33 um die Wellenachse
herum verdreht werden, so daB die Achse der Kurbelscheibe 23, welche den Schläger,
Mischflügel usw. anzutreiben hat, schräg eingestellt werden kann und so dieser,
je nach der erforderlichen Arbeitsweise senkrecht oder schräg in dem Kessel umlaufen
kann, um am Arbeitsende eine horizontale oder schrägliegende Arbeitsbahn zu beschreiben.
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An den Scheiben 8 und 23 ist zur Aufnahme des kugelförmigen Gelenkes
des Schlägers je ein radial verschiebbarer Schieber 35 vorgesehen, durch dessen
radiale Verschiebung der Arbeitsausschlag des Schlägers veränderbar ist.
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Wie aus Abb. i ersichtlich, ist für alle Arbeitsgeräte nur eine einzige
wagerechte Antriebswelle i notwendig, von welcher aus mittels des Zahnrades io und
der Zahnräder 38 die beiden Knetarme 44 in der auf einer Seite des zentralen Gestellständers
f angeordneten-Knetschüssel 48 angetrieben werden können, während an den Enden der
Welle i Getriebeköpfe für den Antrieb anderer Arbeitsgeräte vorgesehen sind. So
wird z. B. auf der in Abb. i rechten Seite durch die Scheibe 8 der Schläger 34 in
der Misch- und Rührschüssel 49 angetrieben; auf der linken Seite kann mittels des
Zahnradgetriebes 30, 29 ein Ansteckgerät, etwa eine Fleischhackmaschine, angetrieben
werden. Soll beispielsweise auch auf der linken Seite, statt geknetet, gerührt oder
gemischt werden, so wird die Knetschüssel 48 entfernt, und die Knetarme 44 werden
abgelöst, worauf man eine Misch- und Rührschüssel an Ort und Stelle bringt, einen
Schläger oder Mischflügel mit der Scheibe 23 verbindet und den Reibantrieb 21, 22
oder das Kegelrädergetriebe 2o, 24 einrückt, je nach der Zähigkeit der umzurührenden
Masse. Mittels des Getriebes 13, 14, das zwischen den Endgetrieben der Welle i liegt,
kann auch die quer zu dieser liegende wagerechte Arbeitsgerätwelle 6o angetrieben
werden.
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Die Knetarme 44 sitzen lösbar an den Traghebeln 4o (Abb. i und 5),
die an den Enden einer wagerechten Kopftraverse 5o um die Zapfen 40' drehbar gelagert
sind, wobei diese Traverse ihrerseits drehbar in einer Konsole 41 des Gestellständers
f gelagert ist. Die Traghebel 4o stehen in bekannter Weise mit den zwei eingekapselten
Zahnrädern 38 (Abb. i) in Verbindung, die ihren Antrieb vom Zahnrad io erhalten,
wenn dieses mit der Hülse ii gekuppelt ist.