DE4430133C2 - Strahlkessel zum Ausbringen eines Strahlmittels - Google Patents
Strahlkessel zum Ausbringen eines StrahlmittelsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Strahlkessel zum Ausbringen
eines Strahlmittels in Strahlsystemen
mit einer über einen beweglichen
Verschlußkegel bei Druckbeaufschlagung des Strahlkessels
verschließbaren Einfüllöffnung für das Strahlmittel, einer
Wasserzuleitung in das Innere des Strahlkessels und einem
Strahlmittelausgang, an welchen über eine geeignete
Leitungsverbindung eine mit Druckluft beaufschlagte
Strahldüse anschließbar ist.
Ein Strahlkessel mit den vorgenannten Merkmalen ist in der
DE 91 06 342 U1 beschrieben; der bekannte Strahlkessel dient
ausschließlich zum sogenannten Naßstrahlverfahren, bei
welchem in dem Strahlkessel ein Gemisch aus Feuchtsand und
Wasser gebildet und dieses unter Druck einer Strahldüse
zugeleitet wird. Mit dem Naßstrahlverfahren beziehungsweise
der dafür erforderlichen und in der DE 91 06 342 U1
beschriebenen Einrichtung ist der Nachteil verbunden, daß
eine komplizierte und damit störanfällige Einrichtung
beziehungsweise Schaltung zur Regelung des Drucks und der
Wasserzuführung erforderlich ist. Insbesondere aber ergibt
sich die Beschränkung der bekannten Einrichtung auf ein
Naßstrahlverfahren, bei welchem allein verwendbare spezielle
Strahlmittel einzusetzen sind, wobei ein gattungsgemäßer
Strahlkessel für das sogenannte Trockenstrahlverfahren nicht
einsetzbar ist.
Ein für das Trockenstrahlverfahren geeigneter Strahlkessel
ergibt sich aus der DE 30 11 344 A1; bei diesem
bekannten Strahlkessel wird das trockene Strahlmittel über
eine mit einem Sieb abgedeckte Einfüllöffnung in den
Strahlkessel eingebracht. Mit dem Trockenstrahlverfahren ist
der Nachteil verbunden, daß ein trockenes rieselfähiges
Strahlmittel Voraussetzung für den Einsatz eines
Trockenstrahl-Strahlkessels ist. Somit ergibt sich für das
Trockenstrahlverfahren der Nachteil, daß das Strahlmittel
auf der Baustelle trocken gelagert werden muß;
Strahlarbeiten bei Regenwetter sind nicht möglich, und zudem
ergibt sich bei der Strahlarbeit eine starke
Staubentwicklung. Schließlich ist ein sogenanntes
Softstrahlen mit Drücken mit 0,5 und 3 bar nicht möglich.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen
Strahlkessel zur Verfügung zu stellen, der sowohl für das
Trockenstrahlverfahren als auch für das Naßstrahlverfahren
ohne Umrüstung, lediglich mit anderer Bedienfunktion
einsetzbar ist, und zwar für jedes beliebiges Strahlmittel.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus dem Patentanspruch 1;
vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der
Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung sieht in ihrem Grundgedanken vor, daß
in die Einfüllöffnung ein mit einer auf deren Umfang
liegenden Wasserringleitung versehenes Sieb eingesetzt
ist, wobei die Wasserringleitung zum Verschlußkegel
gerichtete Wasseraustrittsdüsen aufweist und an die
Wasserzufuhrleitung anschließbar ist, wobei der
Strahlkessel unterhalb des Verschlußkegels eine
über ein Ventil verschließbare Überlauföffnung
aufweist, und eine gesonderte, in das Innere des
Strahlkessels führende Druckluftzufuhrleitung vorgesehen ist, in die
Druckminderventil eingeschaltet ist. Damit ist die
Möglichkeit gegeben, den Strahlkessel ohne Zuschaltung der
Wasserzufuhr im Trockenstrahlverfahren zu betreiben, während
für den Einsatz des Naßstrahlverfahrens lediglich die
Wasserzufuhr zur Wasserringleitung während der Einfüllung
des Strahlmittels zu öffnen ist, bis der Strahlkessel mit
dem durchtränkten Strahlmittel bis zum Anstieg des
Wasserspiegels an die Überlauföffnung gefüllt ist; da das
Naßstrahlverfahren einen über dem Druck an der Strahldüse
liegenden Druck im Innern des Strahlkessels voraussetzt, ist
erfindungsgemäß in die Druckluftzufuhrleitung ein
Druckminderventil eingeschaltet, mittels dessen der Druck in
der zur Strahldüse führenden Leitung geringer eingestellt
werden kann.
