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Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Akzentbuchstabenzeilen
auf Matrizensetz- und Zeilengießmaschinen, bei welchen die Schriftzeichen und Akzente
auf verschiedenen Zeilen gegossen werden. Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung
von mit Akzenten versehenen Gußzeilen und Typenstäben, welche große Buchstaben in
einer großen Auszeichnungsschrift tragen. Derartige Buchstaben nehmen tatsächlich
die volle Kegelhöhe der Zeilen ein, so daß, wenn ein Buchstabe mit einem Akzent
in der Zeile erscheinen soll, für das Gießen der Zeile eine Form größeren Kegels
erforderlich wäre, als wenn die Buchstaben der Zeile ohne Akzente sind, wenn die
Zeile nicht mit überhängenden Verlängerungen gegossen werden soll, welche die Akzente
tragen; in letzterem Falle würde aber eine Änderung der Zeilenbeschneidevorrichtung
vorgenommen werden müssen.
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Die Erfindung macht die eben erwähnten :lnderungen der Maschine überflüssig,
indem eine Zeile gegossen wird, die nur die Akzente trägt und nachher an die Gußzeile
mit den Schriftzeichen angefügt wird, für die die Akzente bestimmt sind. Die Zeile
mit den Schriftzeichen kann dann in einer Form normalen Kegels entsprechend der
Schriftgröße, die gerade in Verwendung ist, gegossen werden.
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Bei gewissen orientalischen Sprachen, z. B. bei dem Arabischen, werden
gewisse Buchtaben mit verschiedenen Zeichen verbunden, «-elche den Sinn der Buchstaben
je nach der besonderen Stellung dieser Zeichen ändern, und es gibt auch gewisse
Buchstaben, mit denen mehrere derartige besondere Zeichen verbunden werden, wobei
wiederum der Sinn der Buchstaben entsprechend der Stellung dieser Zeichen im Verhältnis
zueinander und im Verhältnis zu den Buchstaben selbst sich ändert. Für das Setzen
solcher Buchstaben ist es bereits vorgeschlagen worden, die besonderen Zeichen und
die Buchstaben auf verschiedenen Satzelementen zu bilden, wobei die die Buchstaben
tragenden Satzelemente für gewisse Schriftzeichen mit Aussparungen versehen sind,
um die die besonderen Zeichen (Akzente) tragenden Satzelemente aufzunehmen, während
eine bloße Nebeneinanderstellung der Elemente zur Bildung der gewünschten Schriftzeichen
nicht vorgesehen war.
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Es hat äber bisher keine Maschinen gegeben, mit denen sich Zeilen
von Typen mit so weitgehender Verschiedenheit in der Lage der eigentlichen Buchstaben
und der besonderen Zeichen gegeneinander, wie soeben beschrieben, herstellen lassen,
und diese Schwierigkeit dürfte tatsächlich ein unübersteigbares Hindernis für das
mechanische Gießen einer Anzahl dieser Zeichen auf Zeilen bieten.
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Es ist bei Matrizensetz- und Zeilengießmaschinen bereits bekannt,
daß die Matrizen, die in- einer Zeile gesammelt und zum Zwecke der Herstellung einer
Gußzeile der Gießform dargeboten werden, die auf ihnen angebrachten Buchstaben in
umgekehrter Stellung
tragen, und zwar so, daß sie mit der unteren
Seite der Gußzeile Linie halten. Die Akzentmatrizen, die für., die Herstellung einer
Akzentzeile -gemäß der Erfindung verwendet werden sollen, weichen von der gewöhnlichen
Anordnung insofern ab, als die auf ihnen angebrachten Akzente nicht umgekehrt, also
so angeordnet sind, daß sie mit .der Oberseite der Gußzeile Linie halten. Es können
infolgedessen die Akzente auf einer solchen Zeile ohne Rücksicht auf die Kegelstärke
der Form, in welcher die Akzentzeilen gegossen werden, in genaue Stellung zu der
Buchstabenzeile gebracht werden, da ja beim Zusammenfügen der beiden Zeilen die
Akzentzeile umgedreht wird, sie sich also beim Zusammensetzen der Form gegen die
obere Seite der Buchstabenzeile stellt.