Mit der Erfindung ist der Vorteil verbunden, daß der gleiche
Strahlkessel ohne Umrüstung für das Trockenstrahlverfahren
wie auch für das Naßstrahlverfahren eingesetzt werden kann,
wobei auch jedes beliebige Strahlmittel, sei es Pulver oder
Granulat, einsetzbar ist. Insbesondere für den Einsatz beim
Naßstrahlen zeichnet sich der erfindungsgemäße Strahlkessel
durch einen einfachen und unkomplizierten und damit störun
anfälligen Aufbau aus. Da für den Strahlkessel keine
konstruktiv in besonderer Weise angepaßten Bauteile
erforderlich sind, ist ein solcher Strahlkessel auch
kostengünstig herzustellen.
Nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist zwischen
die Wasserringleitung und die Wasserzufuhrleitung ein
Injektor zum Einbringen von Additiven beispielsweise eines sogenannten
Rostverzögerers, in das in die Wasserringleitung eingebrachte
Wasser angeordnet.
Zum Schutz des in die Druckluftzufuhr eingeschalteten
Druckminderventils kann zwischen das Druckminderventil und
dem Strahlkessel ein Rückschlagventil eingeschaltet sein.
Nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist ferner an
den Strahlmittelausgang des Strahlkessels ein Mischventil
für die Zugabe von Strahlmittel in den zur Strahldüse
führenden Druckluftstrom angeschlossen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
wiedergegeben, welches nachstehend beschrieben ist;
die einzige Figur zeigt einen erfindungsgemäßen
Strahlkessel in schematischer Darstellung.
Der Strahlkessel 10 hat einen konisch nach unten zulaufenden
Strahlbehälter 11, auf den ein konkav gewölbter
Einlaßbereich 12 mit einer Einfüllöffnung 13 angeordnet ist;
der Einfüllöffnung 13 ist ein vertikal beweglicher
Verschlußkegel 14 derart zugeordnet, daß beim Anheben des
Verschlußkegels 14 aus der in der Zeichnung dargestellten
Stellung die Einfüllöffnung 13 durch den Verschlußkegel 14
verschlossen wird.
Im Bereich dem Einlasses 12 ist ein Sieb 15 angeordnet, auf
dessen äußeren Umfang eine Wasserringleitung 16 verläuft,
welche an eine Wasserzufuhrleitung 17 angeschlossen ist; wie
nicht weiter dargestellt, kann in die Wasserzufuhrleitung 17
ein Injektor zum Einbringen eines Additivs eingeschaltet
sein.
In den Strahlkessel 10 führt eine Druckluftzufuhrleitung 18,
die im Bereich des Verschlußkegels 14 endet, damit der
eingebrachte Druck auf den Verschlußkegel wirken kann. Am
unteren Ende des konischen Gefäßes 11 befindet sich ein
Strahlmittelausgang 19, an den ein Strahlmittelmischventil
20 angeschlossen ist.
Die Druckluftversorgung erfolgt von einem Kompressor 28, von
welchem eine Leitung 29 zu einer Verzweigung 21 führt; von
der Verzweigung 21 nimmt einerseits die Druckluftzufuhr
leitung 18 in den Strahlkessel 10 und andererseits eine
Leitung 22 ihren Ausgang, welche Leitung 22 zu einer
Strahldüse 23 führt; an die Leitung 22 ist das Strahlmittel
mischventil 20 angeschlossen.
In die Druckluftzufuhrleitung 18 ist ein Druckminderventil
24 eingeschaltet, wobei zwischen Druckminderventil 24 und
Strahlkessel 10 zum Schutz des Druckminderventils ein
Rückschlagventil 25 vorgesehen ist.
Der Strahlkessel 10 ist mit einer Überlauföffnung 26
versehen, die über ein Ventil 27 verschließbar ist.
Wird nun der vorstehend beschriebene Strahlkessel 10 im
Trockenstrahlverfahren eingesetzt, so wird bei geschlossener
Wasserzufuhrleitung 17 und geschlossener Überlauföffnung 26
das rieselfähige Strahlmittel über das Sieb 15 und die
geöffnete Einfüllöffnung 13 in den Strahlkessel 10
verbracht; sobald der gewünschte Füllstand im Strahlkessel
10 erreicht ist, wird die Druckluftzufuhrleitung 18
geöffnet, so daß der Verschlußkegel 14 die Einfüllöffnung 13
verschließt. An dem Druckminderventil 24 wird hinsichtlich
des in der Druckluftzufuhrleitung 18 wie auch in der
Druckluftleitung 22 zur Strahldüse 23 herrschenden Drucks
ein gleicher Wert eingestellt. Im übrigen vollzieht sich
dann der Vorgang des Trockenstrahlens in gleicher Weise wie
im Stand der Technik beschrieben.
Soll der erfindungsgemäße Strahlkessel 10 nun im Naßstrahlver
fahren eingesetzt werden, so ist es lediglich erforderlich,
während des Einbringens des Strahlmittels auf das Sieb 15
die Wasserzufuhrleitung 17 zu öffnen, so daß über die
Wasserringleitung 16 und die darin angeordneten Wasser
austrittsöffnungen das austretende Wasser das Strahlmittel
über den Einlaßbereich 12 durchtränkt und über die Einfüll
öffnung 13 das Strahlmittel in den Strahlkessel 10 spült.
Hierbei ist gleichzeitig über das Ventil 27 die
Überlauföffnung 26 geöffnet. Dieser Füllvorgang ist beendet,
wenn an der Überlauföffnung 26 Wasser austritt; dann wird
die Wasserzufuhr in der Wasserzufuhrleitung 17 abgestellt
und die Überlauföffnung 26 wird mit dem Ventil 27
geschlossen. Über die Druckbeaufschlagung des Strahlkessels
10 wird der Verschlußkegel 14 geschlossen, und es kann der
Strahlkesseldruck an dem Druckminderventil 24 auf den
gewünschten Wert eingestellt werden, wobei der im
Strahlkessel 10 herrschende Druck vorzugsweise um 0,5 bar
höher eingestellt wird als der an der Strahldüse 23
herrschende Druck, damit das durchtränkte Strahlmittel
einwandfrei in dem Strahlmittelmischventil 20, in welchem
die gewünschte Strahlmittelmenge eingestellt wird, dosiert
werden kann. Hiermit ist der Vorteil verbunden, daß es die
unterschiedlichen Drücke im Strahlkessel 10 beziehungsweise an
der Strahldüse 23 möglich machen, im Naßstrahlverfahren auf
feinstes sogenanntes Softstrahlen mit geringen Drücken auszuführen; bei
einer Druckerhöhung ist mit dem gleichen Strahlkessel 12 auch
ein sogenanntes Power-Strahlen ermöglicht. Dabei kann die in
der Druckluftleitung 22 strömende Luftmenge über ein
Mengenregelventil 30 eingestellt werden, wobei die
Mengenregelung aber die Druckvorgabe unverändert läßt,
welches Mengenregelventil 30 durch ein in der Leitung 22
fließmäßig hinter dem Mengenregelventil 30 angeordnetes
zweites Rückschlagventil 31 geschützt ist.
Im Betrieb vollzieht sich dann die bleiche Vorgehensweise
auch beim Naßstrahlverfahren wie beim Trockenstrahlver
fahren beschrieben.
Soll im Anschluß an eine Benutzung im Naßstrahlverfahren der
Strahlkessel 10 für das Trockenstrahlverfahren zum Einsatz
kommen, so sind feuchte Strahlmittelreste aus dem Strahl
kessel 10 mittels Druckluft herauszublasen, und anschließend
ist der Strahlkessel 10 so lange zu belüften, bis er von
innen ausgetrocknet ist und somit ohne die Gefahr von
Anbackungen mit trockenem Strahlmittel gefüllt werden kann.
Es versteht sich, daß zusätzlich zu der in der Zeichnung
dargestellten Anordnung weitere Regel-, Schalt- und
Sicherheitsventile sowie entsprechende Anzeigen und
elektrische Schalt- und Steuereinrichtungen vorgesehen sind,
um die beschriebenen Strahlvorgänge im einzelnen abwickeln
zu können; die Anordnung solcher ergänzenden Schalt- und
Regelteile zählt jedoch nicht zum unmittelbaren Gegenstand
der Erfindung und ergibt sich aus dem Stand der Technik.
Claims (4)
1. Strahlkessel zum Ausbringen eines Strahlmittels in
Strahlsystemen mit einer über einen beweglichen
Verschlußkegel bei Druckbeaufschlagung des Strahlkessels
verschließbaren Einfüllöffnung für das Strahlmittel,
einer Wasserzuleitung in das Innere des Strahlkessels
und einem Strahlmittelausgang, an welchen über eine
geeignete Leitungsverbindung eine mit Druckluft
beaufschlagte Strahldüse anschließbar ist, dadurch
gekennzeichnet, daß in die Einfüllöffnung (13) ein mit
einer auf deren Umfang liegenden Wasserringleitung (16)
versehenes Sieb (15) eingesetzt ist, wobei die
Wasserringleitung (16) zum Verschlußkegel (14)
gerichtete Wasseraustrittsdüsen aufweist und an die
Wasserzufuhrleitung (17) anschließbar ist, wobei der
Strahlkessel (10) unterhalb des Verschlußkegels (14)
eine über ein Ventil (27) verschließbare Überlauföffnung
(26) aufweist, und eine gesonderte, in das Innere des
Strahlkessels (10) führende Druckluftzufuhrleitung (18) versehen ist
in die ein Druckminderventil (24) eingeschaltet ist.
2. Strahlkessel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen Wasserringleitung (16) und
Wasserzufuhrleitung (17) ein Injektor zum Einbringen von
Additiven in das in die Wasserringleitung (16)
eingebrachte Wasser angeordnet ist.
3. Strahlkessel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen Strahlkessel (10) und
Druckminderventil (24) ein Rückschlagventil (25)
angeordnet ist.
4. Strahlkessel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß an den Strahlmittelausgang (19) des
Strahlkessels (10) ein Mischventil (20) für die Zugabe
von Strahlmittel in die zu der Strahldüse (23) führende
Druckluftleitung (22) angeordnet ist.
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