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Auf der Zeichnung ist die Erfindung in einer Ausführungsform dargestellt,
und zwar zeigt Abb. i eine Ansicht einer Matrize zum Gießen einer Akzente tragenden
Zeile, von der Seite gesehen, Abb. 2 eine gleiche Ansicht einer Matrize zum Gießen
von die Schriftbilder tragenden Zeilen, Abb. 3 eine Gußzeile, die von Akzente tragenden
Matrizen nach Abb. i abgegossen ist, Abb. q. eine ähnliche Ansicht, wie Abb. 3,
mit einer Gußzeile mit Schriftbildern, die mit Matrizen der in Abb. 2 gezeigten
Art hergestellt ist, und Abb. 5 eine Druckform von den beiden in Abb. 3 und :4 gezeigten
Gußzeilen.
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Die in Abb. i gezeigte Matrize I dient dazu, ein Zirkumflexakzent
herzustellen, während die in Abb. 2 gezeigte Matrize 2 zur Herstellung des Buchstabens
A dient. Der Vergleich dieser beiden Abbildungen zeigt, daß bei den Buchstabenmatrizen
2 die Buchstabenvertiefungen 3 so angeordnet sind, daß die Schriftzeichen 4. in,
wie üblich, einer umgekehrten Stellung auf der Gußzeile 5 (Abb.4) gegossen werden
und mit der unteren Seite der erwähnten Zeile Linie halten, wie dies dem gewöhnlichen
Verfahren entspricht; die auf den Akzentmatrizen i vorgesehenen Buchstabenvertiefungen
& sind dagegen derart angeordnet, daß die Akzente 7 auf der Gußzeile 8 (Abb.
3) mit ihrem Fuß mit der oberen Seite der Zeile Linie halten.
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Welches daher auch die Kegelstärke einer Gußzeile 8 oder der Gießform
sei, in welcher die Zeile gegossen ist (in Abb.3 sind zwei verschiedene Stärken
der Gußzeile angedeutet, und zwar die eine in vollen Linien und die andere teilweise
in gestrichelten Linien), die Akzente 7 können auf der Zeile stets in genaue Stellung
zu dem entsprechenden Buchstaben q. auf der Buchstabenzeile 5 gebracht werden, indem
die Akzentzeile umgedreht und darauf in der Form mit dem Fuß der Akzente gegenüber
der oberen Seite der Zeile 5 eingeordnet wird, so daß die beiden Zeilen vereinigt
zur Herstellung einer init Akzenten versehenen Auszeichnungszeile nach Abb. 5 dienen.
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Abb. 3 und q. zeigen die Gußzeilen 5 und 8 in der Stellung, in welcher
sie in der Gießform gegossen werden. Wie aus diesen Abbildungen zu ersehen ist,
sind die Matrizen, wenn sie zur Herstellung der Buchstaben q. dienen sollen, in
der Reihenfolge gesammelt, in welcher die Buchstaben im Druck erscheinen sollen,
während die Matrizen, die für die Herstellung der zu der Buchstabenzeile gehörigen
Akzente bestimmt sind, in umgekehrter Reihenfolge gesammelt werden müssen, damit
die Akzentzeile 8 in umgekehrter Stellung an die Buchstabenzeile 5 angefügt werden
kann. Natürlich fällt es auch in den Schutzumfang der Erfindung, wenn Teile von
Buchstabenzeilen mit Akzentzeilen zusammen angewendet werden, wobei die Reihenfolge
des Setzens der Akzentmatrizen unwesentlich sein würde.
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Ein zweckmäßiger Weg für die Sicherung der richtigen Lage der Akzentmatrizen
in der gesetzten Zeile ist die Verwendung der bereits gegossenen, die Schriftzeichen
tragenden Zeile als Führung, wobei diese Zeile während des Setzens der Matrizen
und Spatien, die zu der gesetzten Zeile gehören, in umgekehrter Lage vor dem Sammler
gehalten wird.